Archiv für den Monat Januar 2013

Ja guten Tag, lange nicht gesehen!

Ausmisten lässt alte Schätze auftauchen. So zum Beispiel eine locker zehn Jahre alte Hose, die mir damals sehr groß war, und die ich vor allem aufgrund des Schnittes – weiter Bootcut und exakt die richtige Länge – damals heiß liebte. Jeansstoff mit Samt überzogen, der sich nach und nach abwetzte. Das klingt jetzt sehr nach den Neunzigern, aber irgendwie wars schon auch sehr cool. Diese Hose landete jedoch für locker acht Jahre in diversen Kisten (trag ich nicht mehr, mag ich aber nicht weggeben). Und wurde gestern auf der Suche nach einem Pulli, den ich einer Arbeitskollegin schenken wollte, wieder ausgegraben.

Mutprobe aufs Exempel: Sie passte! Und zwar genau! Und der Schnitt war immer nochso wunderbar…. lediglich am Popsch ist sie schon sehr abgewetzt, doch das ließ sich mit einem Rock drüber (früher mein Standardoutfit) locker lösen.

(c) nunette colour

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Und oh Wunder,  oh Wunder, sogar die Farbe gefiel mir, dieses undefinierbare Rostaltrosalachsblau – sie schaut wirklich nicht so arg „kamma nicht mehr tragen“ aus, wie man glauben könnte. Find ich halt. Und bisher ist auch noch kein Kollege und keine Kollegin bei meinem Anblick aus den Latschen gekippt…

(c) nunette colour

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Manchmal zahlt es sich eben doch aus, Dinge nicht wegzugeben…. Hosen mit dem richtigen Schnitt sind einfach Gold wert. Ich überlege sogar, mit dieser Hose zu den Gebrüdern Stitch zu gehen und sie mir nachschneidern zu lassen aus normalem Jeansstoff…

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Anleitung zum Lesen von Nachhaltigkeitsreports

Heute ist gestern, spätabends, und ich habs bis jetzt nur geschafft, die Zusammenfassung dieser Studie zu lesen, über die der ORF gestern, also heute, berichtet hat. Aber schon diese zwei Seiten sind wirklich fabelhaft. Im Grunde liefern sie nämlich eine Anleitung, wie man die diversen Nachhaltigkeitsreports großer Unternehmen, auf die jene ja sooo stolz sind, kritisch liest (mein persönliches, nerdiges Hobby…).

Also. Die meisten großen Unternehmen orientieren ihre Berichterstattung an der GRI, der Global Reporting Initiative. Was an sich als System gedacht ist, die freiwilligen (!) Nachhaltigkeitsreports der Unternehmen transparent und international vergleichbar zu machen, ist – sorry – im Grund ein unglaublich billiges System, das Unternehmen als nachhaltig darzustellen, selbst, wenn es das nicht ist.

Weil? Die GRI gibt einen Kriterienkatalog vor, von denen man über eine gewisse Anzahl berichten muss. Das heißt, aus über 100 Kapitelüberschriften wählt man ein Drittel aus, schreibt ein bissl was drunter und schwupps, nachhaltig. Und der Überhaken: Es bleibt den Unternehmen überlassen, wie genau sie berichten wollen. Und: Welche Kriterien sie auswählen (was so ganz nebenbei dazu führt, dass selbst ein Atomkraftwerk einen Nachhaltigkeitsreport nach GRI vorweisen kann, sie gehen auf die Themen Wasser oder Life Cycle einfach gar nicht ein, müssen sie ja nicht!)

De facto heißt das: Die Unternehmen können schreiben, was sie wollen. Sie müssen nichtmal prozentuale Angaben in den Gesamtkontext stellen – wie bei H&M geschehen, sie schreiben von 15.000 Tonnen verarbeiteter Biobaumwolle, geben aber nicht an, dass das im Grunde der  Dreck unterm Fingernagel im Vergleich mit dem Gesamtbaumwollverbrauch des Unternehmens ist.

