Archiv des Autors: nunette

Zwischenstand

Wenn das Ding mal groß ist, wirds wieder klein, weil gefilzt. Und was es danach wird, weiß das Christkind (und zwar wirklich nur das, ich kanns mir nämlich noch nicht so ganz vorstellen, dass das hinhaut…)

(c) nunette colour

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Und zu meiner Verteidigung: Ja, ich kann auch kompliziertere Muster stricken – aber sie gefallen mir nicht. Und außerdem: Wenn ich beim Zopfstricken dauernd die Reihen mitzählen muss, machts keinen Spaß.  Einfach drauflos, Hirn ausschalten, dann ist gut.

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I love Shopping

Kann es sein, dass ich doch moralisiere und immer spießiger werde? Oder anders gefragt: Wie ginge es euch (insbesondere die Eltern unter euch), wenn in einer Auslage eines Spielzeuggeschäfts kleinen Mädchen erklärt wird, wie super Shopping ist?

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Lauter Plastik-Blingbling und neben einer Schultasche ein Stoffbeutel:

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We love Shopping? Ok, wundern tuts mich nicht, und das hier ist nur eine sehr plakative Ausformung der Werbung und Denkweise, der wir sowieso tausende Male am Tag ausgeliefert sind. Aber gleich so plakativ? In einem Spielzeuggeschäft? Oder bin ich jetzt echt zu spießig? Shopping macht Spaß, aus den diversesten Gründen, und viele kleine Mädels werden da jede für sich schon noch draufkommen. Aber muss man sie von vorneherein dort hinerziehen?

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Der Textilschwede tut was für die Umwelt

Der Textilschwede tut was für die Umwelt, und ich muss sagen – wenn das Projekt nicht zehn Seiten kleingedruckte Ausnahmefaktoren beinhaltet – ich fand es als Konzept auf den ersten Blick gar nicht mal so schlecht. Tropfen auf den heißen Stein, aber ein interessanter Ansatz! Jetzt frag ich mich  nur grad: An wen werden die zurückgegebenen Kleidungsstücke weitergegeben, und wann sehen wir die Aufdeckerdoku, dass der Textilschwede das auch nur verbrennt oder auf eine Deponie irgendwo weit weg bringt, weil sich ergeben hat, dass sie das Zeug nicht weiterverwenden können. Nur mal so dahingesagt.  Ich hoff, ich werde die soeben beschriebene Aufdeckerdoku nie sehen müssen.

Fünf Minuten Recherche ergaben dann folgendes:

Das schreibt der Textilschwede selbst:

H&M wird das erste Modeunternehmen sein, welches eine Kleidersammlung in ausgewählten Stores auf der ganzen Welt einführt. Durch diese globale Initiative können Kunden dazu beitragen, natürliche Ressourcen zu schonen und die Umweltauswirkungen durch Textilabfälle zu reduzieren. Es werden alle Kleidungsstücke von allen Marken und auch in jedem Zustand akzeptiert. Pro abgegebener Tüte bekommen die Kunden einen Gutschein für 15 % auf einen Artikel. Die gesammelten Kleidungsstücke werden dann von H&Ms Partner I:Collect übernommen, der eine etablierte Infrastruktur für eine Weiterverarbeitung bietet, um Konsumgüter einem neuen Nutzen zuzuführen.

Alle Marken vom Textilschweden oder alle, alle Marken? Auf der Suchen nach I:Collect bin ich auf diese Firma in der Schweiz gestoßen. So wie es da steht, scheint das Zeug dann einfach weiterverkauft zu werden. Und wenn das stimmt, ist es ein Geniestreich vom Textilschweden. Sie verkaufen Gewand einfach doppelt, weil die KundInnen es ihnen gratis zurückbringen. Für einen SACK voller Kleidung bekomm man 15 Prozent auf EIN neues Kleidungsstück.

Ok, ihr lest hier mich live beim Denken, und mir geht grad ein Glühbirndl auf: Kann es vielleicht, möglicherweise, naiv gefragt unter Umständen sein, dass da mal wieder das megafette Umsatzplus für den Textilschweden im Vordergrund steht anstelle der Umwelt?

Edit: Ich bin grad echt traurig, es ist wirklich so weit gekommen – die setzen Aktionen, die zumindest mal im Ansatz grün sind, und ich zerleg sie. Da versteh ich das Argument vieler Konzerne, die sagen, wozu solle man da Schritte setzen, man wird ja eh nur dafür abgewatscht. Soll man das Projekt doch als gut gelten lassen? Mein Bauch sagt nein. Ich bin verwirrt.

