Meine Gedanken zum Fashion Revolution Day: Warum sind wir alle solche Idioten?!

Heute ist Fashion Revolution Day. Heute vor vier Jahren brach in Dhaka ein Fabriksgebäude zusammen, in dem Menschen für Benetton, KiK und Co. nähten. Über tausend Menschen starben, weit über zweitausend waren verletzt.

Seither ist viel passiert. Überall sterben Menschen sinnlose Tode. Ob es Ersticken an Giftgas ist, weil in Syrien die USA und Russland einen massiv grausamen Stellvertreterkrieg führen (kalter Krieg, diesmal auf ganz und gar nicht kalt), ob Lastwägen in Menschenmengen fahren, oder ob Lawinen über Hotels drüberrollen und Unschuldige lebendig begraben. Und das sind nur Ausschnitte, die mir gerade so auf die Schnelle einfallen, es ist noch viel, viel mehr passiert.

Manches berührt uns, manches lesen wir in den Nachrichten und denken: Ja, blöd, nüm? Aber weit weg. Was sich jedoch nicht ändert: Diese Menschen sind für immer tot. Nichts kann sie ins Leben zurück holen. Und die Menschen in Rana Plaza sind – wie all die anderen Genannten auch – einen sinnlosen Tod gestorben.

Es wäre angesichts der Tatsache, wie viele solcher Todesmeldungen täglich auf uns einprasseln ein Leichtes (und Nachvollziehbares), einfach nicht mehr drüber nachzudenken. Zu leben, wie es halt gerade am Angenehmsten ist, nur auf sich selbst zu schauen, schauen, dass der Lebensstil passt, dass der Kontostand passt und sich selbst in den Gedanken einlullen, dass man ja selbst nix Böses will, man nimmt nur das Angebot wahr.

Ich kann solche Gedanken sehr gut nachvollziehen. Egal, ob Brexit, Trump oder Syrien: Ich kann mich des Eindrucks langsam nicht mehr erwehren, dass wir global gerade wirklich auf was sehr, sehr Ungutes zusteuern. Und dann wirds niemandem nützen, dass da ein paar NGO-Hansln erklären, sie hätten es uns ja gesagt – auch den Hanseln selbst nicht.

Was ist meine Reaktion? Ich will den Kopf in den Sand stecken. Ich träume momentan ungelogen jede Nacht davon, in einem acht Monate andauerndem Sommer auf einer Insel zu sein, irgendwo in den schwedischen Schären, mit einer einzelnen rot angestrichenen Holzhütte drauf und einem kleinen Boot, mit dem ich von der Nachbarinsel beim Greißler Vorräte kaufe, weit weg von allen, mit ein paar guten Büchern, die mich gedanklich in andere Welten eintauchen, und dankeschön,  Gesellschaft und Weltpolitik findet bitte ohne mich statt. Ich hab eh schon mehr dazu beigetragen, Menschen zum Umdenken zu bringen, als andere.

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Die andere Gedankenvariante ist: Ich will einfach mal nicht mehr nachdenken müssen. Ich will einfach auch mal zu Primark gehen, mir zehn neue Outfits kaufen, mit vollen Einkaufstüten und trotzdem immer noch voller Geldbörse den Laden verlassen. Einfach, weil Shoppen blöderweise immer noch glücklich macht, weil man damit Stress und Unschönes kompensieren kann.

Aber sorry, es geht einfach nicht. Wir haben keinen Plan B, wir haben keinen Planet B und wir haben kein Recht, andere Menschen als ArbeiterInnen zweiter Klasse zu behandeln, nur weil die weit weg sind und wir ihre Lebensumstände am fertigen Produkt nicht sehen.

