Archiv des Autors: nunette

6 Items – Tu ichs für den Style oder für den bösen Hintergrund?

Erstmal danke an Nicole von der Sicherheitsnadel, dass sie mich wieder an diese Thematik erinnert hat! Und jetzt:

Geständnis im Anrollen: Ich wollte ja eigentlich unbedingt ein Monat lang das „Six Items or less“ von Heidi Hackemer und ihrer Kollegin durchziehen (Klicktipp: Video anschauen!). Und Katrin wollte mitmachen. Aber dann haben wir immer wieder Ausreden gefunden, wieso wir das jetzt nicht machen können – wichtige Auftritte im Job, überhaupt ein neuer Job und und und… Eh blöd, ich weiß. Und vor allem von meiner Seite war einfach nur der Hintergrund: Ich wusste, dass meine große Auswahl an Fetzen mich durch das shoppingfreie Jahr trägt. Ich glaubte, Gefahr zu laufen, nach Ablauf dieses Projekts einfach nur riesige Shoppinglust zu haben.

Zur Erklärung: Du ziehst ein Monat lang nur sechs Teile aus deinem Kleiderschrank an. Damit das ganze nicht unhygienisch wird, gilt das ganze nur für Oberbekleidung, also zB. Kleider, Röcke, Hosen, T-Shirts. Sonderregel: Wenn du zwei gleiche glatte schwarze Shirts hast, gelten die als eines. Zumindest war das der Hintergrund von Heidi und ihrer Kollegin. Warum ich Heidi so erwähne: Weil sie mir einen kontinentübergreifenden „Hey, die kenn ich über ein Eck“-Moment beschert hat. Mein liebster Stiefellieferant kennt die nämlich recht gut.

Der Hintergrund von Six Items or Less war jedoch kein weltverbesserischer, sondern einfach nur eine Sache von „Hey, ich lebe in New York, arbeite in der Agenturszene, wo alle nur aufs Äußere schauen – wollen wir mal testen, ob irgendeiner Sau überhaupt auffällt, dass ich immer das gleiche anhabe.“

Spannenderweise hat dieses Projekt jetzt anscheinend einen neuen Drall (heißt das so?) bekommen: Die Six Items Challenge ruft alle Interessierten dazu auf, eben dieses Projekt durchzuziehen, um gegen die Welt der Fast Fashion zu protestieren („Could you do a fashion fast to oppose fast fashion?“). Im ersten Moment find ich das etwas befremdlich, weil: Den meisten Leuten wird nicht auffallen, dass man ein Monat lang das selbe Gewand, nur anders kombiniert trägt. Also wo ist die Signalwirkung? Doch die Six Items Challenge stellt einen weiteren Auftrag an die TeilnehmerInnen: Redets drüber! Und spendets an Labour behind the Label.

Das find ich gut. Ob mit oder ohne sechs Teile.

Und übrigens, was mir immer deutlicher bewusst wird: Diese NGO-Sprache – aufrütteln, erschüttern, fordern, den Zeigefinger erheben und auf Ungerechtigkeiten in der Welt zeigen -, die ist wichtig und gut. Ohne die NGOs ginge in diesen Bereichen nix weiter. Ohne die NGOs würden die Schattenseiten der Globalisierung wohl im Dunklen bleiben. No na net schreib ich das, ich arbeite bei einer NGO, und darauf bin ich auch ziemlich stolz. Aber ganz ehrlich: Projekte und Aktionen, die den modeinteressierten DurchschnittskonsumentInnen klarmachen, dass nicht alles eitel Sonnenschein ist in der Textilindustrie, und das ganze ohne eben diese fordernde und erschütternde Sprache im Vordergrund, sondern einfach nur mit einer gehörigen Portion Spaß und einer Prise „Traust dich nie!“, die finde ich sehr sehr sehr sehr sehr sinnvoll. Und so gesehen find ich die Six Items Challenge wirklich leiwand.

