Schlagwort-Archive: Konsumwahnsinn

Verdammtverdammtverdammt

Seit Beginn der Shoppingdiät habe ich mir sage und schreibe 28 Bücher gekauft, die meisten davon themenbezogen, von grüner Mode über Kauflust über Stilberatung bis hin zu Nähbüchern und Ein-Jahres-Projekten (Ein Jahr ohne made in China, Ein Jahr alles bio, Ein Jahr alles seber machen und und und). Verdammt. Ich weiß, dass ich meine Shoppinglust nur verlagert habe, aber verdammtverdammtverdammt. Verdammt. Jetzt weiß ich auch, wieso das Ersparte nicht ganz so viel ist, wie gedacht.

Aber dafür war das Bügelbrett gratis, die Nähmaschine ebenso, und das Bügeleisen billig secondhand. Macht gut und gern gut 20 der Bücher wieder wett, preislich.

Sorry, Leute, ich muss mir das grad irgendwie schönreden. Was absolutes Nichtshoppen angeht (was ich mir aber sowieso nicht vorgenommen hatte, zu meiner Verteidigung), bin ich eine absolute Niete. Ich sollte die Bücher über Konsumwahn nochmal lesen…..

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Schuhbidu…

Heute in diversen Nachrichten:

Schuhhandel tritt 2011 leiser

Stets falsches Wetter zur falschen Zeit hat der Branche nach einem Rekordjahr im Vorjahr zu schaffen gemacht

Wien – Nach dem Rekordjahr 2010 setzte der heimische Schuhhandel 2011 nominell um 1,5 Prozent weniger um, real (inflationsbereinigt) war das Minus noch viel größer. In Summe erwirtschaftete der Schuheinzelhandel 1,26 Mrd. Euro. Für 2012 geht die Chefin des Standortberaters RegioPlan, Hanna Bomba-Wilhelmi, von einer Stagnation der Umsätze aus.

Im stationären Handel werden pro Jahr etwa 30 Millionen Paar Schuhe verkauft. Angeblich gibt jeder Österreicher jährlich 200 Euro für Schuhe aus.

Der Markt wird zu 70 Prozent von fünf Unternehmen dominiert. Nummer 1 ist Leder & Schuh mit den Vertriebslinien Humanic, Jello, Shoe4you, Corti und Dominici. Seit Mitte 2011 gehört auch Stiefelkönig zum Reich der steirischen Schuhhandelsgruppe. Zweiter am Markt ist Deichmann, dahinter folgen ANWR Garant, Ringschuh und Salamander.

Bomba-Wilhelmi sieht dennoch Platz für neue Konzepte. Vor kurzem hat die kanadische Marke Aldo den ersten Österreich-Standort im Wiener Donauzentrum eröffnet. Im Herbst soll ein zweites Geschäft in der Mariahilfer Straße folgen. Mittelfristig sollen es 15 werden. Leder & Schuh hat inzwischen auch die ersten Shops der neuen Marke OMG Oh my God eröffnet.

Und wieder was gelernt:  Humanic, Jello, Shoe4you, Corti und Dominici sowie Stiefelkönig gehören zusammen. Ist also egal, wo man kauft, ist auch im Schuhbereich alles eins…

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Manchmal wär ich gern so richtig blöd

Meine Lust am Shopping ist seit gestern nicht vergangen. Sie wurde zwar zwischenzeitlich kurz befriedigt, aber das war mehr so eine Methadon-Gschicht, nicht the good stuff. Auch wenns grad gefühlte 40 Grad hat (und ich mich am Heimweg – bergauf – derzeit täglich selbst verfluche, wieso ich schon wieder das Fahrrad genommen hab in der Früh) und man es nur in unmittelbarer Nähe von be-bade-barem Wasser oder einem Ventilator aushält, will ich shoppen gehen. Neues Gewand. So tolle Sandalen sehe ich an den Füßen anderer Frauen, so schöne Kleider an ihren Körpern.

