Schlagwort-Archive: Habenwollen

Das Leggings-Paradoxon

Ich hab ein neues Problem, und es hat mal wieder mit Beinkleidung zu tun. Diesmal: Leggings. Ich besitze drei Paar schwarze Leggings. Alle haben sie jeweils 9.90 bei H&M gekostet. Und: Ich halte einen Kater. Der regelmäßig während der Kuscheleien meinen Schoß mit einem Kratzbaum verwechselt. Also besitze ich drei löchrige Leggings. Zugegeben eine der drei Leggings geht nicht auf sein Konto – die hab ich mir beim Wandern auf Teneriffa zerlöchert.

Wie auch immer: Leggings sind wichtig. Im Frühling und Sommer im Büro die einzige Möglichkeit, Röcke zu tragen, ohne bereits vorher im Südseeurlaub gewesen zu sein. Außerdem habe ich nicht die wunderbar durchtrainierten Beine einer Cameron Diaz – im Gegenteil, an schlechten Tagen erinnern sie sogar eher an eine Landkarte mit Relief (von Holland, hihi – einige Flüsse, aber wenige Erhebungen…). Nähen ist schwer, weil bei den Löchern aufgrund der fabelhaften Qualität der Produkte natürlich Laufmaschen entstanden sind.

Ein Jahr ohne schwarze Leggings? Sündigen? Betteln, welche geschenkt zu bekommen? Schlägt die Kategorie: „Brauch ich, weil wichtig und kaputtgegangen“ eigentlich die Kategorie „keine Kleidung kaufen“? Ich fürchte, in diesem Fall werd ich wirklich den Joker „Mama“ einsetzen müssen…

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Geldsparen oder: Geldausgeben, das keinen Spaß macht

Jenni ist eine sehr liebe, sehr kleidershopping-fanatische Freundin von mir. Sie sagt sogar, sobald sie sich etwas gekauft hat, denkt sie schon beim Verlassen des Geschäfts an dieses weitere Teil, das sie da drin gesehen hat, sich aber nicht leisten konnte, weil ja das andere Teil und so und überhaupt. Kürzlich hatte Jenni überraschend eine hohe Steuerrückzahlung. Und ihre erste Reaktion: „Super, was kauf ich mir dafür?“

Mich erwarten bis Ende April ebenfalls über 800 Euro Steuer- und Versicherungsrückzahlung. Ich bin momentan sehr darauf aus, mir einen ordentlichen Polster anzusparen. Das bedeutet, die 800 Euro werden schnurstracks am Sparkonto landen und dann hoffentlich nicht mehr angerührt werden.

Ich weiß aber auch: Diese Entscheidung würde mir schwerer fallen, würde ich grad shoppen dürfen (Stichwort: Als Gott die Konsequenz verteilte, hab ich grad geschwänzt). Folgende Dinge wären definitiv auf der Liste:

Die hier. Sie gehen mir nicht aus dem Kopf, auch wenn sie nicht mehr in der Auslage liegen.

Den hier:

Den will ich, seit ihn meine liebe und unendlich coole ehemalige Arbeitskollegin an hatte. Der kostet eh schon gut die Hälfte des oben angegebenen Budgets. Und ja, das sind einzelne Socken, aus denen der genäht ist…

Dann wären da noch die hier und diese Sachen…. oder eben gespartes Geld für die neuen Bremsblöcke im Auto, das neue Parkpickerl nächstes Jahr, die Thermenwartung, und und und …. Geld, das beim Ausgeben halt wehtut und nicht Spaß macht. möööp.

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Gewissensbisse

In weniger als zwei Wochen bin ich bei Cora Kemperman. Sorry, ich meine natürlich, in zwei Wochen bin ich auf einer Konferenz in Brüssel und dort gibt es eine Filiale von Cora Kemperman. Und wie bereits schon früher mal beschrieben: In einer der wenigen Städte in Belgien oder den Niederlanden zu sein und NICHT zu Cora Kemperman zu gehen – das übersteigt meine Kräfte und meine Kraft zur Konsequenz. Um das Shoppingverbot nicht komplett zu brechen, habe ich mit meiner werten Frau Mama, die meine Kempermanschen Käufe immer wieder lobt, folgenden Deal vereinbart: Ich habe 100 Euro Budget, kaufe ein, gebe ihr unmittelbar nach meiner Rückkehr die Sachen, und bekomme sie erst zu meinem Geburtstag Ende Juni wieder überreicht. Damit spiele ich etwa in der Liga von Kerstin Weng und ihrem Seidenkleid (Auflösung: sie bekams zu Weihnachten von ihrem Freund geschenkt).

Mein Freund, der da anscheinend ganz anders gestrickt ist als der von Kerstin Weng, bekam davon Wind und schon ging die Diskussion los. Dass ich damit doch eigentlich den Boykott breche, dass er doch so stolz auf mich ist, weil ich so toll durchhalte, dass ich mir doch meine Sucht nach dem Shoppingerlebnis selbst abgewöhnen will und nicht die Produkte selbst (Point taken, da hat er absolut recht), und dass er angesichts der Mount McWäscheberge und den vollen Kästen zuhause nicht ganz versteht, wieso ich un-be-dingt bei Cora Kemperman shoppen muss. Meine Argumente von wegen, bei Kemperman bestehe kein schlechtes Gewissen wegen Bio und Fairtrade, und der Tatsache, dass ichs einfach nicht packe, endlich mal in einer der Städte mit Filialen von ihr zu sein und NICHT hinzugehen, hätte ich mir auch in ein Sackerl reden können. Wobei ich sein Argument von wegen: „Wennst das Jahr dann geschafft hast, kannst ja ein Wochenende zum Shoppen hinfahren oder -fliegen“, das lass ich nicht gelten. NUR zu Shoppen in genau EINEM Shop extra nach Amsterdam oder Brüssel zu fliegen halte ich bei aller Shoppingliebe für die Krönung der Absurdität.

Nun brauch ich euch – macht mich ruhig moralisch fertig, aber bitte bedenkt: Ich müsst nicht extra streng sein, schließlich dürft ihr ja jederzeit shoppen. Keine Moralkeule auspacken, die einen selbst auch erschlagen würde, und mir bitte Feedback geben. Soll ich? Darf ich? Wie schlimm ist es? Ich bin wirklich hin- und hergerissen.

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Brigitte, die dumme Kuh

Es ist doch wirklich eine Sauerei. Einmal im Jahr kauf ich mir eine Brigitte, weil mich die angegebenen Artikel auf der Titelseite ansprechen. Und dann DAS:

 

 

Ich hätt sie am liebsten in beiden Farben. Obwohl in mir gleich eine ganze Latte an Moralbedenken losgeht, von Leder über Produktionsbedingungen bis zum Gift beim Färben. Manchmal ist das Habenwollen stärker. Aber: 319 Tage bleib ich noch stark. Länger. Hab mit einem Arbeitskollegen gewettet, allerdings hat er gemeint, bis 24. Februar („Heut in einem Jahr“). Uff. Lass ich mir für 50 Euro einen ganzen Winterausverkauf entgehen?

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