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Mein Bruder, das Buchgeschäft

An meinen Bücherboykott hab ich mich in den letzten Wochen erfolgreich gehalten – ich „arbeite“ mich grad brav durch meine Bestellungen. Doch vor etwa 14 Tagen wies meine liebe alte Bekannte Marianne mich auf einen Artikel hin, der wie Popsch auf Eimer zu diesem Blog hier passte. Das Buch, das beschrieben wurde, musste ich einfach haben (es sollte etwa zwei oder drei Tage nach dem Artikel erscheinen). Aber ich wollte mir doch auch keine neuen Bücher kaufen?!

Glücklicherweise gibts da mein liebes Bruderherz. Er und ich schenken uns eigentlich seit ich denken kann – mir sehr wenigen Ausnahmen – gegenseitig zu allen Feierlichkeiten a la Weihnachten und Geburtstag Bücher. Und nachdem er es auch recht gern mag, darüber nicht zuviel nachdenken zu müssen, nimmt er auch gern Bestellungen meinerseits an – ich nehm ihm die Nachdenkfaulheit nicht übel, erstens kenn ich ihn und sein stressiges Leben, zweitens: Hey, so krieg ich wenigstens das zu lesen, was ich wirklich will! 🙂

Tadaaa – danke, liebes Bruderherz!!

(c) nunette colour

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Eine Rezension am Blog wirds dann wohl im August geben. Apropos, gleich eine Ankündigung: Ich bin bald auf Urlaub, es wird wohl etwas ruhiger werden hier. Ich hoffe, ihr bleibt mir trotzdem als treue Leserschaft erhalten – für euch zu schreiben, macht nämlich unglaublichen Spaß, übrigens. Und wiedermal: Ein großes Dankeschön, ich habe auch gestern im Zuge der unfassbar vielen Gratulationen wirklich oft auch Lob für dieses Projekt erhalten. Das freut mich wirklich ohne Ende, dass etwas, das mir persönlich so viel Spaß macht und so viel bedeutet, auch wirklich Anklang findet!

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Schon wieder einen Monatstag verpennt!

5/12 waren letzte Woche vorüber. Wahnsinn, schon fast Halbzeit! Hat sich einiges getan im letzten Monat!

  • Ganz privat und völlig kleiderwurscht: Ich hatte ein wunderschönes Wochenende in Kroatien – abgesehen von einer Flasche Trüffelöl komplett shoppingfrei.
  • Ich habe festgestellt, dass es bei mir komplett aussetzt, sobald ich türkis sehe. Und Freundinnen, die mich damit erpressen können.
  • Ich war im Radio!!
  • Ich habe einen Rock genäht.
  • Ich habe es endlich geschafft, mir Bügeleisen und -brett zu besorgen. Zweiteres dank einer Leserin dieses Blogs, danke nochmal, liebe M_S! Und knutsch mir deine Katzis!
  • Das Schicksal hat sich einen Spaß mit mir erlaubt und mir eine Wahnsinnsmöglichkeit für 2012, aber auch 2013 gegeben. Ich freue mich extrem auf die Arbeit bei der WearFair!
  • Bauchfleck ins Fettnäpfchen: Nunu ertauscht ein Oberteil, motzt über das Oberteil, und die ehemalige Besitzerin stellt sich als Leserin des Blogs raus. Schulligung.
  • Ich hatte die Ehre, beim Stadtspaziergang der Mutmacherei und SERI am Rande der Erdgespräche teilnehmen zu dürfen. Da sind Erinnerungen wachgeworden und lustige Hoppalas passiert!
  • Ich war bei einer Podiumsdiskussion von Südwind und Sonne International FAST am Podium.
  • Das Schicksal hat sich dann nochmal einen Spaß mit mir erlaubt, diesmal nicht so lustig.
  • Ich habe ein Buch gelesen und ein paar Tage später einfach mal so die Autorin interviewt. Freue mich immer noch, dass sie wirklich, so schnell und so ehrlich geantwortet hat.
  • Ich hatte ein wunderschönes Wochenende in Bella Roma – mit 11 Frauen und 2 Männern. An den tollsten Boutiquen vorbeispaziert, aber: I did it. Shoppingfrei.
  • Ich war in NEWS Schule – richtig riesig mit drei Seiten Artikel und eigenem Shooting und so…
  • Und Werbung hab ich auch gemacht 🙂

 

Es geht grad soooo viel weiter bei mir, ein Wahnsinn. Und das Seltsame: Wenn mich Bekannte fragen, wie es mir geht und was denn grad so bei mir passiert…..dann fällt mir nix ein. „Nix besonderes halt, es rennt alles ganz gut, danke der Nachfrage.“ ….. 🙂

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Buch gelesen – Autorin interviewt. Einfach so!