Und dann denke ich mir im nächsten Moment: Ich würd sooo gern einfach zum Textilschweden, oder zum bunten Spanier, oder in irgendein sonstiges günstiges Fetzengeschäft rein und einfach ohne Nachdenken shoppen. Kaufrausch. Schauen, was mir gefällt, auf schöne Farben zugehen, anprobieren, nehmen. Drei, vier, fünf Sachen auf einmal. Und dann daneben im Schuhgeschäft Plastikflipflops und gleich mal fürn Winter Lammfell-Boots.

Jedoch, selbst wenn ich grad shoppen dürfte, ich glaube, das ginge gar nicht mehr. So blöd das klingt: Ich weiß zuviel. Ich beschäftige mich jetzt seit fast einem halben Jahr auf täglicher Basis mit den Zuständen in den verschiedenen Fabriken im fernen Osten, in Nordafrika oder sonstwo auf der Welt, wo auf Menschenrechte gepfiffen wird. Das, was mir hier in Wien angeboten wird, kann ich also nicht mehr genießen.

Und ganz ehrlich: Das geht mir gehörig am Popsch. Ich weiß, es gibt keine Alternative zum Fair Shopping, wenn man wirklich was ändern will und sich an der Ausbeuterei anderer Leute nicht beteiligen will – aber in mir kämpfen grad so richtig schön Engerl und Teuferl. Der Engel, der sagt: „Wenn du fair shoppst, dann hast du ein gutes Gewissen, dann wird niemand deinetwegen mies bezahlt, dann gehts der Umwelt besser.“ Und der Teufel, der sagt: „Pfeif doch drauf, schau wie schön doch dieses Colourblocking-Kleid in der Auslage bei Promod ist! Es würde dir so gut stehen, und günstig ist es auch noch! Alles, was die das Fair Shopping bringt, ist ein leeres Konto und viel Zeitverlust, weilst so lang suchen musst.“

Was für ein Glück, dass grad beide nix zu melden haben.

Und ich betreibe jetzt Selbstschutzmaßnahme und fahre an den See. Weit weg von jeglichem Geschäft.

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Fast Food, Fast Fashion, Fast Möbel. Alles zu schnell.

Ist jetzt auch ein bissl Off-Topic, aber immerhin gehts auch um die böse Massenproduktion und deren Auswirkungen.

Hach, Einrichtung. Das ist ja eines meiner ganz großen Hobbies – ich könnte Stunden auf Designblogs wie Designsponge oder Apartmenttherapy verbringen, habe mich schüchternerweise selbst kurz vor Beginn des Shoppingboykotts auch als Deko-Bloggerin versucht (ein Projekt, das leider aufgrund der Zeitintensität dieses Blogs, meines Jobs und des Wunsches nach einem „Rest-Privatleben“ derzeit auf Eis liegt).

Ich liebe es, auf Flohmärkten herumzustöbern, im Internet nach gebrauchten Möbeln zu suchen und die Wohnung farblich zu gestalten. Und: Während in Studententagen mein WG-Zimmer ein Werbefoto für IKEA hätte sein können, finde ich es jetzt viel schöner und vor allem langlebiger, alte, qualitativ hochwertige Möbel zu haben. Während mein 100 Jahre alter Eichenkasten tut wie eh und je, stirbt der 5 Jahre alte PAX-Schrank grad einen langsamen, für mich qualvollen Tod. Wir haben zwar immer noch vieles vom Möbelschweden herumstehen, allerdings ist da der Großteil Second-Hand gekauft.

Dass es auch dort aufgrund der Massenproduktion (und der immer schlechter werdenden Qualität, das muss jetzt auch mal gesagt werden) nicht wirklich sauber zugehen kann, hab ich mir ja auch schon einige Male gedacht – und auch immer wieder gab es Skandale a la Abholzung, Formaldehyd-im-Lack-von-Billyregalen usw. Jetzt gibt es eine neue Kampagne – „IKEA – Wohnst du noch oder zerstörst du schon?“. Ist eine klassische NGO-Kampagne: Emailprotest und scharfe Formulierungen. Dass ein Ikea-Chef nicht auf „Bitte stoppen Sie unverzüglich den Kahlschlag der Naturwälder“ reagieren wird, ist zwar wahrscheinlich, wenn er diese Nachricht jedoch millionenfach in seinem Posteingang vorfindet, wird er wenigstens hoffentlich beginnen, etwas darüber nachzudenken, was den KundInnen eigentlich wichtig ist. Hoffentlich.