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Was mich richtig, richtig ärgert: Wir sind so blöd! Immer wieder versuchen laufend tolle Menschen tolle Unternehmen aus dem Boden zu stampfen. Es GIBT bereits viele angebotene Alternativen für uns, um nachhaltiger zu handeln. Es gibt sooo viele wirklich gute Projekte: Wir können faire Textilien kaufen, wir können Schuhe und Jacken aus Polyester kaufen, das aus Plastik produziert wurde, das spanische Fischer aus dem Meer geholt haben (und weil mir der Name dieser Firma grad nicht einfällt, kann ichs grad nicht verlinken 😉 ), wir können spenden, während wir telefonieren, Himmelnochmal, wir können sogar Gutes tun, während wir uns den Arsch auswischen!! Also warum tun wir es nicht einfach alle – und damit meine ich wirklich ALLE? Stattdessen wird auf diesen Unternehmen herum getreten, werden NGO-MitarbeiterInnen als weltfremd bezeichnet und davor, dass man selbst ganz ganz einfach mit der eigenen Geldbörse Verantwortung übernehmen kann, werden die Augen verschlossen. Weil wenn man sich da mal beginnt, damit auseinanderzusetzen, dann fallen einem plötzlich ganz viele Dinge auf, die man dann eigentlich nicht mehr machen sollte. Und wäh, das hieße ja, ich müsst mein Leben umstellen und wäh, das ist ja anstrengend. Nein, ist es nicht, lieber „erwachender“ Konsument. Alle machen wir mal den ersten Schritt, und wie weit du gehst, liegt einzig und allein bei dir. Aber geh bitte mal los.

Ob kleiner, fairer Schuhproduzent in Österreich oder fairer Modedesigner in Deutschland – alle versuchen es mit einem positiven Image, um zu zeigen, wie schön und leicht Nachhaltigkeit sein kann, wenn man nur will (was ja auch hundertprozentig stimmt!). Die Antworten und Reaktionen darauf geben mir die sozialen Medien, wo irgendwelche Leute, die genau null Schritte Richtung Nachhaltigkeit oder Sozialverantwortung setzen, auf genau diesem Produktangebot herumreiten und herumtrollen – einfach nur, weil sie können und weil es sie nix kostet, ein bissl herumzulästern. Sie lästern, weils ja eh billiger geht, weils ja eh schneller geht, weils ja eh mit mehr Produktqualität geht.

Ja, es geht billiger, aber mit welcher Konsequenz? Mit der, dass wir übelsten Schaden anrichten. Es ist mir inzwischen wirklich bereits blunzenwurscht, wenn mit Leute mit Argumenten kommen wie „Aber es herrschen Standards in Europa, die eingehalten werden müssen“ oder „So haben die Leute dort wenigstens einen Job.“ Das ist einfach nur dumm und kurzsichtig. Diese Menschen WOLLEN sich nicht informieren. Ok, gut, sollen sie – ich würd auch gern in dem Bereich manchmal einfach weniger wissen-, aber:

Tatsache ist: Weil Pantone letztes Jahr babyblau und puderrosa zur Farbe des Jahres erkoren hat, in der wir alle herumlaufen sollen, sind derzeit die Geschäfte voll davon. Jetzt hat Pantone gesagt: Knallgrün, und eine zweite Farbforschungsfirma: Glitzer! Ich wette mit euch: Nächsten Sommer rennen wir alle wie verkleidete Frösche auf Speed durch die Gegend, einfach, weils grad cool ist. Der für uns unsichtbare Effekt: Die NäherInnen in Bangladesch, dem Land, in dem so viele Menschen bei miesester wirtschaftlicher Lage und beschissenen topographischen Voraussetzungen auf engstem Raum leben, sodass Arbeitskraft schlicht nichts wert ist, kommen nicht nach mit der Produktion. Die Standards sind unter aller Diskussion und eigentlich gar keine Standards, und damit das Zeug in Europa verkauft werden kann, bastelt das Label sich halt ein bissl ein grüneres Image, der Sprecher schaut hin und wieder ernst in die Kamera und erklärt, wie wichtig Verantwortung nicht ist.

Und wir KonsumentInnen kippen da volle Breitseite drauf rein. Es wird uns beigebracht, dass kaufenkaufenkaufen glücklich macht und Postmaterialismus gilt als Luxusschmäh für die, die es sich eh leisten könnten. Wie die Geier werden wir darauf trainiert, das günstigste Angebot zu suchen, und fordern damit die Unternehmen zu einem Konkurrenzkampf auf, den nur wenige Große überleben. Aber weils grad cool ist, auf Konzerne zu schimpfen, schimpfen wir halt mit – in der Jeans vom Textilschweden und dem neuen Pulli von Primark. Aber die, die nicht nur kritisieren, sondern verantwortungsvolleres Handeln auch in ihren Alltag integriert haben oder wirklich etwas machen wollen, ihre berufliche Arbeitskraft in diesen Dienst an der Empathie stellen, werden mit einem Jesusschlapfenträger-Vorwurf bedacht. So „uncool“ will man dann halt auch nicht sein.