Ach, ich find das so toll – ich les ein Buch (das hier), denke mir, hey, die Frau find ich cool, suche ihre Emailadresse, schreibe ihr, und zack, sie antwortet binnen zwei Tagen. Es entsteht eine total nette Hin- und Hermailerei, wo herauskommt, dass sie schon mal in Wien war. Ich find das extrem lässig, wie leicht das gehen kann – fühlt sich so an, wie wenn mein Freund seinem Lieblingsgitarristen einfach mal eine Mail schreibt und sich mit ihm über Gitarrenmarken unterhält oder so….

Es handelt sich um diese Dame, Vanessa Farquharson – eine Journalistin aus Toronto, die beschloss, ein Jahr lang jeden Tag eine neue Bio-Aufgabe an sich selbst zu stellen. Das geht von „Keine Küchenrolle mehr“ über „beim Pipimachen nicht spülen“ bis hin zu „den Kühlschrank ausschalten“. Geschrieben ist das Buch irrsinnig witzig und mit viel Selbstironie. Außerdem gabs während des Projektjahrs und auch nachher ihren Blog, „Green as a Thistle“ (Grün wie eine Distel)…

 

Ich habe Vanessa auch nach ihren Ansätzen in Sachen Green und Fair Fashion gefragt, hier sind ihre Antworten:
Wie hart war es für dich, dich während des Jahres auf green oder fair fashion zu konzentrieren – und nicht mehr so wie früher zu shoppen?

Ich genoss es sehr, meine Einkaufsgewohnheiten zu verändern! Der Wechsel von  Mainstream-Bekleidungsgeschäften hin zu umweltfreundlichen, unabhängigen oder Secondhand-Läden war eigentlich ziemlich einfach, wahrscheinlich weil ich nie wirklich Designer-Marken wie Louis Vuitton oder Chanel oder auch nur Läden wie H & M geliebt habe (allerdings hat Toronto eine MENGE Vintage-Läden, die dies erleichtert haben …) Das einzige Problem waren meiner Meinung nach bestimmte Artikel: Unterwäsche und Dessous (die „grünen“ Optionen waren immer hässlich oder zu teuer), Socken, Badeanzüge und Hosen (ich bin ziemlich groß, so dass alles immer zu kurz war). Ich fand auch viele der „Eco“-Marken von Kleidung waren zu schlicht – ich mag eine Menge von Farbe und Verzierungen und interessante Sachen, das ist also, warum ich am Ende Shopping in Vintage-Läden den modernen Eco-Stores vorzog.

Dein Projektjahr ist jetzt seit einiger Zeit vorbei, und du hast geschrieben, dass du dich immer noch an viele deiner selbstaufgestellten Bio-Regeln hältst, aber eben nicht an alle. Wie geht es dir in Sachen Bekleidung? Kaufst du wieder bei großen Ketten oder überlegst du weiterhin, wo genau deine Kleider herkommen?

Ist mir ganz schön peinlich zuzugeben: Obwohl ich etwa 270 Änderungen weiterhin einhalte, ist die Sache mit der Bekleidung wirklich von meinem Radar gerutscht. Wenn ich an einem Schaufenster vorbeigehe und etwas sehe, was mir gefällt und es ist noch dazu billig, kaufe ich es in der Regel, ohne darüber nachzudenken, woher es kommt. Ich gehe definitiv nicht auf Tonnen von Einkaufstouren, und ich versuche immer noch, mich so weit wie möglich auf Vintage-Läden zu begrenzen, aber es ist schwierig mit diesen Dingen wie Jeans oder Unterwäsche. Oder wenn man einfach nur ein einfaches weißes T-Shirt haben will und keine 50 Dollar dafür bezahlen will. Oder wenn man Flipflops für den Strand braucht und keine Öko-Marke findet…. dann ist es schwierig.