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update von unterwegs

so herzig – neben mir im wartehüttl beim 13a auf der mariahilfer sitzt eine etwa vierzigjährige frau mit fake-burberry-tasche und billiger daunenjacke und liest von anfang bis schluss den greenpeace- detox-flyer, um ihn dann kopfschüttelnd und seufzend mit „ogott, ein wahnsinn“ in ihre tasche zu stecken 🙂
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Es gibt Vintääätsch, und es gibt Vintage. Und Rosenroth.

Eine liebe Freundin von mir beschäftigt sich beruflich seit Jahren mit Mode und Kleidung. Sie arbeitet nicht nur im Kostümhaus, sondern hat privat auch ihr eigenes Vintage-Label hochgezogen:

Ich wollte mich schon seit einiger Zeit dem Thema Vintage hier am Blog widmen. Ganz ehrlich? Ich kanns nicht mehr hören. „Vintätsch ist der heißeste Trend des Frühlings/Sommers/Herbsts/Winters“. Eh klar. Nur was dann alles als Vintage angeboten wird, das grausts mir manchmal regelrecht. Ein neonfarbener Schianzug aus den Achtzigern ist NICHT Vintage. Vintage bezeichnet hochwertiges Design in Sachen Mode und Ausstattung aus den 1930ern bis 1970ern. Und so gesehen, runtergekürzt auf den ursprünglichen Begriff, finde ich Vintage wieder ganz wunderbar: Alte Stücke werden aufbehalten, und in ihrer Qualität wertgeschätzt.

Ich hab Ulla mal ein bisschen befragt. Zuallererst: Woher kommt ihre Liebe zu jener alten Kleidung?

Also: Um ganz weit zurück zu gehen, ich hab schon als Kind so „alte Sachen“ gemocht. Warum, weiß ich eigentlich nicht. Die sachen waren mir irgendwie sympathisch, vertraut. Als ich dann die Modeschule Hetzendorf besucht habe, hat sich 5 Jahre lang alles nur noch um Mode gedreht. Neue Entwürfe zwar, aber das Wissen um gute Materialien und Schnitte ist natürlich größer geworden. Bei den meisten nachfolgenden Jobs ging es ja fast auch immer um Mode und irgendwann hat sich das Interesse für Mode und altes „Gediegenes“ (ein furchtbares Wort!) zusammengefügt. Ein großer Auslöser war natürlich meine Arbeit im Kostümhaus Wien. Ich habe sehr viel über die Mode des 20ten Jahrhunderts gelernt. Ganz schlimm ist es immer, wenn eines dieser wunderbaren Teile durch eine Produktion irreparabel beschädigt wird. Da blutet mir immer noch das Herz!

Irgenwann habe ich festgestellt, dass solche Stücke immer noch zu finden sind, dass es eine Menge Leute gibt, die sich dafür interessieren – und dass man damit auch Geld verdienen kann. Es macht mir unendlich viel Spass diese Dinge zu suchen, zu „jagen“ und meine Beute nachhause zu tragen. Aber genauso schön finde ich es, wenn sich Menschen finden, die diese Kleider auch so toll finden, sie kaufen und damit viel Freude haben. Klingt aufgesetzt, ist aber so…obwohl es mir ehrlich gesagt bei besonderen Stücken auch mal schwerfällt, sie zu verkaufen …

Ulla hat auch sehr interessante Ansätze in Sachen Fast Fashion – und ich muss ihr teilweise  rechtgeben. All das, worüber ich hier schreibe, ist ein Luxusproblem (das habe ich bereits im April „eingesehen“), und viele Leute können sich schlicht nichts anderes als die drei Buchstaben mit der fürchterlichen Verona-Pooth-Werbung leisten. Genauso kann es ja nicht darum gehen, den Frauen in Fernost den Job wegzunehmen – es muss darum gehen, ihn sicherer und besser bezahlt zu machen. Ulla meint:

Was ich persönlich problematisch finde ist, dass billige Mode eben auch für alle leistbar ist, das aber eben auch sein sollte. Bei vielen Famillien gab es früher eben die eine Hose, die alle drei Brüder in einem bestimmten Alter getragen haben. Beim Letzten war sie eben schon sehr durch. Fakt ist, ich finde Nachhaltigkeit in der Mode wichtig. Im Moment ist es aber ein sehr poshes Problem. Die Alleinerzieherin, die vor der Karenz schon einen schlecht bezahlten Job hatte, die geht zum Kik. Und ehrlich gesagt, ich werds ihr nicht verübeln. Dass darüber geredet und berichtet wird, finde ich gut und wichtig. Ich denke halt, das Grundproblem liegt daran, dass es auf diesem Planeten einfach schon sehr viele Menschen gibt. Alle einzukleiden, stellt die Umwelt vor ein Problem. Dass Textilfabriken ein absoluter Irrsinn sind, ist klar. Dass aber ausschließlich Schweden und Spanierbashing stattfindet, ist nicht ganz fair. Wo produzieren denn die ganzen Designer ihre Ware? Das ist manchmal auch recht schwierig ausfindig zu machen. Sprich: gleiche billige Produktion, aber höhere Preise.

