Schlagwort-Archive: Mitstreiterinnen

Sie spricht mir aus dem Herzen

Die liebe Katrin hat mir diesen Link in meiner Abwesenheit auf meine Facebook-Wall geklatscht, und ich kann den nicht für mich behalten, ich muss den hier teilen, weil: Ich stimme der interviewten Dame in jedem einzelnen Wort zu. In meinen Augen hat sie so recht! Gut, sie erfindet da grad nicht das Rad neu, viele Feststellungen liegen auf der Hand, sobald man sich auch nur ansatzweise mit Nachhaltigkeit (und zwar nicht als ausgelutschten Lifestyle-LOHAS-Modebegriff, sondern mit der wirklichen Bedeutung des Wortes) beschäftigt. Aber es gibt halt leider immer noch jede Menge Leute, die darüber nicht nachdenken. Na gut, lang genug geschwafelt, die Gute heißt Asmona Logan, hat Greendelicious.de gegründet (noch so eine Bloggerin, die davon leben kann, seufz…), und das hier hat sie zu sagen:

Klick auf: „Viele Firmen betreiben Greenwashing.“

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Buch gelesen – Autorin interviewt. Einfach so!

Ach, ich find das so toll – ich les ein Buch (das hier), denke mir, hey, die Frau find ich cool, suche ihre Emailadresse, schreibe ihr, und zack, sie antwortet binnen zwei Tagen. Es entsteht eine total nette Hin- und Hermailerei, wo herauskommt, dass sie schon mal in Wien war. Ich find das extrem lässig, wie leicht das gehen kann – fühlt sich so an, wie wenn mein Freund seinem Lieblingsgitarristen einfach mal eine Mail schreibt und sich mit ihm über Gitarrenmarken unterhält oder so….

Es handelt sich um diese Dame, Vanessa Farquharson – eine Journalistin aus Toronto, die beschloss, ein Jahr lang jeden Tag eine neue Bio-Aufgabe an sich selbst zu stellen. Das geht von „Keine Küchenrolle mehr“ über „beim Pipimachen nicht spülen“ bis hin zu „den Kühlschrank ausschalten“. Geschrieben ist das Buch irrsinnig witzig und mit viel Selbstironie. Außerdem gabs während des Projektjahrs und auch nachher ihren Blog, „Green as a Thistle“ (Grün wie eine Distel)…

 

Ich habe Vanessa auch nach ihren Ansätzen in Sachen Green und Fair Fashion gefragt, hier sind ihre Antworten:
Wie hart war es für dich, dich während des Jahres auf green oder fair fashion zu konzentrieren – und nicht mehr so wie früher zu shoppen?

Ich genoss es sehr, meine Einkaufsgewohnheiten zu verändern! Der Wechsel von  Mainstream-Bekleidungsgeschäften hin zu umweltfreundlichen, unabhängigen oder Secondhand-Läden war eigentlich ziemlich einfach, wahrscheinlich weil ich nie wirklich Designer-Marken wie Louis Vuitton oder Chanel oder auch nur Läden wie H & M geliebt habe (allerdings hat Toronto eine MENGE Vintage-Läden, die dies erleichtert haben …) Das einzige Problem waren meiner Meinung nach bestimmte Artikel: Unterwäsche und Dessous (die „grünen“ Optionen waren immer hässlich oder zu teuer), Socken, Badeanzüge und Hosen (ich bin ziemlich groß, so dass alles immer zu kurz war). Ich fand auch viele der „Eco“-Marken von Kleidung waren zu schlicht – ich mag eine Menge von Farbe und Verzierungen und interessante Sachen, das ist also, warum ich am Ende Shopping in Vintage-Läden den modernen Eco-Stores vorzog.

Dein Projektjahr ist jetzt seit einiger Zeit vorbei, und du hast geschrieben, dass du dich immer noch an viele deiner selbstaufgestellten Bio-Regeln hältst, aber eben nicht an alle. Wie geht es dir in Sachen Bekleidung? Kaufst du wieder bei großen Ketten oder überlegst du weiterhin, wo genau deine Kleider herkommen?

