Schlagwort-Archive: Gelesen

Kranksein ist soooo blöd!

Aber immerhin, man kommt zum Lesen. Und ich les grad mal wieder an der Weltreise eines T-Shirts – ein Buch, das ich mir schon vor Monaten gekauft hab, aber irgendwie hab ichs nie über Seite 35 geschafft. Irgendwie war dann doch anderes immer spannender. Wirklich viel weiter bin ich noch nicht, aber jetzt hat es mich gepackt. Was ich dieses Jahr an neuen Dingen gelernt hab, echt spannend.

Wusstet ihr, dass es Baumwollöl gibt? Und dass dieses Baumwollöl zum Fritieren von Pommes Frites verwendet wird, also denen in der Fabrik? Und wusstet ihr, dass sogenanntes baumfreies Klopapier aus den Minifutzelfaserresten bestehen, die am Baumwollsamen kleben bleiben? Ich auch nicht! (Und ich halt wenig von dem baumfreien Klopapier. Rein aus dem Bauch heraus würd ich mal vermuten, dass Bäume nicht so sehr pestizidbehandelt werden wie Baumwolle. Kommt halt drauf an, welche Bäume man verwendet. Mit tropischen Harthölzern wischt es sich dann wohl doch wieder etwas zu luxuriös…)

Das Buch beleuchtet den amerikanischen Baumwollmarkt mit all seinen Subventionen und seiner Entwicklung, die auch verdammt viel mit dem Rassenkonflikt zu tun hat (Schwarze bekamen weniger für ihre Baumwolle als Weiße, also beauftragten schwarze Bauern weiße Männer mit dem Verkauf der Baumwolle. Traurige Welt.)

Spät aber doch: Lesetipp, vielleicht ein Weihnachtsgeschenktipp, für Interessierte:

http://www.amazon.de/Reisebericht-eines-T-Shirts-Alltagsprodukt-Weltwirtschaft/dp/3548369456/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1355322178&sr=8-1

Der Klick aufs Bild verlinkt auf Amazon, weils da die meisten Infos übers Buch gibt, aber denkt dran: Wer nicht bei kleinen Händlern kauft, braucht sich nicht wundern, dass sie zusperren 😉

Und ich würd echt gern gleichzeitig lesen und stricken können….

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Es werden immer mehr…

Ich hab wiedermal ein wunderbares Buch zur Rezension erhalten – Eco Fashion // Top-LAbels entdecken die Grüne Mode. Gerade mal auf Seite 51, habe ich auf jeder Seite irgendwas angestrichen. Die Menge der präsentierten Labels ist echt riesig. Ihr wollt hier am Blog positive Alternativen finden? Bitteschön! Einige hab ich sicher schon mal gebracht, auf andere möcht ich ein anderes Mal genauer eingehen. Jetzt mag ich eigentlich nur zeigen, wie lang bereits eine kleine Auswahl an ökofairen Designern und Upcyclern sein kann – stilistisch quer durch die Bank von Herrenmode über Sportmode oder Accessoires hin zu Hiiiiigh high high Fashion.

Und wie gesagt: Ich bin grad mal auf Seite 51!! Und auf der Seite steht auch noch was ganz Schlaues, ein ganz neuer Aspekt für mich – also fast. Naja. Morgen, ok?

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Wie das Projekt mein Leben beeinflusst, Part 27

Ich habe das unglaubliche Glück, über ein Zimmer in der Wohnung ganz alleine verfügen zu dürfen, und das ist noch dazu wirklich groß. Ich sitze grad am Sofa in diesem Zimmer und habe kurz mal den Blick durch den Raum schweifen lassen. Also. Am Sofa der Laptop, auf dem ich blogge. Neben mir am Couchtisch jede Menge Näh- und Strickmagazine, außerdem ein paar Bücher, die ich hier am Blog schon rezensiert habe. Zwischen Tisch und Sofa der Kübel mit Wolle und die Stricknadeln. Schaue ich geradeaus, sehe ich das Buchregal, so ein gekasteltes vom Ikea. Ein Kastl davon ist bis oben voll mit Büchern, die zu meinem Thema passen, von Nähratgebern über andere Jahresexperimente bis hin zu Bildbänden über Ecofashion. Daneben häufen sich die drei Taschen mit Ausgemistetem, am Tisch liegt fertiges, noch nicht vernähtes Strickwerk und die Nähmaschine, dahinter steht die Lampe, die ich so heiß liebe, neben der Lampe sind die Stoffe eingeschlichtet, am Schaukelstuhl (ja, ich besitze sowas) liegen Stoffreste, und am Klavier noch drei Knäuel Zpagetti.

