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Str1ckbuch zu verlos3n!

Ich hoffe, ihr feuert heute Abend alle ganz fein Silvester, ob laut oder leise (nicht zu laut bitte, denkt an die armen Viecher…meinen Kater hab ich regelmäßig unterm Sofa hervorlocken können, irgendwann am ersten am Nachmittag).

Als Abschluss eines für mich fantastischen Jahres hab ich jetzt mal was zu verschenken. Der O’Reilly-Verlag hat mir nämlich ein Exemplar von „Str1ck3n & Ha3k3ln für Geeks“ zur Verfügung gestellt, das ich verlosen darf.

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Der Guido, sein Buch und ich…

Dass es mal so weit kommt – dass ich mich positiv über Shopping Queen äußere. War ja mal ganz anders. Aber halt, stop. Das Konzept von Shopping Queen find ich immer noch mehr als bedenklich (und am allermeisten stört mich die Sendezeit. Da schauen genau die Leute, die 500 Euro definitiv für was anderes brauchen als gedankenloses Fetzenkaufen). Aber den Guido, den find ich einfach witzig. Der ist fast immer respektvoll (sogar, wenn er eigentlich ziemlich austeilt, dann ists am lustigsten) und einfach einer, mit dem man echt gern mal tratschen würde.

Und genauso wie er redet, schreibt er auch. Ist ja was, was man mir auch nachsagt … Hab gestern und heut mal sein kürzlich erschienenes Buch überflogen und musste ein paarmal wirklich lachen, weil ich permanent seine Stimme im Kopf hatte, als würde er mir gerade was erzählen. Das Buch selbst ist ein recht witziger Stilratgeber (und auf selbige bin ich ansonsten ziemlich allergisch), und zu jedem Frauentyp gibts noch eine Anekdote dazu. Sicherlich, oft mal lobt er sich zwischen den Zeilen schon ziemlich selbst, aber grundsätzlich bleibt seine sympathische Art auch im Schriftlichen erhalten. Wenn er jetzt auch noch neben dem Qualitätsargument, dass er eh brav vertritt (wenig, umnähen, auf Qualität achten usw..), auch noch auf Öko bzw. Fair machen würde, er wär einer meiner Helden. Nicht, dass ihm mal was nachgewiesen wurde, aber er macht immer noch das meiste Geschäft mit Uniformen. Und ich weiß nicht, wo und wie die produziert werden. Würde es aber gern wissen – und hoffe inständig, dass dabei das recht positive Bild, das ich von ihm habe, erhalten bleibt… hoffen darf man ja, oder?

Kurz: Das Buch ist in meinen Augen kein Pflichtprogramm fürs Bücherregal, aber wer den Guido Maria Kretschmer und seine Art mag, der wird das Buch lieben, weil man jederzeit auf seine typischen Formulierungen zugreifen kann.

Er und ich, wir waren ja in der gleichen Sendung vom Kölner Treff. Und dort trug ich dankenswerterweise dieses wunderbare, ach was, dieses göttliche Kleid. Und weil ich dem göttlichen Kleiderdesigner ein Foto mit Guido versprochen hab, hab ich den nach der Sendung noch mal aufgehalten und meine liebe Lektorin fotografieren lassen. Tadaaa:

Frau ichkaufnix und Herr Shopping Queen. Hat was (auch wenn ich mich selbst auf dem Foto ganz fürchterlich finde). Was ziemlich Absurdes 🙂 Es ist übrigens sehr witzig, dass man ein Buch ganz anders liest, wenn man den Autor kennt und ganz nett findet … und das, obwohl der Autor eigentlich fast für das Gegenteil dessen steht, das man selbst vertritt. Er ist einer von der „anderen Seite“, textiltechnisch gesehen, aber trotzdem kein Feind.