Was sind deine grünen Lieblingsmarken in Sachen Kleidung und Schuhe?

Was Schuhe angeht, liebe ich Toms – Ich habe zwei Paar, eines in glitzerndem Silber und das andere aus Leinen. Es gibt auch eine großes New Yorker Geschäft namens Moo Shoes, und sie haben eine Menge vegane Optionen.  Für Kleidung: wenn man sich Stella McCartney Zeug leisten kann, super: Es ist so schön und es ist alles nachhaltig hergestellt, auch mit vegan-freundlichen Materialien. Es gibt außerdem hier in Toronto einen Laden – genannt Preloved – wo alte Sweater und Shirts und andere Materialien zu komplett neuer Kleidung recycled wird.  Ansonsten mag ich die meisten Marken, die sich  auf Bambus und Baumwolle spezialisieren, aber es gibt jetzt so viele da draußen, dass es schewr ist, nur ein Teil zu kaufen

Und hier noch eine Tour durch ihr Haus:

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What I Read: What I Wore

Beim wöchentlichen Stöbern durch die Online-Buchhandlung meines Vertrauens über „What I Wore“ gestoßen:

Klick aufs Bild = ab zu Amazon

Klick aufs Bild = ab zu Amazon

Ein Satz in der Produktbeschreibung machte mich neugierig: „A cookbook for your closet“. Das klang zwar nach Stilratgeber (die ich ja nicht so toll finde, meinen Stil hab ich), aber es klang witzig. Die Dame mit dem herzigen Nachnamen bloggt seit Mai 2007, was sie anhat, wie sie es kombiniert, und gibt Tipps.

Ich muss sagen: Die vorgestellten Kombis und allgemein Kleidungsbasics sind wirklich durch die Bank schön und recht nahe an meinem Stil (vielleicht noch ein bißchen zu klassisch). Auch ihre Tipps sind teilweise gar nicht so blöd – zB: Leute, investierts mehr in Einfärbiges, das lässt sich besser kombinieren als Gemustertes.  Oder: Kauf nix, nur weils im Ausverkauf war (ich bin echt schon neugierig, wie ich mir 2013 mit dieser Tatsache tun werde, bin klassische Ausverkaufsshopperin). Nur diese Checklisten, was ich un-be-dingt als Basic brauche, die halt ich gar nicht aus.

Übrigens war im Vorwort des Buchs noch so ein Satz, der mich nicht mehr loslässt: „Then I started my blog – What I Wore – and eventually left my design job to pursue blogging fulltime.“ Hach, Bloggen in Vollzeit, das wärs (man darf ja noch träumen… sehr unrealistisch hier in Österreich). Mir macht die Bloggerei wahnsinnigen Spaß. Ich hoffe, das auch die LeserInnen ihre Freude damit haben.

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GrüneMode.de

Es dürfe der geneigten LeserIn (nachdem ich fast nur weibliche Kommentatorinnen habe, gehe ich jetzt mal von einer größtenteils weiblichen Leserschaft aus – tschulligung Hans 🙂 ) nicht entgangen sein, dass in mir das grüne Erwachen stattfindet. Grün war ich immer schon, und politisch auch und fest bei Demos mitgeschrien hab ich auch. In H&M-Kleidung.  Grumpf. Meinen Job hab ich auch definitiv nicht aus Karriere- oder Gehaltsgründen….

Wie ein Schwamm saug ich momentan alles, was mit Öko-Mode und sustainable fashion zu tun hat, in mich rein. Derzeit bin ich an dem Punkt, wo ich bereits Redundanzen feststellen kann. Schreibt ein Ökojornalist über eine der „guten“ Fabriken in Indien, schreibens alle. Immer wieder kommen die gleichen Positivbeispiele – an Hess Natur, dem Waschbärversand (dessen Schuhangebot ich nicht so prickelnd finde…) und Armed Angels werde ich wohl nicht vorbeikommen 2013, ebensowenig an Göttin des Glücks, Slomo oder Kuyichi. Und dem Terra Plana Shop in der Neubaugasse werde ich wohl auch wieder eine Chance geben, auch wenn ich aufgrund der frappanten Relation „Je schöner der Schuh, desto höher der Absatz“ bisher dort nie fündig wurde (Website von Terra Plana derzeit down…).