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Ich werde shoppen gehen – diesmal richtig

Eine ganz liebe Bekannte von mir hasst Shopping. Und hat mich bereits Anfang des Jahres gefragt, ob ich mir ihr shoppen gehen würde. Gestern habe ich mich drauf eingelassen – also, ihr mal zugesagt. Richtig shoppen gehen werden wir Anfang August. Meine Bedingung war: Wir shoppen Fair und Öko. Und cool natürlich! Bin schon sehr gespannt, wie das sein wird – so wieder richtig die einzelnen Fetzen genauer in Augenschein nehmen, nach ihrer Größe suchen, beim Anprobieren beraten…. maaaal schauen. Bissl Bammel hab ich schon. Aber was solls, was mich nicht umbringt, macht mich nur härter, und nur die Harten kommen in den Garten und überhaupt, wer bremst, verliert, oder?

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Ich schwächle..

Pfuh, es war ja wochenlang recht easy, die Nichtshopperei war gar kein Problem. Vor allem zuhause, im Alltag – alles easycheesy. Aber irgendwas ist in den letzten Tagen passiert. Spätestens seit meinem Dawanda-Anfall werd ich wieder ganz gewaltig von Shoppinglust geplagt. Ich will zu Cora Kemperman, ich will beim Leo einkaufen.

GNAAAAAAAAAAAAAARRRRRGGGHHHH, wie komm ich da wieder raus?! Ich steh zwar bei weitem nicht an der Kippe, mein Shoppingboykott ist absolut nicht in Gefahr, aber ich mag so nicht weitermachen. Irgendwelche Tipps?

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Coole Schuhe!

Folgende Konversation fand heute bei mir im Büro statt.

Nunu:

Coole Schuhe!

(quietschbunte, knöchelhohe Sneakers).

Schuhträgerin Juli:

Danke! Die gibt es in aaaallen Farben, so geil!

kurzes Zögern, kein Grinsen mehr im Gesicht:

Aber ich hab mich jetzt noch nicht mit den Produktionsverhältnissen auseinandergesetzt….

Leeeute, ihr braucht jetzt nicht in meiner Gegenwart das kollektive schlechte Gewissen aufziehen – ich find es gut, wenn jede/r für sich draufkommt, ob und wo er/sie auf soziale oder ökologische Hintergründe achten will. Ich will doch bitte niemanden missionieren, ich renn ja selbst mangels Alternativen – heute wirklich von oben bis unten – in Sachen vom Textilschweden herum. Und ich kann auch nicht garantieren, dass ich 2013 nicht mehr dorthin shoppen gehen werde (Stichwort Konsequenz und so…). Aber ich kann garantieren, dass ich über neue Teile genauer nachdenken werde – woher, wie und wozu. Nur ist das meine ganze persönliche Entscheidung. Ich sehe ja an mir selbst, dass so ein Umdenkprozess von innen kommen muss. Und dass, sobald dieser Prozess einsetzt, man ganz von selbst eigentlich keine Lust mehr auf Kaufräusche bei Kleiderriesen hat. Aber auch, dass das nicht immer einfach ist, ich sabber ja auch die Stiefel von Steve Madden an, sogar in dem Wissen, dass die einmal um die gesamte Welt reisen, bis sie bei mir sind….

Morgen ist übrigens Blogpause, ich bin auf Dienstreise.

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Ich werde shoppen. Bald. Hoffentlich.

Der Einbruch, mal wieder. Die Liste der gestohlenen Gegenstände liegt jetzt mal bei Polizei und Versicherung, die Schadensmeldung ist gemacht, und wir warten darauf, dass sich der Sachverständige der Versicherung meldet. Derzeit habe ich immer noch den Laptop von Alex und Ina – ein feines Teil, aber eben nicht mein Teil. Da kann und will ich nicht schnell mal testweise ein Programm installieren, meine heißgeliebten elektronischen Sticky Notes am Desktop vollkritzeln und große Datenmengen runterladen.

