Wenn bewusster Konsum teuer wird…

Manchmal kostet bewusster Kleiderkonsum dann halt doch Geld. Während ich in letzter Zeit nur noch getauscht habe bzw. hin und wieder mal was im Ausverkauf bei Laura im Ebenberg was gekauft hab, hatte ich in Berlin ein Problem. Ich war stundenlang unterwegs, zu Fuß, hab mich einfach nur herumgetrieben. Und irgendwann konnte ich trotz Ethletics und Einlagen einfach keinen Schritt mehr gehen, es war heiß, ich hab Mamas schlechte Venen, die die Füße im Sommer gern mal anschwellen lassen. Ich konnte aber weder heimfahren, da Mella, bei der ich übernachtete, am anderen Ende der Stadt wohnte, noch einfach Pause machen, da ich eine Stunde später mit einem alten Freund verabredet war. Da stand ich also da, bei den Hackeschen Höfen. Links von mir ein Textilschwede, rechts von mir ein Schuhgeschäft mit Unmengen an Birkenstocks. Kurz dachte ich: Ok, werde ich meinen Prinzipien untreu, schau ich kurz zum Textilschweden rein, kauf mir das günstigste Paar Flipflops, das ich find, und red nie wieder drüber, oder schau ich beim Schuhladen rein und geb das Zehnfache für gscheite Birkenstocks aus, die ich de facto zuhause auch nicht rasend brauch, weil ich schon welche habe.

Das Ergebnis, und ja, ich bin ein bissl stolz auf mich, dass ich nicht schwach geworden bin – aber oft darf ich mir solche Späße nicht leisten, echt nicht. Ist eigentlich sogar ziemlicher Schwachsinn…:

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45 Euro statt 4,90, aber produziert in Deutschland, gutes Fußbett, kein Plastik und halten lang. Und der Abend wurde noch sehr lang.

6 Gedanken zu „Wenn bewusster Konsum teuer wird…

  1. Bei dem Titel hatte ich etwas ganz anderes erwartet, aber gut.

    45 Euro für ein paar Euro sind nur im direkten Vergleich mit Ramschware teuer, aber ansonsten für ein gutes Paar Schuhe doch eigentlich recht günstig und ein normaler Preis. Wir sollten uns davon verabschieden die Preise im Bereich der grünen Mode ständig mit den günstigsten aus der konventionellen zu vergleichen, da kann nichts gutes bei herauskommen.

  2. Len sagt:

    Kann leider das Foto nicht Posten,
    Hab birkenstock allerdings letztens in der neuen Grafik der clean clothes Campaign unter ’nothing to say‘ entdeckt. Könntest du uns da mal nähere Infos geben, wie das denn nun ist? 🙂

    • nunette sagt:

      Ich hab letztens schon drüber geschrieben: https://ichkaufnix.com/2016/06/24/schuhe-europa-nicht-ok/

      Ich finde es ein bisschen unfair, dass beispielsweise Tamaris nicht vorkommt, obwohl die voll auf der Überholspur sind, und Birkenstock schon – und das, obwohl Birkenstock einen Großteil seiner Produktion in Deutschland hat und sich somit an hiesige Arbeitsgesetze und Mindestlöhne, die doch höher liegen als im europäischen Osten, halten muss. Schade. Ansonsten sehr gute Kampagne.

  3. Donna sagt:

    Ich gebe Sabrina recht, 45 EUR sind noch gemäßigt. Ich glaube auch nicht, dass du in Flip-Flops in der Stadt besser gelaufen wärst. Meine Füße schwellen auch in Flip-Flops an (schlechte Venen von der Mama o:)
    Herzlichst Donna G.

  4. blaupause7 sagt:

    Ich hätte auch die Birkis genommen, weil Flip Flops nicht wirklich gut sein können… und für den einen mögen 45 Euro viel Geld sein, aber du hast sehr sehr lange etwas davon und bist nicht gezwungen, die 4,90-Treter in den Müll zu kloppen; m.E. sind die Ausgaben nicht überteuert, da sie lange halten werden.

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