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Susanne Wolf: Nachhaltig Leben

Momentan dreht sich meine Welt gerade um meinen selbsterfüllten Traum, das Buch. Aber heut will ich mich nochmal einem anderen Buch widmen. Susanne Wolf, die ich als freie Journalistin seit einigen Jahren kenne, hat ebenfalls ein Buch veröffentlicht:

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Das Buch ist ein Ratgeber von der ersten bis zur letzten Seite und bietet leicht verständliche Orientierung im Gütesiegeldschungel, es werden von Ernährung über Kleidung bis hin zu Holz die unterschiedlichsten Themen behandelt. Beim Lesen war ich etwas hin- und hergerissen: Einerseits finde ich es absolut wunderbar, dass es so einen Rundum-Ratgeber gibt, andererseits war ich ein bißchen eingeschüchtert – es ist schon arg, was man alles falsch machen kann, dachte ich, als ich (wasserverbrauchend in der Badewanne liegend, soviel zu meiner Vorbildfunktion….) das Inhaltsverzeichnis durchschaute. Doch das Schöne: Es kommt nicht belehrend daher, sondern einfach nur informierend. Fein! Und die liebe Christina mit ihrem Quautschen kommt auch vor! 🙂

Liebe Susanne, Gratulation – du hast da echt ein Standard-Nachschlagewerk hinbekommen! Und es geschafft, mich nervös zu machen: In dem Buch ist die Konsumentensprecherin bei Greenpeace (also meine Vorgängerin) schon verdammt oft, zu verdammt vielen Themen, zitiert. Uff. Da werd ich noch einiges lernen müssen 🙂

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„She just walked on.“

Bevor mein Buch rauskommt – in nur noch drei Tagen!!! – muss ich euch unbedingt ein anderes Buch vorstellen. Aber dann nicht sagen, man hätte nur das gelesen, weil die Nunu es gesagt hat, aber das von der Nunu nicht. Lass ich nicht gelten! 🙂

Also:

Lucy Siegle: To die for. Is fashion wearing out the world?

Ich bin noch überhaupt nicht weit, aber jetzt schon total begeistert. Erstens hat sie einen wunderbar selbstironischen Ton drauf, zweitens bringt sie die Fakten unfassbar klar auf den Tisch. Nur ein kurzes Beispiel, Siegle schreibt über Primark. Als die in London einen neuen riesigen Department Store öffneten, führte das zu einer Massenpanik inkl. Polizeieinsatz und mindestens zwei Verletzten:

„You would imagine the prices were already low enough, but somehow a rumour circulated among the swollen, near-hysterical and almost exclusively female crowd outside that everything was on sale for 1 pound. The scene descended into chaos as desperate consumers battled to geht to the front of the crowd. Young women scrambled over each other, pulling hair and collapsing in heaps on the pavement.“

Eine weitere Beobachtung zu Primark:

„Perhaps that mindset explains why a fashion industry commentator, working for a trade publication, watched in horror as she saw one satisfied customer emerge with six or seven brown paper Primark bags full of clothes. It was raining heavily, and as the young woman proceeded down Oxford Street one of them broke around the handls and folded cotton flopped onto the pavement. Naturally the journalist expected the girl to bend down and collect the brand new clothes, but no. She just walked on. Fashion was apparently so expendable it had turned into litter.“

Bitte wie arg?!

 

 

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Woll-Methadon Papier

Nochmal Strick-Content (draußen kalt, drinnen stricken, so schauts aus): Ein Riesen-Knäuel, das ich mir mal zugelegt hatte, als ich mir einbildete, ich müsste pro Woche einen Pullover stricken, sollte für Hans im Glück zum Schal werden. Den ich aber viel zu breit angeschlagen hab. Und der nun kurzerhand zum Pulli-in-Progress ernannt wurde. Ich hab da so eine Idee mit andersmaterialigen Ärmeln und so. Und ob ichs bekomm oder doch Hans im Glück, wird die Passform zeigen. Was nicht hundertpro passt, wird ohne Wimpernzucken weitergegeben, andere brauchens dringender. Aber langer Rede kurzer Sinn: Ich hab mal wieder übertrieben, und meine Sehnenscheide (Singular? Passt das?) im rechten Handgelenk meldete sich. Seit damals bin ich hypervorsichtig, sobald ich ein erstes Ziehen spüre, hör ich auf – oder drei bis vier Reihen später. Wieso ist Strickzeug-Weglegen eigentlich so schwierig?!

