Archiv des Autors: nunette

Welcher Film wird hier bitte gespielt?!

Ja, schon klar. Ich habe grade viel Medienaufmerksamkeit. Das Buch ist ein größerer Erfolg, als ich es mir jemals erträumt hätte. Ich gebe Interviews am laufenden Band – und finde es witzig, die Seite getauscht zu haben, nachdem ich bis vor kurzem viereinhalb Jahre lang als Pressesprecherin und vorher als Redakteurin bei einer Onlinetageszeitung tätig war. Meine Geschichte ist grad gutes Material für die Journalisten, also liefere ich ab, wissend, dass in ein paar Monaten wohl kaum noch was laufen wird. Ich bin jetzt eine gute Geschichte.

Aber…. so gut?

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Und dann auch noch… .SOOO gut?!

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Mein Name auf dem Titel einer Hochglanzfrauenzeitschrift – das ist ein wirklich seltsames Gefühl. Damit werd ich sicher mal bei meinen Nichten angeben können, wenn sie mal größer sind, harrharr….

Aber ernsthaft: Das ist seltsam!! Niemals im Leben hätte ich damit gerechnet, als ich diesen Blog startete. ABSOLUT NIEMALS. Und hier auch wieder: DANKE an euch alle, die mein Geschreibe sowohl in Buchform als auch hier am Blog mögen. Euch verdanke ich dieses Gefühl.

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Und Tschüss?

Die Hose von gestern spukt mir noch im Kopf herum – sie erinnert mich wirklich an die Zeit damals, vor meiner Shoppingauszeit. Doch was anderes ist gestern auch noch passiert – etwas, das ich nur jeder empfehlen kann, die gerade große Lust auf Shopping hat: Mistet euren Kleiderschrank aus. Da befindet sich so viel drin, was ihr seit Ewigkeiten nicht mehr getragen habt. Auf einige Dinge bekommt ihr wieder Lust, andere werden weggegeben. Was danach ganz sicher weg ist, ist die Lust auf Neues. Bei mir ist die grad absolut nicht vorhanden.

Ich hab gestern einen Großteil meines Hab und Guts durchsortiert. Das Ergebnis: Ein Bücherregal, in dem wieder Platz ist, zum Beispiel dafür: Weiterlesen

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Die Hose made in Bangladesh in meinem Schrank

Spät, aber doch: Mein heutiger Beitrag. Ich habe den heutigen Tag nämlich damit verbracht, mich von Dingen zu trennen. Meine Wohnung ist dankenswerterweise recht groß, und wir bewohnen sie lediglich zu zweit (was eine Katastrophe für den ökologischen Fußabdruck ist, aber ein großes Glück für die Beziehung – man hat einfach Raum). Und heute war es so weit: Ich bin meinen Besitz durchgegangen. Während der Liebste in der Küche alles wegschmiss, was abgelaufen war, und aus dem gerade noch verkochbaren Zeug eine herrliche Suppe kochte, wanderten bei mir Bücher, Zeitschriften und sonstiges Zeug kistenweise raus. Es ist unglaublich, bei einer so großen Wohnung merkt man einfach nicht, wieviel Krempel und Klumpert man ansammelt. Wohnzimmer, Küche und Bad fühlen sich definitiv schon „leichter“ an, nun ist das Schlafzimmer dran. Und dort steht der Kleiderschrank. Also der halbe, aber das tut jetzt nichts zur Sache.

Als ich im Oktober 2012 dachte, ich hätte mich bereits von so viel Zeug getrennt, jetzt passts – lag ich voll daneben. Es ist schon wieder ein Ikea-Sack voller Kleidung startklar für Tauschparties und die Caritas. Und ich habe das starke Gefühl: Da folgen noch weitere. Denn alles, von dem ich nicht wirklich sagen kann: „Das zieh ich gern an!“, fliegt.

Doch ein Teil, das heb ich mir auf, obwohl ich es nie anziehe.