Eigentlich könnte man sich ja vortrefflich darüber lustig machen – und ich selbst mach das ja auch gern. Genauso, wie ich dieses Ding mit dem kritischen Konsum, für den ich wirklich mein Herzblut einsetze, hin und wieder selbst nicht mehr ernst nehmen kann und über die ganzen Rucola-Bobos in Wien und die Tofu-Hipster in Berlin lache.  Manchmal, wenn mir wirklich alles bis zum Haaransatz steht, dann schaffe ich es auch nicht mehr, jenen Leuten, die sich bisher nicht mit der Macht des Konsums an sich auseinandergesetzt haben, respektvoll und geduldig zu begegnen. Dann möcht ich sie schütteln und sie anschreien, dass sie mit ihrer unreflektierten GeizistgeilundNachhaltigkeitmachtnurschlechtLauneundbringtdochehnix-Art den Planeten niederreiten und Menschen für sie sterben. Was genau sinnlos ist, davon werden die es nämlich auch nicht lernen. Aber muss man wirklich jede/n Einzelne/n wie ein kleines Kind an die Hand nehmen ihnen mit möglichst dramatischen Worten und drastischen Bildern den Weg der Hose vom Saatgut bis zum Transport vor die Haustür zeigen, die er oder sie sich gerade bei Amazon bestellt hat? Echt jetzt? „Schau mal, diese Frau näht da gerade Deine Hose. Ist ganz schön eng und stickig hier in der Fabrik, oder? Sollen wir wieder rausgehen? Musst du aufs Klo? Hast du Durst? Na aber jederzeit können wir gehen – die Näherin aber übrigens nicht, die darf nur einmal am Tag für zehn Minuten aufs Klo – und da stehen dann alle anderen Näherinnen, die grad Pause haben, auch an. Blöd, oder? Wollen wir nicht, gell?“

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Wir sind als Gesellschaft inzwischen leider wirklich ein Haufen narzisstischer Idioten, die sich von einer rücksichtslos kapitalorientierten Industrie einfach nur was vormachen lassen. Weil „wir es uns wert sind“. Genau. Wir denken nicht einen Zentimeter über den Tellerrand hinaus. Ich packs wirklich langsam nicht mehr: Muss man erst alles Schlechte verbieten, damit Leute nur noch die Option des nachhaltigen Konsums haben (eigentlich cooles Gedankenspiel: Würde die EU beschließen, dass Fast Fashion in Europa nicht mehr verkauft werden darf, wie würden die Konzerne reagieren – abgesehen von der Tatsache, dass wir einen wirtschaftlichen Bauchfleck vom Zehnmeterbrett machen würden, weil wir uns alle von diesem ausbeuterischen System abhängig gemacht haben…)? Sind wir wirklich so verblödet, dass wir nicht mehr wahrnehmen, dass wir die Wahl UND die Verantwortung haben?

Warum ich heute so weit aushole? Weil – oh Überraschung! – die Opfer von Rana Plaza immer noch tot sind. Und sich bei uns in den letzten vier Jahren gesellschaftlich nichts geändert hat. Obwohl es inzwischen mehr „grünes“ (nicht im Pantone-, sondern im nachhaltigen Sinn) und soziales Angebot in wirklich fast allen Produktkategorien, die wir als unersetzlich für unser westliches Leben ermessen, gibt. Lebensmittel, Kleidung, Handys, Möbel, ALLES kriegt man bereits auch aus guter Produktion. Und trotzdem florieren Primark und Co. Weil. wir. uns. einlullen. lassen. Weil wir das System nicht endlich anders denken.

Und solange das so ist, waren diese über tausend Tode sinnlos.

R.I.P.

17 Gedanken zu „Meine Gedanken zum Fashion Revolution Day: Warum sind wir alle solche Idioten?!

  1. Claudia sagt:

    Wow liebe Nunu, sehr gut geschriebener Artikel von dir.
    Susanne von Mamimade hat zu einer neuen Aktion für die Fashion Revolution Week aufgerufen: https://mami-made.blogspot.co.at/2017/04/fashion-revolution-week-2017.html
    und ich hab auch schon was geschrieben http://janaslieblingsdesigner.blogspot.co.at/2017/04/fashion-revolution-week.html

    ja es ist eine Katastrophe dass derzeit irgendwie Alle so tun wie wenn uns das alles nix anginge, egal in welcher Situation.
    Warum tut die Welt nix dagegen, warum schauen alle bloß zu und lassen alles passieren?

