Archiv des Autors: nunette

Wiener Modestile

Vor kurzem bin ich über einen wunnnnnnnddeeerschönen Link gestolpert, den ich euch natürlich nicht vorenthalten will: Ein nichtwienerischer Fotograf, der sich die Wiener Modedesign-Szene angeschaut hat. Und sie fotografiert hat (logisch). Herausgekommen ist ein wirklich feiner Bildband, der mich persönlich beim Durchklicken total glücklich gemacht hat. Warum? Weil er zeigt, in wievielen Ecken und Winkeln meiner heißgeliebten Stadt es modisch und textiltechnisch flimmert und flirrt und sich bewegt und yey!

So. Schön. Klick aus Bild -> ab zum Fotoband.

fotowienmode

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Rana Plaza mitten in Manhattan

Der Zusammenbruch von Rana Plaza ist jetzt zehn Monate her. Seither hat sich viel und gleichzeitig nix entwickelt. Viele Unternehmen haben das Brandschutzabkommen unterzeichnet, einige Firmen haben den Überlebenden und Hinterbliebenen Zahlungen versprochen. Bisher bezahlt hat nur Primark. Und das auch nicht vollständig – denn bezahlt werden nur jene Hinterbliebenen, die einen Totenschein vorweisen können. Immer noch sind Hunderte unter der Ruine verschüttet, und auch viele der geborgenen Leichen waren nicht mehr identifizierbar. In der 7- Millionenstadt Dhaka gibt es EIN Labor, das DNA-Tests durchführen kann – und die sind für den Durchschnittstextilarbeiterangehörigen sowieso nicht bezahlbar. Aber ohne Totenschein keine Kohle. Das muss immer wieder wiederholt: Es ist nichts wiedergutgemacht worden, nichts gerecht abgegolten worden. Der Mindestlohn in Bangladesch ist angehoben worden – aber längst nicht auf eine menschenwürdige Höhe. Das Ergebnis: Massive Unruhen, weitere Tote. Nichts wird besser.

Die Clean Clothes Campaign hat bei der New York Fashion Week in den letzten Tagen daran erinnert (alle Fotos (c) Clean Clothes Campaign):

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Der Überraschungsgürtel

Ach, der Liebste. Er ist grundsätzlich schon ein recht guter Zuhörer, aber manchmal halt nur …. so nebenbei halt. So ein bissl was Aufschnappen. Und nicken, wenn man eine Frage hört. Bei meinen „Rabäääh mein zehn Jahre alter Gürtel ist kapuuuuuuttt“-Raunzereien hat er zwar zugehört (ich weiß es, er hat sogar Mitleid bekundet!), aber gedanklich kombiniert hat er nicht. Was auch kein Vorwurf ist, passiert mir auch oft. Und ich bin da gar nicht mal so unfroh drüber, sonst hätt ich letztens nicht so einen feinen Moment gehabt!

Das war nämlich so. Ich, wiedermal vertieft in eins meiner DIY-Projekte, höre ihn hinter mir das Sofa zerlegen. Das ist so ein Sofa, in dem man viel lagern kann, eigentlich. Nur dass es immer wie komplett einmal aus großer Höhe auf den Boden gekracht ausschaut, wenn man das Sofa zerlegt. Noch dazu liegt es in seinen letzten Zügen, quietscht und knarzt bei jeder Bewegung, und ist optisch ohne Decke drüber eine Qual. Auf dem Ding hat der Liebste in den Neunzigern schon geschlafen. In den Neunzigern war es neu – mit topmodernem Muster drauf. Muss ich mehr sagen? Aber egal. Er, mittendrinstehend in seinen im Sofa verräumten Schätzen, meint plötzlich: „Sag du brauchst einen Gürtel, oder?“

Ich, ohne Hinschauen, weil eh überzeugt, da kommt jetzt was, was mir erstens nicht passt und zweitens Wegschauen kapitales Vernähen bedeutet hätte….: „Ja, schon, aber….“

Weiter als das Aber kam ich nicht. Er legte mir einen Gürtel vor die Augen, haargenau so, wie ich ihn haben wollte. Oder fast so, aber verdammt nah dran und durchs viele getragen worden sein auch genau richtig weich. Und: Er passt! Genial! So kann man sich Zeit und Geld sparen, wenn man einfach nur …. nix tut 😀

Ich sehe das Sofa inzwischen mit ganz anderen Augen. Was da wohl noch für Schätze drin liegen?