Statt Stricken hab ich dann in einem Strickbuch geblättert, Woll-Methadon quasi. Und zwar in diesem hier: Weiterlesen

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Off-Topic: Ich liebe Wien

Früher wollt ich immer weg und mal wo anders leben, inzwischen habe ich mir zur leidenschaftlichen Wienerin entwickelt. Nicht nur, weil ich meine Familie in meiner Nähe habe und mir trotzdem mein eigenes Zuhause gebaut hab, oder weil ich unendlich verliebt bin in den Dialekt – Hiafler und Surm ist eine Beleidigung, klingt in meinen Ohren wie ein Kompliment, beispielsweise, sondern, weil die Stadt mich immer wieder aufs Neue überraschen kann. Weil sie so gemütlich ist, weil es eine so wunderbare Grätzlbildung gibt (und ich finds immer noch superbeschissen, dass „meine“ Billafiliale mit „meinen“ lieben KassiererInnen bald zusperrt), weil sie einfach unendlich viel Charme hat.

Kürzlich durfte ich die Erfinderin und Autorin von Stadtbekannt kennenlernen, eine sehr sympathische Website rund um meine Heimatstadt. Wir redeten über Websites, Blogs … und Bücher. Meins kommt bald raus, ihres ist schon draußen:

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Warum ich den besten Verlag der Welt hab

Mah! Herzschmelzmoment gestern!

Ich komm nachhaus, und ein Paket steckt halb im Postkastl. Ich seh: Uh, ist von den Kiwis. Das wird doch nicht…. ist das etwa …. jetzt schon? …. Herzklopfen, instant. Sofort.

Im Wohnzimmer dann das Paket aufgemacht und mich kurz gewundert, und dann direkt dahingeschmolzen. Fanny, ihres Zeichens Pressesprecherin bei den Kiwis, und Stephanie, meine Lektorin, und überhaupt alle dort sind einfach soooo lieb! Ich hatte Fanny nämlich kurz von meiner Gastritis geschrieben.

Und das war im Paket:

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Unterschrieben von ganzganz vielen MitarbeiterInnen 🙂

Ihr seid einfach die Besten, liebe Kiwis!!!! Dabei les ich eh auch grad ein Buch, das ich mir beim letzten Mal Köln mitgenommen hab – und finde es fantastisch! Lesetipp! Und als großer Fan des Pantomimen im Haialarm am Müggelsee steht Leander Haußmann als nächstes an ….

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Der Diderot-Effekt

Sehr cooler Artikel, der dringend gelesen werden sollte – da er auf ORF nicht mehr auf der Startseite zu finden ist, kopier ich ihn hier rein. Aus Zeitgründen (muss gleich aufbrechen nach Niederösterreich) noch unkommentiert. Danke Jörg übrigens für den Hinweis!

Sklave einer „scharlachroten Robe“

Die kurze Klageschrift „Gründe, meinem alten Hausrock nachzutrauern“ aus der Feder des französischen Aufklärers Denis Diderot, dessen Geburtstag sich am Samstag zum 300. Mal jährt, wendet sich, wie es im Untertitel heißt, als „Warnung an alle, die mehr Geschmack als Geld haben“. Zugleich bietet sie eine Erklärung für gesellschaftliche Mechanismen, die heute mehr denn je Gültigkeit besitzen.

