Archiv für den Monat Juli 2012

Impressionen eines Shoppingfreien Urlaubs (einfach, weils so schön war)

Tut jetzt thematisch rein gar nix zur Sache, sondern soll nur fototechnisch den Blog etwas aufpeppen.

Katzinger, wunderschön und verfressen, wir haben uns eine Fischplatte geteilt.

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Unten: Nunu, glücklich. Und in einem der Barcelonaschen Panikkäufe.

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Diese Farben!!!

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Auf Cres wird dringend neues katzisches Genmaterial benötigt, jede zweite Katze dort schernglt. Wobei: wirklich entzückend!

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Nein, ich hab nicht zugenommen…

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Refashionista

Mein Name ist Nunu und ich liebe Blogs. Hab schon wieder einen gefunden, der von nun an mindestens einen Klick pro Tag mehr in seiner Statistik aufweisen wird: www.refashionista.net 

Auch Jillian kauft altes Gewand und näht es um, hier ihre Selbstbeschreibung:

 For one year, I’ll be wearing your rejected rejects…clothing that was donated, but too damaged to sell, and destined for the landfill. The lovely folks at Revente’s Last Call, Revente, and Sid & Nancy have been kind enough to donate their damaged stuff to help make my wardrobe for a year.
That’s right…I will be remaking something new every day for one year.

It doesn’t end there, folks. I’ll be donating everything I remake to Revente’s Last Call, where all profits go to the Women’s Shelter.

However, I might throw in an occasional 50 cent or $1.00 piece, just to keep things interesting. 😉

In a nutshell:

*Yay! I’m helping keep clothing out of the landfill!

*Yay! I’m helping women in need!

*Yay! I’m using my creativity to do something more than a little nutty!

I really hope I’m clever enough for this. 🙂

Neuestes Beispiel:

Vorher (c) refashionista.net

Vorher (c) refashionista.net

Nachher (c) refashionista.net

Nachher (c) refashionista.net

Nicht schlecht, oder?

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Das Dirndl-Kindheitstrauma

Der Urlaub in der Steiermark in der Ferienwohnung, die meine Großeltern länger besitzen als es mich gibt, hat mich wieder daran erinnert: Ich habe es gehasst. Es war oben aus festem, kratzigem grünen Stoff, unten Rosa mit blass-speib-lila Schürze. Es war unbequem. Und dazu noch diese elendiglichen gehäkelten Stutzen und diese Blusen, die gezwickt haben am Arm. Bähbähbäh. Ich hasse Dirndl. Ich hasse auch das ganze trachtige Traditionsdrumherum von Dirndln. Halt, anders. Ich mag einige der hier vorherrschenden Traditionen a la Kirtag oder Gstanzl oder Almraungerln gern, finde sie witzig, aber hallo, wozu braucht man da solche in meinen Augen unglaublich hässlichen Frauenoberbekleidungen dazu? (Das Dirndl von der Ex-Mitbewohnerin ist ausgenommen, das hat steil ausgeschaut mitm roten Gürtel statt Schürze..)

Ja, das war mal funktionale Kleidung, und ja, durch die Farben hat man sich sowohl in Sachen örtlicher Herkunft als auch in Sachen Familienstand geoutet. Aber heute? Städterinnen schnallen sich die Titten hoch, legen ein paar Perlen drauf, und schon hat man ländlichen Touch? Ja, ich könnt mich da noch länger hineinschwurbeln, meine Abneigung ist – wohl auch aufgrund des alljährlichen kindlichen Anziehzwangs , siehe Foto – nicht enden wollend. AAAAAAber: Echte Dirndl sind aus traditionell bedrucktem Stoff regional oder zumindest in einer der großen Dirndlmanufakturen in Österreich oder Deutschland genäht. Natürlich gibt es da auch schon die Massenproduktionskonkurrenz aus Fernost, erst kürzlich gesehen an den Kellnerinnen bei einer bekannten österreichischen Raststationskette (die mit den Häferln). Aber ein gutes Dirndl ist angepasst, im Optimalfall auf den Leib geschneidert. Das heißt, Dirndlträgerinnen müssen zumindest kein schlechtes Gewissen haben. Immerhin. Liebe Dirndlfans: Ihr seits quasi ausm Schneider (ein Wortspiel als Treppenwitz, auch nicht schlecht…)