Derzeit tigere ich mich grad in „Saubere Sachen“ von Kerstin Brodde rein. Die auch bloggt. Les ich mal nicht das Buch, krame ich mich durch ihre gruenemode.de…

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Der Baumwoll-Porno aus den USA

ACHTUNG, DIE FOLGENDEN ZITATE SIND NIX FÜR KINDER ODER KONSERVATIVE ERWACHSENE!!

Letztens „Gute Marken – böse Marken, Konsumieren lernen, aber richtig“ gelesen – und in Sachen Bekleidungsmarken wieder was gelernt. Stefan Kuzmany träumt vor sich hin, wie das wohl wäre, wenn er der Chef seiner nähenden Freundin und anderen Näherinnen wäre. Ich darf zitieren:

„Ich würde mir einen Siebzigerjahre-Pornobart wachsen lassen. Ich wäre unglaublich cool. Der Chef meines eigenen Textilunternehmens. (…) Ich könnte es mit jeder treiben, die für mich arbeitet und die mitmacht – weil sie mich scharf findet. Oder meine Macht. Oder mein Geld. Oder meinen Schwanz. Wenn ich Chef wäre, dann würde ich sowieso nur die geilsten Frauen einstellen, die ich finden kann. (…) Oder wenn ich einer auf einer Party treffe, die mir gefällt – dann stelle ich die ein, sofort. (…) Wir stellen Unterwäsche her. Für unsere Werbekampagnen posieren wir selbst. Ich würde die Weiber Posen aus alten Pornomagazinen nachstellen lassen, aber mit unserer Wäsche bekleidet. (…) Ich würde mich auch selbst fotografieren lassen, wie ich mit einem dieser superscharfen Teen-Modelle im Bett liege und jeder soll denken, ich hätte sie gerade gefickt. Vielleicht habe ich sie gerade gefickt. Alle müssten sowieso ständig geil fickbereit aussehen in meiner Werbekampagne. Sex ist schon was Geiles und verkauft sich auch noch gut. Man müsste es nur weiter treiben als jeder andere. In den Filialen würde ich Pornomagazine auslegen.“

Es geht noch weiter, Kuzmany schreibt auch, wie er sich vor einer Journalistin…. nun ja. Ich bin ja nach obigem Zitat schon auf die Suchbegriffe gespannt, die die Menschen durch Google auf meinen Blog bringen wird, ich lass das jetzt mal aus.

Leider würden mich irgendwann einige der Schlampen, denen ich mal einen Job gegeben habe, verklagen – nur weil ich gerne in Unterwäsche herumlaufe. Dabei muss das doch so sein als Chef des geilsten und coolsten Unterwäscheherstellers der Welt. Na gut, ich hätte vielleicht doch keine Vibratoren an Mitarbeiterinnen verteilen sollen.

Na gut, denkt man sich. Der Herr Kuzmany, der spinnt. Völlig. Und hat ein bissl viel zuviel Testosteron im Blut. Und denkt eher mit den unteren Körperregionen als mitm Hirn. Ein perverser Vollidiot. Doch weit gefehlt! Das, was Kuzmany da sprachlich überzeichnet darstellt – ist haargenau die Geschichte von American Apparel und deren Gründer Dov Charney.

Aber immerhin: Sweatshop-frei mit Produktion in den USA. Schlecht?

Die Geschichte der Reporterin, in dessen Gegenwart er sich einen *piiiiep*te , kann man hier nachlesen (und wer grad Zeit hat: Hier ein sehr langer Beitrag zu American Apparel – ich hab ihn nicht ganz gelesen). Ich danke Herrn Kuzmany, er hat das Kapitel so arg begonnen, dass er mich bei der Auflösung („alles so passiert“) wirklich eiskalt erwischt hat – wieder was gelernt!

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Season – Nachhaltig ohne Hintergrund

Ich gestehe – ich bin Nachrichtenjunkie und Zeitschriftenliebhaberin. Gestern in der Trafik fiel mir sofort ein neues Frauenmagazin auf: SEASON.

