Archiv des Autors: nunette

ichkaufnix – und jetzt alle zusammen!

Am Samstag, den 30. November, ist der Kaufnix-Tag. Entstanden ist er in den USA, wo am Freitag nach Thanksgiving immer der „Black Friday“ stattfindet, der Tag des ultimativen Konsumrausches –  viele Leute haben frei, und der Handel lockt mit Angeboten. Seit einigen Jahren haben konsumkritische Amis den Tag nun in den Kaufnixtag verwandelt. 24h nichts konsumieren. Gar nichts. Einfach nur, um ein Zeichen zu setzen. Also konsumieren im Sinne von Essen zu sich nehmen, ja, aber das bitte nicht in einem Restaurant – es soll einfach kein „Ware oder Leistung gegen Geld“ an diesem Tag stattfinden. Ja, ich weiß, kauft man halt vorher ein… dennoch hat es Sinn, wenn man den geschichtlichen Hintergrund anschaut – es geht einfach darum, nicht den Angeboten und dem Konsumrausch zu verfallen.

In Deutschland und Österreich gilt der erste Weihnachts-Einkaufs-Samstag ebenfalls als umsatzstark. Daher findet – meiner Theorie zufolge – der Kaufnixtag hier eben einen Tag später statt.

Genauere Infos gibt es hier – ich mach mit. Wobei, ich mach kleidertechnisch da inzwischen mit einer Ausnahme schon wieder seit der WearFair mit 😉

(c) kleiner Öko

(c) kleiner Öko

Ich finds sinnvoll, ein Tag, an dem man sich mal den Nichtkonsum – und gleichzeitig den einen umgebenden Konsumrausch – bewusst macht. Die Wirtschaft wird davon nicht kaputt gehen, aber ein Zeichen ist gesetzt, und wenns nur ein Zeichen für sich selbst ist, dass man auch mal widerstehen kann und sich dem Wahnsinn da draußen (vor Weihnachten ist es wirklich ein solcher) da draußen nicht komplett ausliefert….

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„She just walked on.“

Bevor mein Buch rauskommt – in nur noch drei Tagen!!! – muss ich euch unbedingt ein anderes Buch vorstellen. Aber dann nicht sagen, man hätte nur das gelesen, weil die Nunu es gesagt hat, aber das von der Nunu nicht. Lass ich nicht gelten! 🙂

Also:

Lucy Siegle: To die for. Is fashion wearing out the world?

Ich bin noch überhaupt nicht weit, aber jetzt schon total begeistert. Erstens hat sie einen wunderbar selbstironischen Ton drauf, zweitens bringt sie die Fakten unfassbar klar auf den Tisch. Nur ein kurzes Beispiel, Siegle schreibt über Primark. Als die in London einen neuen riesigen Department Store öffneten, führte das zu einer Massenpanik inkl. Polizeieinsatz und mindestens zwei Verletzten:

„You would imagine the prices were already low enough, but somehow a rumour circulated among the swollen, near-hysterical and almost exclusively female crowd outside that everything was on sale for 1 pound. The scene descended into chaos as desperate consumers battled to geht to the front of the crowd. Young women scrambled over each other, pulling hair and collapsing in heaps on the pavement.“

Eine weitere Beobachtung zu Primark:

„Perhaps that mindset explains why a fashion industry commentator, working for a trade publication, watched in horror as she saw one satisfied customer emerge with six or seven brown paper Primark bags full of clothes. It was raining heavily, and as the young woman proceeded down Oxford Street one of them broke around the handls and folded cotton flopped onto the pavement. Naturally the journalist expected the girl to bend down and collect the brand new clothes, but no. She just walked on. Fashion was apparently so expendable it had turned into litter.“

Bitte wie arg?!

 

 

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Upcyclingtalent Urban Foxxes

Sie wird jetzt zwar nicht happy sein, weils Fotos von den letzten Kollektionen sind – aber es sind die, die ich per WearFair mal von ihr erhalten habe. Und hier vorstellen wollte ich sie schon lange. Wen?

Kassandra.

Tschulligung.

Urban Foxxes.