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Ich strick mir Jeans

Die Sonja und ich, wir haben einen Deal abgeschlossen. Und dieser Deal macht sooooooooooooo viel Spaß!! Derzeit könnte ich wirklich den ganzen Tag nähen oder stricken oder mein Strickmaschine wieder in Gang bringen (fiep 😦 ist ein Teil abgebrochen). So viel, dass ich mich weder auf die Reisevorbereitungen konzentriere noch meine diversen anderen Ideen umsetze noch dieses tolle Buch endlich fertiglese.

Wenig überraschend hat der Deal mit Stricken zu tun. Ich bin nämlich Strickgarntesterin. Sonja hat ja nur ökologische Garne in irgendeiner Form, sei es bio-zertifizierte Wolle, sei es die schöne Auswahl an Hoooked-Garnen, oder …. Recycling! Richtig, Recyclingbaumwolle! Und was es noch viel lässiger macht: Recycled aus alten Jeans. Jeans werden geschreddert und neu versponnen. Raus kommt dann dieses Garn:

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Dieses Garn durfte ich testen. Es verstrickt sich wie ein bisschen wie eine Kordel, aber dafür gehts waaaaaaaaaaaaahnsinnig schnell. An eineinhalb Abenden waren diese Handgelenkswärmer produziert.

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Ich finds einfach nur cool, mit etwas zu stricken, das mal eine Hose war…  Große Strickempfehlung also, ein super-Sommergarn, bei dem man das gute Gewissen gleich mit einstrickt. Was mir aufgefallen ist: Es riecht auch ein bisschen nach alten Jeans, aber mit dem ersten Mal Waschen hat sich das auch wieder!

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Das Jeansgarn gibts in vier Farben (wenn ich mich richtig erinnere) im Strickwerk!

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Ein tierischer Einkaufsratgeber

Was war ich beeindruckt letzte Woche. Ich selbst recherchiere ja gerade an einem halbwegs kompletten Einkaufsguide für Österreich (und brauche dabei eure Hilfe, bittebitte!), und habe mir dabei auch Inspiration (und Adressen 🙂 ) aus einem kleinen Büchlein geholt, das mir eine ORF-Redakteurin letztens in die Hand gedrückt hat. Das Büchlein lag wochenlang neben dem Laptop und starrte mich fast schon vorwurfsvoll an, wann ich es denn endlich hier am Blog vorstellen und rezensieren würde. So lang, dass sie schon nachfragte, die liebe Redakteurin.  Und ich habs immer vor mir hergeschoben.

Doch jetzt, wo ich selbst recherchieren musste, ist mir das kleine Teil zur Adress-Bibel geworden:

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Gemacht ist es von animal.fair.  Und was ich ganz besonders loben muss: Das Ding kommt nicht in der im Tierschutz gar nicht so seltenen „Alle Fleischesser sind Mörder!“-Tonart daher. Klare Aussagen, ausführliche Beschreibungen und gute Erklärungen der Hintergründe überwiegen.

Großes, großes Lob. Danke für den Guide, der für ganz Österreich recherchiert wurde! Wenn man aufs Bild klickt, landet man direkt bei der Bestellmöglichkeit!

animal fair

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Mein erstes Mal…. ein Kleid!