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Und weil wir grad bei Kindheitstraumata sind: Immer kurze Haare. Immer für einen Bub gehalten worden. Wenn neue Leute gefragt haben: „Mei, wie alt ist er denn, der Kleine?“ (vorausgesetzt, ich war NICHT im Dirndl), knurrte meine Mutter immer nur harsch: „SIE ist vier. Und hat Ohrringe, sehens das nicht?“…..anstatt mir einfach zu erlauben, mir die Haare wachsen zu lassen. Fürchterlich war das. Gemein. So. Fertig mit öffentlicher Aufarbeitung meiner Kindheit. NIEMALS werde ich ein Dirndl besitzen. NIE.

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Fachwissen: Bestanden, Outfit: Durchgefallen

Ich bin der Meinung, kleidertechnisch für alle Eventualitäten in meinem Alltag ausgerüstet zu sein. Allerdings schaffe ich  es hin und wieder, in meiner Kleiderauswahl etwas daneben zu liegen. Und so auch heute. Aber ich kann ehrlich nix dafür. Es war etwa drei Uhr und wir waren mitten in einem stundenlangen Meeting, als der hochgeschätzte Kollege R. mich fragte, ob ich ihn spontan um fünf zu einem Termin mit Mitarbeitern eines Ministerbüros begleiten würde. Weil die einen neuen Pressesprecher haben und ich soll doch kennenlernen und so. Na klar würde ich da mitkommen!…war meine erste Reaktion.

Dann schaute ich an mir herab. Nun ja, in meinem Outfit festigte ich das Öko-Birkenstock-Image von Umwelt-NGOs. Ich hatte ebensolche an (zu meiner Ehrenrettung: Es sind die Birkenstock-Zehenschlapfen, die coolen, nicht die mit den zwei Schnallen), dazu ausgeleierte Leggings und ein altes übergroßes Jeanshemd-Tunika-Ding, getoppt von meiner im Urlaub häufig und seither nicht gewaschenen schwarzen Weste. Warum dieses Outfit überhaupt zustande kam? Leute….erster Arbeitstag nach zwei Wochen Urlaub. 500 ungelesene Mails und dann noch zwei interne Marathonsitzungen. Da war mir wirklich von der Früh weg an nach gemütlich, bequem, pfeifdrauf.

Nun ja. Nicht nur, dass es etwas für sich hatte, dass ich in ebenjenem Outfit (für das ich mich mächtig genierte) neben dem neuen Pressesprecher saß, der sich aus seinem Anzugsakko schälte, bevor er sich setzte, auch seine Kollegin war aus dem Ei gepellt fesch. Sie kannte mein Projekt bereits, als ich ihr beim Gehen davon erzählte. Ich hoffe, sie denkt jetzt nicht: „Nix kaufen, und nix zum anziehen. Na prack.“ Aber immerhin konnte ich feststellen: Ich hab in drei Jahren NGO-Arbeit doch so einiges an Fachwissen angesammelt. Und mir angewöhnt, neue Leute grundsätzlich mit „Du“ anzureden. Die Birkenstocks wandern trotzdem ab sofort wieder ins Regal.

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kompostierbare Puma-News

Gestern auf ORF.at:

Puma will kompostierbare Trikots auf den Markt bringen

Der Sportartikelhersteller Puma setzt weiter auf ökologische Investitionen. Wie die „WirtschaftsWoche“ berichtete, will Puma im kommenden Jahr als erstes Unternehmen kompostierbare Trikots auf den Markt bringen.

„2013 werden wir die ersten Produkte anbieten, die komplett biologisch abbaubar sind“, zitierte das Magazin Puma-Chef Franz Koch.

Auch bei Verpackungen will Puma demnach auf Nachhaltigkeit setzen und konventionelle Schuhkartons durch Ökostoffbeutel ersetzen. „Bis Jahresende wollen wir weltweit 80 Prozent unserer Schuhe in ‚Clever Little Bags‘ verkaufen“, kündigte Koch an.