Letztes Jahr wären am Couchtisch Klatschmagazine gelegen, im Bücherregal Stieg Larssons und Co., am Tisch Handtaschen und Zettelstapel irgendwelchen Inhalts, am Schaukelstuhl die Katze und am Klavier jede Menge Staub….

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Rezension: Mach Neu aus Alt

Ich schulde euch (und dem Verlag, der mir die Bücher zur Verfügung gestellt hat) ja noch eine Rezension dieser Bücher. Hab gestern das blaue, also das über Kleidung und Accessoires, durchgeschaut und muss sagen: Tolle Aufmachung, schönes Konzept, feine Beispiele von DesignerInnen. Allerdings – so richtig festgefressen hab ich mich drin nicht. Und ich kann nichtmal sagen, weshalb.

Aber einige der Beispiele sind wirklich lässig. Besonders gut gefallen mir:

Shannon South – reMade USA: South macht aus alten Lederjacken Taschen. Ja, totes Tier. Aber wenn schon tot, dann dem ganzen bitte so lange wie möglich einen Sinn geben. Und eine Lederjacke, die nur im Schrank hängt, ist weniger sinnvoll als eine coole Tasche, die daraus genäht wird.

Auf 959 bin ich per se mal eifersüchtig: Wo kriegen die bitte die Materialien her? Ich möcht mir und anderen noch ein paar dieser Taschen nähen und stell mir dafür genau solche Autogurte als Träger vor…. Jedenfalls: Sehr fesche Idee, muss ich sagen!

Und weil sie endlich mal am Blog erwähnt gehören und auch im Buch vorkommen: schmidttakahashi. Sie stellen gebrauchte Kleidungsstücke neu zusammen, und das auf einem unglaublichen ästhetischen Niveau. Und außerhalb meines Budgets.

Die Budgetfrage stellt sich in dem Buch einige Male – einerseits findet man Tipps zum Nachmachen, andererseits Upcyclingmode in einer Preisklasse, die zum selbst Nachmachen zwingt. Insofern eine gelungene Mischung! Auf alle Fälle sind die Bücher (beim zweiten bin ich grad) eine tolle Inspirationsquelle und geben einem das Gefühl, dass vor allem Künstler als Trendvorreiter hier vorgeben, dass Neues aus Altem sehr sehr stylish sein kann.

Und wer nachlesen will, wie der Spiegel über das Buch schreibt: Bitteschön. Ich stimme dem nicht ganz zu – ja, es sind zwar einfache Schnitte drin, aber dargestellt ist da teilweise wirklich High Fashion.

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Postmodern

Gestern war ganz überraschend mein beste Freundin, die seit vier Jahren in England weilt, in Wien. Die ich monatelang nicht sehen oderhören kann, und trotzdem gehts dann beim Treffen weiter, als ob wir uns vorgestern das letzte Mal unterhalten hätten. Und die Dame hat schon so einige Sager getätigt, die es in meinen permanenten Sprachgebrauch geschafft haben. Gestern war sie ebenfalls wieder gut unterwegs: Sie blätterte die CUT durch und meine furztrocken: „Ach, die postmoderne Burda ist also erschienen!“

 

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Altes und Neues

Juhu, ich hab wieder Lesematerial bekommen – bald gibts hier eine Rezension über diese beiden wunderschönen Babies… freu mich schon auf die nächsten paar freien Stunden, die ich definitiv mit Schmökern verbringen werde… Feiertage sind halt doch was Angenehmes!

