Erst wenn der letzte Laden verschwunden ist …

Vor kurzem erschien im Spiegel online ein Artikel über Lesara – die sind ja auch ein Kracher bitte. Kaum glaubt man, schlimmer gehts nicht, kommt einer und zeigt: Und wie es geht! Onlineshopping auf niedrigstem Preisniveau, Entwürfe werden geklaut wie die Weltmeister, und Hauptsache, die Kundin (simma ehrlich, die haben 90% weibliche Kundschaft) glaubt, ein Schnäppchen gemacht zu haben. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Onlineshopping, manchmal ist es einfach praktisch, wenn man Vollzeit arbeitet und schlicht keine Zeit hat, durch die Läden zu sausen. Allerdings gilt das nur für Ausnahmefälle: Gezielt nach etwas online suchen find ich in Ordnung – aber einfach mal so lossurfen und „schaun, wos schöne Brezen gibt“ (Zitat Mama für jegliche Art von Schlendern mit Auslagenbeteiligung) im Internet, das ist echt gefährlich. Ich spreche aus vergangener Erfahrung: Man pickt stundenlang im Netz und findet dieses und jenes und da gibts ja noch ein Kleid, das ausschaut wie vom bunten Spanier, aber billiger, und yey, bei über fünfzig Euro hab ich keine Versandkosten – und zack, ist Zeit und Geld weg. Plus: Wir alle schwärmen von kleinen Boutiquen. Motzen, dass die großen Einkaufsstraßen in allen österreichischen und deutschen Städten gleich ausschauen, überall die gleichen globalen Ketten: Ein H&M, ein Zara, ein Forever 21, dazwischen noch eingestreut ein Vapiano und ein MacDonalds, und in gebührlichem Abstand sogar zwei Starbucks-Filialen für die zwischenzeitlichen Ermüdungserscheinungen beim Shoppen.

Viel schöner sind doch die Seitengassen mit ihren kleinen Läden, dem vielfältigen, besonderen Angebot. Die jedoch, die sind die Hauptopfer von solchen Kampf-Shoppingseiten im Internet. Vor kurzem hat Felizitas, ihres Zeichens Piratin und Shopinhaberin, auf Facebook ein Bild geteilt, das mir lang nicht aus dem Kopf ging – weil es auch so nah an DEN Klassiker von Greenpeace angelehnt ist:

In diesem Sinne kann ich nur auf den Leitspruch von Manomama verweisen: THINK GLOBAL! ACT LOCAL! und meine Ergänzung: UND PFEIFT BITTE GANZ LAUT AUF LESARA! 😉

2 Gedanken zu „Erst wenn der letzte Laden verschwunden ist …

  1. Stefanie sagt:

    Grundsätzlich stimme ich dir zu bezüglich Online-Shopping …
    … aber in ner Kleinstadt ist es leider nicht sooo einfach mit den tollen Läden, vieles kriegt man halt hier einfach nicht! Und Öko-Mode schon gar nicht, Second-Hand eingeschränkt …
    Und regelmäßig in die umliegenden Großstädte komm ich auch nicht (Zeit – Kosten – Umweltfaktor) … also bleibt mir oft nix anderes übrig als Online-Einkauf!
    Aber dafür bestelle ich oft bei Dawanda, Waschbär, Vintages-Shops etc. – ohne Internet hätt ich keine Chance diese Dinge zu kriegen …
    Aber bei uns in der Kleinstadt gibts noch einen freien inhabergeführten Buchladen, wenigstens kann ich Bücher direkt hier und ohne Einbeziehung von „Ketten“ besorgen 🙂

    Lieben Gruß aus Bayern,

    Stefanie

  2. […] seine letzten beiden Lieblingsjeans zerschneiden will: Hier gehts zu der Website von tragbar. Und: In diesem Fall ist Onlineshopping sogar sehr ok – weil man da ja auch wiederum einen kleinen Laden unterstützt […]

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