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Warum die schönsten Dinge unbezahlbar sind und Klumpert unpackbar ist

Ich bin wieder zuhause. Körperlich erschreckend geschlaucht von zwei durchgemachten Nächten (ging aufgrund der Flugzeiten nicht anders) und zwei Langstreckenflügen. Im Auge ist anscheinend beim Druckausgleich im Flieger eine Ader geplatzt, mir ist seit gestern Abend kotzübel und ich weiß nicht warum, und das mitm Schlafen ist auch so eine Sache. Kurz: Och, ich hätt noch eine Weile drüben bleiben können 🙂

Was das Schönste am Nachhausekommen war? Die Freunde und die Familie. Drei hatten es umgehend nach einer vorsichtig formulierten Statusmeldung von mir angeboten, uns samt Gepäck vom Flughafen nachhause zu bringen, danach erfuhren wir noch: Seine Mama und mein Bruder wollten uns abholungsüberraschen, getrennt voneinander. Die Oma, der am Telefon „eine Last von der Brust fällt“, dass ich wieder da bin, „weil in Amerika, da waren ja wieder Tornados und ich hab mir nur gedacht, na hoffentlich gehts den beiden gut“. Die frischgebackene Schwägerin, die nach einem halbstündigen Tratsch am Telefon meint „Du, ganz schlimm, jetzt heißts nimmer Beziehungskrise, jetzt heißts Ehekrise!“. Die Mama, die umgehenden Besuch im Weinviertel einfordert, ebenso wie die Schwiegermama, praktischerweise am gleichen Tag. Der Nachbar, der auf die Wohnung und unsere Wertsachen aufgepasst hat, und uns dann obendrein noch Starthilfe gegeben hat (das Auto hat die zwei Monate unbewegt auf der Straße stehen nicht ganz so gut überstanden), und dann: Die Freunde am Grillfest. Liebe Freunde treffen (unter anderem diese wunderbare Frau), Menschen, die man wahnsinnig gern hat, von der Reise erzählen, erfahren, was bei ihnen so passiert ist, viel essen (vielleicht ist mir deshalb so schlecht), viel lachen, ein „bissl“ Bowle gabs auch, gnihihi. Herrlich war das. Und gezeigt hats: Die wertvollsten Dinge im Leben sind einfach unbezahlbar.

Was das Erschreckendste am Nachhausekommen war? Die Wohnung. Im Grunde haben wir sie eh relativ aufgeräumt und sauber hinterlassen, und dass nach zwei Monaten eine Staubschicht über allem liegt, ja mei, damit war zu rechnen. Die Motten beim Kleiderschrank sind allerdings ein Teil der weniger guten Überraschung. Aber das Heftigste: Himmelnochmal, haben wir viel Klumpert! Was sich in so einer Wohnung in sechs Jahren alles ansammelt, ist unglaublich, vor allem, wenn man grad zwei Monate aus einem Koffer und einem kleinen Rucksack gelebt hat. Wir haben bereits während der Reise beschlossen: Wenn wir wieder da sind, wird massiv ausgemistet und umgestellt, es ist einfach Zeit für einen innerhäuslichen Tapetenwechsel. Was hatte ich Spaß daran, mir in Seattle am Morgen, wenn der Liebste noch schlief, zu überlegen, wie wir die Möbel austauschen und die Zimmernutzungen ändern, ohne neue Sachen zu kaufen. Dem Liebsten dann die Pläne fürs Wohnzimmer vorzeichnen und mit ihm diskutieren, ob der grüne Planschrank an der grünen Wand gut aussehen könnte oder nicht.  Große Vorfreude auf Erleichterung war da, dieses „Aaaaah“, wenn man sich mal wieder von einem Haufen unnötigem Klumpert getrennt hat.