Ist mir ganz schön peinlich zuzugeben: Obwohl ich etwa 270 Änderungen weiterhin einhalte, ist die Sache mit der Bekleidung wirklich von meinem Radar gerutscht. Wenn ich an einem Schaufenster vorbeigehe und etwas sehe, was mir gefällt und es ist noch dazu billig, kaufe ich es in der Regel, ohne darüber nachzudenken, woher es kommt. Ich gehe definitiv nicht auf Tonnen von Einkaufstouren, und ich versuche immer noch, mich so weit wie möglich auf Vintage-Läden zu begrenzen, aber es ist schwierig mit diesen Dingen wie Jeans oder Unterwäsche. Oder wenn man einfach nur ein einfaches weißes T-Shirt haben will und keine 50 Dollar dafür bezahlen will. Oder wenn man Flipflops für den Strand braucht und keine Öko-Marke findet…. dann ist es schwierig.

Was sind deine grünen Lieblingsmarken in Sachen Kleidung und Schuhe?

Was Schuhe angeht, liebe ich Toms – Ich habe zwei Paar, eines in glitzerndem Silber und das andere aus Leinen. Es gibt auch eine großes New Yorker Geschäft namens Moo Shoes, und sie haben eine Menge vegane Optionen.  Für Kleidung: wenn man sich Stella McCartney Zeug leisten kann, super: Es ist so schön und es ist alles nachhaltig hergestellt, auch mit vegan-freundlichen Materialien. Es gibt außerdem hier in Toronto einen Laden – genannt Preloved – wo alte Sweater und Shirts und andere Materialien zu komplett neuer Kleidung recycled wird.  Ansonsten mag ich die meisten Marken, die sich  auf Bambus und Baumwolle spezialisieren, aber es gibt jetzt so viele da draußen, dass es schewr ist, nur ein Teil zu kaufen

Und hier noch eine Tour durch ihr Haus:

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The day after tomorrow

Die liebe Katrin, quasi meine deutsche Partnerin im Geiste, rief gestern dazu auf, dass man aus Solidarität ein persönliches No-Go-Teil anziehen sollte. Nachdem für mich gestern beruflich ein sehr wichtiger Tag war (ich musste eine Pressekonferenz mit einem Minister als Gast moderieren, den ich normalerweise ebenfalls beruflich quasi permanent öffentlich kritisiere, und einen Weg finden, wie ich die Konferenz am Vormittag und das Festival am Nachmittag outfitmäßig kombiniere), konnte ich diesem Aufruf leider nicht so ganz folgen. Aber um dennoch ein bißchen Engagement zu zeigen, zog ich zumindest Teile an, die ich selten bis nie trug. Schlauerweise gibt es kein Foto, darum die Beschreibung von unten bis oben: Rote Rauhlederstiefel, schwarze Leggings, ein bisher genau einmal getragenes Kleid (und ein klassischer „schnell noch ohne Anprobieren mitnehmen, weil runtergesetzt auf 10 Euro“) – kurz, in der Taille gerafft, und assymetrisch – ein Arm plus Schulter ganz frei, einer langärmelig), drüber ein grüner Blazer, unter den ich vor fünf Jahren noch einen dicken Winterpulli brachte, was heute illusorisch ist.

Und zu meiner eigenen Überraschung: Ich fühlte mich wirklich wohl in dem Gewand! Der Blazer verschwand nach der Konferenz gleich mal, und fürs Festival fühlte ich mich gerüstet.

Und weil es die ZiB24 und keine der früheren Ausgaben war, und weil es um ein Festival ging, ließ ich den Blazer auch beim Interview weg. Ist zwar mutig, ist aber  auch Festival! Was wird sich die Oma noch aufregen, wenn sie das sieht 🙂

Und wer heute noch nichts vor hat: Ab mit euch aufs TOMORROW-Festival! Die Location ist wirklich schräg, so direkt neben dem Atomkraftwerk die Mainstage….Für mich ist heute allerdings the day after tomorrow, heute abend muss einfach Song Contest mit Stermann und Grissemann geschaut werden! Im bequemsten, gemütlichsten No-Go-Gewand überhaupt, weil zuhause vorm Fernseher 🙂

 

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4/12

Wow. 3/12 komplett verpasst. Also. 4/12. Ich hab ein Drittel des Shoppingboykotts rübergebracht. In dieser Zeit:

