Les Mads, Lenzing und Leiwandes

Hoppala, der letzte Beitrag ist jetzt auch schon wieder eine Weile her. Ich hab das lange Wochenende mit einem männlichen Begleiter verbracht – einem relativ großen und schweren Hund, der zwar unglaublich lieb und brav und gut erzogen ist, an der Leine im Freien jedoch ein Hektiker mit der Aufmerksamkeitsspanne eines Regenwurms. Dementsprechend hab eigentlich eher ich ihn begleitet als umgekehrt und ich jetzt Muskelkater von oben bis unten (zu meiner Verteidigung: Der Hund war laut Besitzerin gestern auch komplett erledigt, den hab ich müde spaziert).

Aber jetzt bin ich in alter Frische wieder bereit für bloggerische (Schand-)Taten 🙂

Tat Nummer eins: Boah, ey. LesMads.de hat mich verlinkt. Das ist schon erstens ein ziemlich großer Blog, und zweitens ein ebenso ziemlich bekannter, der drittens eigentlich über konventionelle Mode schreibt, hin und wieder aber auch über faire Labels. Eine Autorin bei les Mads wurde vom Textilschweden zu deren Verwertungsunternehmen eingeladen, man wollte ihr zeigen, wie super man nicht ist. Der Schuss ist nach hinten los gegangen. 🙂 Ich zitiere:

Auch wenn ich im Vorfeld in einer (sehenswerten) Reportage schon erfahren hatte, dass das Recycling von Textilien und die Wiederverwendung von Fasern durch die große Verbreitung von Mischgeweben gar nicht so einfach ist, fand ich es dennoch ernüchternd, wie viel oder vielmehr wie wenig Altes tatsächlich in neuer Bekleidung bei H&M landet. Auch auf meine Frage, warum das Abgeben von Bekleidung mit einem Rabattgutschein und damit der Motivation zu neuem Konsum einhergeht, bekam ich keine befriedigende Antwort.

und:

Aber H&M weiß nicht nur, dass sie aktiv werden müssen, auch der Druck von Seiten der Mitwettbewerber steigt. Die Konkurrenz hat ebenfalls das Detox-Abkommen unterschrieben und H&M kann sich gar nicht leisten, bei einer solchen Kampagne nicht mit dabei zu sein. Zudem gehört im Heimatland Schweden das Ziel „Closing the loop“ bei allen Textilunternehmen zum guten Ton und auch hier ist H&M damit quasi zu Handlungen gezwungen. Darüber hinaus werden die Kunden tatsächlich sensibler und wollen wissen, woher ihre Kleidung stammt. Gut, wenn dann schon was zu Nachhaltigkeit auf der Webseite steht.

und:

Nach unserem Besuch bei I:CO schrieb mich eine der anderen Journalistinnen an und fragte, was denn mein Fazit sei und ob ich nun einen Einkauf bei H&M empfehlen würde. Meine Antwort lautet ganz klar: nein. Auch wenn ich davon überzeugt bin, dass für eine grundlegende Veränderung in der Modeindustrie auch die Großkonzerne Teil des Prozesses sein müssen, fällt meine Kaufentscheidung und Kaufempfehlung immer zugunsten der Hersteller aus, die Nachhaltigkeit von Anfang an als selbstverständlich angesehen haben.

Es ist herrlich, wie sich der Gedanke von fairer und ökologischer Mode gerade verbreitet. Erst gestern hab ich mit einem NGO-Mitarbeiter aus einer völlig anderen Sparte geredet, und gemeint: Ja, es ist immer noch eine Nische, aber eine, in der es an allen Ecken und Enden kracht und expandiert.

Screenshot (c) lesmads.de

Screenshot (c) lesmads.de

Tat Nummer zwei: Wie bereits angekündigt, werde ich am achten Mai podiumsdiskutieren – in dem wunderbaren Laden „Mavienna“ in der Stumpergasse, um 20h, es geht um Tencel, die von Lenzing entwickelte Viskose. Hier gehts zur Veranstaltungsankündigung, ich freu mich drauf! Ich erwarte eine volle Bude, es kommt nicht oft vor, dass Lenzing „spricht“, also kommts und hörts euch das an!

Tat Nummer drei: Die Diskussion fängt deswegen erst um 20h an, weil ich kurz vorher noch am Modepalast bin und dort auch podiumsdiskutiere, yiha und yey, erklären, warum Grüne Mode Zukunft hat 🙂 Das wird noch so ein Tag, den ich nie im Leben erlebt hätte, hätte ich nicht vor dreieinhalb Jahren im Flieger nach Teneriffa die Idee zum nixkaufen gehabt. Life is leiwand.

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4 Gedanken zu „Les Mads, Lenzing und Leiwandes

  1. […] hat ja echt die Runde gemacht. Ich war grad unterwegs, da bimmelte mein Handy – nach Les Mads (wooow!) hat mich eine Wiener Bloggerin verlinkt. Und dann konnte ich nur noch grinsen, was für ein toller […]

  2. Hallo Nunu – ich bin Franziska und habe den Artikel über H&M für Les Mads geschrieben. Ich fand es sehr mutig von Les Mads oder vielmehr von der Chefredakteurin Katja, dass der Artikel so veröffentlicht wurde. So wirklich hat Öko-Mode den Weg auf große Blogs noch nicht gefunden und deshalb freue ich mich besonders, dass sich Katja letztes Jahr dazu entschieden hat, mehr nachhaltige Mode in ihr Blog zu bringen – seitdem erscheint einmal in der Woche was von mir zu Eco Fashion. Seit fünf Jahren schreibe ich ausschliesslich über nachhaltige Mode (zudem auch noch vegan), Du kannst Dir also meine Überraschung vorstellen als eine Einladung von H&M kam und zuerst war ich nicht sicher, ob ich sie annehmen soll. Ich habe bisher immer nur die positiven Beispiele aufgezeigt und mit dem Artikel zum ersten Mal über eins der Unternehmen geschrieben, die ich kritisch sehe. Bei der Recherche für meinen Text kam ich (natürlich) auch nicht an Deinen Artikeln vorbei und finde Deine sehr ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema super und hilfreich, zudem ist es ist toll, dass Du damit so weite Kreise ziehst. Ich bin schon gespannt zu lesen, wie Dein Telefonat mit dem H&M-Ansprechpartner verläuft. Offenbar sind sie wirklich sehr an Dialog interessiert, mit mir wollen sie sich auch noch mal an einen Tisch setzen. Herzliche Grüße aus Berlin, Franziska

    • nunette sagt:

      Hey! Ich hab mich sehr gefreut, dass du dich nicht hast „einlullen“ lassen von ihnen – dir die Firma angeschaut hast und kritisch geblieben bist! Bin auch schon gespannt auf das Telefonat 🙂 lg nunu

  3. […] achtung, eine wichtige Durchsage! Zeit und Ort der Podiumsdiskussion mit Mavienna und Tencel haben sich geändert! Die Diskussion findet nicht im Mavienna selbst, sondern im […]

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