Wenn Handys doppelt sinnvoll werden

So, ich meld mich mal wieder. Ich will nämlich Geld von euch. Also nicht direkt ich. Sondern ein sich momentan in Crowdfunding befindliches Projekt, das ich einfach genial finde. Konsum ist ja viel mehr als nur Fetzen, und jede einzelne Konsumhandlung ist ein politisches Statement. Ich bin bekanntermaßen ein Fan der kleinen Schritte. Stell nicht gleich dein ganzes Leben auf den Kopf und verzichte, verzichte, verzichte, sondern integriere Nachhaltiges in deinen Alltag.

Es gibt Dinge, die wir täglich tun, nutzen, in der Hand halten, die uns auch täglich Geld kosten. Wir schalten das Licht an, also zahlen wir Stromkosten – und können uns immer noch aussuchen, an welchen Anbieten wir unser Geld zahlen, Ökostrom oder nicht. Wir trinken Wasser – kommt es aus der Leitung oder aus der Plastikflasche? Wir müssen in der Stadt von a nach b – nehmen wir das eigene Auto, ein Leihauto, ein Fahrrad, die Öffis, gehen wir zu Fuß? Und: Wir haben täglich unser Handy in der Hand. Wir telefonieren, whatsappen, scrollen durch Facebook oder Instagram, wenn uns fad ist, spielen wir lustige Spiele oder tindern (was eigentlich auch nur ein lustiges Spiel ist), wir bestellen uns Öffitickets, wir schauen das Wetter nach, wir lesen Nachrichten, und und und und und. Und wir zahlen monatlich dafür, meistens eine Flatrate.

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Was wir nicht wissen: Bis zu 30 Prozent jeder einzelnen monatlichen Telefonrechnung geht direkt in die Tasche (oder die fünfte Yacht) des jeweiligen Investors. Das muss doch auch anders gehen! Und das hat sich die von mir seit 12 Jahren hochgeschätzte Claudia gemeinsam mit ihrem Team gedacht und goood entwickelt. Goood ist ein bald startender Mobilfunkanbieter (erst in DE, aber auch Ö ist angepeilt), bei dem 10 Prozent der Rechnung direkt von dir als Kunde als Privatspende an eine NGO deiner Wahl gehen – das kann der kleine Verein ums Eck sein (sofern er sich bei goood listen lässt), aber auch eine riesige, weltumspannende NGO (hüstel…). „Nur“ 10 Prozent, weil bei einem kleinen Anbieter einfach noch keine so großen Margen drin sind. Klingt jetzt nicht viel, gut, ein oder zwei Euro im Monat spenden – is jetzt nicht viel. Aber Leute, erstens tuts euch nicht weh, ihr verwendet so und so ein Handy, und zweitens rechnets mal bitte zusammen, was da an Spenden zusammenkommt, wenn viele da mitmachen! Goood hat euch schon mal ein Beispiel vorgerechnet: „Wenn nur 1% der deutschen Mobilfunkkunden zu goood wechselt, können innerhalb der nächsten fünf Jahre 40 Mio. Euro für gemeinnützige Projekte generiert werden.“

Ich glaub sehr fest an diese robin-hood-artige Umverteilungs-Idee – und unterstütze die gooods von Herzen (und bald auch mit meiner Arbeitskraft, um euch hier nix vorzuschummeln, dummdidumm…). Klar, kann leicht sein, dass die Leute dann sagen: Ich hab eine Spenden-Flatrate, mehr muss ich eh nicht machen, her mit dem Nespresso nachm argentininschen Steak, bevor ich  wieder in meinen SUV steig und in die klimatisierte Dachwohnung fahre (Klischee oleole!). Jo, eh. Aber deshalb muss es doch trotzdem so einen Anbieter geben, oder? Denn auch und gerade jene, denen ein bewusster Lebensstil wichtig ist, können mit so einem Angebot Gutes tun.

Aaaaaaaaaaber: Die guten gooods starten bald, brauchen aber noch ein bissl Geld. Startup halt. Viel ist es nicht mehr – und man bekommt etwas dafür obendrein. Sie haben nämlich eine Crowdfundingkampagne gestartet.

HIER kann man sich als Deutsche/r gleich mal eine Sim zu besonderen Konditionen sichern oder – und DAS find ich WIRKLICH leiwand – Telefonpate für eine bedürftige Person werden, die von einer der NGOs, mit denen goood arbeitet, betreut wird. Mit einem bestehenden Telefonvertrag kann ein Asylant Vorstellunggespräche ausmachen… just saying. Mithelfen bei gelebter Integration und so.

Und wenn ihr bis hierher gelesen habt, kommt noch das Extra-Gooodie: Wenn goood aufgeht, wird ein Teil des Profits in andere Startups im nachhaltigen Bereich investiert. Um anderen Starthilfe zu geben. Aber erst brauchen sie selbst Starthilfe. Bist du dabei? Ich schon.

