Archiv für den Monat Mai 2012

Finanzielles

Egal, ob ich viel oder wenig verdient hab, es ist mir oft passiert, dass am Ende des Monats die Zahl am Konto rot eingefärbt war – meistens knapp und nur für zwei, drei Tage, aber doch. Ende April war bereits der zweite Monat, wo die Zahl grün blieb – ein ungewohntes, neues, gefährlich befriedigendes Gefühl….

 

Getaggt mit

News, Linz und Nerven

Also ich gebe ja zu – diese Geschichte hatte ich selbst angeleiert, aber alles, was seither passiert ist, ist mir wirklich passiert, ohne dass ich etwas dazu getan hätte. Umso mehr freut, ehrt und bauchpinselt es mich. Am schönsten ist es, wenn solche Dinge überraschend passieren.

Als ich mit dem Projekt begann, wollte ich nicht groß drüber reden, geschweige denn bloggen. Dann hat das Bloggen irgendwie eine Eigendynamik bekommen – anders gesagt: Es macht einfach wahnsinnigen Spaß. Auch im Laufe der ersten Monate hat sich mein Fokus mehr und mehr Richtung „Wo kommt das Zeug eigentlich her?“ (und „Wie zur Hölle kann ich das selbst machen, ohne entweder meine Nerven oder die Nähmaschine zu ruinieren?“) verschoben. Meine Shopping-vermiss-Anfälle werden immer weniger – nur noch hin und wieder könnt ich mich in den Popsch beissen, wieso zur Hölle ich mir ein ganzes Jahr vorgenommen hab.

Zum Beispiel, wenn ich von der WearFair höre. Ich werd sooowas von dort sein. Obwohl ich nichts kaufen darf. Aber auf einem Haufen ganz viele Aussteller, die ökologisch und sozial einwandfreie Mode anbieten – und damit ganz viele Alternativen für 2013 kennenzulernen, das lass ich mir definitiv nicht entgehen! Linz, ich komme!

 

Getaggt mit , , , ,

To be continued…

To keep you updated: Die Vorarlberger haben geantwortet. Und richtig vermutet, sie produzieren auch außerhalb von Europa. Nehme meine Presse-Schimpferei wieder zurück, immerhin HABEN sie reagiert. Bin schon gespannt auf weitere Infos von ihnen…

Wie ich weiß, dass ich das Richtige mache

Das hier ist ein blogrelevanter Blogbeitrag, nix für die, die nur wissen wollen, ob ich denn endlich shoppen war und somit nicht durchgehalten hab (ein Gefallen, den ich euch übrigens nicht tun werde, ätschbätsch!).

Mein Bruder. 11 Jahre älter – und seit ich mich erinnern kann, ist es ihm hinreissend wurscht, „in“ oder „cool“ zu sein. Er ist einfach, wie er ist. Was neu, in, cool, anders ist – wird erstmal belächelt. Bins schon gewohnt. Nach einigem Zögern hab ich ihm Mitte Februar von meinem Projekt und dem Blog erzählt. Bloggen, noch dazu über nix Technisches, keine Software-Tests oder so – nix für ihn. Nicht seine Welt. (Und alle, die wissen von wem ich rede: Mode auch nicht so unbedingt, hihi!). Und was diesbezüglich also nicht seine Welt ist, wird erstmal verarscht. Oft auch, weils von dem kleinen Schwesterlein kommt. Einfach zuerst mal draufhauen, dann überlegen. Und gelobt wird überhaupt nur zögerlich, wenn man eigentlich in Blödellaune ist. Auch das bin ich schon gewohnt. Ist nicht tragisch und weit weniger schlimm, als das jetzt klingt. Wirklich, ich hab ihn ehrlich lieb, und seine Sprüche sind oft mal auch wirklich lustig. Ich weiß, dass er oft stolz auf mich ist und gut findet, was ich mach – meistens. Nur sagt ers halt nicht oft.

Ebenjener Bruder hat mir kürzlich eine Mail geschickt, in der einfach nur ein Link zu einer App, mit der man mobil wordpress-bloggen kann, drin war.

He approves.

Yeah.

Getaggt mit ,

Pressearbeit und fehlende Geduld

Liebe PR-Leute. Ich bin vom Fach. Und ich kann mich nur wiederholen: Presse-Seiten auf Firmenhomepages mit Registrierungspflicht nerven und sind kontraproduktiv.

Zwei Beispiele.

1) Vorarlberger Unterwäsche. Über eine Kollegin erfuhr der Holde, dass der Unterwäschehersteller in Österreich produziert. „Na dat guck  ick mir ma an“, dachte sich Nunu, in Vorfreude auf den baldigen Berlinaufenthalt. Googelte die Homepage, fand den Pressebereich, mit Anmeldung. Grumpf. Na gut, hab mich angemeldet, ganz brav Firmenname, Email, Adresse und Handynummer angegeben. Auf die Bestätigungsmail zur Registrierung warte ich immer noch. Gar nicht gut, liebe Gsis. Macht keinen schlanken Fuß.

