Archiv für den Monat Februar 2014

Lauter Blitze!

Ich weiß, dass das, was ich jetzt schreibe, prahlerisch klingen kann. Es ist aber absolut nicht so gemeint, im Gegenteil. Ich schreibe es, weil es mich einfach nur noch flasht, in einer Tour, seit 24 Stunden. Die schauten nämlich folgendermaßen aus:

Ich hatte dank meiner lieben Vea die Ehre, in der Jury des Protestsongcontests zu sitzen und Punkte zu vergeben – so richtig auf „and twelve points go toooo“ (außer, dass die Wertung nur bis neun Punkte ging, aber ihr versteht, was ich meine).

Flash.

Ich saß so nebenbei zwischen einem Drittel von Maschek, die ich sehr verehre, und ….. Peter Paul Skrepek, seines Zeichens Gitarrist. Von Falco. Wer mich kennt, weiß, dass innerlich flatterte. Falcos Gitarrist. Faaaalco!!!

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Wollige Entkrempel-Laune

Es ist soweit. Ich habe wieder ausgemistet – und zwar…. Wolle! Ich habe so wahnsinnig viel Wolle zuhause, weil ich zweimal Wolle geschenkt bekam – in riiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiesigen Mengen. Einiges davon ist verstrickt, einiges schon weitergegeben, und immer noch war da unglaublich viel da. Und ich habe mir eingestanden: So sehr ich mich über die Geschenke freute, ich werds in diesem Leben nicht mehr verstricken. Zuviel Polyester, zuwenig Knäuel für einen gscheiten Pullover, zu falsche Farben – aber wegschmeißen? Geht nicht. Das einzige, was mir für diese Wolle eingefallen ist: Ich spende sie. An Hans im Glück.

Herrlich, diese Entkrempel-Laune.

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Bundeseigentum? Mein Eigentum!

Vor eineinhalb Jahren hab ich ihn das erste Mal gepostet, den Mantel. Aber irgendwie wollt oder konnt ich ihn mir dann doch nie leisten. Bewundert hab ich mich drin. In Versuchung im shoppingfreien Jahr war ich. Das Atelier der beiden DesignerInnen besucht hab ich. Dem Liebsten eine Jacke von denen geschenkt hab ich. Und gestern war es so weit: Ich habe ihn abgeholt, meinen ganzganz eigenen km/a-Mantel.

Processed with Rookie

Endlich zuhause. Verpackt in eine wunderbare Einkaufstasche, ich vermute, aus italienischer Fallschirmbaumwolle…

Processed with Rookie

… von Michael selbst gefärbt und mir mit den Worten „Der weiße Fleck, das ist der Korken vom Silvestersekt“ übergeben.

Processed with Rookie

Da hängt er, in seiner vollen Pracht. Grünlichbraun, hinten ganz schön lange (halbes Wadl! Saucool!), vorne knielang, und wenden kann ich ihn auch. Hach…

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Die Rückansicht in ihrer vollen Pracht. Ich trage ab jetzt Bundeseigentum.

Processed with Rookie

🙂

Wahnsinn. DAS ist ein Neu-Gefühl, ein unglaubliches. Eineinhalb Jahre „soooooooooooooooooo schön“ und jetzt in meinem Schrank. Zwei Haken:

1) Den Rest der Woche hats zweistellige Plusgrade, der Mantel ist warm genug, um bei zweistelligen Minusgrade gemütlich durch die Stadt zu schlendern…

2) Er ist ein bissl zu groß geworden, aber: Ich mag ihn grad nicht wieder hergeben. Diese Saison wird er eben in zu groß ausgeführt, danach kommt er wieder ins Atelier und wird etwas verschmälert. Und: besser zu groß als zu klein, puh!

Wahnsinn. Ich hab einen km/a-Mantel. Tollstes Weihnachtsgeschenk…. nein, nicht ever. Die Weihnachtsgeschenke vom Liebsten sind nämlich immer toll.

Ich hab einen km/a-Mantel. Noch dazu einen ganz für mich gemachten. Danke!