Jetzt gerade sitze ich ganz klassisch wie so oft eingemümmelt in meine violette Kuscheldecke am Sofa, genieße dieses vormittäglich sonnige Platzl am Fenster und die altgewohnten Gerüche und Geräusche, schaue durchs Wohnzimmer und denke mir: Aaaaaalter Schwede, wird das viel Arbeit. Ich bin förmlich erschlagen von unserem (in meinem Blickfeld sogar hauptsächlich meinem, zu den Sachen von Flo seh ich grad nicht, aber es sind auch nicht wenig) Zeug. Zeug, überall. Die Trophäen von diversen Extremgolf-Meisterschaften (nicht lachen, das ist was total witziges und eigentlich nur eine Ausrede dafür, im Freien zu Mittag am Sonntag Bier zu trinken), der Strickzombie, die Spardosen, zwei Kerzenständer, meine gesammelten Apothekergläser, Unmengen an Büchern, unsortierte CDs, weil eh schon alles nur noch auf MP3 gehört wird – oder Schallplatte. Massen an Schallplatten. Ein sehr stylisher Bierkistenhocker, der allerdings im letzten Jahr genau einmal „besessen“ wurde. Meine diversen Wollkisten. Ein Blumentopf, nach dem Tod der Pflanze umfunktioniert zum Stifte- und Krimskramshalter am Couchtisch. Die Liste ist endlos, und die Arbeit fängt heute noch an. Weg mit dem Speck!

Eine neue ichkaufnix-Ära bricht an. So wie die liebe Susi (auf die ich mich übrigens schon sehr freu Ende des Monats, falls sie das jetzt liest! 😉 ) ein Jahr Klumpert verzichtet hat, gibts auch in diesem Haushalt mit sofortiger Wirkung nur noch weniger statt mehr. Lustigerweise hat zwar mein gesamtes Konsumverhalten sich in den letzten Jahren bereits verändert und reduziert, aber so ein paar Konsumismusleichen hab ich dann doch noch herumliegen. Zeitschriften. Bücher. Und aus Uraltzeiten, da wurde schon lang nix neues mehr gekauft: Rumstehklumpert wie eben die Apothekergläser, Kerzenständer, Vasen, Staubfänger, Horror, aargh!! Und dann auch noch so Sachen wie alte Farbkübel, Fliesen, Pflanzenerde Marke uralt, kaputte Stehlampen, die seit zwei Jahren auf Reparatur warten, leere, aber ach so hübsch anzusehende Gin-Flaschen, die Transportkiste von Biff, von der ich mich nicht trennen konnte (Marke: Kann man ja noch mal brauchen). WARGH!!!!

Irgendwie tipp ich grad seit Ewigkeiten grad so vor mich hin und palavere und monologisiere. Was solls, ich hör jetzt auf. Schönen Sonntag, ich geh räumen!

PS: Braucht wer ein altes Bettsofa mit viel Stauraum, aber hässlichem Neunzigerjahre-Muster (mit Decken drüber gehts)? Oder will gar wer ein wunderschönes altes Klavier kaufen? Fotos folgen.

xxxplanschrank

rechts der Schrank, links die Wand, also ich find es passt (und es graut mir vorm Ausmisten der Laden von Tisch und Schrank).

xxxsofa

besagtes Sofa, hier in ausgezogener Form und mit Überdecke. Saugemütlich, aber wir haben einfach keinen Platz mehr dafür.

 

James und das Bügelbrett (c) nunette colour

Im Hintergrund: Das Klavier. Laut Klavierstimmer so um die 700 wert, ich würds um 600 anbieten. Gehört meinen Eltern und die können das Geld gut brauchen, darum bin ich da streng beim Verkaufen. James ist im Preis nicht inbegriffen, der bleibt, wo er ist.

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Im Rausch. Kauf- und Alk-. Gleichzeitig.

Sooodale. Geständniszeit. Wie ich das hasse. Aber wenn ich seit über zwei Jahren das Ehrlichkeitsspiel hier spiele, dann hör ich jetzt auch nicht auf. Ich liebeliebeliebe meinen fertigen Kleiderschrank. Doch durchs Ausmisten von entweder seit Ewiglichkeiten nicht mehr Getragenem (oh Flohmarkt, wie ich mich auf dich freue. Endlich das in Minimalstteilen enthaltene türkische und das aus mittelalterlichen Zeiten stammende italienische  – jaaa, mein Onkel hat da mal nachgeforscht, ich war mal genuesische Seefahrerin, bitte! – Blut ausleben und feilschen, handeln, gib ihm) oder von wirklich endgültig und unreparierbar Zerschlissenem hat sich das eine oder andere „brauch ich“ ergeben, musste ich in den letzten Tagen feststellen. Zu sehen als kleiner Zipfel am untenstehenden Foto. Näher geh ich da jetzt nicht drauf ein und fertig. Bin ja schüchtern.