Ich muss echt lernen, mir nicht gleich „Mah, großer Konzern, ist sicher wieder nur irgendein Greenwashing-Scheiß“ zu denken. Hab ich in diesem Fall nämlich auch. Dabei sind das doch wirklich gute Neuigkeiten. Hoffentlich. Man wird einfach misstrauisch, wenn man erfährt, dass bei so vielen angeblich „guten“, „grünen“ Projekten in Wahrheit wiedermal nichts als Profitstreben dahintersteckt. In diesem Fall wird die Gschicht mit den komplett biologisch abbaubaren Produkten wohl sowas werden wie die Bio-Levi´s-Jeans (sie haben eine Jeans, die ist vom Baumwollanbau bis zu den Knöpfen und Nähten komplett bio und fair – EINE. von SEHR SEHR SEHR vielen unterschiedlichen Modellen…). Aber die Sache mit den Ökostoffbeuteln statt Schuhschachteln find ich ehrlich gut. Freut mich!

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Und die nächste Herbstkollektion, diesmal in Habenwollenfarben

Die zweite Woche Urlaub fand in den österreichischen Bergen statt. Auch dort waren die Eindrücke – abgesehen vom Neon – modisch nicht unbedingt erhebend. Über meine höchstpersönliche Abneigung gegen traditionelle Schürzenbekleidung komm ich ein anderes Mal, und in den Bergen war mir bequeme und vor allem funktionale Kleidung um einiges wichtiger als Optik. Glücklicherweise wars dem Liebsten wurscht, der mag mich auch in aufgekrempelter Hose, Funktionsshirt und ausgelatschten Converse. Sagt er zumindest.

Doch ein Unterschied war da: Das Internet am Handy funktionierte. Zum allerersten Mal im Urlaub seit Jahren ging ich nun also doch ins Internet. Und da war: Die neue Herbst/Winterkollektion von Cora Kemperman. Auf vielen schönen bunten Fotos. Und ich bin mal wieder zerflossen vor Habenwollen. Ich weiß, 2013 wird Promod, Vero Moda und all den anderen Massenproduzenten so gut es geht abgeschworen, aber Cora, my love, werde ich 2013 ga-ran-tiert besuchen fahren. Oder „liefern lassen“, so wie ich es mit meinem letzten Lieblingsstück von Cora gemacht habe: Weste auf der Homepage gesehen, eine ehemalige Kollegin aus dem Amsterdamer Büro vor dem Besuch des Wiener Headquarters mit dem Kauf beauftragt und tschakka, schon hatte ich sie, die Weste. So zwei, drei Stücke lachen mich schon wieder an. Aber dieses Jahr darf ich ja nicht… Aber nächstes Jahr, haarhaarr, da fahr ich mit der lieben Aniger auf ein Mädelswochenende nach Amsterdam und werde wieder dürfen – bei Cora Kemperman sogar sowas von! Doch davor muss ich noch zwei Dinge erledigen. Erstens: Rausfinden, wann Winterschlussverkauf ist, und zweitens: Sparensparensparen. Und nein, diesmal denk ich beim Anblick der Fotos nicht ans Selbst-Nachnähen. Erstens, weil ich es sicher nicht so gut hinbekomme – CK-Teile erkennt man stilistisch einfach als CK, zweitens, weil CK Shopping mit gutem Gewissen ermöglicht, und drittens, weil ich mich einfach wieder aufs Shoppen freue.

Hier mal wieder ein paar Screenshots, alle (c) corakemperman.nl

Ich steh auf diese Hose:

(c) corakemperman.nl

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Wenns das rotschwarze Teil links im Frühjahr noch gibt (was ich sowieso nicht vermute), dann, ja dann….

(c) corakemperman.nl

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Die Weste bitte….und den Hund.

(c) corakemperman.nl

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Ich mag ihre einfachen Schnitte, die saucool ausschauen, siehe das Kleid da unten. Mit dem Schal und dem Bolero – einfach nur cool. Find ich halt.

(c) corakemperman.nl

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Der neue Katalog vom Textilschweden

Auch bei mir ist er im Postkastl gelandet: Der große Herbstkatalog vom Textilschweden. Und ich genieße es grad ungemein, zuhause am Sofa zu lümmeln und ihn durchzuschauen, und in Ruhe den Urlaub ausklingen zu lassen (nur halt erstmals ohne Katzi am Schoß – den ich noch mehr vermisse, seit ich die Katzenwelt von Kroatiens schönster Urlaubsinsel wahrscheinlich kollektiv vorm Verhungern gerettet habe. Ein halbwüchsiges Würschtl hats mir mit einer Kratzwatschn gedankt, undankbares Gfrast. Ok, vielleicht hätt ich sie auch nicht gar so viel frotzeln sollen…).

