Archiv für den Monat Januar 2013

Wos woar mei Leistung?

What a ride…..

Ich bin gerührt, ich bin durcheinander, ich bin stolz, ich bin traurig, ich bin wehmütig, ich bin alles auf einmal. Das unglaublichste Jahr überhaupt ist vorbei. Begonnen hats als einfacher Versuch, mich in meiner eigenen Konsequenz herauszufordern, geendet hat es mit dem Finden des roten Fadens für meine Zukunft. Ich bleib dran, beruflich und privat, an der fairen, nachhaltigen Mode. Und bevor ich vor lauter Rührung zum Heulen anfange (ich finds ja inzwischen fast schade, dass das Jahr zu Ende ist), hier mal die Hard Facts.

Dieser Blog hat inklusive diesem hier 585 Artikel, insgesamt gibt es fast 1800  Kommentare, und im Laufe eines Jahres wurde  über 150.000 mal geklickt. Unglaublich viele Leute haben mir geschrieben, wie sehr ich sie inspiriert hätte (wobei meine Strickleidenschaft meine Nichtkaufüberzeugung zahlentechnisch abgehängt hat, hihi), und sogar über ein paar Nachahmerinnen in Sachen Bloggen darf ich mich freuen! Die unendlich vielen Rückmeldungen per Mail, per Facebook und auch hier am Blog waren eine wunderschöne Bestätigung dessen, dass ich anscheinend einen Nerv der Zeit getroffen habe: Nicht nur mir wird der ganze Konsumwahnsinn zuviel, oder?
Die mediale Resonanz war absolut überwältigend , ich bringe es bisher auf sage und schreibe 20 Artikel (und wir sind hier in Österreich, angesichts der hiesigen Medienlandschaft ist das eine gewaltige Zahl).

Aber das allertollste: Ich habe es geschafft. Nix gekauft. Ein Jahr lang. Mich dafür eingehend informiert und daraus meine Konsequenzen gezogen.

  • Ich bin zur Stricksüchtigen geworden, ein Hobby, das ich sobald nicht mehr loslasse.
  • Ich habe wahnsinnig viel gelernt und – wie oben schon geschrieben meine Lieblingsmetapher – meinen roten Faden gefunden.
  • Ich kann mich beruflich teilweise auch mit nachhaltiger Mode beschäftigen, was mich unendlich freut.
  • Ich habe Geld gespart, und damit kann ich mir eine Weiterbildung finanzieren – eine Fachhochschule, deren Abschluss mir tausendmal mehr bringt als der nächste teure Mantel.
  • Das Projekt hat mir Möglichkeiten beschert, die meine kühnsten Träume übertroffen haben.
  • Ich habe tolle neue Leute kennengelernt, allen voran Katrin. Danke für die tollen Gespräche und die uneingeschränkte Unterstützung.
  • Danke auch an meine lieben Stammleserinnen von der Auszeit vom Shoppingwahn, der Konsumrebellion und natürlich die liebe M_S.
  • Aniger, Ena, Eva, Ina, Caro, Lady Grey, Moni, Mama und all ihr, die ich jetzt grad namentlich nicht nenne, die aber wissen, dass sie sich angesprochen fühlen können: Ich liebe euch, jede von euch auf eine andere, ganz besondere Weise. Freunde sind einfach was Tolles. Danke.
  • Flo, du bist der Allerbeste, und dich lieb ich am allermeisten. Danke für deine Geduld, deine Unterstützung und deine oft furztrockenen Kommentare, die mich gleichzeitig zur Weißglut gebracht und doch angetrieben haben. Du bist trotz aller Gnatsche, die wir regelmäßig haben, das Beste, was mir je passiert ist. Und: Ätsch, sieht du, ich kann ja DOCH konsequent sein 😉

Und das Allerallerallerwichtigste zuletzt: DANKE AN EUCH ALLE!! Eure Unterstützung, euer Interesse, euer Mitfiebern und eure unzählbaren Komplimente ob des Projekts und meiner Schreibweise haben mich durch das Jahr durchgeschoben, als ob es ein (verlängertes) Wochenende gewesen wäre. Ihr seid die Besten!! Ich werde liebend gerne weiterbloggen, da mir allein schon diese Community so ans Herz gewachsen ist. Allerdings werd ich die Häufigkeit nicht einhalten können, zuviel passiert grad rundherum – aber ich werde euch auch am Laufenden halten, versprochen!