Allerdings will ich mir auch keinen neuen Laptop kaufen, wenn ich noch keine Rückmeldung von der Versicherung hab. Es juckt mich aber schon so sehr in den Fingern, jeden Tag habe ich locker drei bis vier Momente, wo ich mir denke: „Heute. Heut geh ich los, der Cyberport (übrigens seit der Eröffnung am Westbahnhof das Elektronikgeschäft meines Vertrauens, große Empfehlung!) liegt eh quasi fast am Heimweg, und ich will endlich wieder mein eigenes Stück Elektronik haben. Heute mach ichs.“

Und dann wart ich doch wieder auf die Versicherung.

Übrigens, so sehr ich Fan von gebrauchten Sachen bin, Möbel, Spiele, Haushaltsgegenstände, was weiß ich – bei Laptops bin ich eitel. Selbst bei Standcomputern könnte es mir wurschter nicht sein, beim Laptop brauch ich das „neu“-Gefühl. Der gestohlene eine war übrigens baugleich zu dem, den ich in meinem vorletzten Job hatte. War dort so zufrieden damit, dass ich ihn mir privat auch gleich kaufte. War witzig: Ich klappte den privaten Laptop das erste Mal auf – und es stellte sich kein „Neu“-Gefühl ein. Weil ich schon ein halbes Jahr auf exakt dem Gerät gearbeitet hatte. Und auch diesmal wird es das optisch sehr ähnliche Nachfolgemodell werden. Mal schauen, wie das so wird mit dem „Neu-„Gefühl….das fehlt mir nämlich, und das hab ich mir jetzt relativ oft über neue Bücher geholt. Das blöde „Neu“-Gefühl. Das ist sicher mitschuld an meinem Shoppingwahn gewesen.

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Sie spricht mir aus dem Herzen

Die liebe Katrin hat mir diesen Link in meiner Abwesenheit auf meine Facebook-Wall geklatscht, und ich kann den nicht für mich behalten, ich muss den hier teilen, weil: Ich stimme der interviewten Dame in jedem einzelnen Wort zu. In meinen Augen hat sie so recht! Gut, sie erfindet da grad nicht das Rad neu, viele Feststellungen liegen auf der Hand, sobald man sich auch nur ansatzweise mit Nachhaltigkeit (und zwar nicht als ausgelutschten Lifestyle-LOHAS-Modebegriff, sondern mit der wirklichen Bedeutung des Wortes) beschäftigt. Aber es gibt halt leider immer noch jede Menge Leute, die darüber nicht nachdenken. Na gut, lang genug geschwafelt, die Gute heißt Asmona Logan, hat Greendelicious.de gegründet (noch so eine Bloggerin, die davon leben kann, seufz…), und das hier hat sie zu sagen:

Klick auf: „Viele Firmen betreiben Greenwashing.“

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s.o.s.

zu früh auf entspannten Urlaub Rom gefreut. wir sind hier zwölf Frauen und zwei quotenmaenner, darunter auch der meinige, der Shopping an sich nicht unbedingt mag. KlamottenShopping zumindest. fast alle waren gestern den ganzen Tag schon da, wir sind erst am Abend angekommen. alle hatten gestern bereits Kultur zum abwinken. und heute wollen alle shoppen gehen. Shopping in Rom mit elf weiteren Frauen, Sorry, das packe ich nicht, das ist zuviel, das werde ich schwach. also individualprogramm mit dem Holden. und was will der? tshirts aus dem Hardrock Café und einen Fanschal von as roma. das leben ist hart und ungerecht, aber ein Eis am Trevibrunnen, das hole ich mir…

Sorry für die miese groß und klein Schreibung, ich benutze Swype, habe es aber noch nicht ganz durchschaut…muss dem Swype noch einiges beibringen, glaube ich…

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