Zum einen muss ich sagen: Endlich mal ein paar spannendere Artikel als etwa solche über die meist-nachoperierten Gesichtspartien von Stars oder über die Frage, ob ein „Single-Gen“ Liebesglück verhindert. Einige Artikel gehen in die grüne, nachhaltige Richtung, ohne belehrend zu sein. Noch dazu ist Susanne Klingner, Autorin von „Das hab ich selbst gemacht“ und „Wir Alphamädchen„, Redakteurin von Season. Auch das Papier, angenehm matt, scheinbar recycled und nicht so auf Hochglanz gedrillt wie der Rest der Magazine.

Nette Hinweise auf Selbermachen, Energiesparen und ähnliche Themen. Der USP reichlich praktisch, aber auch reichlich konsumistisch: Alles, was im Magazin abgedruckt ist, kann man im zugehörigen Onlineshop gleich kaufen.

Was ich aber einfach nicht kapiere: Wieso schießen sie sich selbst ins Knie, indem sie Mode präsentieren, die die Durchschnittsfrau sich ihr Lebtag nicht leisten kann, will und wahrscheinlich auch wird? Hosen um 800 Euro, Seidentops um günstige 500. Um mal auf dieser Liga zu bleiben: Nie und nimmer würd ich 2000+ Euro für ein Kleid ausgeben (nein, nichtmal zu ohnedies in der Lebensplanung nicht vorkommenden Hochzeit)! Ich könnt mich jedesmal deppert ärgern, wenn eine Louis Vuitton Tasche um läppische 1300 Euro als nettes Frühlingsaccessoire präsentiert wird, das so manches Outfit aufmotzt – und zwar nicht aus Neid, sondern aufgrund der unsäglichen Arroganz der HerausgeberInnen.

Luxus in der Mode muss sich endlich neu definieren. Weil wo H&M den Schnitt eines Prada-Kleids schamlos kopiert und sofort massenproduziert, kennt die unterbezahlte Schneiderin den Schnitt wahrscheinlich bereits – das Pradakleid hat sie sehr wahrscheinlich auch genäht. Wo es mir ein Rätsel ist, wieso von den 14,90 für ein Kleid bei H&M (und zugegeben, derer hab ich so einige im Schrank) genau gar nix bei denen landet, die es produziert haben, stellt sich mir die Frage bei dem oft hundertfachen Preis gleich hundertmal stärker.

Fazit an Season: Wenn schon grün und nachhaltig, dann bitte ehrlich. Auch das ist möglich, ohne sofort in die Bio-Öko-Stofftaschen-Schublade gestopft zu werden.

Ja, ich bin grad ein bisschen wütend und ja, ich entdecke an mir eine Gewissensänderung. Bin schon gespannt, wie sich das 2013 auswirkt (a.k.a. wie gut werd ich verdrängen können, wenn ich wieder das Fünfeuroshirt verschämt im Plastiksackerl nachhausetrag 🙂 )

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Orchids on your Budget – vom stilvollen Sparen

Leute, ich les grad soo ein cooles Buch, ich muss ein paar Auszüge mit euch teilen. Das Buch heißt „Stilvoll sparen“ (im Original viel viel hübscher: „Orchids on Your Budget: Live Smartly on What You Have“), ist von der unglaublich süßen und witzigen Marjorie Hillis …. und wurde im Jahr 1937 geschrieben. Das Beeindruckende: Die Frau hat in vielen Punkten einfach sowas von recht. So sehr, dass es heute noch Gültigkeit hat.

1937!

So schreibt sie zum Thema Kleidung und Shopping (von Kleidungsstücken, die nicht zueinanderpassen oder die man nicht braucht) beispielsweise:

Entgegen der landläufigen Meinung verfügen wirklich gut angezogene Frauen entweder über sehr viel Geld, oder über felsenfeste Prinzipien und unerschütterliche Willenskraft.