Außerdem bin ich  seit Tagen am Überlegen, ob ich nochmal so ein Selbstherausforderungsprojektjahr anschließen soll. Nur hab ich noch nicht so ganz den Aufhänger gefunden. Das Projekt „Ein Jahr lang alle meine Kleidung selbstproduziert“ scheitert eindeutig an den immer noch mangelhaften Nähkenntnissen und der zugehörigen Geduld. Vielleicht wird es ja was ganz was anderes , ich überlege und überlege und überlege und währenddessen stricke ich 😉

So, und ich geh jetzt Boots shoppen 😉 Oder doch nicht? Hm! Weiterlesen, dann wisst ihrs!

Übrigens: Folgendes bekam ich grad vom Liebsten in die Hand gedrückt:

(c) nunu

(c) nunu

PS: Mir kommts wirklich nicht vor wie eine Riesenleistung! Aber dafür hab ich eine ordentliche, oscarreife Dankesrede hinbekommen, oder? 😀 😀

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16.1.2013

🙂

aber irgendwie auch

😦

aber eigentlich mehr

🙂

😉

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Get Changed – neues Portal für nachhaltige Mode

Ich hab ja schon mal übers Netzwerk Faire Mode geschrieben. Die heißen jetzt Get Changed und sind ein wirklich cooles Portal. Das System, das sie entwickelt haben, ist sowohl für die DesignerInnen selbst als auch für KundInnen und Fans nachhaltiger Mode spannend (es gibt so etwas wie eine Mitgliedskarte, mit der man in ausgewählten Geschäften günstiger einkaufen kann – in Österreich gibt es bisher nur einen Shop, aber ich bin überzeugt, dass das sehr bald sehr viel mehr werden).

Get Changed haben heute ihr Business Portal gelauncht. Nachdem es mich grad von einen Termin zum nächsten reißt und ich für diesen Blogbeitrag grad meine Mittagspause opfere, hab ich keine Zeit, da jetzt genauer drauf einzugehen. Ganz grob: Die Plattform ist für Händler und JournalistInnen, die dort faire Brands suchen können. ALLE können sich für den Newsletter eintragen und werden alle zwei Wochen über Entwicklungen informiert.

Klickt doch einfach mal auf das Bild und informiert euch selbst. Ich hoff und wünsch es ihnen, dass Get Changed bald der Leithammel in der Szene wird. Das Potential haben sie.

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One more day

Wahnsinn, morgen isses vorbei, das Jahr. Ganz realisier ich es noch nicht. Heute ist es ein Jahr her, dass ich mir den Mantel – mein letztes Stück vor Beginn des Projekts, leicht panisch am Sonntag am Flughafen – gekauft habe (den ich diesen Herbst übrigens seltener getragen habe als ich dachte).  Meinen letzten Nichtkauftag werde ich heute – richtig geraten – mit abendlichem Stricken begehen. Der Pulli für Anita ist in den letzten Zügen, dem für die graue Kirsche fehlt noch das Vorderteil.