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Gekauft habe ich diese Hose am 28. Dezember 2011. Ich war beim Textilschweden, um mir wie von einer Freundin angetragen für den anstehenden Jahreswechsel auf Teneriffa der spanischen Tradition entsprechend rote Unterwäsche zu kaufen (immer diese Traditionen übrigens, an den Weintrauben, die man ebenfalls traditionell dort ist, bin ich halb erstickt…). Ich kann mich noch genau an diesen Besuch beim Textilschweden erinnern: Es war überall Ausverkauf. Ich MUSSTE einfach einmal durchschauen, ob mich was anspringt. Diese Hose tat es. Heruntergesetzt auf 15 Euro. In Größe „Ja, wird schon passen“. Bei den Umkleidekabinen eine ewig lange Schlange – dafür hatte ich keine Zeit. Ich musste ja noch packen, am nächsten Tag gings Richtung Teneriffa. Zuhause dann die Hose (und die Bluse und das Top, das ich auch noch mitgenommen hatte, das Top um unpackbare 2,50) anprobiert. Sie schaute einfach seltsam aus, passte mir überhaupt nicht ordentlich. Weggeben konnte ich sie nicht. Sie war ja neu und vielleicht würde ich noch was draus machen und überhaupt, vielleicht würde ich sie ja doch mal anziehen. Rückgabe gibts beim Textilschweden auf Heruntergesetztes nicht, zumindest war das damals an der Kassa die Info.

Heute ist sie mir wieder in die Hand gefallen, versteckt im hintersten, untersten Eck meines Kleiderschranks. Ich schaute mir das Label mal genauer an (wobei mir eh klar war, dass auch wenn da jetzt Turkey oder Cambodia steht, es nicht besser ist):

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Diese Hose werde ich aufbewahren. Sie ist für mich und meinen Kleiderschrank (also was den Inhalt dessen anbelangt, ob der selbst eine Meinung hat, kann ich nicht sagen, wobei: Lustig wär das schon! „Hearst, was gibst ma denn da scho wieder eini, a so a Schaas, des ziagst sicher nia an, und dann hab ichs hängen. Super.“) fast schon ein Mahnmal: Sie ist der Inbegriff meines früheren Kaufverhaltens. Sie steht für das „zuviel“, in dem ich so leidenschaftlich geschwelgt habe, und für das so viele Menschen leiden mussten. Für das nicht-darüber-nachdenken, wo meine Kleidung herkommt. Für diese Anspruchshaltung, dass ich mir nebenbei schnell mal was zum Anziehen kaufen kann, ohne groß drüber nachzudenken. Wie gerne würde ich heute wissen, wer aller diese Hose (oder Teile davon) in der Hand hatte, bevor sie bei „meinem“ Textilschweden zum Verkauf da lag. Damals war mir das wurscht. Wenn diese Menschen wüssten, dass ich diese Hose erst einmal an hatte…

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Der Beweis: Ökomode ist ganz weit vorne!!!

Fein wars gestern! Eine wirklich lustige, angenehme Hochzeit von zwei Freunden, die sowas von zusammengehören wie kaum ein anderes Paar, das ich kenne. Nette Leute, gute Stimmung, alles sehr entspannt. Ich im sehr entspannten, weil weiten und daher buffetfreundlichen Kleid, und immer wieder am Anschauen der anderen Kleider. Ich kann halt nicht anders, ich muss mir immer anschaun, was die anderen anhaben.

Der Liebste kennt das schon. Und meinte unvermittelt: „Das da, das gefällt dir sicher.“

Volltreffer, und wie. Von hinten besser als von vorne, aber hey, fantastisch war das Kleid. Was ich natürlich der jenigen, mir unbekannten Freundin des Brautpaares auch mitteilen musste. Ich fragte sie, wo es her ist – für mich wirklich das schönste Kleid der Hochzeit, es sah einfach toll aus an ihr. Sie: „Das ist bio und fairtrade! Von Know Me! Bestellt hab ichs im Avocado Store, ein Freund hats mir dann aus Deutschland mitgebracht!“

Für mich ein klarer Beweis: Das Vorurteil, Biomode sei gääähn und leicht erkennbar und fad, wurde hiermit aber sowas von widerlegt. Ein Kleid, das an der Frau unglaublich cool aussah, mitten unter zig anderen (natürlich auch sehr schönen) Kleidern. Und ausgerechnet das ist Bio und Fairtrade. Herrlich! Meinen zufriedenen Grinser aufgrund dieser so feinen Bestätigung konnte ich echt noch einige Zeit nicht ablegen 🙂

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Auf dem Foto sieht es bei weitem nicht so toll aus wie in Wirklichkeit. Ich kanns nicht erklären – das Foto ist in der Vorderansicht fast etwas enttäuschend. In Wirklichkeit jedoch passte es einfach fantastisch.