  • habe ich mir ganz schön viele Bücher gekauft… 🙂
  • habe ich kleidungstechnisch selten, schuhtechnisch permanent Verführungen widerstanden.
  • wurde ich nach und nach froh drüber, Schuhe in den Boykott miteinbezogen zu haben, weil ich
  • mein Konto saniert habe. Nicht famos, aber immerhin bleibts jetzt grün.
  • Grün im übertragenen Sinne endgültig zu meiner Lieblingsfarbe erklärt.
  • immer noch keine Antwort vom bunten Spanier bekommen.
  • Blieb dunkles türkis aber immer noch effektiv die Farbe, bei der bei mir die Sicherungen durchbrennen.
  • Habe ich unglaublich tolle Medienresonanz erfahren, von ORF und Biorama über News.at und Schaufenster bis hin zu Heute.
  • Habe ich tolle Frauen „kennengelernt“, die mich per Emails und Kommentare super motivieren.
  • Habe ich Severin „erschaffen“.
  • Habe ich abgesehen von einem etwas verwoardacklelten Schlauchschal noch kein Kleidungsstück genäht. Noch nicht.
  • Und auch noch keines gestrickt. Noch nicht.
  • Habe ich eine Strumpfhose und zwei Paar Leggings geschenkt bekommen und ein paar Kleidungsstücke ertauscht.
  • Habe ich festgestellt, dass ich meinen persönlichen roten Faden gefunden habe.
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Meine Inspiration: Tricia Royal

Ich schreib ja immer wieder, dass ich Stilratgeber, in denen mir gesagt wird, wie ich mich kleiden muss, um meinen Typ perfekt zu unterstreichen, absolut nicht mag. Was aber nicht heißt, dass ich mich – wie so ziemlich alle modeinteressierten Frauen – nicht gerne inspirieren lasse. Und eine dieser Inspirationen ist Tricial Royal. Die Designerin hat vor vielen Jahren den „Wardrobe Remix“ gegründet – wo sie Frauen dazu animierte, das, was sie trugen, abzulichten, herzuzeigen und zu schreiben, wo die einzelnen Teile her sind. Die Flickr-Gruppe hat inzwischen über 17.000 Mitglieder. Was Tricia auszeichnet, ist ihre große Liebe zu Farben, und ihre scheinbar ebensogroße Liebe zu Vintage und Second-Hand. Ihr Stil direkt ist nicht immer meins, aber ich finde die Fotos immer wieder im wahrsten Sinne des Wortes inspirierend. Auf ihrer persönlichen Flickr-Seite kann man ihre Fotos (2005 bis heute) bewundern – Fotos, die gute Laune machen – und Mut machen, sich kreativer zu kleiden:

Ich bewundere ihren ungewöhnlichen Zugang zu Mode – und verliere mehr und mehr meine Scheu vor Second Hand. Ich liebe Flohmärkte, aber bei Kleidung war bei mir da immer eine Hürde….ganz ehrlich? Es hat mir immer ein bissl gegraust. Aber jetzt freu ich mich schon sehr auf kommendes Jahr, bin gespannt, was ich so finden werde..

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New Dress a Day

Nukimama, die diesen wundervollen Blog betreibt, hat mich vorgestern auf diese unglaublich tolle Seite hingewiesen: New dress a day. Marisa beschloss Ende 2009, sich keine neuen Kleider mehr zu kaufen, sondern nur noch auf Flohmärkten, in Caritaslager-artigen Einrichtungen in den USA und bei Freunden nach Kleidung zu suchen. Optimalerweise sollten die Teile geschenkt oder nicht mehr als ein Dollar kosten. Und sie würde ein Jahr lang jeden Tag ein neues Teil präsentieren, das sie aus den alten Kleidern umgenäht hat.

Der Blog rennt seither durchgehend. Ich habe mich mit riesiger Begeisterung durch etwa 30 Seiten geklickt, hier meine Favoriten:

Vorher (c) newdressaday.com

Vorher (c) newdressaday.com

Nachher (c) newdressaday.com

Nachher (c) newdressaday.com

oder:

Vorher (c) Newdressaday.com

Vorher (c) Newdressaday.com

Nachher (c) Newdressaday.com

Nachher (c) Newdressaday.com

Mir steht schon wieder meine eigene Ungeduld im Weg. Ich wär gern so viel besser beim Nähen, als ichs bin… bin über die Polsterüberzugsphase noch nicht drübergekommen.

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Hoppla, Tag 100!!!