Nochmal: Hier gehts zur Crowdfunding-Kampagne, ab 10 Netsch bist dabei! Übrigens auch als Österreicher, eine Patenschaft geht von überall!

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4 Gedanken zu „Wenn Handys doppelt sinnvoll werden

  1. Gute Idee und Danke fürs Teilen! ABER: Wenn ich mir die Kollegen, Freunde, Bekannte so anschaue, die aus was-weiß-ich-für-Gründen, meistens denen der Sparsamkeit, vom Premium- zum Billiganbieter gewechselt haben, sich dort mit schlechter Technik (also die, die im Hintergrund läuft und das Mobile schnell und zuverlässig macht) herumärgern, dann… sorry… sollen die Großkopferten sich bei D2 oder der Telekom gern dumm und dösig verdienen.
    Wie gewährleistet gooood, dass der Kunde keinen Unterschied zu den Premiums hinnehmen muss?
    Ich bleibe lieber bei direkter Spende, die ich am Ende auch noch steuerlich verrechnen kann.

  2. Liebe Hafenhexe,

    Ich bin Claudia, die oben von Nunu erwähnte Freundin, und weil ich eine von den Gründerinnen bin, und goood mein Herzensprojekt ist, will ich gerne auf Deinen Kommentar antworten.

    Die Frage wer unser Mobilfunkpartner wird, war eine, über die wir im team aus Mobilfink und NPO Experten sehr lange diskutiert haben.

    Bei allen unseren Entscheidungen für goood steht die Maximierung der gesellschaftlichen Wirkung (in unserem Fall möglichst viele Spenden für gemeinnützige Projekte generieren) im Vordergrund. Deshalb haben wir uns für den Mobilfunkpartner entschieden, bei dem wir den besten wholesale deal kriegen konnten um die 10% Spende zu realisieren.

    Der operiert im Netz von Telefonica (o2&eplus), dem grössten Mobilfunknetz Deutschlands. Netzqualitätsempfinden hängt sehr stark von der unmittelbaren Versorgungssituation in Deiner Lebensumgebung ab, und ist deshalb für jeden sehr unterschiedlich und hat nicht unbedigt mit Premium Anbieter vs low cost Anbieter zu tun. Deshalb würde ich immer zuerst die Versorgungssituation des Netzes das zur Auswahl steht individiuell prüfen, bevor ich eine Entscheidung treffe. (dazu haben alle Anbieter auch Netzversorgungskarten, oder man fragt Nachbarn wie die das jeweilige Netz empfinden).

    Aber viel wichtiger: Wir wollten einen inklusiven Ansatz zu finden, der es möglichst vielen Menschen erlaubt mitzumachen. Und da es auch nachhaltig denkende Menschen mit niedrigem Einkommen gibt, war uns wichtig, einen Preispositionierung zu finden, die dieser Anforderung entspricht.

    Dafür müssen wir im Vergleich zu Premiumanbietern beim Service effizienter sei. Wir versuchen möglichst viele Dinge online abzufangen und stecken hier viel Hirn in eine smarte selfservice Plattform und hoffen auch dass unsere Kunden uns hier viel feedback damit wir hier eine gute online Servicerfahrung für alle kriegen.

    Falls unser Angebot für Dich aufgrund unseres Netwerkpartners oder unseres Servicelevels nicht Deinen Bedürfnissen entspricht, ist es natürlich eine Option bei Deinem Anbieter zu bleiben und on top zu spenden. Für viele Leute passt unser Angebot aber und die haben mit uns eine gute Alternative:-)

    Danke dass Du Dich kritisch mit unserer Idee auseinander gesetzt hast- jedes feedback hilft uns, besser zu werden. Falls Du weiter diskutieren möchtest, reach out: claudia.winkler@goood.de (ich liebe Diskussionen:-))

    Wunderschönen Sonntag

    Claudia

  3. Vielen Dank für Deine umfangreiche Antwort. Es ist übrigens kein Empfinden, wie gut oder weniger gut die Versorgung ist, sondern harter Fakt, wenn Vodafone-/Telekomkunden neben denen von LowCostProvidern stehen und regelmäßig die bessere Performance haben. Ich selbst kenne einen einzigen Flecken in D, der in meinem mittlerweile 19jährigen D2-Leben unbefriedigend abgedeckt ist. Sorry, aber Qualität ist mir wichtiger als Sparsamkeit, über die ich mich am Ende ärgern würde.
    Nichtsdestotrotz wünsche ich Eurem Projekt einen guten Start und viel Erfolg.

  4. […] gesellschaftliche Verantwortung in den Vordergrund stellen – an vorderster Stelle für mich goood: Lauter ehemalige Kapitalismusgewinnerinnen (und das hör ich noch lang von Claudia, wenn sie das […]

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