Nach erster Durchsicht des Katalogs einige Feststellungen:

  • Es gefällt mir so gut wie kein einziges Outfit. Vieles, weil es einfach nicht meinem Stil entspricht. Die Dinge, die zwar stilistisch gut passen würden, schauen mir – hey, Fortschritt, die Denkweise ist wirklich auch in meinem Bauch angekommen – viiiiel zu sehr nach austauschbarer Massenware in schlechter Qualität aus (Bsp: Ich würde liebend gerne mal meinen Dufflecoat aus dem Jahre 1994 gegen einen neueren, etwas taillierten austauschen – aber ich weiß jetzt schon: der da im Katalog ist zwar fesch, aber sicher nur halb so warm und vor allem viermal so schnell hin wie mein aktueller).
  • Ich habe mir den Katalog unter der Prämisse: „Wenn ich was seh, überleg ich, ob ichs nachnähen kann – mit heftiger Unterstützungen von den Freundinnen, die auch wirklich nähen können“ durchgeschaut. Immer noch: Nix.
  • Ein einziger Strickpulli ist nett. Was mich wieder daran erinnert hat: Bis Ende 2012 habe ich mir einen Pullover gestrickt. Darauf freu ich mich. Bin eh schon ganz heiß aufs Stricken, so sehr, dass ich in der Ferienwohnung fünf Nadeln und ein Wollknäuel aus Omas Handarbeitskiste rausgefischt hab und losgelegt habe. Bin leider nicht fertig geworden mit dem Haubi, wird nächstes Jahr beendet 🙂
  • Ein paar Seiten des Kataloges sind jedoch so super, dass ich jeeede Menge Geld dort lassen könnte: Die Home-Abteilung. Hach, so hübsche Sachen. Und ich habs doch so gern stimmig und schön zuhause…. Aber das Zeug kommt wahrscheinlich exakt aus der gleichen Ecke der Welt wie die Kleidung, und ist noch dazu noch viel einfacher nachzunähen. Nur wo krieg ich so coole Stoffe her?!

 

 

 

 

 

 

 

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Urlaub #1

Urlaub. Schön wars!! Der Liebste und ich haben Kroatien als Urlaubsziel Number one entdeckt – nicht weit weg, traumhafte Strände ohne Sand (=erstens sauberes Trocknen und zweitens unglaublich gute Unterwassersicht), schöne Landschaft und preislich bezahlbar. Habe zwar einige Male beim Anblick schöner Kleider an hübschen Frauen unbändige Shoppinglust gehabt (dieses verwaschen graugrüne Kleid mit dem Häkeleinsatz an Schultern und Rücken will mir nicht aus dem Kopf gehen…), aber erstens gabs auf der Insel sowieso nix, und zweitens waren 80 Prozent der Leute einfach fürchterlich gekleidet. Plus: Inzwischen schau ich mir die Sachen an anderen an und denke nur noch: Diese Massenproduktion! Alles made in China oder Bangladesch oder Türkei oder oder oder! Ich kann Mode, wenn man das, was ich dort an Familienmütter- und Großväterkörpern gesehen habe, als das bezeichnen kann, nicht mehr als das sehen, was sie ist – sondern nur noch als Produkt gemeiner Massenproduktion. Habe mich dann aufs Anschauen von Fischen und dem Meer konzentriert, dieses wunderschöne Türkis, das es nur an Felsen- und Kiesstränden gibt, fantastisch. Und zu meiner Überraschung wirklich noch so einiges Meeresgetier (die griechischen Meere sind ja quasi leer, da gibt’s nichts mehr zu sehen außer Autoreifen).

Was ich außerdem beobachtet habe: Ganzganzganz schlimm, aber Neonfarben scheinen bei der gemeinen Kroatienurlauberin grad recht hoch im Kurs stehen, ganz egal, ob das, auf dem das Neon aufliegt, betonungswürdig ist oder nicht. Eine junge Dame – zugegebenermaßen mit einer Figur zum Niederknien – rannte mir in einer neongelben Hotpant über den Weg, so neon, dass mir die Augen wehtaten. Haben nachher überlegt, ob das eine „Schau-mich-an!“-Hose sein sollte, oder eine „Wenn-du-mich-anschaust-tun-dir-die-Augen-weh-also-lass-es“-Hose. Foto machen hab ich mich dann aber doch nicht getraut. Der Begleiter sah böse aus.