Und was diese Gschichten vpn wegen Sozialaudits bei den Lieferanten angeht, kann man den GRI komplett knicken. Ich zitiere:

Über die Ergebnisse ihrer Sozialaudits bei Lieferanten berichten die Unternehmen ebenfalls sehr unterschiedlich. Der Informationsgehalt des GRI-Indikators hängt allerdings davon ab, wie man die Aussagekraft von Audits bewertet. Der Indikator allein ist zu allgemein formuliert, als dass er wirklich eine hohe inhaltliche Aussagekraft haben kann, denn die Prüfung unter Menschenrechtsaspekten umfasst mehr als nur die Auflistung der Zahl von Audits und einiger Ergebnisse.

Also: Der GRI-Index gibt nur an, DASS ein Unternehmen sich die Bewertung antut, informiert aber eigentlich nicht. Und alle, wirklich alle orientieren sich an diesem Index.

Das, was eigentlich hergehört, ist erstens mal verpflichtendes statt freiwilliges Reporting, mit sehr klar definierten Kategorien, einer thematisch-inhaltlichen Verpflichtung (also dass das AKW über Life Cycle berichten MUSS und es für das AKW daher unmöglich wird, einen guten Nachhaltigkeitsbericht zu liefern – denn wenn Atomkraft eines nicht ist, dann nachhaltig. Wobei, genaugenommen schon. Nachhaltig strahlend…), und vor allem der Verpflichtung zur Vergleichbarkeit. Ich bin ja neugierig, ob es das noch irgendwann spielen wird. Und wie weit die Wertschöpfungskette zurückverfolgt werden muss. Weil dann würden all die großen konventionellen Textilunternehmen zwar genauso weitermachen wie bisher, aber sich wenigstens nicht grün und nachhaltig schimpfen. Das geht mir nämlich unfassbar am Arsch (tschulligung, musste sein)…

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Fortschritt, Fortschritt!

Puh, ein gedanklicher Meilenstein ist heute passiert. Also. Heut im Büro: So richtig anstrengend. Nicht arg stressig, aber hunderttausend verschiedene Dinge zu besprechen, planen usw. Nervig halt, und viel. Früher wär ich schnell am Heimweg ein paar Stationen früher ausgestiegen, so ganz zufällig auf der Einkaufsstraße.

Im vergangenen Jahr war der Boykott dann immer so ein Super-Selbstkontrollinstrument: „Hey, ich darf eh nicht. Die Peinlichkeit, das ganze zugeben zu müssen, die geb ich mir nicht. Dann halt doch direkt nachhause.“

Heute hats mich kurz ereilt, der Gedanke. Jetzt, wo das wieder shoppen können zum Greifen nahe ist – 8 Tage noch…. Und das tolle, also der Fortschritt: Es interessiert mich nicht! Es ist genauso ein Tag wie früher, der garantiert zu neuen Fetzen in meinem Kleiderschrank geführt hätte. Aber null, nix, nada, der Gedanke daran, nicht direkt nachhause zu fahren und dort die freie Zeit zu genießen, der ist der stressige grad!

Tja, ich werd wohl leider die Erwartungen mancher, dass mein Wiedereintritt in die Shoppingwelt ein Rückfall in die Minusbelastungen am Konto wird, nicht erfüllen können. Ätschibätsch!

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Leiwandeste Leggings

Wurscht, ob Leggings jetzt cool sind oder nicht – für mich sind sie der perfekte Strumpfhosenersatz, weil selbige mir sowieso immer als allererstes am großen Zeh aufgehen (anscheinend streck ich beim Gehen meine große Zehe immer extra nach oben, was im Schuh zwar nicht auffällt, die Strumpfhosen aber verlässlich ruiniert).

Und die da find ich leiwandest. Mit einem Haken: Nur in den USA bestellbar.

Ich zitiere, warum diese Leggings so leiwandest sind:

A snug and comfortable wardrobe staple, the Birch Legging is suitable for wear in any season. A little bit of Spandex is added to the Birch to give four way stretch to our Reparel™ fabric. A covered elastic waistband and unique stitching makes the Birch a year round staple.