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Und DIESE RÜckansicht find ich einfach nur genial!

 

 

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Im Hochzeitsstress

Es ist doch wie verhext – es gibt eine Art von Event, bei der ich mir jedes Mal denke: Ich hab nix anzuziehen: Hochzeiten. So sehr ich selbst nicht heiraten will: Die Einschränkung auf „weißes Kleid“ würd mir schon einiges erleichtern. Jedes Mal, wenn ich auf eine Hochzeit eingeladen bin, bin ich im Dilemma: Hab ich Kleider, die edel genug sind? Kann man in einem Jerseykleid auf eine Hochzeit gehen? In schwarz, rot und wasweißichnoch darf man ja auch nicht auftauchen. Kein Jersey und kein Schwarz und ich bin verloren – in der Kombination hätt ich wenigstens ein Kleid (dankenswerterweise von den lieben Menschen der Göttin des Glücks).

Im Endeffekt finde ich dann eh meistens etwas in meinem Schrank, das tragbar ist – in den meisten Hochzeitsfällen immer das gleiche Kleid (und auch heute stehen die Chancen nicht schlecht, dass es mein Wunderwickelkleid aus Australien wird (ein Wunder, weil ich es 2005 gekauft habe und es immer noch passt).

Aber stressen tu ich mich jedes einzelne Mal. Unglaublich. Früher bin ich jedes einzelne Mal losgerannt auf der Suche nach was Edlem… und auch jetzt noch geht in mir dieser „hab nix anzuziehen, muss losziehen“-Mechanismus los. Uah. Gut, dass draußen so grausliches Wetter ist (ob es heute auch noch mal hell wird?), da hält sich die Lust eh sehr stark in Grenzen …. manche Impulse, die ich dachte, mir hart abgearbeitet zu haben, hab ich immer noch in mir drin. Nur glücklicherweise weiß ich jetzt: Bulllshit. Ich hab IMMER etwas anzuziehen.

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Gedankenloser Strickfilm

Heute genieße ich mal. Ich bin noch im Bett, trinke heiße Schokolade, schaue spannende Serien und döse trotzdem immer wieder mal ein. Herrlich. So herrlich hirnabschaltend,  dass mir nichtmal ein neuer Blogbeitrag einfällt.

Darum eine kleine Wiederholung eines Beitrages von kürzlich: Heute Abend ist Strickfilm! 18.30h, Breitenseer Lichtspiele, „Die Werksstürmer“

Ich freu mich drauf, bin nämlich schon sehr gespannt auf den Film!

 

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So, ich muss zurück zu heißer Schokolade und spannender Serie! Bis heute Abend!

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Sechs Tage!

Auf Facebook hab ichs schon gepostet: Es ist einfach unfassbar. Heiße SECHS Tage nach Erscheinungstermin informiert mich der Verlag (also meine liebe Lektorin), dass nachgedruckt wird. SECHS TAGE! Nach sechs Tagen in die zweite Auflage…. es ist gerade wie im Film….

Liebe Leute, vielen Dank. Ich feier emotional grad jeden Tag Weihnachten. Für mich geht es entgegen einiger Anschuldigungen ganz und gar nicht darum, dass ich jetzt möglichst viel Kohle mach – sondern schlicht um die Tatsache, dass ich unfassbar glücklich und stolz bin. Ich hab ein Buch geschrieben! Eines, das auch so richtig veröffentlicht wurde! Und dann ist es auch noch ein Erfolg!!!

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Und nun zu etwas Sinnvollem: Die Caritas braucht warme Sachen. Jacken, Schals, Hauben, alles mögliche. Man kann die Teile auch direkt in der Gruft (auf der Mahü, formschön direkt gegenüber vom Desigual) abgeben (solche Obdachlosenschlafstätten gibt es wahrscheinlich auch in jeder deutschen Stadt) – und das werd ich heut machen. Es wandern zwei alte Winterjacken in sinnvolleren Besitz….

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Made in Italy

Vor wenigen Tagen kam es wieder zu einer Katastrophe in einer Textilfabrik. Es fing zu brennen an, sieben chinesische ArbeiterInnen konnten sich nicht mehr retten bzw. nicht mehr gerettet werden. Das „Überraschende“: Diese Fabrik stand mitten in der Toskana. In Prato.