Sehr streng ist sie in Sachen Pflege unserer Kleidung – dieser Teil des Kapitels wirkt heutzutage dann doch wieder fremd. Und dass er fremd wirkt, ist doch eigentlich befremdlich…. wann haben die Leute  (mich inklusive) eigentlich verlernt, Schuhstrecker in ihre Schuhe zu tun und ihre Kleidung pfleglich zu behandeln? Ich zum Beispiel besitze nicht einmal Bügeleisen und Bügelbrett und muss schon sagen: Es ist mir in den vergangenen zehn Jahren auch genau gar nicht abgegangen (ok, ich trage kaum Blusen…). Hillis schreibt:

Am allermeisten aber sparen Leute, die es schaffen, Kleidungsstücke so pfleglich zu behandeln, dass sie auch nach Jahren noch wie neu aussehen. Französinnen beherrschen dies vorbildlich. Zum Beispiel legen sie quasi in dem Moment, wo sie ihre Wohnung betreten, ihre Straßenkleidung ab. Ebensowenig wie sie in einem feinen Wollkostüm Wäsche waschen würden, lümmeln sie sich darin aufs Sofa. Sie schlüpfen in diese netten kleinen Hauskleider (…). Aber noch geben sie sich nicht der Entspannung hin – erst wird das Straßenkostüm picobello sauber gebürstet und über einen Bügel gehängt, der es wirklich in Form hält. Und wir meinen nicht irgendeinen Drahtbügel!

Wie machen wir es heutzutage? Wir schauen, dass wir uns beim Textilriesen die Plastikkleiderbügel möglichst mitschnorren, und haben fast nur Produkte aus „pflegeleichtem“ Material, bei dem sich intensivere Pflege eigentlich nicht lohnt, weil sie eh so billig sind. Je länger ich mich mit dem Thema Mode und Nachhaltigkeit beschäftige, desto mehr möchte ich einen Mittelweg zwischen den beiden Methoden gehen. Nur bitte nicht bügeln müssen 🙂

Die bezaubernde Frau Hillis hat auch noch den ultimativen Ratschlag für Mode auf Lager:

Irgendetwas müssen Sie bei der Zusammenstellung ihrer eleganten Garderobe investieren – Geld, Zeit oder Geschmack.

Ich werd heut nachmittag das Buch in der Sonne fertiglesen. Bin schon gespannt auf das Kapitel „Können Sie sich einen Ehemann leisten?“ 🙂

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Kleider abspecken?

Habe gestern abend „Die Kleiderdiät“ von Linda Deslauriers durchgelesen – eine ihrer Hauptaussagen ist: Reduzieren, reduzieren, reduzieren. In einem durchschnittlichen Kleiderkasten eine Frau sind etwa 20% wirklich gut, passend, tragbar – und werden auch getragen, die restlichen 80 % sind alt, Fehlkäufe, nur noch aus emotionalen Gründen da und Hosen, die irgendwann mal wieder passen werden.

Ich habe von allem sehr viel. Gute zehn Jahre Shopping als größtes Hobby äußern sich eben so. Frau Deslauriers würde ihre helle Freude haben: Was sie alles bei mir weggeben könnte!

Das Problem ist nur: Ich will nix weggeben. OK, kaum was. Aber von meinen 30 Jacken trage ich auch locker 20 regelmäßig und übers Jahr verteilt, die 20% davon sind schon allein die unverzichtbaren Lieblingsstücke (die Jeansjacke, die senfgelbe Lederjacke, der grüne Winterparka, der alte Dufflecoat, die schwarze Jacke mit dem seitlichen Zipp und die türkise Jacke von H&M – ha, auf der Stelle 20% als unverzichtbar nennen können)!

Ich liebe meinen Kleiderkasten! Sicher, ich hab auch so manche Fehlkäufe da drin (und drumherum, aber das ist eine andere Geschichte), aber ich liebe das Gefühl, die Auswahl zu haben – eine Kleiderdiät oder der Kleiderkasten der lieben Freundin wär also für mich keine Alternative. Dann lieber nix neues kaufen.

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Bücherwurm Nunu

Manche Menschen, die machen einfach. Einfach drauflos. Normalerweise gehöre ich zu dieser Sparte. Allerdings gehöre ich auch zu der Sparte, die dann aus Interessensverlust ganz schnell wieder aufhört. Hin und wieder habe ich eine Aufmerksamkeitsspanne eines kleinen Vogels mit Alzheimer. In diesem Punkt ähnle ich meiner Katze manchmal wirklich frappierend, wir sind beide ungeduldig und vergesslich.

