Pressearbeit und fehlende Geduld

Liebe PR-Leute. Ich bin vom Fach. Und ich kann mich nur wiederholen: Presse-Seiten auf Firmenhomepages mit Registrierungspflicht nerven und sind kontraproduktiv.

Zwei Beispiele.

1) Vorarlberger Unterwäsche. Über eine Kollegin erfuhr der Holde, dass der Unterwäschehersteller in Österreich produziert. „Na dat guck  ick mir ma an“, dachte sich Nunu, in Vorfreude auf den baldigen Berlinaufenthalt. Googelte die Homepage, fand den Pressebereich, mit Anmeldung. Grumpf. Na gut, hab mich angemeldet, ganz brav Firmenname, Email, Adresse und Handynummer angegeben. Auf die Bestätigungsmail zur Registrierung warte ich immer noch. Gar nicht gut, liebe Gsis. Macht keinen schlanken Fuß.

2) Einen Fuß in der Größe von Monty Pythons berühmten „Ein Fuß trampelt das Bild nieder“-Sketchen haben inzwischen die bunten Spanier bei mir. Nach komplettem Scheitern bei der Online-Anmeldung für den Pressebereich in einem Shop in Wien telefonisch nachgefragt, und zu meiner großen Überraschung sogar die Emailadresse einer Marketingmitarbeiterin in Barcelona bekommen. Ihr eine Mail geschrieben, bei der ich ihr einerseits in den Allerwertesten krieche („so tolle Sachen, liebe meine Mäntel, blablabla“), ihr mit selbigem eigenen allerdings auch ins Gesicht fahre („Position zu Kinderarbeit? zu Bio-Baumwolle? Produktionsbedingungen? usw“). Es hieß telefonisch, am Montag würde sie antworten. Es ist Mittwoch. Und ich bin kein sehr geduldiger Mensch….

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3 Gedanken zu „Pressearbeit und fehlende Geduld

  1. Mhm, auch wenn es natürlich schade ist, dass sich Desigual noch nicht gemeldet hat, muss ich ein bisschen was zu geschützten Pressebereichen und deren Verteidigung sagen. Denn die dort einsehbaren Inhalte sind ja für die Presse gedacht und nicht für jedermann. Gerade bei Modefirmen ist es so, dass der Presse bestimmte Informationen, wie eine Übersicht über kommende Kollektionen, schon vorab zugänglich gemacht werden. Diese sind meistens mit einer Sperrfrist für Veröffentlichungen versehen und es ist natürlich wichtig, dass Lieschen Müller die noch nicht einfach auf der Webseite sehen kann. Monatsmagazine haben z.B. einen mindestens 3-monatigen Vorlauf, bei Fotoproduktionen sogar einen längeren, weswegen ein geschützter Bereich durchaus Sinn macht. Gerade im Zeitalter von Blogs, die schneller mal was veröffentlichen wie man gucken kann. (Wir sind natürlich nicht so:-)

    • nunette sagt:

      ok, das argument akzeptier ich – aber ich war andererseits lang genug journalistin und jetzt eben auf der anderen seite, um zu wissen: hast du was herzuzeigen (abgesehen von neuen kollektionen), dann versteck es nicht. und das, was ich wissen will, ist, ob sich im pressebereich vielleicht ein csr-report o.ä. versteckt….

      • da hast du vollkommen recht. allerdings glaube ich, dass viele unternehmen gar nicht so weit denken, sondern einfach aus „presse ist was besonderes“ gründen diesen bereich schützen. dennoch sollten diese infos und andere allgemeine firmeninfos dann eben in einem offenen bereich zu finden sein. aber das ist ja wieder verwaltungsaufwand und ach, es sind ja alle immer so beschäftigt.. schlimm, diese branche…

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