Dort stehen nämlich über 3000 Fabriken, die fest in chinesischer Hand sind. Die FAZ schreibt:

Die 25 Kilometer westlich von Florenz gelegene Provinzhauptstadt Prato, mit rund 200.000 Einwohnern, ist seit Jahrzehnten ein Zentrum der italienischen Textilproduktion und stellt vor allem Stoffe für Damenbekleidung her. Im Unterschied zu allen anderen Industriezentren Italiens wurde in Prato jedoch die Textilproduktion von größtenteils illegalen chinesischen Unternehmen unterwandert. Alleine in dem großen Industriegebiet im Süden von Prato, wo am Sonntag das Feuer ausbrach, wird die Zahl der chinesischen Betriebe auf rund 3000 geschätzt.

Es ist schockierend und traurig, dass es diese unwürdigen Zustände nicht irgendwo weit weg, sondern ganz in unserer Nähe gibt. Nicht, dass es „besser“ wäre, weils weiter weg ist – aber es lässt sich doch ein bißchen besser verdrängen, oder? Jetzt mal ganz auf unzynisch: Es ist untragbar, egal, wo es solche Zustände gibt. Doch in diesem Zusammenhang möchte ich noch auf etwas anderes hinweisen: „Made in Italy“ wird komplett unterwandert. Bereits im Jahr 2010 stand dazu ein sehr spannender Artikel im Tagesspiegel.

Ein kleiner Auszug:

Die Journalistin Silvia Pieraccini hat sich in diese Welt weiter vorgewühlt als jeder andere – und ein Buch geschrieben über die Mechanismen, mit denen die Chinesen zu Reichtum kommen. Mindestens die Hälfte der zwei Milliarden Jahresumsatz, dessen sind sich Pieraccini und die Polizei gewiss, kommt illegal zustande. Stoffe werden am Zoll vorbei ins Land geschmuggelt, ganze Schiffsladungen innerhalb eines Wochenendes verarbeitet und verkauft, ohne Rechnung, ohne Beleg. Steuerforderungen durchzusetzen ist den Behörden praktisch unmöglich: Ein chinesischer Betrieb, der sich im Visier der Fahnder weiß, schließt sofort – und der Bruder, der Schwager, der Onkel, der am Tag darauf eine neue Firma ins Handelsregister einschreibt, ist für die Versäumnisse eines früheren Unternehmers nicht zu belangen. Auf den Firmenschildern im Industriegebiet stehen nur Handynummern, genauso wie auf den Stellenanzeigen, die in Chinatowns Supermärkten hängen, vor denen sich abends nervös rauchende Chinesen drängen.

Laut der Italienischen Nationalbank werden aus Prato jeden Tag 1,2 Millionen Euro nach China überwiesen. Dabei erfasst die Nationalbank nur jene Geldtransfer-Büros, die amtlich registriert sind, nicht etwa jene verschwiegene Buchhaltung, über die laut Polizei in einem einzigen Monat 2009 mehr als sieben Millionen Euro geflossen sind. Dass Geldwäsche im Spiel ist, erscheint den Ermittlern offenkundig; mancher vermutet, Prato sei ein chinesisches Finanzzentrum in Italien. Inzwischen laufen auch Ermittlungen gegen Polizisten, die womöglich in den Geschäften mitmischen, statt sie zu bekämpfen.

Regelmäßig hebt die Polizei versteckte Nähereien aus, in denen junge Chinesen und Chinesinnen auf engstem Raum zusammengepfercht leben, essen, schlafen und arbeiten: unter prekären hygienischen Bedingungen, mit improvisierten Gasheizungen, bis zu 18 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, zwei, drei Jahre lang – bis eben die zehntausend Euro oder mehr abbezahlt sind, die der illegale Einwanderer seinen Schleusern schuldet.

Das unsichtbare Heer der Schwarzarbeiter sei so groß, sagt Silvia Pieraccini, „dass die Chinesen in Prato jeden Tag eine Million Kleidungsstücke nähen können, also mehr als 360 Millionen pro Jahr“. Das „Made in Italy“ hat in diesen Fällen formal seine Berechtigung, „aber bei den Regeln, unter denen da produziert wird – mitten in Europa und in einer Zone mit den am härtesten erkämpften, stärksten Arbeiterrechten –, da stellen sich mir die Haare zu Berge.“

Ich hoffe sehr stark, dass die „Made in“-Diskussion nun neu entfacht wird. Die momentane Regelung – „Es zählt die letzte Naht“ – ist einfach nicht tragbar. Nicht nur, dass diese rechtliche Situation zu solchen Perversitäten wie das Chinatown Pratos und den zugehörigen katastrophalen Zuständen führt, sondern es werden die KonsumentInnen auch einfach nach Strich und Faden belogen. Nur weil „made in Italy“ drinsteht, heißt das noch lange nicht, dass es unter menschenwürdigen Zuständen produziert wurde.

