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Saulus, Paulus und Bullshit

Weil ich gestern von einer treuen Leserin diesbezüglich angeschrieben wurde, mache ich mir grad ziemliche Gedanken, wie „vorverurteilerisch“ ich eigentlich bin. Mein erster Impuls ist bei so einem Gedanken jedesmal: Ich verurteile nicht, ich mach mir nur so meine Gedanken, öffentlich.

Dann denk ich drei Minuten nach und komm drauf: Bullshit, natürlich verurteile ich. Jeder Mensch verurteilt sein Umfeld auf diese oder jene Art.

Ich verurteile genau die Personen, die Bescheid wissen, herummoralisieren – und drauf pfeifen. Die also wissen, was bei der Produktion von Billigkleidung abgeht, ganz groß mit aufgerissenen Rehaugen einen auf betroffen machen, wenn man drüber redet, das aber ganzganz weit in den Hinterkopf schieben, wenn sie mal wieder ein Zehn-Euro-Kleid-Angebot in die nächste Filiale einer beliebigen Textilkette reinschiebt.

Ich bin mir sicher, dass sich jetzt so einige LeserInnen denken werden: „Na Momeeeeent, da lehnt sie sich aber jetzt sehr weit aus dem Fenster, die Nunu….“ Recht habt ihr. Ich selbst mach da grad wirklich so eine Saulus-zu-Paulus-Transition durch. Ich war genau die Person, die ich da oben beschrieben habe (minus der Rehaugen). Erst seit diesem Jahr – und ich hab doch schon ein paar 29. Geburtstage hinter mir – wandle ich mich. Reichlich spät. Und pfoah, ist das manchmal anstrengend.

 

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Die graue Kirsche

Ich war das Wochenende  bloggingfaul – schlicht, weil ich es in einer wunderschönen alten Mühle im Waldviertel verbracht habe. Eine meiner allerliebsten ehemaligen Arbeitskolleginnen, ich nenne sie jetzt mal liebevoll Kirsche (copyright Daniela), hat mit ihrem Mann und mit drei anderen Familien dort so ziemlich das fantastischste Garten-Wohn-Natur-Paradies, das man nördlich von Krems finden kann.

Und über die Kirsche wollte ich schon lange schreiben. Es gibt nämlich kaum eine Frau, die mich mit ihrem Stil so komplett beeindruckt. Kirsche hat strahlend blaue Augen und trägt immer nur grau, weiß und Jeans. Hin und wieder passiert ihr auch beige, aber das muss dann schon ein mutiger Tag sein…. Außerdem rennt sie meistens in zerfetzten Jeans herum, nie im Rock, hat teilweise löchrige Shirts – und kombiniert sie dann mit tollen, coolen, lässigen Designerteilen. Sie war auch diejenige, die im Winter vor zwei Jahren in einem Sockenpulli ins Büro gekommen ist. Das Tolle – abgesehen davon, dass sie auch in ihrer ganzen Art eine Person ist, die man einfach nur liebhaben kann – ist: Ihr Stil wirkt so komplett entspannt. Einfach lässig mal zwei, drei Teile zusammenwerfen – ist eh alles grau, passt also zusammen.  Und ich bewundere sie jedes Mal aufs Neue dafür.

Sie folgt keinem Trend, sondern einem Stil. Und ich bin fast ein bißchen neidig im positiven Sinne (geht das?!), dass sie ihr Ding gefunden hat. Mir passiert dann doch immer wieder so die Stilhampelei, das Trend-hinterherrennen. Stil statt Trend – wenn das mal nicht nachhaltig ist….

PS: Ich war das gesamte Wochenende so tiefenentspannt, dass mein Handy irgendwo herumgelegen ist, und ich komplett drauf vergessen hab, ein Foto von ihr zu machen. Wobei, nein, ich hab schon manchmal dran gedacht – war dann aber zu faul, das Gedachte auch auszuführen. Ihr müsst sie euch jetzt einfach vorstellen – und dann stellt euch ein schallendes, lautes Lachen dazu vor. Das ist die Kirsche. Ich mag sie…

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Peep!