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Nunu, die größte Idiotin von Wien

Aiaiaiai, ich hab gestern ein Musterstück an Habenwollen-Impuls hingelegt, dass es ärger nicht geht. Eigentlich ist es so peinlich, dass ich zuerst nicht drüber schreiben wollte, aber irgendwie …. ans Hirn klatschen, lachen, weitermachen.

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Schlanke, große Frau gesucht!

Verdammt. Ich hab mich näherisch wieder über etwas drübergetraut. Ich wollte diesen schrägen Pulli aus der Handmade Kultur machen.

Foto 3

Wobei, die größte Arbeit war eigentlich die kleberische:

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Und die Schneiderische, eh extra ein bissl mehr zugeschnitten, weil ich wusste, erstens hab ichs gern bequem, zweitens sitz ich an einer Overlock, was da weg ist, ist weggeschnitten.

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Jaa, der besteht wirklich nur aus einem Teil. Wobei, nein, aus zwei, im Kragen wird noch so ein Streifen eingenäht. Aber der Pulli selbst: Ein Teil – und verdammt viel Denkarbeit, wie! zur! Hölle! das! jetzt! zusammen! gehört! Wobei, nach zehn Minuten hat mans dann auch überrissen – und näht.

Hab ich alles brav gemacht. Das Ergebnis ist auch wirklich recht schön geworden. Ein schon ewig herumliegender Müller-Stoff, außen leicht glänzend, innen flauschig, ein bisschen wie eine Sportjacke aus den Siebzigern, in einem grünlichen Grau. Das einzige, was noch fehlte, was das Säumen von Ärmeln und untenrum. Was ich mit meiner alten normalen Nähmaschine aber nicht machen wollt, weil ja keine Stretchstiche und so.

Stattdessen: Anprobiert. Und? Das ist ein Schnittbogen für Flachbrüstige! Und am Oberarm auch zu eng. Wahrscheinlich, weil ichs aus einem Material gemacht hab, das zwar stretchig, aber nicht stretchig genug ist. Einer schlanken Frau passt der sicher. Mir….nicht.

Foto 1

Vorne….

Foto 2

,…und hinten, samt der kessen Schulternaht.

Der Schnitt ist fantastisch, ich bin total enttäuscht, dass er mir nicht passt! Aber es hilft nix – meine beiden Attribute und mein rechter Oberarm sind zu voluminös (dachte eigentlich immer, meine Arme seien nicht so dick….). Ich schätze ihn auf Größe 38, und hoffe, dass er einer großen, schlanken Frau passt…  Und darum – tausche ich ihn. Gegen ebendiesen Pulli: Ich mag auch so einen.  In passend.

Wunschbedingungen:

  • Aus Sweatshirtmaterial und mit viiiiiiel Nahtzugabe (Ich hab selbst schon 1-2 dazugegeben, es müssten also mindestens 4 an den Oberarmen sein).
  • Und optimalerweise aus einem Stoff, den ihr schon ewig zuhause herumliegen habt und nichts damit anfangen wisst. Nicht neu kaufen bitte.

Blöde Idee? Ich find sie gut (danke, Bianca, übrigens!)! Brauchen tu ich den Pullover nicht, aber ich find den Tauschgedanken in dem Fall lustig! Es müssen übrigens keine Profinäherinnen ans Werk, sonst ist mir mein Anfängerwerk wirklich unangenehm 🙂

Den Schnitt gibts gratis hier: Handmade Kultur , die Anleitung dann per Email von mir!

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Primark – giftfrei!!

Ogott ist dieser Job aufregend! Während ich letzte Woche an was ganz anderem gehockt bin, schneite plötzlich eine aufgeregte Mail in meinen Posteingang. Und was ich da las, war im wahrsten Sinne des Wortes fetzengeil. Ich lass jetzt einfach mal ein Bild sprechen:

Primark_commits

Na? Na? Naaaaa? Ist DAS cool, bitte? Vor allem: Während Burberry da fest öffentlich angeprangert wurde und in einer Wahnsinnsaktion auf Twitter, Facebook und Instagram zum Detoxen aufgefordert wurde, brauchte es das bei Primark einfach nicht. Einfach so, plötzlich, wurden wir informiert, das die Iren einsteigen. Gut, da lagen sicher intensive Verhandlungen dahinter, schon klar. Primark wird nicht einfach angerufen haben und gesagt haben: „Wir sind bedingungslos dabei!“. Aber ich bin begeistert! So wenig es mich freut: Primark expandiert gerade enorm. Dass die sich zum Verzicht auf giftige Chemikalien in ihrer Produktionskette vepflichten, find ich echt stark.

