Archiv für den Monat April 2012

Es gibt kein Halten mehr

Ich habe genäht. Allzustolz bin ich auf die Ergebnisse noch nicht, aber lieber Rundschal, du kommst heute noch in meine Gasse!

Hier mein „mal alle Stiche, die das Teil so anbietet, ausprobieren“ (nein, die Schmerzmittel im Hintergrund waren nicht aufgrund etwaiger Verletzungen beim Nähvorgang da, sondern waren in den vergangenen Wochen sicherheitshalber mein Begleiter. Ich hab nämlich in letzter Zeit manchmal Magen..)

Der Erstversuch (c) Nunette Colour

Den Allererstversuch zeig ich euch nicht, ich hatte nämlich einige Male vergessen, den Nähfuß runterzutun.

Beim Nachhausekommen (und ich meine DIREKT danach – siehe Schal, Kappe und Jacke) des Holden eine interessante Beobachtung gemacht – er, dem meine sonstigen Handarbeiten von Stricken bis Ohrringebasteln komplett schnurz sind, er tut halt dankenswerterweise interessiert (natürlich nur böse Unterstellung), bekam einen Anfall von „Da steht ein technisches Gerät, das muss ich ausprobieren“, natürlich nicht ohne einer Prise „Das kann ich SICHER besser als die Nunu!“.

Magische Anziehungskraft der Technik (c) Nunette Colour

Na gut, er hat in der Bedienungsanleitung eine Seite weitergeblättert und gesehen, dass man den Fuß immer runtertun muss. Im-mer. IMMER. Ich hab bereits nach dem Fadeneinfädeln (Seite 9 von 40) wild zu nähen begonnen. Bedienungsanleitungen sind halt langweilig, finde ich… Eigentlich beschreibt diese Episode unser beider Charaktere ziemlich exakt.

Doch unmittelbar später ein erstes halbwegs herzeigbares Spontanergebnis, wenn auch völlig sinnfrei: Ein Taschentuchpackerltascherl ohne Verschluss. Vier Nähte. Tirilei. I did it. Irgendwie verwoardackelt, würde meine Mama sagen….

Erstlingswerk Taschentuchpackerltascherl (c) Nunette Colour

Und Eva: Die Maschine lebt noch..

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Wozu in die Ferne schweifen…

…wenn das Unsoziale doch so nah liegt. Habe das Wochenende in der Ostslowakei verbracht und es auf einer Hochzeit geschafft, von den vierzig angebotenen Wodkaflaschen nur ein Stamperl trinken zu müssen. Die Braut ist Näherin in einer Fabrik für Berufskleidung – deutsche Firma, slowakische Produktion. Nun gut, kennen wir ja. Ihr Gehalt: 320 Euro.

Ein Land weiter sind 320 Euro weniger als die Geringfügigkeit. In der Slowakei das Gehalt für einen 40-Stunden-Job. Würde das Preisniveau im allgemeinen so niedrig sein, würd ich ja noch etwas Verständnis haben. Aber: Der Lidl und der Billa haben die gleichen Preise wie die in Wien. Die Greisler haben fast nur „West-Produkte“ (eigentlich schlimm, dass man das 23 Jahre nach der Wende noch so trennt, ist aber so. Auch bei den Slowaken selbst), ebenfalls zu Westpreisen. In der Altstadt von Levoca ein Optiker mit Brillenfassungen um 100 Euro aufwärts. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Brillen Touristenprodukte sind. Das Benzin – noch teurer als in Österreich. Es gibt wenige Ausnahmen – Wohnen und Autos sind billiger als in Österreich.

In anderen Worten: Um 300 Euro kann man ein Monat lang, noch dazu mit Kind und lange Alleinerzieherin, nur am alleruntersten Wohlstandslevel überleben, in einem Zimmer in der Wohnung des Bruders.