Dass ich nicht die ganze Zeit über Kleidung, ihre Herkunft und mein Projekt nachdachte, war übrigens erholsam. Nur die Bloggerei hat mir etwas gefehlt – ich freu mich, wieder hier zu sein! Fotos werden übrigens nachgeliefert, das Übertragungskabel ist verschollen.

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HALBZEIT – die Dankesrede

Wow, ich habs echt geschafft. Übermorgen ist Halbzeit. Ich habe mir sechs Monate lang kein einziges Kleidungsstück gekauft, kein einziges Paar Schuhe, keine Strumpfhosen, keine Leggings, keine Taschen, keine Stiefel. Dass ich als Ersatzhandlung viele Bücher gekauft hab, habe ich eh erst kürzlich berichtet. Sehr süß auch meine Freunde, die meinen Geburtstag dazu nutzten, mich einzukleiden. Es ist unglaublich viel passiert – vom kleinen Detail bis zum großen Ganzen: Das Projekt verändert grad mein Leben.

Nicht nur, dass ich tolle neue Leute kennenlernen darf – ja Katrin, du bist da an erster Stelle gemeint -, dass ich mich wirklich über das ganze Interesse meiner Freunde freue, dass ich mittlerweile mein Projekt bei der Clean Clothes Kampagne vorstellen durfte, dass ich medial vorkomme, und dass ich per Mail wirklich schöne Hinweise und Ezzes bekomme, nein, ich habe auch einfach meinen roten Faden gefunden.

Und damit meine ich nicht nur den für die Nähmaschine (den ich übrigens auch in Evas Nähschachtel gegeben hab, statt ihn bei mir zu behalten), sondern den fürs (Berufs-)Leben. Ich habe mit dem ganzen Thema rund um faire Mode, faire und ökologisch verträgliche Produktion einfach mein Ding gefunden – so sehr, dass ich selbst oft überrascht bin, mit welchem Elan und Interesse ich mich durch trocken geschrieben Studien arbeite, und wie groß mein Wunsch, selbst nach Bangladesch oder Indien zu den Fabriken zu reisen, geworden ist.

Ich freue mich wirklich unglaublich drüber, dass ich meine Fähigkeiten im Job seit kurzem für die WearFair einsetzen darf – nicht nur ein Wink, sondern ein gewaltiges Direkt-vor-dem-Gesicht-wacheln des Schicksals, danke dafür an wen auch immer da oben (ich hab da wen im Verdacht…).

Mein Wunsch, wirklich intensiver an dieser Materie arbeiten zu können, kostet mich ab Oktober übrigens auch sehr viel Geld. Ich habe mich dazu entschlossen, berufsbegleitend eine Ausbildung in Sachen CSR zu machen. Kostet tausende Euro, aber ich hoffe, ist jeden Cent wert. Schließlich – und das hat mir jemand beigebracht, ders wissen muss – sind die einzig wahren Investitionen die in die eigene Gesundheit und die in die eigene Bildung.

Hätte nie gedacht, dass Nichtshoppen sich so derartig auswirken könnte. Der Ursprung meiner Idee war ja die Erkenntnis, dass ich mich durch Shopping betäubt habe, um all die Gemeinheiten und Grauslichkeiten 2011, den Krebs und sonstige schwere Erkrankungen geliebter Familienmitglieder und – schwach im Vergleich, hart in der Realität – die Krankheit des geliebten Katers (ich vermiss dich immer noch, Biff…), die blöden Leut, die keine Grenzen kennenden Chefinnen, alles mögliche kurzfristig zu vergessen. Vieles davon ist nun entweder überstanden oder zumindest halbwegs verarbeitet, logischerweise ging das auch ohne Shopping. Doch dass es mir inzwischen SO derartig gut geht, damit hätt ich nie gerechnet. Ein Ziel zu haben, egal, ob das nun das Erreichen der Jahresfrist oder das Erlangen des nächsten akademischen Grades ist, motiviert ungemein und macht mich in meiner Grundstimmung in letzter Zeit meistens happy wie ein Glücksschweinderl.