Doch damit ist es nicht getan. Die Primarks müssen jetzt dranbleiben und wirklich bis 2020 diverse Chemikalien ausgelistet haben. Und für kritische KonsumentInnen darf das jetzt nicht heißen: „Hey super, jetzt kann ich mir auch Shirts um drei Euro kaufen, ohne schlechtes Gewissen.“ Absolut nicht! Ich erinnere an mein Posting von vergangenem Freitag…. und mich freut es wahnsinnig, das die Umweltschutzorganisation Greenpeace international in allen nationalen Presseaussendungen mehr oder weniger diesen Satz drin stehen hat:

„Aufbauend auf dieser schrittweisen Entwicklung, die Bedingungen und die Transparenz innerhalb der Lieferkette zu verbessern, fordert Greenpeace Primark außerdem auf, die offenkundigen Probleme des Unternehmens im sozialen Bereich ebenfalls zu lösen und die Bedingungen für die Menschen, die für Primark nähen, zu verbessern. Greenpeace fordert mit der Detox-Kampagne von großen Bekleidungsmarken, giftfreie Mode zu schaffen – allerdings sind wir überzeugt, dass gute Arbeitsbedingungen und Umweltschutz Hand in Hand gehen.“

Dennoch: So fängt eine gute Woche an, oder?

Und damit noch ganz viele andere Firmen kapieren, dass die KonsumentInnen es ernst meinen mit ihren Ansprüchen an giftfreie, nicht die Umwelt zerstörende Mode meinen, müssen die Unterschriftenlisten für das Mode-Manifest weiter steigen. Bitte unterschreiben, wer noch nicht hat, und wer schon hat: Weitersagen an andere bitte. Den Unternehmen nämlich einen Berg von 40.000 Unterschriften auf den Tisch zu klatschen, macht in Verhandlungen nämlich sicherlich nett Eindruck 🙂

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Fafafafa….Orfafa!

Na, wer checkt den Titel? Erster Hinweis: Ein Song der besten Band der Welt. Zweiter Hinweis: Ein neues Internetportal zu biofairer Mode. Beide stehen in keinem Kausalzusammenhang. Im Gegenteil.

ORganic FAir FAshion (naaa? klingelts?) soll sich ganz und gar nicht fafafapissen. Orfafa ist nämlich seeehr super: Eine Mode-Community für Fair Fashion. Und die haben echt an alles gedacht, Respekt. Es gibt ein Magazin, in dem auf aktuelle Themen eingegangen wird- vom „Problemkind Jeans“ bis zu grünem Shopping in New York. Dann gibt es das Herzstück der Website, den Fashion Finder. Die Mode der diversen ökofairen Labels wird gezeigt – und an diesem Herzstück erfreut auch etwas mein Herzelein ganz besonders: Die Zahl 7883. Das ist nämlich die aktuelle Gesamtzahl aller dargestellten Modelle. Fast achttausend! verschiedene! Teile, die ökofair produziert wurden. Leute, echt jetzt, die Nischen-Randgruppen-Ökoschlapfen-Jutesackoptik-Vorurteilen kann man jetzt echt bald endgültig begraben.

orfafa

Damit man auch fein herumspielen kann, können grüne Fashionistas sich einloggen, Wunschlisten und Merkzettel anlegen, sich direkt in die jeweiligen Webshops klicken, einfach eine lustige, grüne Modewiese. Schön! Mich machen solche Entwicklungen einfach so glücklich – ein so feines Gegengewicht zu Textilschwede, irischer Superbilligmarke und den bunten Spanier… es geht auch anders! Und das auch noch in stylish!