Und nein, meine Lieben, morgen wird nicht geshoppt. Ist zumindest der Plan – ich habe schließlich noch eine Wette gegen einen Arbeitskollegen zu gewinnen 😉

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Ich habe heute leider keinen TV-Beitrag für euch

Lustig. Da wollte ein Fernsehsender meinen ersten Einkauf mit der Kamera begleiten. Ich war sowieso schon am Zweifeln. Jetzt haben sie mir abgesagt, weil sie ganz enttäuscht waren, dass ich im letzten Jahr nicht megaverschuldet und völlig ohne Kontrolle in meinem Einkaufsverhalten war. Ich kann damit leben 🙂 Leid tuts mir nur um die Geschäfte, in die ich gegangen wäre, die hätten nämlich gute PR gehabt.

Aber da ist mir die Absage lieber als eine Geschichte von wegen „Jetzt darf sie wieder, jetzt ist sie wieder ein ganzer Mensch“. Der Weg Richtung ganzen Menschen hat sich nämlich gerade in diesem Jahr massiv beschleunigt, weil ich jetzt wieder an dem Punkt bin, Kleidung dann zu kaufen, wenn ich sie BRAUCHE und nicht, wenn ich mich ablenken will. Ok, hin und wieder als Belohnung wird schon drin sein (auweia, ich freu mich schon wie deppert auf die Stiefel!!)

Ich finds aber witzig, irgendwie. Eine Gschicht bist halt echt nur, wennst ein Extrem liefern kannst. Und „Extrem“ in meinem Zusammenhang akzeptiere ich nur stockbesoffen vom Liebsten (also er und ich), wenn er mich „extrem schräg“ nennt. 🙂

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Lieblingsstück und ungeliebtes Wetter

Ich hab Wetterlaune. Dementsprechend ist heute ein „Ich mag drinnen bleiben“-Tag, ein „Ich mag nicht“, ein „Ich mag mich am Sofa einrollen“, ein „Welt bleib draußen“…Dass noch dazu Montag ist, ist eine wahnsinnig gemeine Korrelation, die das Schicksal mir da um die Ohren hat. Aber zumindest gegen diese Kälte habe ich habe ein Schutzschild, und zwar ein verdammt geniales. Lieblingsstück. Lady Grey, Moni, Liebster, Mama, ich danke euch immer noch!

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Sehr regionale Konfektion

Langsam trau ich mich ja wieder zu schauen, und Die Sicherheitsnadel hat mich auf was ganz was Feines hingewiesen: Wiener Konfektion. Ich mag die Schnitte und den Materialmix sehr.

Wiener Konfektion: regional produziert, oft werden Vintagestoffe verwendet. Und gefährlicherweise genau fünf Gehminuten von meinem Büro entfernt…das ist schon SEHR regional…

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Absage ans Tauschen

Ich hab ja mal vor ein paar Wochen geschrieben, dass ich gerne eine Tauschparty machen würde. Sorry Leute, davon bin ich jetzt abgekommen: Letzte Woche habe ich den Rest meines Zeugs, das ich ausmiste, auf die Kleiderständer gehängt, und mit jedem Stück stieg die Belastung. Ich glaube, ich miste grade mehr Sachen aus, als mein Liebster besitzt. Und meine Kästen sind immer noch gut gefüllt (ok, einer ist jetzt fast leer, aber die restlichen zwei biegen sich immer noch in alle Richtungen).

Der Gedanke, dass ich mein Zeug wegtausche, um Neues nachhause zu bringen, der war der Grund für diese Belastung. Wie gut es sich doch angefühlt hat, als meine Lieblingsaniger mit einer Textilschwedentasche voller Zeux von mir rausspaziert ist – und mit dem Verbot, mir im Gegenzug was zu schenken.

Also: Ich werde mein Zeug einfach herschenken. Und zwar an die Leute, bei denen ich weiß, sie tragen es gerne oder können nähtechnisch etwas damit anfangen. Ein paar Freundinnen und Bekannte werden aufgrund von vergleichbarer Größe (wobei, zu meiner eigenen großen Überraschung habe ich auch Kleider in Größe 38 besessen, und ich hab sogar wirklich mal in die reingepasst, es gibt Beweisfotos!) bevorzugt behandelt, und wie es dann weitergeht – lest ihr sehr wahrscheinlich bald einmal hier 🙂

Schönen Samstag wünsch ich euch!