Diderot beschreibt zunächst seine Gefühle, die der Verlust des alten, verschlissenen, aber liebgewordenen Hausrocks, der mit den vielen Tintenflecken die Arbeit des Literaten bezeugte, auslöst. In der neuen, prächtigen „scharlachroten Robe“ sehe er aus „wie ein reicher Tagedieb“, seufzt Diderot, „man sieht mir nicht mehr an, wer ich bin“. Aber das verlorene Identitätsmerkmal ist erst der Anfang, denn dem „scharlachroten Gebieter“ gelingt es, ringsum „seinen Stil durchzusetzen“.

Als Sklave des „verfluchten Luxuskleids“ sieht sich Diderot gezwungen, nach und nach seine gesamte Wohnungseinrichtung dem neuen Mantel anzupassen und auszutauschen: Der „Tisch aus Holz“ muss einem „kostbaren Schreibtisch“ weichen, der „alte Rohrstuhl“ einem „Maroquinsessel“, das verbogene Bücherbrett einem Intarsienschrank. „Zwei ganz passable Stiche“ werden ebenso „ohne Gnade vertrieben“ wie die Gipsabdrücke, Geschenke eines Freundes. Einzug halten dafür „Damasttapete“, „eine antike Bronze“, eine vergoldete Pendeluhr und ein „großer Spiegel über dem Kamin“. Wie das „Kabinett eines Steuerpächters“ sehe Diderots Zimmer jetzt aus.

Sein wahres Leben ist nur noch Erinnerung: „Mein alter Hausrock und der ganze Plunder, mit dem ich mich eingerichtet hatte – wie gut passte eins zum andern!“ Jetzt sei „alles aus den Fugen. Die Übereinstimmung ist dahin und mit ihr das richtige Maß, die Schönheit“. Schuld an allem „ist der unselige Hang zur Konvention“, „der anspruchsvolle Geschmack, der alles verändert, ausrangiert, verschönert, das Oberste zuunterst kehrt“.
Korrektur der Korrektur

Diderot-Effekt nennt der Sozialwissenschaftler Grant McCracken dieses psychologische Phänomen. Der Kauf eines neuen Produktes trete eine fatale Kettenreaktion los, weil das neue Produkt das harmonische Gesamtbild in der Imagination des Kunden störe und ihn instinktiv zur Korrektur zwinge. Ein passendes „Folgeprodukt“ müsse angeschafft werden, das jedoch bald wieder das neue Gesamtbild verforme und eine weitere Korrektur verlange.

Beispielsweise „ruft“ ein neuer Pullover nach der passenden Hose, diese dann nach der passenden Handtasche, diese wiederum nach den passenden Schuhen und so weiter. Der Diderot-Effekt versetze den Kunden in einen ausweglosen Konsumzwang, da ein stimmiges „Endbild“ nie erreicht werden könne. Marketing und Werbung machen sich das zunutze, indem sie Produkten ständig Updates, Upgrades und neue Versionen folgen lassen. Der Diderot-Effekt ist praktisch in der gesamten Wirtschaft zu finden und wird mitunter sogar als „Innovationsmotor“ beschrieben.

 

Diderots Klageschrift geht aber einen Schritt weiter. Impuls des Kaufrausches ist die Hoffnung auf Zufriedenheit, die aber so unerreichbar bleibt wie die Erfüllung des Wunsches, durch materiellen Wohlstand freier zu werden: „Die Armut hat ihre Freiheiten, der Reichtum seine Zwänge“, klagt Diderot. Seine Selbstanalyse wird zur harten Gesellschaftsdiagnose. Es ist das Bild einer unglücklichen Gesellschaft, die gefangen ist in der Konsumschleife und blind Waren auf Waren häuft.
„Ende des Sturms“

Ein „richtiges Leben im falschen“ (Theodor W. Adorno) erscheint somit auch außerhalb von Diderots Zimmer unmöglich. Und so bleibt ausgerechnet dem Atheisten nur noch die Anrufung Gottes, der ihn strafen möge, wenn der Reichtum ihn verdirbt, ihm alles wegnehmen und ihn in die Armut zurückstoßen möge. Aber Gott solle ihm doch bitte ein einziges Bild lassen, Vernets „Ende des Sturms“, um dem Unglück noch zu entkommen, fleht Diderot – stets bereit für den Sprung zur nächsten Relativierung.