    LG Claudia

  2. Ute sagt:

    Hallo Nunu, wie Recht du hast! Ich verstehe das alles auch nicht. Aber ich mache da nicht mehr mit! LG Ute

  3. Anna sagt:

    Ach Nunu, Du sprichst mir aus der Seele. „Ich träume momentan ungelogen jede Nacht davon, in einem acht Monate andauerndem Sommer auf einer Insel zu sein, irgendwo in den schwedischen Schären, mit einer einzelnen rot angestrichenen Holzhütte drauf und einem kleinen Boot, mit dem ich von der Nachbarinsel beim Greißler Vorräte kaufe, weit weg von allen, mit ein paar guten Büchern, die mich gedanklich in andere Welten eintauchen, und dankeschön, Gesellschaft und Weltpolitik findet bitte ohne mich statt. Ich hab eh schon mehr dazu beigetragen, Menschen zum Umdenken zu bringen, als andere.“
    Und trotzdem müssen wir durchhalten und weiterkämpfen. Ohne solche Querulanten wie uns würde die EU nie auf die Idee kommen, fast fashion zu verbieten. Aber solange es Leute gibt, die den Mund aufmachen und sich von der Modeindustrie nicht verarschen lassen, gibt es zumindest ein Fünkchen Hoffnung, dass sich da was tut.
    Grüße von Anna. 🙂

  4. blaupause7 sagt:

    Da kann ich dir nur zustimmen. Und überhaupt: ich wette, vor Jahren wussten die wenigsten, wer oder was Pantone ist, und heute sind sie die, die jedes Jahr eine neue Sau durchs Dorf treiben, pardon: eine neue „Trendfarbe“ aurufen? Ist die Mehrheit wirklich so blöd, sich einem solchen Farbdiktat zu unterwerfen und dann aber behaupten, es gäbe kein Modeditkat mehr?

    Ich glaube, ich verstehe die Welt nicht mehr. Und bei Kleidung hört’s ja nicht auf. Mir hat neulich in einem Forum ein Beitrag verschlagen, in dem die Forumsteilnehmerin wortwörtlich sagte, ihr gingen die „Arbeitsbedingungen eines Huhns“ bzw. die Lebensqualität von Nutztieren am Allerwertesten vorbei.

    Das soll natürlich nicht heißen, dass mir die Arbeitsbedingungen und Lebensqualität von Menschen weniger wichtig sind als die von Tieren; es sollte nur ein Beispiel sein für die mich umgebende Ignoranz, gegen die ich leider immer weniger Argumente finde.

  5. Frau Jule sagt:

    danke für diesen beitrag, du schreist mir aus der seele. es ist wie sookee rappt: einsame insel oder untergrund? man zweifelt.
    liebst,
    jule*

  6. […] über Meine Gedanken zum Fashion Revolution Day: Warum sind wir alle solche Idioten?! — Ich kauf nix! […]

  7. […] – nämlich, warum es so wichtig ist, über faire Kleidung zu sprechen. Nunu fragt uns, warum wir alle solche Idioten sind und schildert ihre Müdigkeit ob des unablässigen Kampfes gegen Fast Fashion Windmühlen. Daria […]

  8. Liebe Nunu,
    deine Wut tut so gut. Sie gibt Kraft, immer weiter zu gehen, sich den Mund fusslig zu reden, immer und immer wieder.
    Danke dafür.
    „Benita“

  9. Sie haben mit allem Recht und trotzdem muss ich einwerfen, dass sich nicht jede/r nachhaltig kleiden kann, weil zum Einen einfach das Geld für faire Kleidung fehlt. Kleiden Sie mal eine vierköpfige Familie mit zwei Mindestlöhnen fair ein. Zum Anderen stellen auch nachhaltig produzierende Firmen meist keine Kleidung in (wirklich) großen Größen her, damit meine ich z.B. eine 48/50 (EU). Und sehen Sie es mir nach, wenn ich keine Zeit habe, mir nebst Kleinkind, Job und Garten auch noch das Schneidern beizubringen.

    • nunette sagt:

      Die fairste Kleidung ist Second Hand. Und da hat man das Preisargument nicht mehr.

