Warum hat man ihn liegen gelassen?

Das mit dem Bloggen, das läuft grad echt gut. Wohl auch, weil es eine Schreib-Form ist, bei der ich mich optimal artikulieren kann. Drei bis vier Absätze und die eigene Meinung nicht zurückhalten, sondern rauskotzen. Und das tu ich jetzt auch auf dem spannenden Blogprojekt FischundFleisch.at.

Mein heutiger Beitrag auf FischundFleisch hat mit einem Zwischenfall zu tun, der letzte Nacht in einer von mir häufig frequentierten Ubahnstation passiert ist – und mich absolut fassungslos macht. Wollte es zuerst hier bloggen, allerdings hats so gar nix mit Textil zu tun, dass ich beschlossen habe, es passt besser zu FischundFleisch!

Ich bin immer noch komplett daneben. Wie kann man bitte einen Menschen, der in einem Ubahn-Lift liegt, einfach liegen lassen?!?!?

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5 Gedanken zu „Warum hat man ihn liegen gelassen?

  1. Sybille sagt:

    Mir ist das 1993 in Köln passiert. Ich war hochschwanger und hatte unvermutet mitten auf der Hohe Straße einen Schwächeanfall. Ich dachte, ich müsste mich nur ein wenig erholen und lehnte mich gegen ein Schaufenster, an dem ich dann herunterglitt, bis ich auf dem Boden saß. Im Dezember, im Mantel, mit Handtasche – aber ich denke mal, die Leute schauten einfach nicht hin, da man sieht, was man erwartet und sie wohl davon ausgingen, ich sei ein Bettler. Und ich war so fertig und gleichzeitig hoffnungslos, dass ich einfach nur da saß und dachte, ich würde es niemals wieder nach hause schaffen. Ich war völlig fertig und schaffte es einfach nicht, irgendwen anzusprechen.
    Aus dem Elend gerettet hat mich plötzlich eine resolute türkische Mutti. Ich habe bis heute keine Ahnung, wer sie war und habe sie auch nicht verstanden, aber sie hat aus einer der vielen Einkaufstüten eine Flasche Wasser geholt, mich als nächstes genötigt, in einen Apfel zu beißen und dann wurde ich von 2 jungen Männern gepackt und resolut in eine sehr nahe liegende Arztpraxis verfrachtet, woraufhin meine Retter schlicht verschwanden. Mir blieb der Apfel, das Wasser und eine tiefe Zuneigung in „Überfremdung“.

  2. Stadtpflanze sagt:

    Ich finde vor allem deinen Satz sehr treffend: Selbst WENN es ein Obdachloser gewesen wäre …

    Aber so sind Menschen irgendwie. (Man bezeichnet das übrigens als Bystander-Effekt.) Warum … Dazu gibt es viele Theorien. Richtig ist es nicht. Man kann sich selbst nur immer wieder daran erinnern, um anders zu reagieren. Ich selbst spreche Menschen lieber einmal zu oft als einmal zu wenig an.

    Eigentlich ganz gut zusammengefasst: https://de.wikipedia.org/wiki/Zuschauereffekt

    Mir selbst hat übrigens auch mal wie Sybille eine „türkische Mutti“ (süß 🙂 ) als einzige geholfen, als ich als Jugendliche in der Innenstadt zusammengeklappte.

  3. flora sagt:

    ganz, ganz schrecklich! ich hab mir vor zwei wochen die nummer vom kältetelefon eingespeichert. kostet mich nichts da anzurufen und kann menschen ungemein helfen. oft weiß man ja wiklich nicht, ob jemand da schläft oder hilfe braucht. viele können nicht über ihren schatten springen und einfach nachfragen. aber das ist bekanntermaßen oft ein problem. das „nicht-nachfragen-wollen“ und überfordert sein mit zwischenmenschlichen situationen.

  4. yvonne sagt:

    Der Vorfall ereignete sich bereits am Stefanietag! LG

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