2) Einen Fuß in der Größe von Monty Pythons berühmten „Ein Fuß trampelt das Bild nieder“-Sketchen haben inzwischen die bunten Spanier bei mir. Nach komplettem Scheitern bei der Online-Anmeldung für den Pressebereich in einem Shop in Wien telefonisch nachgefragt, und zu meiner großen Überraschung sogar die Emailadresse einer Marketingmitarbeiterin in Barcelona bekommen. Ihr eine Mail geschrieben, bei der ich ihr einerseits in den Allerwertesten krieche („so tolle Sachen, liebe meine Mäntel, blablabla“), ihr mit selbigem eigenen allerdings auch ins Gesicht fahre („Position zu Kinderarbeit? zu Bio-Baumwolle? Produktionsbedingungen? usw“). Es hieß telefonisch, am Montag würde sie antworten. Es ist Mittwoch. Und ich bin kein sehr geduldiger Mensch….

Getaggt mit , ,

Eingebung

Vor lauter Beschäftigung mit dem Thema hat mich letztens ein Gedanke überrollt: Ich war zu Schulzeiten die klassische Außenseiterin. Größer als alle Burschen in der Klasse, Mädls sowieso, mit 15kg weniger als heute bei den anderen die „fette Sau“, habe andere Musik gehört als die meisten (Für Insider: Die anderen waren der U4-Dienstag, ich war der U4-Freitag und -Sonntag), habe einen anderen Schmäh gehabt, und mit einem guten Buch am Bett war mir lange wichtiger als mit einem schlechten Küsser im Bett (ist übrigens heute noch so – nur dass ich inzwischen weiß, was einen guten Kuss ausmacht).

Meistens war das auch in Ordnung, ich hatte immer schon gute Freunde, mit denen ich zusammenhielt, die Nachbarin, der Volksschulfreund und später die Tanzschulpartie. Aber ich könnte nicht behaupten, dass mir mein Außenseitertum immer rotzegal war. Im Gegenteil, es gab Zeiten, da wollte ich unbedingt zur Mädchenclique meiner Klasse dazugehören. Und das definierte ich über Kleidung. Wenn ich nur diese Schuhe/eine Markenjeans/jenen Pulli hätte, dann würde TheresaAndreaValerieLucieIsabel mich gut finden. Was muss ich meiner Mama auf die Nerven gegangen sein damals….

Dann begann die Uni, ich zog in eine WG – und alles wurde anders. Mein Freundes- und Bekanntenkreis explodierte, ich verbrachte meine Wochenenden mit einem Hintern auf fünf Parties, und ich wurde mutiger, optisch gesehen. Zog das an, was mir gefiel. Und fand es toll, dass ich mir dank gegebener Nachhilfestunden immer wieder neue Sachen leisten konnte, ohne durch den Filter „Mama zahlt, Mama urteilt“ gehen zu müssen.

Mein Verdacht: Es besteht ein Kausalzusammenhang zwischen meinem früheren Außenseitertum und meinem Drang, mich über Kleidung zu definieren – und das tue ich. Ich weiß, dass ich viel mehr bin als meine Hülle – ich bin stark, positiv, lache gerne und als deppert würd ich mich jetzt auch nur hin und wieder bezeichnen – aber: Es ist mir wichtig. Kleidung gibt mir Sicherheit.

Im Zuge dieser „Erleuchtung“, wo diese Gefühle herkommen, ist mir noch etwas aufgefallen: In meinem Freundeskreis befindet sich keine, die mich an TheresaAndreaValerieLucieIsabel erinnert.

Getaggt mit ,

What I Read: What I Wore

Beim wöchentlichen Stöbern durch die Online-Buchhandlung meines Vertrauens über „What I Wore“ gestoßen:

Klick aufs Bild = ab zu Amazon

Klick aufs Bild = ab zu Amazon

Ein Satz in der Produktbeschreibung machte mich neugierig: „A cookbook for your closet“. Das klang zwar nach Stilratgeber (die ich ja nicht so toll finde, meinen Stil hab ich), aber es klang witzig. Die Dame mit dem herzigen Nachnamen bloggt seit Mai 2007, was sie anhat, wie sie es kombiniert, und gibt Tipps.

Ich muss sagen: Die vorgestellten Kombis und allgemein Kleidungsbasics sind wirklich durch die Bank schön und recht nahe an meinem Stil (vielleicht noch ein bißchen zu klassisch). Auch ihre Tipps sind teilweise gar nicht so blöd – zB: Leute, investierts mehr in Einfärbiges, das lässt sich besser kombinieren als Gemustertes.  Oder: Kauf nix, nur weils im Ausverkauf war (ich bin echt schon neugierig, wie ich mir 2013 mit dieser Tatsache tun werde, bin klassische Ausverkaufsshopperin). Nur diese Checklisten, was ich un-be-dingt als Basic brauche, die halt ich gar nicht aus.

Übrigens war im Vorwort des Buchs noch so ein Satz, der mich nicht mehr loslässt: „Then I started my blog – What I Wore – and eventually left my design job to pursue blogging fulltime.“ Hach, Bloggen in Vollzeit, das wärs (man darf ja noch träumen… sehr unrealistisch hier in Österreich). Mir macht die Bloggerei wahnsinnigen Spaß. Ich hoffe, das auch die LeserInnen ihre Freude damit haben.

Getaggt mit