Erstmal: SORRY! ich weiß, ich liefer grad SEHR viel „hab ich selbst gemacht“ – in Anfängerqualität. Aber ich finds grad sooo fantastisch, zuhause nachm Abendessen erstmal an die Schere, den Stoff, die Maschine, oder die Stricknadeln. Es ist herrlich! Hat gar nicht so viel mit „ich brauch neue Sachen“ zu tun – genauer gesagt: null – aber ich hab einfach Freude am Gestalten. Nach vielen Fehlanläufen entdecke ich das Nähen doch gerade so irgendwie für mich…. der Gedanke, dass ich vielleicht mal fähig bin, wirklich selbst meine Basics, also Shirts und Sporttjuuubs 🙂 herzustellen, ist einfach so motivierend! Dann steh ich vielleicht beim nächsten Mal beim Tchibo-Regal und denk mir: Das näh ich mir heut Abend selbst!

Also so hundertpro hab ichs noch nicht draußen mit der Overlock (bei dünnen Stoffen schneidet sie viel weiter drin als sie näht), aber hey! Kleid!

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Beim ersten Anlauf war der Ausschnitt superperfekt, aber mit ein paar nicht so schönen Nähten. Worauf ich nochmal genäht hab und nochmal und nochmal. Und jetzt ists ein Riesenausschnitt und ich ärger mich. Anfängerfehler.

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Trotzdem, stolz. Kleid. Vielleicht schneid ichs noch ab und machs zum Pullover, dann ist mir der weite Ausschnitt auch egal, weil ja Shirt drunter oder so…. oder…unlogisch grad? 🙂 Und: Kann mir wer das erklären, wie ich das richten kann, dass die Maschine weiter drin schneidet als den Rand näht?

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Mein erstes Mal….Streifenshirt

Gestern hatte ich wieder den ultimativen Ich-bin-Tom-Hanks-ich-habe-Feuer-gemacht-Moment (meiner Meinung nach übrigens die beste Szene seiner gesamten Karriere).

Ja, ich hab momentan abends immer gröbere DIY-Anfälle, ob stricken, knooken oder nähen… Ich habe ein Shirt genäht. Ein gestreiftes. So richtig mit Schnitt und so.

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Da, bitteschön, Beweis: Schnitt! Sicherheitshalber zwei Größen zu groß zugeschnitten und dann auch noch mit Nahtzugabe – damit ich Fehler machen kann 🙂

Schnitte zuschneiden, auf den Stoff pinnen, dabei nicht mitdenken und deppert Stoff verbrauchen, zuschneiden, das alles dauerte gefühlt eeeeeeeeeeeewig. Vor allem, weil ich Goldkind natürlich auf die Idee kommen musste, dass ich unbedingt ein gestreiftes Shirt brauche (jaaa, gnagnagna, ich hab ja keine gestreiften Shirts, niemand hat gestreifte Shirts, gnaaangaaa). Einfärbigen Stoff könnt man ja aufeinanderlegen, schneiden, feddisch. Aber bei den Streifen, beim Zuschauen dauernd drauf achten, dass eh die richtigen Streifen aufeinander ….. nicht wissend, dass ich beim Nähen dann recht bald drauf pfeifen würd…schlaue Entscheidung fürs erste Jerseyshirt. Das erste mal mit stretchigem Stoff nähen. Ge. nau.

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Surrrrr…. ok, nein. Durchatmen, Luft anhalten, surrr…. immer wieder wiederholt. Durchatmen. Luft anhalten, surrrr….