Ja, sie hat recht (und ich mach das jetzt hier zu einer Art öffentlichem Dialog). Nur in einem Punkt mag ich was klarstellen: Die Spanier und die Schweden, das sind die Massenproduzenten. Wenn die ihre Produktionsweisen ändern würden, würde mit einem Schlag wahnsinnig viel weitergehen. Die High Fashion Designer, deren Stückzahlen zumeist doch kleiner sind (jetzt mal abgesehen von den ganzen Raubkopien von Gucci, Prada usw…), sehe da nicht an vorderster Front. Aber auch an der Front, zugegeben.  Und was das Billigshopping angeht: Diese Teile werden ja nicht weitergegeben an die kleinen Geschwister, schlicht, weil sie vorher hin sind und wir anscheinend die Fertigkeit des Nähens alle verlernt haben. Aber das bedeutet doch auch, dass es in Österreich so viel Kleidung wie noch nie zuvor geben muss – vom Shopregal bis zum Müllberg…..

Wie erwähnt finde ich das Thema Nachhaltigkeit in der Mode spannend und wichtig. Ich finde es sehr genial, dass du dich damit so intensiv beschäftigst! Dass hier die Vintagemode etwas dazu beiträgt, finde ich großartig. Aber um ehrlich zu sein, war das nicht der Grund, warum ich mich damit beschäftige. Wie gesagt: Mir macht die Sache einfach wahnsinnig viel Spass und ich habe das Gefühl, dass ich etwas für mich sehr Richtiges gefunden habe! Nichtsdestotrotz macht es mich stolz, dass Vintage eben auch nachhaltig ist!

Liebe Ulla, vielen Dank für die guten Gedankenanstöße! Und liebe Leute: Die Ulla und ihr Label kann man kennenlernen! Optimalerweise ab 7. Dezember – da öffnet nämlich der Salon Rosenroth seine Pforten. Am 7. um 18h ist Eröffnung, und von 8.-22.12 ist der Pop-Up-Store Montag bis Freitag von elf bis sieben und Samstag bis sechs geöffnet. Wo genau? In der Salesianergasse 9 (das wunderschöne Biedermeierhaus!!) in 1030 Wien.

Vintage und Rosenroth und Ulla

Vintage und Rosenroth und Ulla

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Neuer Tauschrausch in Sicht

Es wird mal wieder getauscht – Danila, die schon die letzte Tauschparty, auf der ich war, organisiert hat, war wieder am Werk. Morgen, 6.12., ab 12h, im Café Schottenhof in der Amundsenstraße 5 im wunderbaren 14. Hieb (ich liebe das Wort Hieb…wer sagt denn bitte in Wien noch Bezirk?).

Ich selbst bin noch nicht sicher, ob ich hinschaue. Müde ist grad gar kein Ausdruck, am liebsten würde ich auf Winterschlaf gehen. Gestern habe ich mich um neun Uhr Abends bereits im Bett eingerollt (und diesen Artikel geschrieben, zugegeben). Andererseits: Ich hätte drei Ikeasäcke aussortiertes Zeugs…..

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Der Stiefelknopf

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber langsam rückt das Jahresende immer näher, und das danach stellt mich vor immer mehr Fragezeichen…. Hab heut früh mal kurz drüber nachgedacht, was nach diesem Jahr WIRKLICH so auf meiner Einkaufsliste steht. An alleroberster Stelle, hüstelhüstel, stehen Basicswennihrwisstwasichmeine. Nie wär mir früher aufgefallen, wie schnell sich diese Teile verwaschen. Sauber werden sie noch allemal, aber verwaschen bis zum gehtnichtmehr.

Dann, ebenfalls ganz oben und seit Tag  sechs meines Shoppingboykotts, als mit ein solches Paar in einem „gerne großen“ Einkaufszentrum angestarrt hatte: Boots. Eh klar. Oft genug drüber geschrieben. Stellt euch einfach einen tiefen Seufzer vor.