Ich war vorhin im Kino – Ice Age 4. Und da war eine Schlüsselszene. Von diesen beiden kleinen Stinkern kann man echt noch was lernen. Ich zumindest.

 

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Es geht nicht….

Ich habe ein gestreiftes Shirt. Korrigiere, ich habe vier gestreifte Shirts. Eines davon wollte ich aufgrund verwaschenen Zustandes und zuwenig Stretch bereits mehrfach „dannehauen“. Und jedesmal habe ich es im letzten Moment dann doch wieder vom Ausmiststapel auf den Behaltenstapel gegeben. Heute habe ich es wieder an, direkt vom Wäscheständer gezogen in der Früh, und wieder gedacht: sehr verwaschen, das Ding. Aber es gibt Stücke, von denen kommt man einfach nicht los….

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Das Heimtextiliendilemma….pah….das Heimtextiliendrama!!

Meine Freunde wissen: Ich liebe meine Wohnung und bin total deppert auf Einrichtung. Stundenlang könnte ich mir überlegen, ob und wie ich noch Details in der Wohnung austauschen könnte, damit es noch schöner wird. Mach mir ein Kompliment über meinen Einrichtungsstil, und ich schließe dich in mein Herz. Ich kombiniere Stile und alte und neue Möbel quer durcheinander, von Jahrhundertwende über Fünfziger und Siebziger Jahre bis hin zu ganz neu ist alles vorhanden.

Dabei darf auf Textilien natürlich nicht vergessen werden. In anderer Kombination beispielsweise würden sie wie frisch ausm Puff geliefert wirken, aber auf meinem alten Sofa liebe ich meine beiden riesigen roten Plüschkissen heiß. Oder das andere Sofa, ein wirklich gräßliches, aber bequemes und praktisches Teil mit Muster im Augenkrebs-Look der Neunziger, das ich mit einer billigen Überdecke ansehnlich gemacht habe. Nun ja, gedämmert hats mir ja schon vor langem – eigentlich unmittelbar nach Start meines Projekts – dass die ganzen Home-Kollektionen der Textilanbieter jetzt nicht unbedingt anders produziert würden als deren Kleidung. Und beim Textilschweden hab ich mich da ja auch schon mal drüber auslassen.

Außer einer ausgesprochenen Kissen-Manie – vom Liebsten unlängst kommentiert mit „Wenns um Kissen geht, hast echt böse Verstandsaussetzer, meine Liebe“ – und der Liebe zu schöner Bettwäsche gibts bei mir eh recht wenig Stoffiges. Keine Vorhänge, keine Tischtücher (bei uns zuhause gabs früher das Spiel: „Wer patzt als erster das Tischtuch an“ – und die unvermeidliche „Das muss ich wieder büüüüügeln“-Tirade von Mama. Inzwischen hat sie aufgegeben. Keine Tischtücher mehr.).

Und obwohl mir das alles klar ist, möchte ich hier mal feststellen: Ich finde es fetzengemein, dass inzwischen so unglaublich viele Modehäuser einen auf Heimtextilien machen.

Mir so einfach meine nächste Shoppinglust zu nehmen, blöde Welt. Am besten gar nicht mehr nachdenken. Und jaaaaaa, liebe Leute, ich weiß….selbst nähen. Werd ich auch machen. Aber so ein Fake-Schaffell fürn Fake-Eames-Schaukelstuhl hätt ich schon gern….

Übrigens, für Inspirationswillige: Auf Solebich könnt ich stundenlang kleben bleiben, und ohne meine regelmäßige abendliche Ration Designsponge oder Freshome fehlt mir was – ist sowas wie meine persönliche Gutenachtblogroll.

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„Musste ich kaufen, stand mein Name drauf“

Kennt ihr diesen Ausdruck? Wahlweise auch:

Der Rock hat ganz laut NUNUUUU gerufen. Ich hab ihn nicht überhören können.

oder:

Die Hose hat mich angeschaut und zu mir geredet. Nunu, du musst mich kaufen, hat sie gesagt.

Aber der Klassiker ist immer noch die Redewendung im Titel:

Musste ich kaufen, bitte da steht regelrecht mein Name drauf.