Nur selber mag ichs immer noch nicht durchziehen …. was ist, wenn ich nur graue und rote Sachen aussuch und dann mitten im Monat Lust auf türkis hab?! Wobei, das wär mal wieder eine echte Herausforderung. So mit Shoppingerlaubnis finde ichs ja fast schon fad derzeit 🙂

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Erfolgreiche Reduktionsmaßnahme namens Ena

Ich hatte grad Besuch von der wunderbaren Ena, die sich an den Resten, die auf meinen ausgeborgten mobilen Kleiderstangen im Wohnzimmer ihre letzten Tage in meinem Besitz fristen, gelabt hat. Find ich super – die anderen Mädels haben sich die tragbaren Sachen vorher geholt, Ena wird den Rest mit ihrem Talent und ihrer Nähmaschine bearbeiten. Abgezogen ist sie mit einer großen Nachmacher-vom-Möbelschweden-Tasche (Tipp: Die sind noch größer als die vom Möbelschweden). Dagelassen hat sie Lust in mir auf zwei, drei kleine Nähprojekte. Ich beantrage hiermit dem 48-Stunden-Tag.

Die letzten Reste, die da im Hintergrund zu sehen sind, werden entweder unter meiner Nähmaschine oder bei Esther landen.

(c) Nunu Kaller

(c) Nunu Kaller

Ena, vielen vielen vielen Dank! Jetzt ist Platz für die nächste Ausmistaktion 😀

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Indisches

Vorausschickend: Ich hab keinen blassen Schimmer vom Hinduismus und will auch niemandem jetzt zu nahe treten, aber – Wahnsinn, ich hätt grad echt gern mehrere Armpaare. Eins zum Schreiben, eins zum Stricken wäre ideal.

 

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Nummer eins!

Ich habe keinen blassen Schimmer, was das für ein Ranking ist, aber hey, ich bin Nummer eins! Sowas sieht man gern am Samstagvormittag! Drauf gestoßen bin ich über meine Statistik. Mein Blog ist in Sachen Social Media Benchmarking in den Kategorien „Österreich“ und „Fashion“ ganz oben. Und ich muss sagen, wow, das macht mich stolz. Ich rangiere doch wirklich glatt in der Kategorie „Fashion-Blog“, was ich ja immer wieder witzig find, aber genau das freut mich eigentlich auch – dass ein Blog, der nicht nur zeigt, wie hübsch nicht die neuesten Kollektionen verschiedenster konventioneller Anbieter sind, vorne liegt. Damit sprech ich den klassischen Fashionblogs nix ab, ich schau mir die ja manchmal selbst auch an zwecks Inspiration – die haben einen anderen Anspruch und den zu Recht.

Kann natürlich auch sein, dass das Ranking kompletter Schrott ist, und ich mich umsonst freu 🙂 Die Überraschung heute war auf alle Fälle trotzdem fein!

Ich kann mir noch nicht wirklich ein Bild machen, was genau das für ein Ranking ist. Hab mal ALLE österreichischen Blogs ausgewählt, ohne thematische Eingrenzung:

Platz drei

Platz drei

Und Eingrenzung auf „Fashion“; ganz ohne Länderangabe, zeigt, dass dieses Ranking wohl nur bis zu einem gewissen Grad ernstzunehmen ist. Ich mein, hallo, Platz 14?! NIE!:

Platz 14

Platz 14

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Aufklärung am Bauch

Ich hab ein tolles Label entdeckt, bin ganz verliebt in die Teile – sind sofort im Haben?-Ordner gelandet. Lena Schokolade ist ein Label aus Deutschland, die nur mit Bio-Baumwolle arbeiten und diese in Hamburg vernähen. Und gleichzeitig auch noch aufklären:

Schön auf der Schal zur Atom-Endlagerthematik – ob rosa unserem Atomcampaigner steht? 🙂

Dieses Shirt in Blau mit dem Kinderarbeitsspruch, das ist am höchsten im Rennen bei mir:

Hier der Spruch, aber mit anderem Schnitt (ich weiß, ist im Grunde ganz leicht nachzumachen, aber so eine Idee, noch dazu aus fairen Materialien, bin ich auch bereit zu bezahlen. Irgendwann mal – hab gestern aufs Konto geschaut. Fehler. Grundsätzlich.)

Es gibt aber auch unbedruckte Sachen in fair produzierter Bioqualität bei Lena Schokolade:

Hach, so fein, so nett! Gefälltgefälltgefällt!