2014-03-28 00.05.01

Gekauft hab ich die Teile, auf die ich jetzt nicht näher eingehe, bei einem weiteren Private Shopping bei der Göttin des Glücks. Im saucoolen göttlichen Büro (im Dritten, der leider weit weg von überall ist, gemessen an meinen üblichen Wiener Wegen), diesmal in Anwesenheit der lieben Berna, die nicht nur eine wunderbare Würschtlstandbekanntschaft ist (nur Bier, kein Würschtl wurde damals geopfert), sondern auch für die PR der Göttin mitverantwortlich zeichnet. Der Jeffrey, den kennen wir vom letzten Mal, der hat mal wieder brav mein Glas angefüllt und mich zur Shopping Queen erklärt (das Foto beweists). Und die Berna hat mich dann nachm dritten bis fünften Glas davon überzeugt, dass ich dringend auch Karpo brauche, in schwarz. Viel Spaß beim Raussuchen im Webshop – und beim Drüberstolpern über die anderen feinen Sachen der Göttin. Ich finds ja immer wieder lustig – sie sind nicht hundertpro mein Stil, aber wenn ihnen dann mal was einfärbiges oder Tonintoniges passiert, mag ichs. Und mags gleich umso mehr, weil die Menschen, die dahinter stehen, durch die Bank so unglaublich liebenswert und engagiert sind! Sogar der freche Jeffrey 😉

Was soll ich sagen. Ich habe Karpo gerade an und bin nur noch am Überlegen, zu welchen Sommerkleidern es passt. Die Antwort: Alle. Yeah.

Strenge und genaue Beobachter werden feststellen, dass da aber noch zwei andere Dinge am Foto zu sehen sind. Stimmt, gut erkannt. Das grüne ist kein Ärmel – also eigentlich schon -, sondern eine Tasche. Die ich beim aller aller aller ersten Mal, als ich diesen Laden betrat, unglaublich toll fand. Der ganze Laden ist mehr als nur empfehlenswert – Upcyclingmode auf sehr hohem Niveau, saucoole Prints, und sogar die Möbel kann man kaufen. Da wurde am Donnerstag gefeiert. Einen Tag nach dem göttlichen Private Shopping. Und statt Sekt gabs Rosé. Und ich wollt eigentlich um acht zuhause sein. Fehlanzeige. Gegen zehn bin ich dann gemeinsam mit Berna – die ich zufällig wiedergetroffen hatte – Richtung Ubahn gewackelt. Mit der Tasche. Ja, auch die Frau „IchhabnixgekauftichbineinVorbild“-Nunu hat noch ihre Ausrutscher. Ihre upgecycleten, fairen Ausrutscher.

Auf der Printa-Party (wo eine neue Upcycling Kollektion vorgestellt wurde, sehr sehr fein!) war auch die Laura mit. Und die Laura, die ist erstens die Chefiza vom Ebenberg, zweitens meine liebste Tratschpartnerin, wenn ich in der Gegend bin, drittens die Frau mit der fetzencoolsten Ausstrahlung der ganzen Neubaugasse (und noch viel weiter!) und viertens spinnt die irgendwie. Auf eine Weise, die ich unglaublich sympathisch finde. Kennt ihr das? Wenn Leute manchmal irgendwie nicht so reagieren, wir ihr das erwarten würdet, ihr im ersten Moment denkt „hä?!“ und im nächsten „cooooooool!“.  So eine ist Laura (gerüchteweise habe ich ihr an dem Abend was von „würd ich auf Frauen stehen…“ erzählt..). Und Laura spinnt wirklich. Ich wollte ihr ein Shirt abkaufen. Mit einem Muster, das es letztes Jahr bei den Armed Angels schon gab. Aber ich durfte nicht bezahlen. Darum ist mir jetzt sehr sehr sehr sehr wichtig, weil ich da jetzt eine gewisse Verantwortung fühle (obwohls nicht so ist, wie sie mir mehrfach versichert hat): Ebenberg. Winziger Laden, aber ohne ihn wäre Wien ärmer. Laura versammelt echt die Creme de la Creme der ökofairen Marken. Hat auch Männersachen. Hat ihre Ware nach Farben sortiert, was mich Farbsortierfetischistin immer ganz wuggi macht. Der Laden ist wirklich sowas von fein, ich würd ihn auch ohne Anker-Tanktop empfehlen – schließlich hab ich auch den Liebsten dort schon eingekleidet.