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Die kleine Stimme, die nie verstummt: „Angebot!“

Nach der ersten Sendung hab ich ja schon mal drüber geschrieben: Fashion Hero.

Über Stylekingdom bin ich bei einer Analyse nach Abschluss der Show bei Amica gelandet. Die Show war ein Flop, das war sehr schnell klar. Es gewann der, der von Anfang an als Gewinner feststand. Und es ging nur um verkaufbare Massenware.

Dass sich diese als doch nicht ganz so verkaufbar herausgestellt hat, zeigt die Tatsache, dass in den Online-Shops fast alle Teile noch in allen Größen zu haben sind. Heruntergesetzt. Das bedeutet: Es wurde schnellschnell produziert, um die Leute damit zu beeindrucken, dass ein bestimmtes Siegerdesign noch am gleichen Abend online erhältlich sind. Mein Gedanke dabei: Verdammt, damit wird die Anspruchshaltung an die Geschwindigkeit derartiger Dienstleistungen nur noch weiter gesteigert. Dass die Show zwei Monate im Vorhinein produziert wurde, klingt in diesen Relationen zwar als lang – aber durchüberlegt: In zwei Monaten vom Design zum Stoffkauf zur Produktion zur Fertigung zur Endfertigung zum Transport nach Deutschland? Das ist nix (und doch derzeit der Durchschnitt in der konventionellen Textilwelt)! Und sehen tun die Leute: 20.15h Show, 22.15h Gewinnerstyles bestellbar im Onlineshop. Boah, ey.

Irgendwie freue ich mich ein kleines bisschen, dass die Sendung nicht supererfolgreich geworden ist. Aber der Effekt, dass da jetzt mit großem Tamtam Kleidung produziert wurde, die erst recht keiner kaufen will, der ist wirklich bitter.

Und was ganz absurd ist: Ich habe drei Folgen davon gesehen. In einer mich in den Style echt verschaut – sicher die einfachsten Teile, am wenigsten chichi und nix besonderes. Ich find sie trotzdem gut. Es gibt die Teile noch. Sie sind sicher nachnähbar bzw. ähnlich in biofair erhältlich, keine Frage. Aber sogar in mir, die sich absolut bombensicher ist, dass sie abgesehen von der Tatsache, nicht mehr konventionell kaufen zu wollen, und vor allem kein solches Sendekonzept unterstützen zu wollen,  hat sich so eine kleine Stimme gemeldet: „Ausverkauf! In meiner Größe erhältlich!“. Zum Glück hab ich diese Stimme inzwischen recht gut im Griff – erstummen wird sie wahrscheinlich dennoch nie. Sie wird nur von all den anderen Stimmen in meinem Kopf immer lauter und schneller mit einem „Schnauze halten, die Idee ist scheiße!“ abgewürgt 🙂

Screenshot (c) Soliver.de

Screenshot (c) Soliver.de

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Stress an Krampus

Kalt draußen, oder? Gehts euch auch so? Irgendwann im August sind meine Strickfreuden etwas weniger geworden, im Oktober wieder aufgewacht. Und jetzt, wo es so richtig kalt ist, könnt ich den ganzen Tag dasitzen und stricken. Aber allein ist das so auf Dauer auch langweilig. Umso besser: Am fünften ist wieder Strickkino!

Der fünfte wird überhaupt ein feiner Tag – erstmal werd ich im „auferstanden“ vorbeischauen, das an dem Tag endlich endlich endlich aufmacht (bin schon ganz ungeduldig, den Laden in seiner vollen Pracht zu sehen!), dann spring ich vielleicht noch schnell bei Printa rein und bewundere die ungarische Upcycling-Kreativität (die feiern auch an dem Tag).

Und dann? STRICKFILM!! Yeahyeahyeah!!

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18:30h, Breitenseer Lichtspiele, wir sehen uns! Auch während des Films, das Licht bleibt an!

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