Mit dem Mantel von km/a wollte ich mich ja belohnen, nachdem ich tollerweise den Sockenpulli bereits zum Geburtstag bekommen habe. Derzeit ist aber die schönere Belohnung der Gedanke an das Wochenende meiner allerliebsten und co-reiseerprobten Aniger in Amsterdam, inklusive sowas von einem Besuch bei Cora Kemperman.

Ansonsten: Brauchen tu ich gar nix außer den ehschonwissen. Wollen tu ich Bootsbootsbootsbootsboots. Freuen tu ich mich auf Frau Kempermans Produkte. Und auch auf den Mantel freu ich mich. Aber das Lustige ist: Bei keinem einzigen dieser Teile zähle ich bereits ungeduldig die Tage, bis ich wieder shoppen darf. Im Gegenteil, irgendwie stressts mich fast. Wenn ich daran denke, was ich so alles auf den Listen für danach schon draufhatte – Kleider, Röcke, Schuhe, Taschen, alles mögliche. Gut, wenn man Zeit hat, sich zu überlegen, was man WIRKLICH will. Und meine unglaubliche persönliche Idiotie: Ich will trotz meiner sieben Paar Stiefel in Verwendung und noch so einigen in den Kisten WIRKLICH neue Boots. Fazit: Nach einem Jahr Abstinenz bin ich zwar gescheiter im Hirn, aber der Stiefelknopf im Kopf, der wird sich wohl mein Leben lang nicht lösen.

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Plan W(ollgeschäft)

Ich sags euch, wenn mir das mal alles zuviel wird mit der Pressesprecherei, der Messemitarbeiterei, der Fachhochschule und dem allgemeinen Weltverbessern – dann mach ich ein Wollgeschäft auf. Trotz der methanrülpsenden Schafe. Und dann biete ich ganz viel Bio-Wolle an. Und Strickrunden. Und diese feinen bunten Stricknadeln. Und die Wolle sortiere ich dann wie mein Bücherregal – nach Farbe.

Ich glaub ich brauch Urlaub 😉 Umso mehr freue ich mich schon auf Silvester, das ich bei einer meiner liebsten Mitbloggerinnen, Mitstreiterinnen und Leserinnen verbringen werde!

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Neunzig Prozent

Das Ding mit der Wolle als das klimaschädlichste Produkt beschäftigt und nervt mich massiv. Jetzt kann ich wieder anfangen, Ausreden zu suchen, warum Stricken mit Wolle doch besser ist als mit Kunstfaser (Ist es. Glaubt mir.) und warum es im Vergleich zu anderen Hobbies noch echt ein ökologisches eines ist. Raunz. „Gegenargument“, das eigentlich überhaupt keines ist: Konventionelle Baumwolle ist bekanntermaßen auch richtig gack (wobei, viel Wasser verbraucht Biobaumwolle auch). Wahnsinn, das war grad wohl mein schlechtester Übergang ever…

Doch jetzt ist es doch wirklich soweit gekommen – mir ist in den letzten Tagen die Energie fürs Bloggen ausgegangen. Beruflich ist grad so viel Verschiedenes zu tun, dass mir keine Zeit bleibt, drüber nachzudenken, worüber ich denn morgen so bloggen will. Am Abend zuhause bin ich so k.o. im Kopf, dass ich eigentlich den Laptop gar nimmer aufklappen mag.

Drum mach ichs mir heute einfach – und gelobe baldige Besserung: Googlet bitte „ARALSEE UND BAUMWOLLE“. Das war mein „Spaß“ in der Mittagspause gestern. In der Schule noch gelernt, dass der Aralsee „wohl in einigen Jahrzehnten nur noch halb so groß sein wird“, und jetzt weiß man: Es sind grade mal maximal eineinhalb Jahrzehnte vergangen (ich hab natürlich in der Unterstufe davon gehört, hüstelhüstel), und es sind bereits neunzig Prozent der Fläche versandet. Und warum? Es warat wegen der Baumwolle…

 

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Nebenprojekt Dosenlos hiermit beendet

Fast erfolgreich. Hier gehts zum Beitrag… und ich muss wirklich zugeben: Aus eigener Schwäche heraus bin ich bei der Dosenlosigkeit nicht ganz so stur gewesen wie beim Shoppingboykott. Aber vielleicht gibts ja mal wieder eine Fortsetzung. Wer weiß, ab Mitte Jänner ist mir selbsttesttechnisch dann eh fad…

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