Im gänzlich falschen, weil nur noch warenförmigen Leben taucht mit der Kunst überraschend eine Nische auf, die diese Falschheit abzumildern oder zu negieren versucht. Aber auch sie ist zum Schiffbruch verurteilt, ja, spielt dem falschen zu, weil sie eine Möglichkeit von richtigem Leben bloß vorgaukelt.

Einen letzten Notausgang sucht Diderot in den „Armen einer Kurtisane“. Doch sei er gefasst, auch sie einst dem zu überlassen, den sie glücklicher machen kann als ihn. Verdient Diderot am Ende Mitleid? Nein, denn Diderot hält noch eine Schlusspointe parat, um sich gemeinsam mit dem Leser in kathartisches Amüsement fallen zu lassen: „Und um Euch mein Geheimnis ins Ohr zu sagen: Diese Schönheit, die sich andern so teuer verkauft – mich hat sie nichts gekostet.“
„Das Glück des Einzelnen“

Die „Gründe, meinem alten Hausrock nachzutrauern“ stehen exemplarisch für Diderots radikales Verständnis von Aufklärung, nämlich schonungslos Urteile über Wahrheit und Falschheit aus der eigenen Erfahrung und der eigenen Überlegung heraus zu fällen – unter der grundlegenden moralischen Devise, für ein besseres Leben einzutreten, denn: „Das Glück des Einzelnen ist der Endzweck der Gesellschaft.“

Philosoph sei jener, „der das Vorurteil, die Tradition, die Vorrechte des Alters, die allseitige Übereinstimmung, die Autorität – in einem Wort: alles, was die Menge der Geister unterjocht – niedertrampelt, der selbst zu denken wagt, der zurückgeht auf die klarsten Prinzipien, sie prüft, sie diskutiert, und nichts akzeptiert, wenn es nicht auf dem Zeugnis seiner Erfahrung und Vernunft beruht“, postuliert Diderot in seiner „Enzyklopädie“. Jahrzehnte später, in Diderots Todesjahr 1784, wird sein deutscher Kollege Immanuel Kant mit seiner berühmten, ganz ähnlich formulierten Antwort auf die Frage „Was ist Aufklärung?“ dieses Postulat upgraden.

Armin Sattler, ORF.at

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Vom richtig machen und vom richtigen Machen

Ich lese gerade „Wunder muss man selber machen“ von Sina Trinkwalder. Auf jeder dritten Seite sitze oder liege ich nickend da, weil sie einfach so recht hat. Ihre Grundaussagen (jetzt mal bis zur Hälfe): Tu was. Und: Verdammte Bobo-Bio-Industrie. Durch Greenwashing und „grünes Vorgehen“ wird so viel echtes Bio verdeckt und tw. kaputt gemacht.

In ihrer Kritik an dieser Bobo-Bio-Industrie habe ich mich etwas „ertappt“ gefühlt: In meinem eigenen Konsumverhalten kippe ich doch öfter mal drauf rein. Habe ich die Wahl zwischen Diskonter oder Bio, greife ich zu Bio – aber manchmal (ich bemühe mich, dass es immer seltener wird) – auch zum Energydrink eines Weltkonzerns in der Alu-Dose. Best of Böse. Oder, ein besseres Beispiel: Ich greife glücklich zum neuesten Bio-Pesto-Glasl in toll designter Produktaufmachung um sechs Euro, aber dann denk ich mir, wui, teuer, dann kauf ich mir die Clever-Spaghetti dazu. Oder noch wahrscheinlicher: Ich achte auf käfigeierfreie Bio-Nudeln, aber dann könnts sein, dass ich drauf pfeif, was das jetzt für geschnittene Tomaten in der Dose sind, einfach, weil ich grad keine Bio-Alternative dazu in meinem Supermarkt ums Eck im Angebot hab. Erwischt. Ich bin so ein Bio-Bobo. Aber ich bin nicht stolz drauf, ich weiß, dass ich noch mehr „richtige“ Entscheidungen treffen kann.

