Bei Wind und Wetter am Rad fair gekleidet

So. Hi. Ich hab wieder was zu berichten. So hin und wieder machts ja doch Spaß, ein paar Wörter und Gedanken in den Blog-Editor zu klopfen. Und es tut sich ja gerade einiges. Das Wichtigste: Ich werde mein heißgeliebtes Team von Greenpeace bald verlassen. Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, eben nicht nur wegen der Arbeit, sondern weil ich die besten, coolsten, lustigsten, feschesten und einfach leiwandsten Kollegen der Welt hier im Wiener Büro sitzen habe. Und jetzt kommt eine laaange Geschichte, aber mei, treue Leserinnen wirds eh freuen, endlich mal wieder was zu lesen hier.

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Das da links ist Stefan. Und das da hinten drei der süßesten Kinder ever. (c) windundwetter.at

Einer von den wunderbaren, lustigen, coolen und feschen Kollegen ist Stefan. Stefan ist einer, der im Großraumbüro, während alle still vor sich hin arbeiten, aufsteht, und mit den Worten: „Ich finde, es wird hier viel zu wenig gesungen!“ rausgeht (mit hoher Wahrscheinlichkeit Richtung Kaffeemaschine). Der mich, wenn ich mal in der ausnahmsweise auch für kleidungsblinde Kerle eindeutig erkennbaren Zauberfarbe Rot angezogen bin, mustert und fragt, ob ich heut noch ein Interview hab, weil ich heut so fesch bin. (Nein, hatte ich nicht, ja, ich war kurz beleidigt. Glaubt der, ich mach mich nur fürs Fernsehn schön? Der Ärger war vorbei, als er zielstrebig mit den Worten „Reka! Wir brauchen ein Interview für die Nunu!“ Richtung Pressetisch marschierte – und Reka sogar fast erfolgreich war). Es soll ja Stimmen geben, die meinen, der Stefan und ich sollten uns auf eine Bühne setzen und einfach nur bled redn, wir würden wahrscheinlich mehr verdienen als … lassen wir das. 🙂 Jener Stefan stand mal wieder neben mir in der Küche, musterte mich – auch mal wieder, ich finds ja süß, wie er, etwas kleiner als ich, immer sicherheitshalber nachschaut, ob ich Absätze trage – von oben bis unten und meinte: „Du Nunu, ich will dich als Model.“

Aha.

Hatte der gestern gsoffen?

Na wenn er meint…

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(c) windundwetter.at – Parka Smoke/Rains, 99Euro

Und er brauchte noch ein paar andere Models. Gemeinsam überredeten wir noch Lukas und Nati. Lukas ist das Beste, was einem als Kollege passieren kann: Nicht nur, dass er wirklich jeden, und ich mein das ernst, JEDEN Schmäh mitmacht, und sei er auch noch so schlecht (wobei ich den Tag, als er Kollegin und Wortspielkönigin Mel am Rollsessel durchs Büro schob, während sie queenlike winkend „repräsentierte“, schon in sehr guter Erinnerung habe, ebenso wie die Rauchpause, als Mel und ich ihm einen Filter nach dem anderen ins Hemd steckten, und er es erst oben im Büro wieder merkte), der einfach nur unglaublich lieb ist, der unfassbar tolle Arbeit leistet, kochen kann, und der nicht ohne Grund von den Frauen im Haus in einer repräsentativen Umfrage zum „most schmusable“ Mann des Büros gewählt wurde (und ja, ich weiß, Luki, ich sag das in letzter Zeit dauernd – aber ich hab irgendwie eine Liebesbeziehung mit dem Wort „schmusable“….).

Nati sitzt leider im falschen Stockwerk, wir sehen uns nicht gar so häufig. Aber wenn, dann kann ich mich drauf verlassen, die Frau schiebt, obwohl eher auf der ruhigeren Seite, mindestens einen so derartig trockenen Kommentar, dass ich schallend auflache. Sehr charmant ihre besitzergreifende Art in den Sitzungen: „MEINE Praktikantin. Leute, MEINE. FIN-GER WEG.“

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(c) http://www.windundwetter.atPoncho Electric Gingham, 249 Euro – Nati meinte übrigens, während ich auf den Fotos meistens lächle, schaut sie immer so bös. Ich finde, niemand hat den „Leg dich nicht mit mir an“-Blick besser drauf als sie.

Und was sich jetzt liest wie eine höchst sentimentale Liebeserklärung an drei meiner vielen, vielen, vielen wunderbaren Kollegen (an die mit mir im Stockwerk befindlichen KollegInnenfreunde und hach was solls, die ausm dritten Stock auch: Ich lieb euch!!!), mit denen ich wirklich jeden Tag, und sei es noch so stressig, beruflich oder privat gschissen, anstrengend, kompliziert, völlig wurscht, mit denen ich ungelogen garantiert jeden einzelnen Arbeitstag in den vergangenen drei Jahren gelacht habe, ist eigentlich die Präsentation des Herzensprojekts von Stefan. Wie man an den Fotos schon erkennen kann.

Stefan ist genauso radfahrdeppert wie ich. Eigentlich sogar noch radfahrdepperter, weil der fährt auch bei Wind und Wetter. Ich bin da eher so die Warmduscherversion einer Radfahrerin…. Aber weil man bei Wind und Wetter gscheites Regengewand braucht und es das in fair produziert eigentlich kaum gibt, hat der Stefan beschlossen: Er macht jetzt einen Onlineshop für genau solches Regengewand auf – und nennt ihn Wind und Wetter!