Und ja, Shoppen macht glücklich, sich etwas gönnen macht glücklich, und dann auch noch wissen, dass man gerade öko und fair geshoppt hat: noch besser. Und ab jetzt ists sowieso aus, aus den Staaten plane ich textile Souvenirs nur in Form von unvernähten Stoffen mitzunehmen. Wenn ich schon zwei Monate ohne meine beiden Nähmaschinenbabies überleben muss…

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Eine kleine Webschau

Nachdem das Wochenende etwas durchwachsen und anstrengend war, gibts heute mal einen kurzen Link-Überblick.

  1. In Köln fand die größte Messe für Handarbeit statt – dazu ein Artikel über Schnellstrickerinnen und strickende Männer
  2. Von einer Leserin geschickt bekommen: Der VfL Wolfsburg lässt seine alten Sportdressen upcyclen. Coole Idee.
  3. Der Frühling bricht aus. Plötzlich gefallen mir blumengemusterte Beine. Nachdem ich aber weiß, dass das eine saisonale Geschmacksverirrung sein kann, bin ich grad froh, dass es solche Blumenstoffe derzeit weder in Bio noch beim Müller gibt. Und mein Kleiderschrank is eh grad so schön rund und fertig und geschmacksverirrungsfrei.
  4. Was mich im Büro gerade sehr beschäftigt – blöde Konzerne, blödes Freihandelsabkommen.
  5. Was werde ich in den kommenden Monaten meine Nähmaschine vermissen. Der Rock ist so cool, und ließe sich eigentlich watscheneinfach aus einem bestehenden schwarzen Rock von mir schneidern. Ja, ich habs mit bunten Zippverschlüssen.
  6. Interessantes Interview über Dreieuroshirts und Arbeitsbedingungen.
  7. Auch andere Menschen können nicht ohne ihre alte Jeansjacke. So schöne Inspiration für Kombis aus meinem fertigen Kleiderschrank.
  8. Ich hab einen alten Wollpulli, der leider vor ein paar Jahren schon ein paar Motten ganz gut geschmeckt hat. Jetzt weiß ich, was ich mit ihm machen werde.
  9. Am ersten April ist wieder Strickfilm! Der erste, der ohne mich stattfinden wird 😦
  10. Modepalast ist auch wieder. Ob ichs dorthin schaff, ist auch dahingestellt.
  11. Pharrell Williams macht nicht nur ohrwurmige Musik.
  12. Offtopic, aber mir sehr wichtig. Samstagabend erfahren und seither eigentlich durchgehend sehr traurig und betroffen: Mein Lieblingsprofessor auf der Uni ist ganz plötzlich gestorben. Er war einer von den wirklich Guten, sowohl fachlich als auch menschlich, viel zu jung und einer der wenigen, bei dem ich sagen kann: Ich hab in seinen Vorlesungen zwar nix für meine späteren beruflichen Tätigkeiten gelernt, aber ich HABE gelernt bei ihm. Und ich hatte die lustigste Diplomprüfung überhaupt bei ihm. Bei einer kompletten Basic-Erstsemester-Frage hats mich aufgeschmissen, worauf er grinsend meinte: „Frau Kollegin, gemeinsam schaffen wir das“, mir dann so lange Stichwörter zugeworfen hat, bis bei mir der Knoten aufging und ich losplappern konnte, und das ganze mit einen „Sehen Sie, sie wissen es ja doch! Ich geb ihnen ein Sehr gut für diese Prüfung. Und mir übrigens auch.“ quittierte. Sehr sehr sehr sehr traurig und betroffen.
rock

Soooooo cool! (c) Fashioning Change

 

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„Die kenn ich ja noch gar nicht!“

Der Liebste ist überraschend aufmerksam, was Kleidung angeht. Habe ich was an, was ich selten anhabe, wird gleich gefragt, ob das neu sei. Gut, manchmal fragt er auch bei einem Teil, das ich erstens seit Jahren besitze, zweitens regelmäßig trage und drittens die letzten drei Tage in Folge anhatte, aber immerhin, er fragt!

So auch heute.

„Hey, die kenn ich ja noch gar nicht!“

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Nein, sie sind nicht neu. Ich weiß nicht genau, wie alt sie sind. Ich habe sie sehr lange nicht getragen. Durch sein „kenn ich ja noch gar nicht“ wurde klar: Die habe ich sogar mindestens fünfeinhalb Jahre nicht angehabt. Da kommen mir ein paar Fragen in den Sinn:

1) Bitte wieso habe ich die noch, wenn ich sie fünfeinhalb Jahre nicht anziehe?