Ein Upcycling-Label aus Vorarlberg, eine Freundin meiner liebsten im Buch mehrfach vorkommenden Moni, eine hochtalentierte und ebenso sympathische Frau. Ihre Sachen bewundern kann man hier und hier. Sie ist eine Upcyclerin, noch dazu eine unglaublich talentierte: Sie schafft es, dass sogar mir Teile gefallen, die eindeutig aus den Achtzigern stammen. 🙂

Und hier (alle Fotos (c) Urban Foxxes):

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Es ist da!!!!!

Endlich!! Glücklich!!

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Ab ins Wochenende! Wobei, ich weiß eh was drinnen steht! 😉

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Streetstyle um 1583 Euro

Streetstyle, gefunden von Elisabeth in der Wiener Bezirkszeitung. Street Style. Was einem auf der Straße so entgegengelaufen kommt, leistbar, fashionable. Laufstegmode auf günstig interpretiert.

Leistbar? Die Frau trägt 1583 Euro am Körper. Und ist wahrscheinlich jünger als ich. Nicht schlecht, ich hab lange diesen Betrag im Monat verdient.

Aber ernsthaft jetzt, das ist kein Neid, das ist Entsetzen. Gut und schön, wenn sie sich teuer kleiden will und es sich leisten kann, soll sie. Aber: Streetstyle? Vorbildwirkung?

WienerBezirksZeitung

In diesem Sinne: Schönes Wochenende!

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„Das mit Bangladesch, das wird nix mehr..“

Wiedermal ein Abend gewesen, der mir die Perspektiven etwas durcheinander gerüttelt hat. Eine liebe Bekannte arbeitet ebenfalls im Bereich fairer Mode und war vor einigen Wochen in Bangladesch. Und ihr Urteil – obwohl sie sich wirklich seit Jahren für faire Bedingungen einsetzt, war nüchtern und erschreckend, vor allem aus ihrem Mund: „Das mit Bangladesch, das wird nix mehr.“

Und ihre Argumentation war erdrückend. Wenn man sich die Geschichte von Bangladesch anschaut, dann sieht man, dass dieser Staat eigentlich von vornerherein eine Missgeburt war. Hohe Bevölkerungsdichte, keine Strukturen, die dieser Dichte auch nur im Entferntesten gewachsen wären, eine Geburtenrate, von der unser Sozialminister nur träumen kann. In dem Moment, wo europäische Unternehmen abwandern, stehen die chinesischen bereits Schlange – und dann kann man in Sachen fairem Sozialsystem, das die Europäer VIELLEICHT begonnen haben aufzubauen (wie war das mit den Rana Plaza Zahlungen? Immer noch nicht da!), wieder bei fast null anfangen.

Ich habe dagegen gehalten, dass Aufschwung möglich sein muss. Dass man nicht von vornerherein abkanzeln darf. Aber irgendwie …. ihre Argumentationen waren sehr schlüssig. Zu viel Korruption beherrscht diesen Staat, politisch wie wirtschaftlich. Das mehrinvestierte Geld von europäischen Unternehmen landet ohne klare gesetzliche Regelung nicht bei denen, für die es bestimmt ist – sondern bei den Fabriksbesitzern. 10 Prozent aller politischen Abgeordneten in dem Land sind selbst Fabriksbesitzer, die Hälfte aller Abgeordneten hat ebensolche im engsten Familienkreis. Also kann man sich denken, wie bald diese gesetzlichen Regelungen zustande kommen werden.

Wir kamen dann aufs Thema „weiterhin konventionell kaufen, damit die Frauen eine Wahl haben.“ Ihre Antwort, sinngemäß: „Dieses Argument kann ich nicht gelten mehr lassen. Ist es eine Wahl für ein 16-jähriges Mädchen, vom Land in die Stadt geschickt zu werden, dort 16 Stunden am Tag zu arbeiten, in einem Slum zu wohnen, und mit diesem minimalen Lohn die Verantwortung für zehn Familienmitglieder zuhause zu tragen? Die von dem Geld abhängig sind? Und sie muss sich währenddessen in Gefahr am Arbeitsplatz bringen, im Slum wohnen und sexuellen Übergriffen ausgesetzt sein? Würden diese Mädchen am Land bleiben, hätten sie zwar kein Geld und würden von dem leben, was sie anbauen, aber sie hätten – so unglaublich arrogant das aus westlicher Sicht klingt – mehr Leben. Und zwar alle miteinander.“

Auch das wieder: Eine sehr harte Argumentation, aber ich kann dem auch etwas abgewinnen. Das Argument, nicht aufhören, die Ware aus Bangladesch zu kaufen, damit es diese Jobs wenigstens gibt, wird von elitärer Seite ausgesprochen – nicht von denen, die an der Nähmaschine sitzen. Denen geht es nämlich nicht darum, wie sich das System weiterenwickeln kann und besser werden kann, denen geht es ganz trocken schlicht um die Sicherung der einen Schüssel Reis am Folgetag.