Und punktgenau war es auf jeder dritten Seite wieder da, dieses Gefühl: „Ich würds so gern richtig machen, aber bitte wie? Wie weiß ich denn noch, was richtig ist?“ Natürlich könnte ich komplett aus der ganzen Konsumgesellschaft aussteigen – aber damit wäre wahrscheinlich nur meinem Gewissen geholfen (und mein Lebensstil radikal verändert). Ich muss einfach permanent versuchen, die „bessere“ Entscheidung zu treffen. Bei den tausenden Entscheidungen, die wir täglich treffen, ganz schön anstrengend. Und kaum wer schaffts immer. Und vor allem dieser Gedanke: „Hach, ich schaffs doch eh nicht, wieso sollt ich mich überhaupt anstrengen! Komm, ich entspann mich und denk da einfach gar nimmer drüber nach!“ – der ist sicher sehr vielen schon gekommen.  Nicht kritisch zu denken, zu handeln, zu konsumieren ist verdammt einfach und sehr verführerisch. Aber ganz ehrlich: Besser fühlt sichs an, wenn man es wenigstens versucht. Und wenn man dabei auch noch grüne Angebote kritisch hinterleuchtet, dann hat man einen großen Schritt aus der ignoranten Masse heraus getan.

Der nächste Schritt: Was tun. Da bewundere ich Sina Trinkwalder sehr. Sie tut einfach. Zack, Idee, stur angegangen, und los. Und ich wieder gedanklich auf jeder dritten Seite: „Und was mach ich?“ Ja, die WearFair ist super, wir haben wirklich ein großes Angebot nachhaltiger Produkte stellen können, und die Art, wie es vom Publikum angenommen wurde, war fulminant, aber reicht das? Ich bring bald ein Buch heraus, und hoffe, dass das von ein paar Leuten gelesen wird, die sich bisher nicht wirklich mit diesen Themen auseinandergesetzt haben. Aber alles, was ich mach, ist kommunizieren. Ich schreibe, ich netzwerkle, aber himmelnochmal, ich würd so gern richtig machen!

Ideen sind da, der Mut noch nicht so ganz, aber eines ist sicher: Ich mach noch mal was richtig. 🙂 Das Buch von Sina Trinkwalder sollte übrigens dringend  von vielen Menschen gelesen werden, fantastische Gedankenanstöße!

wunder

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Nunu Rollt Blogs

Also eigentlich war ich ja in den letzten eineinhalb Jahren kein richtiger Blog. Habe ich im Zuge meiner Abschlussarbeit gelernt. Ich hab nämlich aus kommunikationstheoretischer und -strategischer Sicht übers Bloggen geschrieben. Einfach, weil ich mich selbst in den letzten Jahren selbst angefixt hab mit dem Bloggen, a.k.a.: Ich steht auf Bloggen und Blogs und BloggerInnen und überhaupt…

Aber aus kommunikationstheoretischer Sicht hat ein Blog einige Grundbedingungen: Kommentierfunktion, umgekehrte Chronologie der Beiträge, und…. eine Blogroll. Also eine Linkliste. Und die hatte ich bisher nicht, hab immer nur innerhalb meiner Beiträge verlinkt.

Gestern Abend während der ersten Hälfte (uiuiuiui…) Österreich – Irland hab ich diese Liste angelegt.

Da les ich.

Viel Spaß beim Durchstöbern!

 

PS: Weils grad die Anfrage kam: Von der Startseite aus gelangt man direkt zur Blogroll, indem man im Hauptmenü mit dem Cursor über „Da kauf ich“ fährt. Ist als Submenüpunkt angelegt, sonst wirds unübersichtlich…

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