Was mich grad auch wahnsinnig motiviert, ist der Gedanke an die kommenden zwei Wochen. Weil da bin ich im Urlaub (liebe Einbrecher: Es erwarten euch Sicherheitsvorrichtungen, sensibilisierte Nachbarn, überraschende Anwesenheiten in der Wohnung und wer weiß, vielleicht hab ich mir in der Zwischenzeit ja ein paar freilaufende Giftschlangen zugelegt?). Und so sehr ich normalerweise das Gefühl habe, ohne Internet bin ich verloren und im Alltag nicht lebensfähig: Urlaub bedeutet bei mir auch Urlaub vom Internet.

Auszeit. Auch am Blog.

Ich wünsch euch was! Bleibts mir gewogen bis Anfang August! Und: DANKE an jede/n Einzelne/n von euch, der/die mich schon mal in Glaubenskrisen motiviert, in starken Phasen bestärkt, und für meine Frei-Schnauze-Schreiberei am Blog gelobt hat. Ihr seids super!

Übrigens – weils grad so schön zu meinem Glück passt – ich hab vor kurzem alte Fotos durchgeschaut, die ich kistenweise ganz oben am Regal verstaut hatte. Und bin über die Fotos der besten Zeit meines Lebens gestolpert – die leider schon ganze zehn Jahre her ist. Ich war damals drei Monate mit Rucksack durch Europa unterwegs. In Norwegen war ich ein paar Tage mit zwei Bayern unterwegs, Susi und Toby. Gemeinsam waren wir am Prekkestolen, einem 600 m hohen Felsen, der senkrecht aus dem Meer herausragt. Auf dem Foto baumle ich mit den Füßen, unter mir viel Luft und ganz unten das Meer (ein hübscher Norweger hatte kurz vorher gemeint, dass ich mich das nie trauen würde, pfah, challenge accepted). Toby hat damals meinen Glücksgrinser fotografiert. Es war der beste Tag der besten Reise meines Lebens…. auch wenn da noch ein paar verdammt gute Reisen danach auch waren… und irgendwie befinde ich mich auch mit dem Projekt auf einer ziemlich coolen Reise…

(c) Toby Volke

(c) Toby Volke

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More Testosterone needed

Ich war ja gestern auf der FairFair. Für mich persönlich war es so etwas wie der Vorhof zur Hölle – soooo viele tolle Kleidung! Ich hatte die Ehre, direkt mit Katha von km/a reden zu können (und jaaa, es gibt die Mäntel noch, auch nächstes Jahr, tirili!),

screenshot kmamode.com

screenshot kmamode.com

diskutierte mit Frau Fröhlich über den Textil Müller,

froehlichewelt.at

froehlichewelt.at

machte einen grooooßen Bogen um die Stände von Anukoo und Maronski (weil so superschöne Farben!!),

Screenshot Maronski.at

Screenshot Maronski.at

bewunderte sicherheitshalber aus der Ferne die Stände von Milch

Screenshot Milch.mur.at

Screenshot Milch.mur.at

und Anzüglich,

screenshot anzueglich.at

screenshot anzueglich.at

und hatte grundsätzlich viel Spaß dabei, gleich mal die WearFair zu bewerben.

Sehr fein wars mit Laura von ebenBERG, einem sehr feinen Concept-Store.

Screenshot ebenberg.at

Screenshot ebenberg.at

In unserem kurzen Gespräch über mein persönliches Kaufverhalten empfahl sie mir eine Testosteronspritzenkur. Männer haben schlicht ein anderes Kaufverhalten. Die kaufen was nach, wenn was kaputt ist – genau das muss ich wieder lernen. Aber ich solle aufpassen, meinte sie: „Weil dann kaufst dir alles doppelt.“

Kenn ich gut. Männer kaufen sich das gleiche Shirt dreimal und tragens jahrelang, Frauen kommen in der gleichen Zeit auf zwanzig verschiedene.

Und nein, ich habe nichts gekauft. Wohl auch, weil Micky, Mr. FairFair-Organisator himself, permanent meine Taschen filzen wollte, und den Gefallen, darin was zu finden, wollt ich ihm dann doch nicht tun. Aber hart wars.

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