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Wiener Modestile

Vor kurzem bin ich über einen wunnnnnnnddeeerschönen Link gestolpert, den ich euch natürlich nicht vorenthalten will: Ein nichtwienerischer Fotograf, der sich die Wiener Modedesign-Szene angeschaut hat. Und sie fotografiert hat (logisch). Herausgekommen ist ein wirklich feiner Bildband, der mich persönlich beim Durchklicken total glücklich gemacht hat. Warum? Weil er zeigt, in wievielen Ecken und Winkeln meiner heißgeliebten Stadt es modisch und textiltechnisch flimmert und flirrt und sich bewegt und yey!

So. Schön. Klick aus Bild -> ab zum Fotoband.

fotowienmode

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Rana Plaza mitten in Manhattan

Der Zusammenbruch von Rana Plaza ist jetzt zehn Monate her. Seither hat sich viel und gleichzeitig nix entwickelt. Viele Unternehmen haben das Brandschutzabkommen unterzeichnet, einige Firmen haben den Überlebenden und Hinterbliebenen Zahlungen versprochen. Bisher bezahlt hat nur Primark. Und das auch nicht vollständig – denn bezahlt werden nur jene Hinterbliebenen, die einen Totenschein vorweisen können. Immer noch sind Hunderte unter der Ruine verschüttet, und auch viele der geborgenen Leichen waren nicht mehr identifizierbar. In der 7- Millionenstadt Dhaka gibt es EIN Labor, das DNA-Tests durchführen kann – und die sind für den Durchschnittstextilarbeiterangehörigen sowieso nicht bezahlbar. Aber ohne Totenschein keine Kohle. Das muss immer wieder wiederholt: Es ist nichts wiedergutgemacht worden, nichts gerecht abgegolten worden. Der Mindestlohn in Bangladesch ist angehoben worden – aber längst nicht auf eine menschenwürdige Höhe. Das Ergebnis: Massive Unruhen, weitere Tote. Nichts wird besser.

Die Clean Clothes Campaign hat bei der New York Fashion Week in den letzten Tagen daran erinnert (alle Fotos (c) Clean Clothes Campaign):

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Der Überraschungsgürtel

Ach, der Liebste. Er ist grundsätzlich schon ein recht guter Zuhörer, aber manchmal halt nur …. so nebenbei halt. So ein bissl was Aufschnappen. Und nicken, wenn man eine Frage hört. Bei meinen „Rabäääh mein zehn Jahre alter Gürtel ist kapuuuuuuttt“-Raunzereien hat er zwar zugehört (ich weiß es, er hat sogar Mitleid bekundet!), aber gedanklich kombiniert hat er nicht. Was auch kein Vorwurf ist, passiert mir auch oft. Und ich bin da gar nicht mal so unfroh drüber, sonst hätt ich letztens nicht so einen feinen Moment gehabt!

Das war nämlich so. Ich, wiedermal vertieft in eins meiner DIY-Projekte, höre ihn hinter mir das Sofa zerlegen. Das ist so ein Sofa, in dem man viel lagern kann, eigentlich. Nur dass es immer wie komplett einmal aus großer Höhe auf den Boden gekracht ausschaut, wenn man das Sofa zerlegt. Noch dazu liegt es in seinen letzten Zügen, quietscht und knarzt bei jeder Bewegung, und ist optisch ohne Decke drüber eine Qual. Auf dem Ding hat der Liebste in den Neunzigern schon geschlafen. In den Neunzigern war es neu – mit topmodernem Muster drauf. Muss ich mehr sagen? Aber egal. Er, mittendrinstehend in seinen im Sofa verräumten Schätzen, meint plötzlich: „Sag du brauchst einen Gürtel, oder?“

Ich, ohne Hinschauen, weil eh überzeugt, da kommt jetzt was, was mir erstens nicht passt und zweitens Wegschauen kapitales Vernähen bedeutet hätte….: „Ja, schon, aber….“

Weiter als das Aber kam ich nicht. Er legte mir einen Gürtel vor die Augen, haargenau so, wie ich ihn haben wollte. Oder fast so, aber verdammt nah dran und durchs viele getragen worden sein auch genau richtig weich. Und: Er passt! Genial! So kann man sich Zeit und Geld sparen, wenn man einfach nur …. nix tut 😀

Ich sehe das Sofa inzwischen mit ganz anderen Augen. Was da wohl noch für Schätze drin liegen?

2014-02-04 07.51.03

 

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