So. Und was mach ich, wenn mir so etwas passiert – ich meine: Wenn mir so etwas wirklich bildlich passiert?

nu coton biologique, foto-(c) nunette colour

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Kaufhandlungsbefriedigung

Jaaa, Hella, ich weiß, langweilig. Aber: Die Lampe ist da.

Ist das mal ein feines Nähplatzerl? Wenn mich das mal nicht motiviert, endlich die Knotzhose, die ich mir vor fast einer Woche nähen wollte, fertigzuschneidern. Motivation ist alles, und Severin passt auf! Und meine Shoppinglust ist fürs erste Mal wieder erledigt – hach, ist das ein gutes Gefühl, wenn etwas endlich da ist, dessen Kauf man sich lang überlegt hat, und auf das man dann noch warten musste. Ich bin echt in der Hochrisikogruppe, was Onlineshopping angeht, huiuiui…

(c) nunette colour

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Ausnahme oder nicht?

Tirili, das Gutachten von der Versicherung ist endlich da – ich bekomme für meinen gestohlenen Schmuck den Zeitwert, will ich etwas nachkaufen, und der Preis liegt drüber, bekomme ich auch noch die Differenz (innerhalb von jeweils festgesetzten Werten). Obwohl die meisten Schmuckstücke für mich durch den emotionalen Wert, die sie hatten, nicht ersetzbar sind (und wohl auch nicht ersetzt werden von mir), möchte ich mir das eine oder andere paar Ohrringe dann doch nachkaufen.

Nur: Meine eigenen Regeln besagen ja auch – kein Schmuck!

Was meint ihr?

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(Fast) restlose Begeisterung

Bin grad über eine Design-Innovation gestolpert, die mich ziiiemlich begeistert: CONSTRVCT.

CONSTRVCT ist ein Online-Tool, mit dem man sein Lieblingsfoto in ein Kleidungsstück umarbeiten lassen kann. Jetzt nicht einfach Foto nehmen und auf Shirt drucken im Querformat, sondern so richtig das Foto zu Stoff machen. Es werden  doppelgestrickter Jersey aus Biobaumwolle und industrielle Textilfarben verwendet. Der fertige Stoff wird dann in einer Schneiderei mitten in New York City genäht. Allein schon letzteres find ich super – Noch vor wenigen Jahren gab es im sogar danach benannten „Garment District“ in New York Unmengen an Schneidereien, Nähereien und so weiter (falls demnächst mal jemand hinfährt – und mich damit sehr neidisch machen will – zwischen 6th und 9th Ave – also west – und 34th und 42nd Street), die bereits in den Neunzigern reihenweise eingingen, die Rezession der vergangenen Jahre hat den übrig gebliebenen dann meist auch noch den letzten Rest verpasst. Aber ich verplapper mich schon wieder. Zurück zu CONSTRVCT:  Shirt 200 Dollar, Kleid 250.

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Der Werbeeinschaltungs-Virus

Ok, ein Schuss Koffein später sah die Welt dann schon anders aus. Und ich blickte etwas wacher durch die Gegend. Doch was sah ich? Kaputte Schuhe! Meine heißgeliebten Sandalen fallen auseinander, meine roten, schweineteuren Römersandalen (aus Rom, man muss ja stilecht sein, nicht?) haben beim Zehensteig einen Riss, meine türkisfarbenen Converse sind bei der Ferse drei Zentimeter weit aufgerissen, und von meinen blauen Converse fang ich jetzt mal gar nicht an.

Und dann besitzt das Internet auch noch die Frechheit, mir per-ma-nent Zalandowerbung ins Gesicht zu schmeißen. Wenigstens ist dieses nervige „Haptchuuu“ und auch das noch viel nervigere Kreischen nicht zu hören, aber egal auf welcher Page, ob ORF, Standard, Facebook oder sonstige Nachrichten/Bloggingportale: Überall sind die Einschaltungen zu sehen, die meisten sogar noch personalisiert auf haar-genau die Paar Schuhe, die ich mir zufälligerweise vor ein paar Wochen mal angeschaut habe.

Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich das nervt. Aber andererseits muss ich denen bei Zalando gratulieren:

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