2) Ist das sinnvoll, etwas so lange aufzuheben?

3) Wieso bin ich trotzdem grad recht glücklich, dass ich sie noch habe?

4) Bremst das jetzt meine Lust am Ausmisten? Werden jetzt ausgemistete Teile doch wieder in den Kleiderschrank wandern?

5) Wieso sind die immer noch so schmutzig, obwohl ich sie am Wochenende in die Waschmaschine geschmissen hatte?

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Mein Kleiderschrank ist fertig.

Pfuh. Erster freier Tag seit zwei Wochen, und der hat sich ganz schön anstrengend gestaltet. Wohl auch, weil über uns gerade die Wohnung renoviert wird und der Handwerker um SIEBEN in der Früh (Samstag!) begonnen hat, am Balkon schräg über unserem Schlafzimmer etwas zu sägen. Das wars dann mit Ausschlafen.

So, fertig mit Raunzen. Der Tag wurde nämlich besser.

Zunächst mal, weil ich auf Hinweis von der Frau Fröhlich zu diesem Flohmarkt hin bin. Und es war fantastisch. Ich war noch nichtmal richtig drinnen, fand ich schon eine semitransparente dunkelblaue Bluse um heiße fünf Euro – eine ähnliche in Schwarz war mir vor ein paar Wochen mal in einem Shop ins Auge gestochen, aber neunzig Euro waren mir für ein Teil, das ich nicht brauche, aber stylingtechnisch gerne hätte, dann doch zu viel. Passte sie mir? Ja. Wollte ich sie? Ja. Brauchte ich sie? Dehnbares Ja, ich hab kein einziges vergleichbares Teil im Schrank, finde den Stil aber sehr schön. Und fünf Euro, und das auch noch Second Hand, das war dann schwer ok. Dunkelblau passt super!

Dann die Frau Fröhlich aufgesucht – die verkaufte an ihrem Stand nämlich nicht nur eigenes Altes, Getragenes, sondern auch Dinge aus ihren früheren Kollektionen, fröhliche Reststücke, so quasi. Und dann hing es da, das Teil, das mir vor eineinhalb Jahren schon auf der Edelstoff so gut gefiel, als ich sie an ihrem Stand besuchte. Weiterlesen

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Die Hose made in Bangladesh in meinem Schrank

Spät, aber doch: Mein heutiger Beitrag. Ich habe den heutigen Tag nämlich damit verbracht, mich von Dingen zu trennen. Meine Wohnung ist dankenswerterweise recht groß, und wir bewohnen sie lediglich zu zweit (was eine Katastrophe für den ökologischen Fußabdruck ist, aber ein großes Glück für die Beziehung – man hat einfach Raum). Und heute war es so weit: Ich bin meinen Besitz durchgegangen. Während der Liebste in der Küche alles wegschmiss, was abgelaufen war, und aus dem gerade noch verkochbaren Zeug eine herrliche Suppe kochte, wanderten bei mir Bücher, Zeitschriften und sonstiges Zeug kistenweise raus. Es ist unglaublich, bei einer so großen Wohnung merkt man einfach nicht, wieviel Krempel und Klumpert man ansammelt. Wohnzimmer, Küche und Bad fühlen sich definitiv schon „leichter“ an, nun ist das Schlafzimmer dran. Und dort steht der Kleiderschrank. Also der halbe, aber das tut jetzt nichts zur Sache.

Als ich im Oktober 2012 dachte, ich hätte mich bereits von so viel Zeug getrennt, jetzt passts – lag ich voll daneben. Es ist schon wieder ein Ikea-Sack voller Kleidung startklar für Tauschparties und die Caritas. Und ich habe das starke Gefühl: Da folgen noch weitere. Denn alles, von dem ich nicht wirklich sagen kann: „Das zieh ich gern an!“, fliegt.

Doch ein Teil, das heb ich mir auf, obwohl ich es nie anziehe.