Mach Neu aus Alt. Von Henrietta Thompson

Mach Neu aus Alt. Von Henrietta Thompson

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Fast Fashion in den USA

Schon seit Ewigkeiten wollte ich über dieses Buch schreiben, das mein liebes Bruderherz mir auf Bestellung geschenkt hat – nachdem es aber nur so wimmelt vor beeindruckender Zahlen und Statistiken, interessanter Einzelgeschichten und spannender Side Stories, hab ich noch nicht die Muße gefunden, da mal einen innerlichen roten Faden für einen Blogbeitrag zu legen. Außerdem ist es sehr fokussiert auf den US-Textilmarkt und ich habe nicht recherchiert, inwiefern sich vor allem diese beeindruckenden Zahlen auf den europäischen Markt ummünzen lassen. Ausredeausredeausrede, gnagnagna, ich war einfach zu faul für eine Zusammenfassung und wollte aber mehr als „uuurtollsuperbuchlesenlesen!“ schreiben.

Ecouterre.com war schneller, die haben die Autorin nämlich interviewt. Elizabeth T. Cline gibt Antworten darauf, wie man der Verführung durch Fast Fashion entkommen kann.

Und wie ich selbst auch schon festgestellt habe, dass es für mich nach alle der Information über konventionelle Kleidungsproduktion, die ich im letzten Jahr wie ein Schwamm in mich hineingesogen habe, kein Zurück mehr gibt, sagt auch sie:

Has writing the book changed the way you approach clothing today?

There’s been a complete transformation in my life. For instance I never used to look at fabrication labels but now fabric is now the most important thing for me when I buy clothing, and I’m not saying that that’s how everyone needs to be; I’m just saying that it was a personal shift for me. I don’t want to wear polyester; I want to wear silk and Tencel and modal and things that feel really good next to my skin. I have most of my clothes tailored now. I learned how to sew. I certainly don’t make most of what I wear but I refashion a lot of it, so it’s like an old pair of jeans will become shorts. I alter most of my T-shirts, take out my skirts. I feel like I have a more interactive and meaningful relationship with what I wear, whereas before I would just walk into a store, get something off the rack, wear it one or two times and that was it.

In diesem Sinne: Ich will wieder zu meiner Nähmaschine, das beste Geschenk, das meine Oma mir je machen konnte!!

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Nix Jutesack!

Oh wow, ich bin gestern Abend mal wieder vorm Laptop picken geblieben, anstatt weiter eins meiner wunderbaren Bücher zu lesen. Wo? Beim Future Fashion Guide. Ähnlich wie bei ECOenVOGUE zeigt diese Website, dass man sich die Jutesack-Vorwürfe an faire Ökomode echt langsam in die Haarwurzeln massieren kann.

Oder erkennt ihr an diesem Foto bis hin zur klassisch verkrümmten Modelpose (ich denk mir wirklich jedesmal: Hui, das schaut nach Blinddarmschmerzen aus, oder isses doch der Ischias? Die Arme…) irgendeinen Unterschied zu klassischen Modefotos?

Und weils grad viel Kritik gab: Ja, ich weiß, dass die Dame ausschaut wie ein Hungerhaken de luxe. Ich wollte einen Vergleich zur konventionellen High Fashion herstellen. Wenn man beispielsweise die Vogue aufschlägt, sieht man genau diese anorektischen Wesen. DIESE Diskussion muss an ganz anderer Stelle beginnen, da kann die faire Ökomode relativ wenig dafür. Aber mir ist klar, dass diese Diskussion dringend geführt werden muss.

http://www.futurefashionguide.com/eco-fashion-label/trash-couture/

Das Label „Trash Cotoure“ auf Future Fashion Guide

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Im Rausch

Ok, serious problem. Bin vorhin grade zurückgekommen von einer wunderbaren Lesung (im in Mindestzeit mitten in mein Herz geschafften Buchkontor) von Blasmusikpop von der wirklich netten und gleichzeitig erschreckend jungen (erschreckend, dass mir das auffällt, wieviel jünger als ich sie ist 🙂 ) Vea Kaiser. Mit zwei neuen Büchern im Gepäck, eins davon eine signierte Ausgabe von Blasmusikpop und das andere der neue Roman von Christopher Moore.

Falls wer Christopher Moore nicht kennt: Fehler! Falls wer gern die Mischung aus feinem und verdammt doofem Humor mag, gewürzt mit unglaublich viel Wortwitz und einer gewaltigen Portion an Phantasie: Lest Christopher Moore. Tut jetzt nichts zur Sache, aber hey, ich hatte sogar meinen heißgeliebten verstorbenen Kater Biff nach einer Hauptfigur von Moore getauft. Und es war gut so. Biff war genauso eine gutherzige Gretzn wie der ausm Buch….