Und übrigens: Das Gespräch fand statt, bevor ich das hier lesen konnte. Obs was bringt? Es ist ein Schritt, ein Zeichen, das man gutheißen sollte. Aber die Umsetzung wird zeigen, ob diese Bekannte mit ihrem Bangladesch-Pessimismus richtig liegt. Ich glaube ihr, sie kennts vor Ort – ich kann von hier aus viel behaupten. Sie hats gesehen.

Es stimmt schon, es kann nicht sein, dass wir, die wir hier leben wie die Maden im Speck, beschließen, wir kaufen nix mehr von dort, weil dort gehts scheiße zu. Ein kollektiver Boykott ist keine Lösung – und wird auch nicht stattfinden. Aber was mach ich jetzt, ich Nunu, die sich vor lauter Komplexität langsam komplett in dieser Problematik verläuft?!

 

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Strickverein, Strickfilm, Strickwerk….Stricktreff!

So, fertig gewütet für heute 🙂 Kommen wir zu schöneren Dingen. Es ist echt unpackbar, was in Sachen Stricken grad abgeht in Wien. Schon klar, Stricken ist ein Trend, der immer beliebter wird und wenns langsam zum Herbsteln (wobei heute: zum Wintern) beginnt, wirds überhaupt arg. Aber dieses Jahr ists echt super, eigentlich könnte ich permanent zu irgendwelchen Strick-Events gehen. Dienstag trifft sich der Strickverein im Dellago, Mittwoch wird im Strickwerk abends gestrickt, Donnerstag strickt man in der Maschenküche, die Liste lässt sich fortsetzen.

Und die Liste WIRD hiermit fortgesetzt: Die erste Dezemberwoche ist der Höhepunkt. Wie bereits angekündigt: Am fünften Dezember ist wieder Strickfilm, diesmal „Die Werksstürmer„, wie immer 18.30h, Breitenseer Lichtspiele.

Tags zuvor kann man sich dann bei einem neuen Strickhappening einstimmen:

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Ab jetzt ist auch We love Handmade mit an Bord. In Kooperation mit unserem Strickverein. Coole Sache, oder? Be there! Strickanfängerinnen willkommen, und ich bin schon sehr gespannt auf den Stockwerk Coworking Space, die ersten Bilder sehen lässig aus.

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Kekserlduft oder Parfum – oder beides?

Also wer mich kennt, weiß: Die fanatische Konsumkritikerin bin ich jetzt nicht unbedingt. Kritisches Konsumieren macht mir immer noch Spaß, sowohl aus Gründen der Kritik als auch aus Gründen des Konsums. Ich gebs ja zu, hin und wieder machts doch echt Spaß, dieses Kaufen und genießen. Endorphine, Serotonin, Adrenalin, das ganze Programm.