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Stolz

Also eines ist in diesem Jahr definitiv passiert. Ich hätte nie, wirklich nie gedacht, dass ich mich mal trau, die Sachen, die ich selbst fabriziert habe, im Freien, so mit fremden Menschen, die mich sehen, zu tragen. Ursprünglich war da nur die Idee, etwas selbst zu produzieren, damit ich merke, wie lang sowas dauert, wie kompliziert das ist und wie oft ich dabei fluche. Dass ich wirklich tragbares Zeug produzieren würde, war zu Beginn zwar erwünschte Option, aber keine relevante Kategorie.

Heute in der Früh bin ich rausspaziert in meinem Mantel, einem selbstgestrickten Schal und einer selbstgestrickten Haube. Die selbstgenähte Tasche ist an einer Öse leider ausgerissen und musste daher gewechselt werden.

Und ich bin megastolz drauf, fühle mich wahnsinnig wohl in meinem Zeug.  Nie hätte ich das gedacht! Ich freu mich schon sehr auf den Nähkurs, den wir meiner liebsten Aniger zum Geburtstag geschenkt haben, denn da werd ich mir – hoffentlich mit viel Hilfe vom Nählehrer – ein Kleid nähen, das zu der Kombi ganz wunderbar dazupasst.

Dieser Part des Projektjahres ist wahrscheinlich der, der in mir am meisten bewegt hat. Lustig, wo rundherum auch so wahnsinnig viel passiert ist, bewegt es mich am meisten, dass ich selbst (wieder) gelernt habe, zu gestalten.

Foto wird nachgeliefert!

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Mütterliche Schiunterwäsche

Was das Ausmisten sonst noch so bringt: Ein unglaublich schlechtes Gewissen. Es gibt so Teile in meinem Kleiderschrank, da höre ich meine Mutter förmlich neben mir stehen und sagen: „Was, das willst du weggeben? Das ist aber echt noch in Ordnung!“ oder „Den Rock hat dir extra die Schneiderin genäht, damals, als du 13 warst!“ oder „Geschenkt hab ich dir die Schiunterwäsche, und nie hast sie angehabt!“

Schiunterwäsche, ernsthaft?! In meiner gesamten Familie bis hin zur entfernten Urstrumpftante bin ich bekannt als die, die sich als Kind wie ein kleiner Berserker gegen das Schifahren gesträubt hat. Die in Schikurse gesteckt wurde und dort vier Stunden durchweinte. Die Panikanfälle bekam, sobald man sie in Schischuhe steckte. Keine schönen Erinnerungen, und meine Lust aufs Schifahren ist auch in den vergangenen 25 nicht gewachsen. Mein einziger Kontakt mit Schiern findet auf meinem Sofa statt, wenn ich bei der Abfahrt traditionell den Norwegern (hach, Lasse forever..) und mein Vater den Österreichern die Daumen hält und wir beim Starthaus schon wetten, wo es den Läufer streuen wird.

Aber nein, die Schiunterwäsche, die grundelt seit einer zweistelligen Anzahl an Jahren in meinem Kasten herum. Hellblau und weiß, fürchterlich. Und bei keiner einzigen Ausmistaktion in den vergangenen Jahren habe ich es übers Herz gebracht, mich von ihr zu trennen, immer war die mütterliche Stimme im Kopf einfach zu vorwurfsvoll.

Diese Stimme ist aber regelmäßig auch sehr praktisch, Ausmisten fällt mir schwer, die Mama ist die perfekte Ausrede… Aber die Schiunterwäsche, die kommt jetzt weg, Schlussausende. Nur der Rock, der mir mit 13 geschneidert wurde, der wird wohl nochmal in einer „kann ich noch nicht so ganz weggeben“-Kiste landen, der kriegt noch eine Runde.

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