Jersey Fabric made from 53% pre-consumer recycled colored cotton / 44% post-consumer recycled polyester / 3% spandex

All our products are made from our Reparel™ fabric. Comfort, versatility, durability, and sustainability…you’ll look great in our Reparel™ fabric, and you can feel good about them too.

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Facts, Facts, Facts

Ladies and Gentlemen, may I present das no net so ganz fertige Factsheet über die diversen Abgründe der konventionellen Modeproduktion. Ich wollt nur mal so sammeln, was mir so alles einfällt zum Thema „konventionelle Mode“. Einige Dinge sind noch nicht fertig ausformuliert, andere sicherlich verbesserungswürdig, aber tadaa, im Word sind es 17 Seiten, die ich da fabriziert habe. Einige Punkte muss ich noch bearbeiten – falls bei dem bereits Geschriebenen Fehler auftauchen, bitte um Email an ichkaufnixx@gmail.com und ich bearbeite das Factsheet.

Hier (und da oben im Menü unter FACTS) gibts das ganze nachzulesen. Das Jahr hat mir weitaus mehr gebracht als einfach nur 366 Tage Kontoschonung. All diese Tatsachen, die da aufgelistet sind, haben mir massiv zu denken gegeben. Vor allem die Tatsache, dass ich eigentlich ausm Ärmel geschüttelt auf sechzehn verschiedene Punkte gekommen bin, wo es im Griss um die Fetzen falsch oder halt in die falsche Richtung rennt.

Ich weiß nicht, ob für euch LeserInnen dieser Überblick was bringt oder nicht zu trocken ist – für mich ist es eine passende Abrundung dieses Blogs. Ich kann nämlich auch auf ernsthaft. Manchmal.

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Er ist infiziert!

Folgender Anblick bot sich gestern nach dem Tatort auf unserem Sofa:

(c) nunette colour

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Ich am stricken, der Liebste am Pimpen von einem alten Pulli. Angewandtes DIY-Spießertum. Wie herrlich.

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Aha-Erlebnis, eineinhalb Jahre zu spät

Ich hab wieder was entdeckt, was ich eigentlich schon vor eineinhalb Jahren entdeckt habe – nur wusste ich damals, prä-stricksüchtig, noch nicht, was ich da entdeckt habe. Ich hab mich im New York-Urlaub einfach nur so sehr über den Namen abgehaut, dass ich das Schild des (geschlossenen) Geschäfts fotografieren musste:

(c) nunette colour

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Jetzt weiß ich, was das eigentich für eine saucoole Sache ist: Ein Woll-Laden (oh Überraschung), in dem man auch „DIY“ bestellen kann, also fertige Sets mit Wolle, Nadeln und Anleitung. Diese Kits reizen mich schon sehr, nächstes Jahr möchte ich das mal testen..

Irgendwie lässig finde ich dieses Teil hier mit absichtlichen Laufmaschen – dens leider nur fertig zu bestellen gibt, wie ich grad festgestellt hab…

(c) WATG

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Hach, New York. Coole Stadt. Mit tollen Wortspielen.

(c) nunette colour

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WATG haben auch einen Blog mit lauter schönen Fotos. Klick!

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Die Erleichterung

Langsam gehts los: Die ausgeborgten Kleiderstangen sind aufgebaut, alle verfügbaren Kleiderhaken sind benutzt, weitere Kleiderhaken kommen nächste Woche.

Voila, das schaut ja langsam schon nach was aus, so ausmisttechnisch!

(c) nunette colour

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Allerdings: Da fehlt noch viiiiel – und die ganz  Aufhängerei hat mir grad noch mehr Lust auf Ausmisten gemacht!

Dieser Berg muss noch „abgearbeitet“ werden..