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Fast Fashion für Dummies

Bin auf der Suche nach einer kurzen und bündigen Definition von Fast Fashion gestern über ein hochinteressantes PDF gestolpert: McKinsey erklären Unternehmen, wie und wann sich schnelle Kollektionswechsel lohnen. Mit so interessanten Hinweisen wie:

Sie können jedoch kostengünstig auf Trends und Bestseller reagieren, indem sie den Einkauf fremdentwickelter Designs bei möglichst wenigen Produzenten in Niedriglohnländern bündeln.

Das steht da völlig unkommentiert!

Sorry, ich bin da wohl inzwischen ein bissl zu weit weg von der Realität der konventionellen Produktion, aber: Leute? Gehts noch?

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Die Frau von Seite sieben

Ich hab sogar noch ein Argument gegen die Stiefel – sie sind konventionell produziert. Und ein paar neue konventionelle Boots, die hochgeschätzt werden, mag vielleicht noch ok sein, aber noch eins ist dann schon wieder die Regel. Näh.

Das Argument hab ich mir selbst nämlich schon ein paarmal gegeben, einmal auch öffentlich. Leider ist das erste Magazin, das mir zugesendet wurde, verschütt gegangen (besch…. Post-Werbungs-„Kuvert“, wie ich dich hasse, und wegen der neuen Postkästen darf ich mir jetzt ein neues „keine Werbung“-Pickerl organisieren). Dankenswerterweise haben die Ladies von an.schläge es mir nochmal geschickt. Et voila, ich bin die (interviewte) Frau auf Seite sieben… (was jetzt die wahrscheinlich unfeministischste Ankündigung eines Artikels in einem feministischen Magazin überhaupt ist).

Und sorry, ich weiß, der Pressebereich gehört mal wieder aktualisiert! Wird bald erledigt, versprochen!

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Verdammte Stiefel

Na super. Kaufrausch, sogar Kauflust bei Kleidung bei weniger als null. Aber Schuhe, ich sags euch, aiaiaiaiaiai. Ich hab schon wieder welche entdeckt, die mir traumhaft erscheinen. Seit zwei Tagen (krank hat man ja blöderweise auch viel Zeit dazu) überleg ich hin und her und kämpfe gegen dieses Habenwollengefühl.

Dabei ist es so einfach:

  • Ich habe schwarze Stiefel, die ich nur reparieren lassen müsste, weil sie zu „reden“ begonnen haben
  • Ich brauche keine neuen Stiefel, ich habe ja grad neue gekauft und liebe sie heiß und innig.
  • Ich will nicht bei Zalando kaufen.
  • Ich habe genug Stiefel
  • Ich habe genug Stiefel
  • Ich habe genug Stiefel

Jetzt hat sichs ganz einfach erledigt, das Thema. Wie das geht? Man geht Wolle für Geschenke einkaufen (ich geh jetzt mit der Hausbatschenproduktion in Serie, geht so unglaublich schnell und sie sind perfekt warm), und kauft auch nochmal ein paar Knäuel Haubenwolle, weil eine Kollegin von einer von mir gestrickten Haube Nachschub verlangt, und schon gibt man mehr als die Hälfte des Stiefelpreises aus. Immerhin, sind Geschenke, ist sinnvolle Beschäftigung, und irgendwie werdens ja auch Schuhe …

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KiK, einfach nur KiK

Ich häng immer noch komplett in den Seilen, zwischen meinem Hirn und der Außenwelt ist eine Wand an Schleim. Und so spannend es ist, den Wahnsinnigen in Schladming sechs Stunden beim Rennenverschieben zuzuschauen, irgendwann wird auch das fad (den grauslichen Sturz von Vonn hab ich verschlafen, aber zum Glück wurde er danach bis spät in die Nacht in jeder einzelnen Nachrichtensendung mehrfach und aus allen Perspektiven gezeigt. Danke auch.).

Über die neuigkeitentechnisch so verlässliche Nicole über die neue KiK-Story gestolpert. Und daran gedacht, dass ich doch schon länger, seit dem letzten Fabriksbrand, eine eigene Story über KiK schreiben wollte.

KiK ist scheiße, kein Thema. Und verkauft billigen Scheiß. KiK ist auch in Deutschland und Österreich selbst ein mieser Arbeitgeber (gewesen?) – kann mich da an Diskussionen von Mitarbeiterüberprüfung und keine Gewerkschaft und so erinnern.