Aaaalter Falter, trotz Zähler am Handy (!) hab ichs fast  verpasst: Ich hab Jubiläum!! Jetzt hab ichs auch geschafft, ich bin dreistellig – mich zipfts ja immer ein bissl an, dass ich hinter Katrin und weit hinter Kerstin bin. Aber schauen wir der Sache ins Auge: Ich werd wohl nicht aufholen. Lustig, als ich den Termin vereinbarte, wusste ich nicht, dass ich genau an Tag 100 meinen Nähkurs machen würde. Was wird wohl an Tag 200 sein… die erste Kollektion….Polsterüberzüge? 🙂

Und nein, Shopping geht mir überhaupt nicht ab. Kleidershopping. Das mitm Büchershopping, das wird dann wohl das Projekt 2013…

Nein, ernsthaft: Ich hab richtig, ernsthaft Spaß an der Sache! Ich spar mir was, es geht mir aufgrund der Größe meines Kleiderschrankinhalts nix ab, ich freu mich jeden Tag in der Früh, mir zu überlegen, was ich denn heute anzieh, ich freu mich wie deppert über jedes einzelne Like auf Facebook (weil ich da dann meine Leser so per Profilfoto richtig SEHE, was mir ganz viel Motivation bringt – ich schreib nicht für die anonyme Masse. Das mach ich beruflich, dankesehr…), ich liebe meinen Drang zum Selbermachen grad, ich fühl mich wahnsinnig geehrt über diverse im positivsten Sinne MERKWÜRDIGE Begebenheiten, danke all meinen lieben Kommentatorinnen, und ich bin selbst ganz gespannt, in welche Richtung ich mich im Laufe des Jahres noch weiterentwickle. Dass ichs durchhalte, daran hab ich nicht die geringsten Zweifel! Tschakka!

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GrüneMode.de

Es dürfe der geneigten LeserIn (nachdem ich fast nur weibliche Kommentatorinnen habe, gehe ich jetzt mal von einer größtenteils weiblichen Leserschaft aus – tschulligung Hans 🙂 ) nicht entgangen sein, dass in mir das grüne Erwachen stattfindet. Grün war ich immer schon, und politisch auch und fest bei Demos mitgeschrien hab ich auch. In H&M-Kleidung.  Grumpf. Meinen Job hab ich auch definitiv nicht aus Karriere- oder Gehaltsgründen….

Wie ein Schwamm saug ich momentan alles, was mit Öko-Mode und sustainable fashion zu tun hat, in mich rein. Derzeit bin ich an dem Punkt, wo ich bereits Redundanzen feststellen kann. Schreibt ein Ökojornalist über eine der „guten“ Fabriken in Indien, schreibens alle. Immer wieder kommen die gleichen Positivbeispiele – an Hess Natur, dem Waschbärversand (dessen Schuhangebot ich nicht so prickelnd finde…) und Armed Angels werde ich wohl nicht vorbeikommen 2013, ebensowenig an Göttin des Glücks, Slomo oder Kuyichi. Und dem Terra Plana Shop in der Neubaugasse werde ich wohl auch wieder eine Chance geben, auch wenn ich aufgrund der frappanten Relation „Je schöner der Schuh, desto höher der Absatz“ bisher dort nie fündig wurde (Website von Terra Plana derzeit down…).

Derzeit tigere ich mich grad in „Saubere Sachen“ von Kerstin Brodde rein. Die auch bloggt. Les ich mal nicht das Buch, krame ich mich durch ihre gruenemode.de…

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Glänzende Ehre

Bist denn du geleckmeiert, mir war schon klar, dass der Beitrag auf ORF.at einiges auslösen wird. Aber erstens mal, liebe Leute, mit fast 10.000 Klicks in zwei Tagen hätte ich sicher nicht gerechnet. Am Samstag der meist-, am Sonntag der zweitmeistgelesene deutschsprachige WordPressblog überhaupt zu sein, schon gar nicht. Und am allerwenigsten damit:

Meine Auszeit vom Shoppingwahn.

Für Nukimama war der Artikel der letzte Auslöser für einen Einkaufsstopp. Ich hätte nie und nimmer gedacht, dass so etwas passiert, freue mich sehr und wünsche ihr ganz viel Motivation und Energie! Du schaffst das!

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Gemeinsam stark

Nachdems in den Kommentaren einige diesbezügliche Aussagen gegeben hat: Falls es Frauen (ich setz das jetzt mal voraus, dass Männer dem weniger abgewinnen können) gibt, die ebenfalls ihr Einkaufsverhalten zumindest mal reduzieren wollen – gemeinsam ist das leichter!

Ich habe eine Emailadresse eingerichtet, und wer von seinen Erfolgs- oder Schwächeerlebnissen in interessierter Runde berichten will, de füge ich gerne einer Verteilerliste zu. Schreibt doch einfach an ichkaufnixx@gmail.com (Achtung, zwei x, alles andere war schon vergeben…) und berichtet!

 

 

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