1000e km und 6 Monate weit weg – ganz nah

Der heutige Tag war – und das ist keine Anspielung auf meine Magenprobleme  – ein Schlag in ebenjenen. Zumindest ein Moment.

Der Moment kam, als ich bei Kollegin Christina von Südwind saß und wir etwas WearFair-Nachbearbeitung betrieben. Am Boden vor mir lag ein Plastiksack. Ich hob ihn auf, um nicht mit dem Bürosessel drüber zu rollen, und legte es auf den Tisch. Erkannte es. Und mir wurde schlecht. Rana Plaza. Tausende Kilometer und sechs Monate weit weg, plötzlich direkt vor mir auf dem Tisch.

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Die Shirts, die in dem Plastiksack waren, hat Christina bei einem Lokalaugenschein auf dem Gelände von Rana Plaza gefunden. Die Kärtchen (KiK, Verona Pooth) waren schon dran – staubüberzogen und zerknickt. Ich kann nur sagen: Das geht rein. Gänsehaut und tief ins Herz. Die Menschen, die diese Shirts genäht haben, sind entweder tot oder schwer traumatisiert, weil über ihnen ein achtstöckiges Gebäude zusammengebrochen ist. Es gibt Filmmaterial, das Christina beim Einsammeln der Shirts zeigt – bis kommenden Montag online.

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Bei dieser Gelegenheit: DANKE für die tolle Zusammenarbeit in den letzten Monaten, liebe Christina! Du machst einen tollen Job!

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9 Gedanken zu „1000e km und 6 Monate weit weg – ganz nah

  1. Caro sagt:

    Danke für den Beitrag, habe ihn direkt verlinkt und ebenfalls darauf aufmerksam gemacht.

    http://jetztbewussterleben.blogspot.de/2013/10/clean-clothing-faire-lohne.html

  2. Diesen Beitrag fand ich ebenfalls empfehlenswert und haben ihn daher in meinen heutigen Wochenrückblick

    http://einfacheinfachleben.blogspot.com/2013/10/die-blogwoche-mehr-kw-432013.html

    eingebaut.

    Liebe Grüße aus Berlin,
    Anja

    P.S.: Herzlichen Glückwunsch auch von mir zu Deinem Abschluss!

  3. […] Mir ists gerade wirklich kalt den Rücken runter geronnen. Denn diese Blusen, um die es geht: Die hatte ich auch schon mal in der Hand. Wenn diese Bilder plötzlich im wahrsten Sinne des Wortes angreifbar werden, das gibt den sowieso […]

  4. […] Wie kriegt man kleine Nunus  ganz leicht auf die Palme rauf? Indem man ein großer, sehr billiger verkaufender und produzierender Textilkonzern ist und den Markennamen einer alten, ursprünglich österreichischen Firma missbraucht. Ich hau hier jetzt ziemlich aus, darum werde ich den Konzernnamen nicht nennen, ich geb euch nur Stichworte: Drei Buchstaben, Verona Pooth, Rana Plaza. […]

  5. […] Es kommen auch diese Shirts aus den Trümmern von Rana Plaza vor, die ich auch schon mal in der Hand hatte. Mir rinnts da immer noch jedesmal kalt den Rücken […]

  6. […] Ich bin eeeewig spät dran, weil mir der Textilschwede dazwischen gekommen ist, aber es steht was wirklich ganz ganz Wichtiges an: Am Freitag ist Fashion Revolution Day. Am Freitag vor zwei Jahren passierte nämlich etwas, von dem wirklich jeder einzelne Mensch in Europa, der Zeitung liest oder sich sonst nachrichtentechnisch informiert, Bescheid wissen MUSS: Rana Plaza stürzte ein. Das Fabriksgebäude begrub 3600 Menschen unter sich, 2500 waren teilweise schwer(st) verletzt, 1138 starben. Es war die größte Katastrophe jemals in der Textilproduktion von Bangladesch. Das wirklich Traurige: Sehr viele von ihnen wollten an diesem Tag nicht arbeiten, hatten Bedenken aufgrund der immer größer werdenden Risse im Gebäude. Ihnen wurde mit Entlassung gedroht, sollten sie nicht auftauchen. Fatal. Eine Geschichte, die mich immer wieder massiv traurig macht. Und für Gänsehaut sorgt. […]

  7. […] schenkte, aber nicht AN sie glaubte. Besonders ein Gespräch mit einer Bekannten aus der NGO-Szene, die dortgewesen war, brannte sich bei mir ein. Sie öffnete mir die Augen: Die Frauen und Männer, die in der Fabrik […]

  8. […] Co. nähten. 2500 Menschen wurden verletzt. Die Vorstellung ist einfach immer noch grauslich, und beim Gedanken an diesen Moment rinnts mir immer noch jedes Mal kalt den Rücken […]

  9. […] Jahren, wir waren mal Pressesprecherinnenkolleginnen – und sie war diejenige, die damals aus Bangladesch die Verona-Feldbusch-Kollektions-KiK-Shirts aus den Ruinen  von Rana Plaza gezogen und nach Wien mitgenommen […]

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