Seit Wochen warte ich drauf, dass mir irgendjemand erklärt, was für ein verwöhntes Etwas mit einem absurden Luxusproblem ich bin. Ok, verwöhntes Etwas hat er nicht gesagt, absurd auch nicht, aber vom Luxusproblem hat er gesprochen, der Herr Kollege. Und recht hat er.
Absolutes Luxusproblem. Und schau ich mir mein Leben an, dann ist das auch wirklich luxuriös. Ich habe eine schöne Wohnung, mein Freund hat ein Auto, das ich jederzeit nutzen kann, Laptop, Handy, Computer, Fahrrad, ein großes Bücherregal – alles vorhanden, aber alles nicht im High-End-Bereich. Es gibt in meiner Familie und der meines Freundes unglaublicherweise drei verschiedene Ferienwohnungen/häuser, die wir jederzeit nutzen können. Plus – für mich VIEL luxuriöser – ich habe eine tolle, liebevolle Familie, die eisern zusammenhält, eine Mann, der mir gewachsen ist und den ich liebe, und einen tollen Freundeskreis, den ich für nichts in der Welt hergeben würde. Das ist für mich wirklich Luxus. Ich bin mir meines Glücks bewusst. Verdienen tu ich für eine Akademikerin recht wenig – aber ich lebe luxuriös und weiß das.
Aber: Manche, nein, viele KÖNNEN sich halt einfach nur KiK leisten und haben preislich keine Alternativen. Es gibt Leute, die können sich überhaupt keine Klamotten leisten und sind von Spenden abhängig. Da gehts dann nicht mehr um Style, da gehts um Wärme, darum, irgendwas am Körper zu haben. Und dann ist das, was man am Körper hat, oft auch noch der einzige Besitz.
Und das alles gibts natürlich in Österreich, nicht irgendwo weit weg. Ja, ist mir alles klar. Nur (und das mag sich jetzt für manche wie eine billige Ausrede anhören): Ich kann und will nur aus meiner eigenen Welt heraus agieren und argumentieren, alles andere wäre doch unglaubwürdig, oder?