Um etwa sieben herum begann ich mit dem ersten Schnitt ins Vorlagenpapier (ich weiß, dass das Schnittbogen heißt, aber ich wollt „Schnitt“ grad nicht wiederholen in dem Satz), und um exakt viertel nach neun machte ich dieses Foto:

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und das war bereits NACH der Korrektur der etwas spitz geratenen Schulter! Wie immer gilt: Unser Badezimmerspiegel ist immer dreckig. IMMER. Das hat was mit der Zahnpasta zu tun. Die ist bei uns abenteuerlustiger als sonst wo…

Und, bitte, hier der Beweis, dass das nicht nur vier Rechtecke und so: BRUSTABNÄHER! Naaa? Rockstar, oder was? 😉

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Wie bei allen meinen Nähwerken gilt: Nicht genau hinschauen bitte. Dann merkt man, dass das mit der Fadenspannung doch nocht nicht so ganz und so…. aber ich bin trotzdem unfassbar stolz auf mein erstes Mal Jerseyshirt. Es bleibt einfach so, liebe Leute: Dieses Gefühl, dass man etwas selbst produziert hat, das man auch wirklich da draußen, auf der Straße, in der Öffentlichkeit, unter MENSCHEN! tragen würde (und wird!), das ist echt unschlagbar.

Und: Muss man schon, oder? 🙂

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Geduldsprobe Knooking

Also ich kann ja stricken. Und häkeln kann ich auch. Also kann beides in Kombination nicht so schwer sein, dachte ich. Dachte ich!

Was habe ich geflucht.

Eigentlich hab ich mich ja total gefreut, als mir dieses Büchlein (Andrea Biegel/Knooking für Einsteiger/Stricken mit der Häkelnadel/kreativ.kompakt, 32 Seiten, 17 x 22 cm/TOPP 6938 | ISBN 9783772469381) als Rezensionsexemplar zugeschickt wurde.

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Noch bevor es da war, hab ich mir in vorauseilendem Gehorsam im Strickwerk gleich mal eine Häkelnadel, die ich an meine Knitpro-Bänder schrauben kann, besorgt. Kaum war das Büchlein da, schon losgelegt. Und herumgezogen an dem Stück und geflucht und überlegt, ob die Häkelnadel vielleicht zu groß ist und überlegt, ob ich nicht doch eine dickere Wolle nehmen soll und eine dickere Wolle genommen und das mit dem glatt rechts immer noch nicht hinbekommen. Also das ganz normale imme rechts stricken, das hab ich kapiert, und das wird auch immer einfacher, je mehr Reihen man knookt. Das Glatt Rechts…. da muss ich mir die Anleitung wohl nochmal genauer durchlesen.

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Fazit: Ein Spaß und eine Herausforderung ans Hirn, was ja auch gesund ist, aber…. ich glaub, ich bleib doch lieber bei meinen zwei Nadeln. Wobei…. es heißt in dem Büchlein ,dass man da auch enge Runden ohne Nadelspiel machen kann, das könnte doch noch zur echten Alternative werden. Anyway, ich gebe hier eine FAST positive Kaufempfehlung ab. Das Ausprobieren macht Spaß, und danach kann man gleich auch tunesisches Häkeln versuchen – die Nadel dazu hat man dann ja schon zuhause…

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Kleider tauschen – die AnfängerInnenversion

Aus liebevoller Verbundenheit ists mir natürlich ein Anliegen, auch als Kinderlose dieses Event anzukündigen:

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Warum?

Weils dort ist, wo es das Gurkengesöff in rauhen Mengen gibt 🙂

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Erste Schritte auf dem Weg zum Sport-Tjuuub!

Yeah! Gut, brav Anleitung durchge…blättert, einen Faden mit viel „bitte wie soll das gehen?!“ neu eingefädelt, und losgelegt. So ganz draußen hab ich das mit der Fadenspannung noch nicht, aber Wahnsinn, macht das Spaß! Mit dem Herumgeschnippsel gleichzeitig macht das Overlocken viiiiiiel mehr Spaß als mit der normalen Nähmaschine!

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Next task: Kapieren, ob es da bestimmte Fadenspulengrößen gibt, schwarze Fadenspulen auftreiben, und dann los, ab an die wirklichen richtigen Sport-Tjuuubs, die ich mir machen möcht. Und auweia, aus der Nähsession für dieses Teil ist auch nie was geworden, das geh ich auch noch an. Ist auch nix anderes als ein Sport-Tjuuub, nur halt gestreift.

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