Warum also bis nach Bangladesch schauen? Geht schon in der Slowakei los…

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Die Bauchpinselei nimmt kein Ende

Ist gerade passiert und muss jetzt in den Blog. Bin grad schwerstens beeindruckt. Folgendes ist passiert:

Nunu sucht auf Willhaben nach einer billigen Nähmaschine für Anfänger. Findet eine tolle, bei Autos würde man es „garagengepflegt und kaum gefahren“ nennen. Schreibt hin, sieht aber nicht, dass die Maschine schon verkauft ist. Bekommt trotzdem eine Antwort, total lieb, mit dem Hinweis darauf, welche Maschinen zu empfehlen sind. Nach kurzem Hin- und Hergemaile das Geständnis der Verkäuferin, mein Name sei ihr bekannt vorgekommen, sie habe mich gegooglet und sei auf den Blog gestoßen.

Nach sechs Stunden Autofahrt, die mit einem Nahen-Verwandten-im-Krankenhausbesuch geendet hat, also beides pfui, ein echt schöner und vor allem sehr schräger Lichtblick dieses Tages! 🙂

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Ich mach einen Nähkurs!

Ich zappel grad vor mich hin und freu mich und bin aufgeregt! Weil: Mein Hausverstand hat über meine Sturheit gesiegt. Ich mache demnächst einen kurzen Nähkurs.

Auf den Tipp der Freundin eines Bekannten hin bin ich nämlich vor kurzem am Heim(um)weg mal im Stoffsalon eingefallen. Ist ein kleines, freundliches Geschäft in der Westbahnstraße mit wuuuuuuuuuuuuuuuuunderschönen Stoffen, alles schön bunt und schöne Qualität und hach! Auch die Besitzerin ist wirklich nett und lässig. Sie veranstaltet auch Nähkurse, und in einen Anfängerkurs hab ich mich noch reinzwicken können. Ich freu mich, bin gespannt und kanns kaum erwarten!

Daumen halten, dass ich etwas mehr Talent beweise als bei der Strumpfhosenfärberei!

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Erstlingswerk in Planung

Meine Damen und Herren, ich hab mir doch noch eine DIY-Zutat gekauft. Ein Schnittmuster. Das ich noch dazu pimpen werde. Ich betone: Ich bin mit 12 das letzte Mal vor einer Nähmaschine gesessen, und mit Schnittmustern hab ich überhaupt noch nie gearbeitet. Aber wo meine Sturheit, da ein Weg – das MUSS funktionieren!

Tadaa, dieses wird mein Erstlingswerk:

(c) burdastyle.de

Allerdings: Ich will, dass sie insgesamt länger ist und dass vielleicht vorne nicht gar so viel Stoff sich bauscht. Und ich will oben Knöpfe anbringen, um sie vielleicht doch zumachen zu können. Schwer zu erklären, aber ich habs schon genau im Kopf. Bleibt nur die Frage, ob ichs auch genau so umsetzen kann.

Bischen so wie der hier (nur halt ohne Muster):

Die Nähmaschine wird am Montag organisiert (und die liebe Eva erleidet hoffentlich nicht einen Herzinfarkt, wenn sie diesen Eintrag und mein Geständnis zum blutigen Anfängerdasein liest), dann kanns losgehen. Aber zuerst verabschiede ich mich ins Wochenende!

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H&M 2011 – Nachhaltigkeitsreport. Na. Ja!

Der H&M Nachhaltigkeitsreport 2011 ist erschienen. Ich bin hin- und hergerissen zwischen beeindruckt und entsetzt sein. Die haben wirklich viel in Nachhaltigkeit investiert – aber ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob sie das wirklich für die Umwelt oder fürs Geldtascherl tun. Die Schweden sind die zweitgrößten Textilproduzenten der Welt – das bedeutet, die könnten sehr wohl was verändern, würden sie es ernst meinen. In Ansätzen liest sich der Report echt gut:

  • H&M verwendet mehr Bio-Baumwolle als jeder andere Produzent weltweit. Wie viele  Tonnen 2011 verarbeitet wurden, konnte ich allerdings nicht finden. Immerhin geben sie eine Prozentzahl an: 7.62% der gesamten verwendeten Baumwolle ist Bio. Nicht so viel…. Die 15.000 Tonnen, mit denen sie sich im Jahr 2010 brüsteten, fand ich lächerlich wenig. Allerdings: Bis 2020 sollen alle Produkte aus Bio-Baumwolle oder recycelten Rohstoffen sein. Bin gespannt.
  • Insgesamt gab es über 3600 Stunden „Nachhaltigkeitstraining“ im vergangenen Jahr.  „To offer more sustainable products to our conscious customers, our buyers and designers who decide what products we offer, have to be well informed about the sustainability value of different items. We provide dedicated internal and external training courses for these colleagues“ klingt mir etwas zu allgemein…
  • Auch bei der Schuhproduktion wollen sie jetzt ganz brav werden und wasserbasierte anstatt chemiebasierter Klebstoffe verwenden. Die Zahl klingt ja ganz beeindruckend: Sieben Millionen Paar sollen es 2012 sein. Und wieder fehlt die Gesamtzahl. Beim Leder geben sie wirklich Gas und wollen 2010 eine halbe Million Paar Schuhe mit Leder aus zertifizierten Gerbereien verwenden. Ähm…im Sinne der Nachhaltigkeit: Wieso nicht die Anzahl der Lederschuhe reduzieren?
  • Es gab anscheinend sehr viele Überprüfungen von den Lieferanten oder Produzenten, 78% davon unangekündigt. Find ich gut. Punkt.
  • Aber: Konsequenzen aus diesen Besuchen?
  • Den CO2-Ausstoß konnten sie reduzieren, vor allem durch die Verbesserung der Energieeffizienz in den Filialen. Hui, das riecht nach Energiesparlampen. Wer von euch kennt Bulb Fiction? 😉 Aber trotzdem: Auch in diesem Bereich sind große Bemühungen und messbare Ergebnisse zu erkennen.
  • Für die Polyesterprodukte haben sie das Äquivalent von 9,2 Millionen „post-consumer“ (schwer zu übersetzen) Plastikflaschen verwendet. Das dürfte genau die Fleeceproduktion sein. Als Fleecefan freuts mich.
  • Plastiksackerl. Schwiiiiiieriges Thema. Sie sagen, dass sie nur recycletes Material verwenden. Aber warum verwenden sie es überhaupt? Versuche möglichst oft, die Sackerln zu vermeiden. Zugegeben, beim Kleiderkauf ist das schwer. Die Umstellung auf Papiersackerl ist auch nicht so einfach – da diese in der Produktion viel größere Energiefresser als Plastiksackerl sind. Cholera oder Pest, würd ich mal sagen.
  • H&M kooperiert in Sachen Chemikalien mit Greenpeace. Freut mich sehr, die Kampagne „Schmutzige Wäsche“ von denen ist beeindruckend, interessant und aufrüttelnd. Auch in Sachen Sandblasting hat H&M damals ja sehr schnell reagiert. Allerdings: Gebracht hat es wenig, wie die Clean Clothes Campaign aufgedeckt hat.
  • Weitere Punkte sind die Reduktion des Pestizideinsatzes (was ich etwas seltsam finde, das als eigenen Punkt im Nachhaltigkeitsreport zu bringen, wenn sie gleichzeitig sagen, sie sind voll in Richtung Biobaumwolle gepolt), die Reduktion des Wasserverbrauchs und der Kampf um faire Löhne in den Produktionsländern. Ganz ehrlich, letzteres nehme ich ihnen nicht ab. Never. Ever. Die werden das prüfen lassen und irgendwelche Studien zum perfekten Durchschnittslohn in Auftrag geben, und dann wird’s heißen: „Sorry, das ist Länder/Fabrikssache, da können wir nix machen.“

Zusammenfassend: Schöne Ansätze, aber ich hab den ganzen Report bereits unter der Prämisse „Na, was wollens uns dieses Jahr erzählen von Weltrettung?“ gelesen. Es stellt sich einfach die Frage: Kann ein derart riesiger Konzern, einer der weltgrößten, komplett auf Nachhaltigkeit umstellen und dabei wirtschaftlichen Gewinn machen? Ist das realistisch?