Aber dann gibt es Menschen, die sich erstmal in alles einlesen. Vorbereiten. Vergleichen. Sich die Theorie aneignen. Und OK, lesen, das tu ich ja wirklich gern. Und ich würde sagen: In dem ganzen Shoppingboykott habe ich wirklich meinen persönlichen roten Faden gefunden. Anders kann ich mir das hier nicht erklären (und es war unmöglich, ein Foto ohne meinem haarigen Patienten drauf zu machen – wir teilen nämlich noch eine Eigenschaft: unglaubliche Neugierde):

(c) nunette colour

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Beim Anblick der Bücher wird mir übrigens klar, warum spartechnisch noch nicht wirklich Ergebnisse auf meinem Konto zu sehen sind. Hier liegen knapp 70 Euro, plus hab ich drei neue Wohnbücher. Jupp, die böseböse Ersatzshopperei…

wobei, eigentlich ist er der Neugierige, der überall dabei sein muss.

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Zwei sind ausgeborgt, der Rest Amazon (jaja, das böse Ersatzshopping).

1. Reihe vlnr:

Ines de la Fressange – Pariser Chic. Noch nicht gelesen, von Freundin ausgeborgt.

Stefanie Schütte – Die 101 wichtigsten Fragen Mode, Fashion, Haute Cotoure. Fand ich jetzt nicht so spannend. Hätte mir mehr Modegeschichte erwartet.

Brenda Kinsel – Neues aus der Umkleidekabine. Ganz, ganz grottenschlecht. Liest sich wie so eine US-Bühnen-Motivationsshow. Adressiert an Frauen, die den Kampf um ihre Taille aufgegeben haben.

Susanne Klinger – Hab ich selbst gemacht. Ganz ganz ganz toll! Super geschrieben, man fühlt bei ihren ersten Gärtner-, Back- und Strickversuchen mit und bekommt sogar ihre Lieblingsrezepte mitgeliefert (daher bereits einige Fett- und sonstige Küchenflecken im Buchinneren…)

Pietra Rivali – Reisebericht eines T-Shirts: Hab ich heut erst geliefert bekommen.

2. Reihe vlnr:

Eva Tenzer – Go Shopping! Bin grad am Anfang, sehr spannend – es beleuchtet die Hintergründe, warum wir eigentlich so deppert aufs Shoppen sind, sei es Sportwagen, Juwelenkette oder das 30. weiße Tshirt.

Judith Levine – No Shopping! Lege ich allen sonstigen Abstinenzlerinnen ans Herz, diese Frau ist uns meilenweit voraus. Sie hat ein Jahr lang komplett auf alle Luxusprodukte verzichtet, und schreibt wahnsinnig mitreißend darüber. Sie ist nur zweimal schwach geworden, einmal davon bei Kleidung, hihi!

Nina Garcia – Der perfekte Kleiderschrank. Ebenfalls ausgeborgt. Ich mag Project Runway. Ich mag Nina Garcias Meinung über die Entwürfe der Jungdesigner. Aber ich habe festgestellt: Ich mag es nicht, wenn mir eine Frau, die einen komplett anderen Stil hat als ich, erklärt, was in meinem Kleiderschrank sein muss, damit ich gut gekleidet bin. Abgesehen von der Unbezahlbarkeit einiger dieser Unverzichtbarkeiten teilweise unpackbar gräßliche Beispiele drin. Aber nette Illustrationen!

Linda Deslauriers – Die Kleiderdiät: Heute angekommen, habe schon reingeschnuppert, und muss sagen – ähnlich wie Tenzer, nur weniger trocken, wird mir da erklärt, warum ich so shoppingblöd bin, wie ich bin. Wobei ich die Stilberatung und Typbestimmung überspringen werde – ich mag meinen Stil, und ich hab ganz viel davon im Kleiderschrank. Ich mag nur wissen, warum ich so viel da drin hab.

Weitere Buchtipps sind herzlich willkommen – Selbstversuche, Hintergründe, die bei Shoppen so abgehen, ungewöhnliche Modeprojekte: JA. Stylingtipps, Farb- und Typberatungen: NEIN. Danke, nein.

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