Auf windundwetter.at findet man Regenbekleidung, die wirklich durchdacht ist. Regenponchos, die per Daumenschlaufen auch die Oberschenkel beim Radeln trocken halten. Mit Kapuzen, die über den Fahrradhelm (den man ja eigentlich tragen sollte….hüstel….) gehen. Regenjacken, die so lang sind, dass man definitiv keine angeregneten Nieren bekommt. Das ganze fair produziert, von kleinen Labels aus Irland, Dänemark und den USA.

Liebe RadfahrerInnen unter euch: Ja, beim Kettenmassensporthandel kriegts ihr Regenjacken. Aber erstens nicht so detailreich durchdacht, zweitens irgendwo miesest produziert, zweieinhalbtens dann auch mit entsprechend mieser Qualität, und drittens nicht von einem so engagierten Typen, der wirklich an diese Idee glaubt (und ich mit ihm). Nix Konzern, sondern ein Einzelkämpfer, der andere kleine Quasieinzelkämpfermarken, die es – übrigens logischerweiser auch ökologisch – besser machen wollen, unterstützt. Die Konzernkritikerin in mir jubelt!

Es gibt auf der Website übrigens noch andere Models und Modelle, ich empfehle, das Photoassistent/Model Marke „James Dean lebt!“ anzuschauen – klickt euch durch! Lieber Stefan, es hat wirklich Spaß gemacht (abgesehen davon, dass es 30 Grad hatte und wir Regenjacken an. Ab einem gewissen Punkt dann nur noch mit fast nix mehr drunter, ging nicht anders…) – und wer weiß, vielleicht werd ich doch auch noch zur WindundWetter-Radfahrerin…. 🙂

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(c) windundwetter.at – Jacke Dagmar / Danefae, 99 Euro 

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(c) windundwetter.at – Long Jacket Rust – Rains – 95 Euro. Ich find die Farbe einfach nur hammerleiwand. Oh und übrigens: Das da unten an meinen Füßen sind den ganzen Sommer über getragenen Ethletics.

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(c) windundwetter.at – ist der gleiche Poncho wie am Lukasbild oben, aber ich find das Foto so unglaublich toll, dass es auch rauf musste. Im Webshop findet man Lukas noch in ganz vielen anderen Ponchos.

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(c) windundwetter.at – Long Jacket Wax Yellow / Rains – 95 Euro. Eine Farbe, in der ich mich eigentlich nie würde blicken lassen, aber Stefans Lieblingsmodell an mir. Geschmäcker sind verschieden.

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(c) http://www.windundwetter.atParka Rust / Rains, 99 Euro. VIEL bessere Farbe, find ich halt. Und kann man bitte mal diese Frisur bewundern? Mir selbst fallen solche „Zopf mit eigenen Haaren umwickelt“ – Konstrukte trotz Haargummi drunter immer auseinander…

Dass ich mal Katalogmodel bin. Lustig. Vor zwei Jahren mich noch wie der schlimmste Besen gefühlt, im Sommer die große Ich-bin-ja-gar-nicht-so-wäh-Erkenntnis, und wenige Wochen später schon Katalogmodel. Nur für dich, Stefan, nur für dich 😉 

6 Gedanken zu „Bei Wind und Wetter am Rad fair gekleidet

  1. Hu! Echt schickes Zeug, vor allem die Ponchos gefallen mir – mein Sparschwein ist leider nicht fett genug.

  2. diegrosse sagt:

    Hallo, die Blogpause scheint dir gut zu tun. Du siehst fantastisch (glücklich und zufrieden und mit der Welt in reinem) auf den Fotos aus.
    Grüße

  3. Terisha sagt:

    Super schaust du aus! Bist ein tolles Model! Und hast das Herz auf dem richtigen Fleck!

  4. Rosenherz sagt:

    Liebe Nunu,
    schön dass du dich wieder mal zu Wort meldest! Apropos Regenkleidung, Jimmy und die Typen von der „Kattunfabrik“ sind jetzt von St. Pölten nach Wien übersiedelt und nähen aus eingesammelten Zelten (nach den Rockfestivals in Österreich) Regenjacken und Taschen.
    Das ist ein Integrationsprojekt, bei dem Ayslwerbende aus Syrien ect. sich mit der Sprache und mit der Fachsprache der Schneiderei vertraut machen und Stücke wie eben die besagten Regenjacken und ähnliches in der Nähwerkstatt anfertigen.

    Ein linteressantes Projekt, das du möglicherweise noch nicht gekannt hast.

    Herzliche Grüße
    Rosenherz

  5. Rebecca sagt:

    Oh gefällt mir alles ausgesprochen gut!

  6. […] Ein ehemaliger Greenpeace-Kollege, dessen goscherte Sprüche mir seit meinem letzten Tag bei Greenpeace fehlen (und leider auch in Zukunft fehlen werden), der sich mit seinem eigenen Radmode-Onlinestore in die Selbstständigkeit gewagt hat. Ich hatte letzten Sommer die Ehre, gemeinsam mit der coolsten aller Natalies (oben rechts) und dem besten aller Lukasse für ihn zu modeln, die Ergebnisse sieht man hier. […]

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