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Gekauft habe ich diese Hose am 28. Dezember 2011. Ich war beim Textilschweden, um mir wie von einer Freundin angetragen für den anstehenden Jahreswechsel auf Teneriffa der spanischen Tradition entsprechend rote Unterwäsche zu kaufen (immer diese Traditionen übrigens, an den Weintrauben, die man ebenfalls traditionell dort ist, bin ich halb erstickt…). Ich kann mich noch genau an diesen Besuch beim Textilschweden erinnern: Es war überall Ausverkauf. Ich MUSSTE einfach einmal durchschauen, ob mich was anspringt. Diese Hose tat es. Heruntergesetzt auf 15 Euro. In Größe „Ja, wird schon passen“. Bei den Umkleidekabinen eine ewig lange Schlange – dafür hatte ich keine Zeit. Ich musste ja noch packen, am nächsten Tag gings Richtung Teneriffa. Zuhause dann die Hose (und die Bluse und das Top, das ich auch noch mitgenommen hatte, das Top um unpackbare 2,50) anprobiert. Sie schaute einfach seltsam aus, passte mir überhaupt nicht ordentlich. Weggeben konnte ich sie nicht. Sie war ja neu und vielleicht würde ich noch was draus machen und überhaupt, vielleicht würde ich sie ja doch mal anziehen. Rückgabe gibts beim Textilschweden auf Heruntergesetztes nicht, zumindest war das damals an der Kassa die Info.

Heute ist sie mir wieder in die Hand gefallen, versteckt im hintersten, untersten Eck meines Kleiderschranks. Ich schaute mir das Label mal genauer an (wobei mir eh klar war, dass auch wenn da jetzt Turkey oder Cambodia steht, es nicht besser ist):

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Diese Hose werde ich aufbewahren. Sie ist für mich und meinen Kleiderschrank (also was den Inhalt dessen anbelangt, ob der selbst eine Meinung hat, kann ich nicht sagen, wobei: Lustig wär das schon! „Hearst, was gibst ma denn da scho wieder eini, a so a Schaas, des ziagst sicher nia an, und dann hab ichs hängen. Super.“) fast schon ein Mahnmal: Sie ist der Inbegriff meines früheren Kaufverhaltens. Sie steht für das „zuviel“, in dem ich so leidenschaftlich geschwelgt habe, und für das so viele Menschen leiden mussten. Für das nicht-darüber-nachdenken, wo meine Kleidung herkommt. Für diese Anspruchshaltung, dass ich mir nebenbei schnell mal was zum Anziehen kaufen kann, ohne groß drüber nachzudenken. Wie gerne würde ich heute wissen, wer aller diese Hose (oder Teile davon) in der Hand hatte, bevor sie bei „meinem“ Textilschweden zum Verkauf da lag. Damals war mir das wurscht. Wenn diese Menschen wüssten, dass ich diese Hose erst einmal an hatte…

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Im Hochzeitsstress

Es ist doch wie verhext – es gibt eine Art von Event, bei der ich mir jedes Mal denke: Ich hab nix anzuziehen: Hochzeiten. So sehr ich selbst nicht heiraten will: Die Einschränkung auf „weißes Kleid“ würd mir schon einiges erleichtern. Jedes Mal, wenn ich auf eine Hochzeit eingeladen bin, bin ich im Dilemma: Hab ich Kleider, die edel genug sind? Kann man in einem Jerseykleid auf eine Hochzeit gehen? In schwarz, rot und wasweißichnoch darf man ja auch nicht auftauchen. Kein Jersey und kein Schwarz und ich bin verloren – in der Kombination hätt ich wenigstens ein Kleid (dankenswerterweise von den lieben Menschen der Göttin des Glücks).

Im Endeffekt finde ich dann eh meistens etwas in meinem Schrank, das tragbar ist – in den meisten Hochzeitsfällen immer das gleiche Kleid (und auch heute stehen die Chancen nicht schlecht, dass es mein Wunderwickelkleid aus Australien wird (ein Wunder, weil ich es 2005 gekauft habe und es immer noch passt).

Aber stressen tu ich mich jedes einzelne Mal. Unglaublich. Früher bin ich jedes einzelne Mal losgerannt auf der Suche nach was Edlem… und auch jetzt noch geht in mir dieser „hab nix anzuziehen, muss losziehen“-Mechanismus los. Uah. Gut, dass draußen so grausliches Wetter ist (ob es heute auch noch mal hell wird?), da hält sich die Lust eh sehr stark in Grenzen …. manche Impulse, die ich dachte, mir hart abgearbeitet zu haben, hab ich immer noch in mir drin. Nur glücklicherweise weiß ich jetzt: Bulllshit. Ich hab IMMER etwas anzuziehen.