Aber sorry, zu Weihnachten werd ich echt zum Fundi. Wobei, was heißt „Weihnachten“ – wir haben den 21. November, also über ein Monat noch. Pünklich am 15. hingen plötzlich die Straßen wieder voller Weihnachtsbeleuchtung (wirklich überpünktlich, ich hab sogar eine Wette gewonnen, weil ich den genauen Tag erraten habe). Man beachte TV-Werbungen und zähle mal mit, wie signifikant die Anzahl der Parfumwerbungen ansteigt. Letztes Jahr haben der Liebste und ich mal in einer einzigen Werbepause sieben Parfumwerbungen gezählt (und immer das selbe Konzept: Schönheit räkelt sich/entsteigt den Fluten/kommt in Designerwohnung, leidet an Wallungen und reißt sich die Kleider vom Leib/alle schauens „verführerisch“ in die Kamera). Ich warte auf die massive Zunahme der Handytarifwerbungen, sollt auch in den kommenden Tagen passieren. Dann wird der Inder Weihnachten feiern und zu zugegeben meistens recht gut ausgewählter Musik A1 schöne Menschen durchs Bild tanzen lassen. Während einige Leute es noch schaffen, sich ihr privates Weihnachtsgefühl durch Keksebacken zu schaffen, werden wir in Supermärkten mit künstlichem Kekserlduft betört und können den auch noch als Duftkerze kaufen. Weihnachts“angebote“ (mir schlaft das Gsicht schon beim Schreiben dieses Wortes ein), wohin das Auge reicht. In spätestens zwei Wochen dann eine Inflation an Weihnachtsmännern auf den Einkaufsstraßen, die einem Flyer mit Sonderangeboten beim MüllerThaliaVeromodaPeekundCloppenburgHumanicPromodNewYorkerwoweißichdenn in die Hand drücken werden. Am 23. dann die Schlangen vorm Sewa und die 27 geöffneten Kassen im Thalia (wobei, Bücher schenk ich auch immer und gerne. Bücher sind einfach was Tolles. Und das schreib ich jetzt nicht aus diesem Grund).

Und jedes Jahr aufs Neue frag ich mich schon im November: Wozu denn der ganze Scheiß? Wieso lassen wir uns so dazu hinreißen, irre viel Geld für irre viele oft gewaltig unnötige Dinge auszugeben? Klar, Schenken ist was Schönes, und ich freu mich auch jedes Mal aufs Neue, wenn ich vom Liebsten oder von Freunden tolle, gutüberlegte Geschenke bekomme. Sehr. Dennoch: Dieses „Wir müssen schenken um des Schenken willens, und wir merken nicht, dass uns das nur eingeredet wird von Wirtschaft und Werbung, dass da nur mit unseren Gefühlen der Besinnlichkeit, Liebe und Familienbezogenheit gespielt wird“ – das nervt! Jetzt schon!

Ich konnte mich nicht entscheiden, wie ich bebildere, kam dann auf „Nichtweihnachten“ – und finde sie alle lustig. Konnte mich also nicht zwischen den vier Bildern entscheiden…..auf alle Fälle: alle (c) nichtlustig.de

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Zwei Welten mitten in Dhaka

Heut nur kurz: Keine neue Geschichte, aber eine neue Perspektive: Ein sehr spannender Artikel auf NEON, geschrieben nach einer Pressereise mit dem Herrn Textilschwedenchef Persson nach Bangladesch. Unglaubliche Paralleluniversen.

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Ein Tag wird bunt: The Baby is born!

Da ist gestern einfach nur ein dunkelgrauer Tag. Wobei, da muss ich dazu sagen: Wenn mir etwas so richtig nachhaltig (!) die Laune verderben kann, dann ist das Hochnebel im November. Der bleibt in Wien dann nämlich gleich mal zwei Wochen und ich stell mir meistens nach vier Tagen die Frage, ob ich nicht doch mal Antidepressiva schlucken sollt, gleich mal packungsweise. Pfuideubel, grauslich ist das. Regen, Schnee, Kälte, das ist mir bis zu einem gewissen Grad alles wurscht. Aber Hochnebel? Der erklärte Feind meiner Hypophyse.

Doch dann kam ein Mail, gestern so gegen halb fünf. Von Fanny, „meiner“ Pressesprecherin im Verlag. Und dann kam noch eines. Und noch eines. Und noch eines, und noch eines. Und… ich muss mir jetzt für die Zukunft merken: Wenn schon das erste Mail einen jubeln lässt, dann macht man die weiteren nicht mitten in der Ubahn auf. Die Leute schauen dann nämlich so besorgt, wenn man auf sein Handy schaut und plötzlich nasse Augen und ein emotionsverzerrtes Gschau kriegt….

Das Buch ist fertig. Realität. Gedruckt. Und ich kanns kaum noch erwarten, mein eigenes erstes Exemplar in Händen zu halten. Ja, da werd ich wahrscheinlich wieder heulen vor lauter Freude.

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Und bunt ist es!

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Ab 27.11. im Handel. Yeah.

 

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