Als ich auf Facebooks Algorithmus reinflog.

Wow, gestern bin ich mir selbst auf den Leim gegangen. Ich habe mich auf der Facebookseite vom Textilschweden mal durch die Userkommentare geklickt (90 Prozent übrigens weisen darauf hin, dass ihr Telefonservice anscheinend ein Nichtvorhandenes ist).

Ein Kommentar fiel mir jedoch besonders auf:

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Ich habe den Kommentar gesehen und dachte mir: Oida. Echt jetzt? Gehts noch?

Und dann habe ich die Antworten angesehen. Und war noch entsetzter. Macht der Textilschwede da etwa einen auf Vogel-Strauß-Politik? Es war keine Antwort des Unternehmens zu sehen.

Bevor ich den Screenshot machte, überzeugte ich mich nach braver journalistischer Regel (check – double check – recheck!) noch zwei Mal, ob da wirklich keine Antwort von H&M stand. Nein, da waren sogar mehr als die oben angegebenen drei Kommentare zu sehen, und sie waren chronologisch zu sehen. Unter „chronologisch“ gibt Facebook an:

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Also postete ich den Screenshot mit einiger Entrüstung auf Facebook. Um sofort darauf hingewiesen zu werden, dass der Textilschwede eh geantwortet hätte. Und richtig, als ich die Auswahlmöglichkeit der Kommentare änderte, war da die Antwort des Unternehmens zu sehen.

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Ich bin volles Rohr auf den Algorithmus von Facebook reingefallen. OBWOHL ich mir alle Kommentare anzeigen lassen wollte. Und nachdem ich es gleich mal glauben wollte, dass der Textilschwede sowieso so fürchterlich ist, dass er auf einen so grauslichen Kommentar gar nicht antwortet, war ich gleich mal in meiner Überzeugung bestätigt.

Die Geschichte hat mir sehr eindrücklich gezeigt, in welcher Blase ich mich im Netz auch informationstechnisch befinde. Erschreckend.

Und ganz ehrlich, was jetzt kommt, ist zeitlich der totale Zufall: Wenige Tage, bevor ich mich mit meiner Entrüstung auf Facebook blamierte, veröffentlichte Greenpeace seine neue Kampagne für mehr Demokratie und Frieden im Internet.

Ich habe einen Haufen neuer, grandioser KollegInnen, die mit riesigem Engagement an diesem Projekt arbeiten. Ein Ziel der Kampagne, die auch hier sehr schön umschrieben wurde: Raus aus der Filterblase, weg mit der Filterblase. Denn – und das schreiben sie wörtlich: „Algorithmen, die dazu führen, dass Menschen nur noch in ihrem eigenen Weltbild bestätigt werden: All das schadet Frieden und Demokratie.“

Gestern hab ich gelernt: Ja, diese Kampagne brauchts wohl ziemlich dringend. Also: Immer aufpassen, bevor man sich in den nächsten Shitstorm wirft 😉

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