Merkt man, dass ich etwas angedüdelt bin? Ich bin grad erstens angefüllt mit zwei (drei? vier?) Glas Wein, zweitens schwelge ich im Glück, weil der Liebste mir doch wirklich eine randvoll gefüllte Schultüte zum ersten FH-Tag geschenkt hat, und drittens bade ich grad im Einkaufsglücksgefühl. Ja, Bücher SIND eine Ersatzdroge. Aber eines garantiere ich euch: Niemals, niiiiiiiiiiiiemals werde ich einen einjährigen Bücherboykott machen. Nie. Bücher sollten mir Grundnahrungsmitteln gleichgesetzt werden. Bücherlesen ist sinnvoll. Und ökologisch gesehen wage ich jetzt mal den Verdacht: Lieber viel Papier aus nachwachsenden Ressourcen als einen E-Reader aus seltenen Erden. Wobei, das mit den Produktionsbedingungen, das muss ich mir erst anschauen. Druckerschwärzenchemie und Einbandskleber und so…. Aber es geht einfach nichts über den Geruch, die Haptik eines neuen Buches, und das erste Aufschlagen, das Lesen der ersten Seiten erst!

Schrecklich ist das mit mir. Aber das mitm Kleiderkauf, also dem NICHTkauf, das halt ich durch. Das ist auch nur halb so schwer… Ein bissl mies komm ich mir ja grad vor, ich schaff in wirklich wirklich vielen Gebieten ressourcenbewussten Konsum, vom Gemüse über Möbel bis hin zum Urlaub, aber Bücher? Pfuh. Da bin ich eine personifizierte Schwachstelle…

Prost. Ich geh lesen.

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Toll, toll, toll: Die Weltreise einer Fleeceweste

(c) nunette colour

(c) nunette colour

Ich muss euch dringend ein Buch ans Herz legen. Ich glaube zwar, dass die meisten meiner Leser der Schulzeit schon entwachsen sind, dieses Jugendbuch ist jedoch wirklich Pflichtlektüre. Ich bin noch nicht ganz fertig damit und muss jetzt schon schwärmen. Ein gutes Zeichen dafür, wie sehr ich ein Buch mag, ist, wie langsam ich gegen Ende beim Lesen werde. Normalerweise fresse ich Bücher genauso wie Muffins – drei, vier Happen und weg. Aber manchmal, da teil ichs mir ein. „Heute nur noch ein Kapitel lesen, sonst hab ich morgen nix mehr.“ Genau so gehts mir mit diesem Buch.

In einer Sprache geschrieben, die für Jugendliche klar und verständlich ist, erzählt Wolfgang Korn den Lebenszyklus seiner Fleeceweste vom Fördern des fürs Fleece benötigten Erdöls bis hin zum traurigen Ende der Weste eines afrikanischen Flüchtlings – mit Zwischenstation Deuschland, wo sich die Weste für im Vergleich kurze Zeit (ein oder zwei Jahre) im Besitz des Autors selbst befindet. Er beschreibt die diversen Vor- und Nachteile der Globalisierung anhand der Weste anschaulich, baut immer wieder kleine Schicksalsgeschichten ein, vom Frachterkapitän über die überarbeitete Näherin bis hin zum obengenannten Flüchtling. In einer Kritik über das Buch heißt es – ich zitiere frei – „Beim Lesen des Buches lernt man, ohne es zu merken.“ Dem kann ich nur rechtgeben.

Seit Neuestem befindet sich eine Lehrerin für Ethik und Mathematik in meinem engeren Familienkreis, die auch Oberstufenklassen unterrichtet. Der werde ich beim nächsten Treffen das Buch wahrscheinlich mehr als nur wärmstens ans Herz legen. Boah, sowas hätt ich damals gern in der Schule gelesen….

Ich schulde euch übrigens noch die Rezension übers Schwarzbuch Baumwolle. Könnte noch dauern – das Buch ist leider so furtztrocken geschrieben, dass ich es aus anderen Gründen nur happenweise zu mir nehme….aber es wird, es wird!

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