      • Das bedeutet demnach, dass die Personen, die sich nachhaltige Mode der ersten Hand nicht leisten können, bitte doch nur aufgetragene Sachen kaufen dürfen, damit sie kein schlechtes Gewissen haben müssen? Wie wäre es denn, wenn die Produzenten von fairer Kleidung ein Beispiel an der Gastronomie nehmen und den Kunden anbieten, einen Obolus für jene zu entrichten, denen First Hand zu teuer ist? Das müsste nicht einmal offensichtlich geschehen, sondern durch unterschiedliche Auspreisung der Ware und Etablierung von verschiedenen Marken in diversen stationären Verkaufsstellen oder im Onlinehandel. So könnte man in verschiedenen Preissegmenten verkaufen, würde keine Verluste machen und auch etwas Gutes tun. In diesem Fall würden sich nicht so gut betuchte Kunden nicht selbst wie Second Hand fühlen.

        Einen schönen Tag noch.

      • Charlotte sagt:

        Second Hand kann es nur geben, wenn zuvor zu viel und unnötig konsumiert wurde. Wie fair ist das denn?

      • nunette sagt:

        Second Hand GIBT es. JETZT nutzen. Irgendwann muss man ja anfangen, an der Vergangenheit kannst nix mehr ändern.

  10. Katja sagt:

    Meinst du Ecoalf?

  11. Liebe Nunu,
    Du sprichst auch mir so aus der Seele! Ich find’s auch gerade so gruselig und verstehe es nicht: wir verwalten doch nur noch unseren Überfluss und werden nicht mal glücklich dabei, machen aber trotzdem immer weiter – echt, wie blöd muss man sein um sich so einlullen zu lassen? Warum sehen wir nicht über „den Tellerrand“ bzw. unser vermeintlich bequemes Luxusleben hier hinaus die Zusammenhänge und Konsequenzen unserer Konsumgewohnheiten und unseres Wirtschaftens und zwar letztendlich auch hier bei uns? Sind wir schon so stumpf, dass wir nicht mehr reflektierter leben können oder auch nur wollen?
    Ja, es ist unbequem, und mir geht’s im Moment auch so, wahlweise wünsche ich mir, mal wieder ohne Hintergedanken shoppen gehen zu können (zwar nicht gerade bei Primark …), wahlweise möchte ich auswandern irgendwo weit weg, alles hinter mir lassen, nach dem Motto „ihr könnt mich alle mal …“. Ich habe einfach keine Lust mehr, wieder und wieder zu diskutieren, immer die gleichen Fragen zu beantworten, zu argumentieren (ja, der Preis!).

    Und dann lese ich Deinen Text und weiß wieder, warum ich das mache und JA! es ist WICHTIG – trotz allem! Und es bewegt sich doch etwas, wenn auch nur sehr langsam. Und es tut gut zu wissen, dass auch andere manchmal (ver-) zweifeln, an sich selbst und an der Welt …
    Danke Dir! LG Michaela

  12. Hanna sagt:

    Vielen, vielen Dank für diesen Beitrag!
    Du schreibst genau das, was mir seit Wochen, Monaten, durch den Kopf schwirrt.
    Es bringt mir Hoffnung, zu sehen „Hey, es gibt immer noch Menschen die genauso denken wie ich! Noch sind nicht alle so egoistisch und oberflächlich, noch verstecken sich nicht alle vor der Wahrheit, graben ihren Kopf in die Erde wie ein Strauß und denken als einzelner könne man eh nichts bewirken.“
    Ich muss zugeben, so langsam beginne ich an der Welt (bessergesagt an den Menschen) zu verzweifeln, aber das Gute daran ist, dass sich meine Verzweiflung in den Drang, selber etwas zu tun umwandelt. Immer schön mit dem Spruch „Veränderung fängt bei sich selber an“ im Kopf, schreite ich durch die Welt, mit schön fairer Kleidung und einem Bio-Apfel in der Hand.
    Also, große Klasse das du diesen Artikel geschrieben hast um anderen deine Meinung mitzuteilen, um eine wahre Botschaft zu senden!
    Wenn du mal Lust und Zeit hast gucke doch bei meinem Blog http://www.ourgreensmile.de vorbei. Der ist noch ziemlich (sehr) frisch und geht vor allem über das Thema Umwelt.
    Viele liebe Grüße,
    Hanna

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