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Energetischer Stress

Die letzten Tage meines Shoppingboykotts werden langsam stressig. Nicht, dass ich noch viel in die verbleibenden zehn (!!!) Tage stopfen will, irgendwie überschlägt es sich grad trotzdem wieder. Nicht nur, dass mein Aufräum- und Ausmistfieber mich täglich in kleinen bis mittelgroßen Dosen ereilt, ich noch die Vorderteile von den beiden Pullis stricken muss, eigentlich grad an einem Loop für mich stricke, Filzwolle für neue Batschen (meine haben nach drei Jahren w.o. gegeben) vor mir liegen habe, derzeit fast täglich leidenschaftlich koche und noch an zwei anderen nicht gerade kleinen Projekten arbeite, geht auch die Arbeit langsam, aber sicher nach den Feiertagen wieder los.

Zum Shoppen hätt ich im Moment eh keine Zeit, weder on- noch offline. Wie ich mir bereits zum Jahreswechsel dachte: Schlaf wird im ersten Halbjahr Mangelware.  Mich wundert wirklich, wo diese ganze Energie in mir drin herkommt….

Und jaaaa, ich gebs zu, das ist Raunzen auf verdammt hohem Niveau…

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Share and Care

Auweia, ich bin in Shoppinglaune. Aber nicht für Kleidung, sondern für Einrichtung. Das Bad, das war immer so mein Sorgenkind, irgendwie bin ich auf keinen Nenner gekommen, wie ich das stimmig einrichte – und sowas ist mir verdammt wichtig. Außerdem nerven mich die Berge an ausgemisterer Kleidung im Wohnzimmer grad ziemlich, vor allem, weil sie grad lose daliegen, da ich die Taschen kürzlich dringend benötigt habe.

Ein paar Zerquetschte hab ich dann auch wirklich beim Möbelschweden liegen lassen – es gab günstige Metallregale fürs Bad, und in diesen Tisch (türkis!) bin ich seit August verliebt, den habe ich mir gegönnt (passenderweise hat der Liebste sich endlich einen Akkuschrauber gegönnt, sind wir nicht eine perfekte Symbiose?).

Und leiderleider, ich war mal wieder so richtig „in the zone“. In the Fundgrubenzone, nämlich. Dort hab ich dann gleich noch eine passende Lampe fürs Bad gefunden (und dankenswerterweise per Facebook auch einen Elektriker, der sie mir montieren wird – die alten Fassungen in meiner Wohnung sind abenteuerlich). Und Lust auf ein weiteres Regal bekommen. Und Liebster, meinst du nicht, dass wir so einen Fauteuil brauchen, wenn wir dann mal das eine Zimmer umgebaut haben? Und hey, wieso häng ich die ausgemistete Kleidung nicht auf einer mobilen  Kleiderstange auf, bis ich beschlossen habe, was an Freundinnen, was an Restldesignerinnen und was in meinen eigenen Nähkorb geht?

Zum Glück konnte ich mich (und konnten die mich unsäglich nervenden Menschenmassen beim Möbelschweden, die mich zur Flucht zwangen) bremsen. Abgesehen von der Lampe wurde nix mitgenommen. Kurz mal nachgedacht, und schwupps, mal auf willhaben und vor allem share&care nachgeschaut.

Share&Care ist einfach megaleiwand. Da gehts nicht ums Tauschen, sondern ums Suchen und Schenken. Entweder man bietet etwas an, gratis, oder man postet, was man sucht. Selbiges tat ich, und keine 24h später holte ich zwei mobile Kleiderstangen ab. Am neunten hol ich mir dann auch noch einen Berg an Kleiderhaken, und meine Begeisterung ist unendlich. Ich kanns echt nur weiterempfehlen – ich werd in Zukunft öfter reinschauen. Wer weiß, vielleicht sucht ja jemand ein Klumpert, das ich loswerden will?

Übrigens gibts das System für viele verschiedene Städte, einfach nach eurer Stadt suchen!

Ps: Das Bad ist endlich richtig schön geworden, und diese Verschönerung hat mich genau 25 Euro gekostet. Der Rest war wiedermal einfaches Umstellen. Umdenken hilft manchmal ungemein gegen die Kaufrauschgefahr….

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