Nur mit einer Sache tu ich mir schwer: Dass so exklusiv KiK angeschossen wird. Gut, die werden ihren schlechten Ruf nicht irgendwoher haben. Das Billigimage, mit dem sie arbeiten, ist angreifbarer als beispielsweise das vom Textilschweden, der proaktiv einen auf nachhaltig macht (und dabei so manche Aktion liefert, die in meinen Augen wirklich nichts, aber auch gar nichts mit Nachhaltigkeit zu tun hat, sondern mal wieder nur der Gewinnmaximierung dient). Ich kenne genügend Leute, die mit einem Textilschwedensackerl in der Hand meinen, sie würden niiiiiemals und nie und nimmer zu KiK gehen – was ja nichtmal ein schwerer Verzicht ist, die Optik der beiden Anbieter ist verschieden, und die Zielgruppe des Textilschweden ist einfach die „coolere“.

Aber das böse „die produzieren in Bangladesch, in ihren Fabriken brennts“-Image, das klebt so richtig nachhaltig nur an KiK. Und ich denk mir dann jedesmal: Haaaaalllooo, die Näherinnen dort nähen – diversen Reportagen und Berichten zufolge – mal das eine, mal das andere. Vormittags KiK, nachmittags Textilschwede, irgendwann dazwischen schnell mal für den anderen (Deutschen) mit zwei Buchstaben. Da herrscht kein Unterschied, nur bessere Unternehmenskommunikation. Und NIE vergessen werde ich die Aussage von Ulla, die meinte, einer alleinerziehenden Supermarktregalschlichterin, die aufgrund galoppierender Inflation sowieso nur noch mit Strohalm über Wasser halten kann, wird sie niemals vorwerfen, dass sie das Kindergwand beim KiK kauft. Ich muss ihr da wirklich recht geben! Es zeigt sich wieder: Ja, die ganze Diskussion um ökofaire Kleidung ist eine Luxusdiskussion, in einer kleinen Sparte zuhause. Aber da landen wir jetzt wieder bei der Qualität – Kleidung von KiK kann man nicht weitergeben, die ist nach einem Kind kaputt.

Ich will KiK wirklich nicht in Schutz nehmen, nur sicherstellen, dass das Negativimage von KiK sich positiv auf das Image anderer Textilanbieter auswirkt. Nur weil DIE die Bösen sind, sind die anderen noch lange nicht die Guten.

Leider kann ich mir den neuen Beitrag nicht ansehen, würde mich seeehr interessieren, aber der Stream hängt sich immer auf, sobald Verona Pooth ins Bild kommt (ein Zeichen? Ich dreh auch immer ab, wenn die auftritt 😀 ) …

Hier mal die Story von 2010, die damals viel auslöste und die ganze öffentliche Diskussion lostrat. Trotz meiner obigen Bedenken: wichtige 29 Minuten. Anschauen.

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Krankkrankkrank

Grandioses Timing – ausgerechnet, wenn meine Kollegin, die für mich einspringen könnte, auf Urlaub ist, werde ich krank, und zwar so richtig. Und das hasse ich, und zwar so richtig. Wenigstens Zeit zum Stricken. Und gestern Abend schnell mal Hausschuhe gestrickt. Klingt jetzt fürchterlich uncool, aber wir haben einen verdammt kalten Boden, alles, was warm ist an den Füßen, ist sehr begehrenswert.

Das Coole ist: Ich hab wirklich halbe Boote gestrickt, in die mein Fuß der Länge nach zweimal reinpasste. Und dann hab ich sie gewaschen. Und jetzt passen sie perfekt, ich bin wirklich total beeindruckt. Filzen kann was. 🙂

(c) Nunu Kaller

(c) Nunu Kaller

Der Allwetterschal wächst auch. Und an der dunklen Linie direkt unterm Stricknadelseil vor kurzem kann man sehen: Als es in Wien zwei Tage schön war, war ich nicht in Wien. Sondern mitten in einem Kölner Hagel-Gewitter.

(c) Nunu Kaller

(c) Nunu Kaller

Und jetzt mach ich den letzten grauen Auftragsstrickpulli fertig. Und arbeite vom Sofa aus. Hilft ja nix. Mitleid?

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