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Biorama interviewt Nunu

Fühle mich geehrt und gebauchpinselt bis dort hinaus, das von mir jedesmal vom ersten bis zum letzten Wort samt Impressum ausgelesene Biorama hat mich interviewt. Mein Interview ist online nachzulesen – ich freu mich!!

Klick aufs Bild = ab zum Artikel direkt auf Biorama.at 😉

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Luxusproblem?

Seit Wochen warte ich drauf, dass mir irgendjemand erklärt, was für ein verwöhntes Etwas mit einem absurden Luxusproblem ich bin. Ok, verwöhntes Etwas hat er nicht gesagt, absurd auch nicht, aber vom Luxusproblem hat er gesprochen, der Herr Kollege. Und recht hat er.

Absolutes Luxusproblem. Und schau ich mir mein Leben an, dann ist das auch wirklich luxuriös. Ich habe eine schöne Wohnung, mein Freund hat ein Auto, das ich jederzeit nutzen kann, Laptop, Handy, Computer, Fahrrad, ein großes Bücherregal – alles vorhanden, aber alles nicht im High-End-Bereich. Es gibt in meiner Familie und der meines Freundes unglaublicherweise drei verschiedene Ferienwohnungen/häuser, die wir jederzeit nutzen können. Plus – für mich VIEL luxuriöser – ich habe eine tolle, liebevolle Familie, die eisern zusammenhält, eine Mann, der mir gewachsen ist und den ich liebe, und einen tollen Freundeskreis, den ich für nichts in der Welt hergeben würde. Das ist für mich wirklich Luxus. Ich bin mir meines Glücks bewusst. Verdienen tu ich für eine Akademikerin recht wenig – aber ich lebe luxuriös und weiß das.

Aber: Manche, nein, viele KÖNNEN sich halt einfach nur KiK leisten und haben preislich keine Alternativen. Es gibt Leute, die können sich überhaupt keine Klamotten leisten und sind von Spenden abhängig. Da gehts dann nicht mehr um Style, da gehts um Wärme, darum, irgendwas am Körper zu haben. Und dann ist das, was man am Körper hat, oft auch noch der einzige Besitz.

Und das alles gibts natürlich in Österreich, nicht irgendwo weit weg. Ja, ist mir alles klar. Nur (und das mag sich jetzt für manche wie eine billige Ausrede anhören): Ich kann und will nur aus meiner eigenen Welt heraus agieren und argumentieren, alles andere wäre doch unglaubwürdig, oder?

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Mäser Austria

Ich habe recherchiert: Mäser, die alte Vorarlberger Bekleidungsfirma, gibt es noch. Firmensitz: Essen/Deutschland. Schräge Welt. Kein Hinweis auf Ort der Herstellung, aber unter dem Punkt „Werte“ steht auf der Homepage: „… Entwicklung eines Skirollis mit integrierten und waschbaren Kopfhörer sowie auf Kundenanfrage des teuersten Skirollis der Welt, bestückt mit echten Swarovski-Kristallen.“ Oidaaaaaaaaaa………

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Likelikelike

Mich kann man jetzt auch auf Facebook „liken“ (besch…. Anglizismus, aber schon so verbreitet, dass „mögen“ saublöd klingt, oder?). Tadaaa: http://www.facebook.com/ichkaufnix

Dachte halt, nur so, weil halt viele dauernd auf Facebook sind und aber nicht extra aufn Blog kommen und so und überhaupt, dass ich da ja auch verlinken könnte (ja, würd ich grad nicht tippen, würd ich grad bißchen peinlich berührt in meinen Haaren herumrühren. Eigen-PR und so….)

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