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Gastritis hat einen einzigen Vorteil

Die Lieblingsjeans passt wieder! Aber Schmäh beiseite: Gastritis ist was gar nicht Lustiges, und nach der kompletten Änderung meines Konsumverhaltens ändere ich nun gezwungenermaßen mein Ernährungsverhalten. Blöd nur: Zweiteres ist ungleich schwerer für eine Genußnunu wie mich. Aber zurück zur Jeans: Yey! Freude!

lieblingsjeans gastritis

Und ja, entgegen des Skinny-Trends (gut, ich hab auch so eine enge, zugegeben) steh ich sehr auf Glockenjeans. Sie sind einfach cool…Und damit der Post jetzt nicht zu oberflächlich wird – außer dieser Jeans und dem Rollkragenpulli (der noch älter ist als die Jeans) trage ich nur getauscht oder selbstgemacht. Während ich bei meinen ersten Tauschparties noch ordentlich im Zweifel war, ob ich dort auch was für mich finde, freu ich mich jetzt schon ganz gewaltig auf die nächste unter Freundinnen. Bald – aber liebe Lilly, das mit dem Schal, das kannst auch weiterhin vergessen 🙂 Wem die Kleiderkästen der FreundInnen nicht reichen, dem seien die Tauschparties von Danila ans Herz gelegt!

Der Heiligenschein ist übrigens auch selbstgemacht, für tolle Spiegelfotos darf ich erstens den Spiegel nicht direkt zur Lampe stellen und zweitens sollt ich ihn mal abstauben. 🙂 Und den einzelnen Socken hinter mir hätt ich auch wegtun können… schulligung!

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Frühstück, angezogen.

In letzter Zeit werd ich manchmal vorwurfsvoll angeschaut, wenn ich Sachen vom Textilschweden anhabe, weil ich ihn ja so kritisiere.

Jo eh.

Allerdings: Alles, was ich vom Textilschweden habe, ist entweder ein ganzes Randl älter als eineinhalb Jahre – oder getauscht. Natürlich würde ich gerne nur faire Mode tragen, es gibt einfach so ein unglaublich tolles Angebot (und alter Schwede, bei der AusstellerInnenliste auf der WearFair fang ich echt jetzt schon mal zu sparen an). Aber einfach alles weggeben, was unfair produziert wurde, wär ja der größte Schwachsinn überhaupt! Schon klar, die Dinge, die ich definitiv nicht mehr anziehe, die sind verschwunden aus meinem Kleiderschrank. Aber die Teile, die ich gerne anziehe, weil sie mir stehen, gemütlich sind und mir gefallen? Wozu denn, jetzt ist es schon mal produziert, und jetzt trage ich es, bis es mir vom Leib fällt (was angesichts der Qualität einiger Textilschwedenteile in nicht allzu ferner Zukunft liegt..). Nur neues nachkaufen, das passiert so gut wie möglich nur bei fairen und ökologisch korrekten Anbietern. So zumindest der Plan 🙂

Nur heute, da fällts mir selbst auch auf, heute ist ein Tiefpunkt, jetzt aus fairer Sicht. Weiterlesen

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Die sind von woanders!

Heute gehts zu einer großen Sommerfeier, und dementsprechend ratlos bin ich vor meinem Kleiderschrank gestanden. Kurzfristig dann für ein unglaublich bequemes Sommerkleid und meine Sandalen aus Rom entschieden.

Und mir beim Anziehen der Sandalen an den Schädel geklatscht. Das war ein typischer Nunu-prä-2012-Kauf.

Der Liebste und ich waren in Rom, damals, an meinem „echten“ 29. Geburtstag. Ein Wochenende mit viel Sightseeing, gutem Eis, gutem Essen, bissl viel Aperol. Klassisch halt. Und die Nunu bildet sich ein: Ich bin in Rom. Ich brauch Schuhe (völlig egal, dass die inzwischen eh fast alle in China gemacht werden – oder unbezahlbar sind). Ich hatte schon richtig schlechte Laune, bis ich – zwei Stunden, bevor wir uns in Richtung Flughafen aufmachen mussten – ums Eck vom Hotel diese türkis(!)-farbenen Traumsandalen fand.

Und es gab sie nur noch in 37. Ich habe 41.

Aber in Rot gab es sie in 41.

Und sie passten! Dass mir Sandalen passen, ist nicht selbstverständlich, ich habe einen hohen Rist plus die schlechten Venen von Mama, ergo: Im Sommer eine Schuhgröße mehr.

Aber sie passten!

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