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Der Textilschwede ist mal wieder nachhaltig

H&M hat seine neue Conscious Collection rausgebracht. Bevor ich jetzt irgendwas dazu kommentier, macht ihr das bitte mal. Mal schauen, was eure ersten Eindrücke sind.

Via twitter.com

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Engagement für Kambodscha

Ein weiterer Vorteil des neuen Jobs: Man bekommt mit, wie sehr sich andere engagieren. Heute flatterte ein Brief in meine Inbox, der an H&M gerichtet ist, und der diversen Medien zur Information weitergeleitet wurde. Ich finde die Formulierungen des Herren sehr packend, daher konnte ich nicht anders, als es auch hier zu posten – es entspricht mehr der Thema am Blog hier als der Detox-Kampagne – aber ich find sowieso, dass ein Thema ohne das andere nicht funktioniert….

Sehr geehrte Frau Weber!

Es wundert mich zu hören, dass H&M intensiv versucht Kinderarbeit zu unterbinden und bessere Löhne zu bezahlen. Ich bin auch dem Link gefolgt. Nett.

Natürlich habe ich kein Wissen über die Möglichkeiten hinsichtlich Geschäftsgebarung in Ländern wie z.B. Kambodscha.

Daher folgende Fragen.

Warum ging Ihre Firma mit der Produktion in solche Länder wie z.B. Kambodscha, in denen Kinderarbeit und solch geringe Löhne geduldet werden?
Warum kann Ihre Firma nicht von sich aus schon jetzt den Lohn bezahlen, der zur Lebenshaltung ebendort angemessen ist und letztendlich dazu führt dass europäische Standards der Menschenwürde Platz greifen?
Sollte es Ihnen von der politischen Klasse dort verboten werden, warum lassen Sie sich so etwas bieten?
Meines Wissens sind ca. 850.000.- Beschäftigte in der Textilerzeugung tätig. Dieser Zweig stellt den Hauptarbeitgeber dieses Landes dar. Damit finanziert Ihr die Machthaber. Die streifen, wie Ihr,  den Gewinn ein. Die betteln um Euch und Ihr erhaltet dieses miese System.  Die Macht läge also  bei Euch und nicht bei der von Euch abhängigen politischen Kaste. Das sind lediglich gierige Bittsteller die Ihr um Euretwillen befriedigt.

Korrigiert mich wenn ich falsch liege.
Ihr seit in diese Länder gegangen um mit so geringen Produktionskosten wie möglich das Maximum an Profit für Euch herauszuschlagen! Produktionskosten nahe Null, Aufschlag in der Höhe von über tausend Prozent im Verkauf. Wäre dem nicht so, warum habt Ihr Europa verlassen? Zu teuer? Zu hohe Lohnnebenkosten, damit zu wenig Gewinn für Euch? Ihr verlasst Europa, dass es nach Jahrhunderte langem Ringen geschafft hat menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu schaffen und geht in Länder deren politische Kaste es Euch erlaubt die Angestellten und Arbeiter brutal zu übervorteilen? Die Euch erlaubt Produktionsstätten zu betreiben die lebensgefährlich sind, und fern jeder teuren Umweltauflagen? Und Ihr behauptet allen Ernstes das System dort ändern zu wollen? Wie billig! 2018 soll es schon besser werden? Vielleicht auch erst 2031? Je länger, je lieber, damit Eure Spannen lange enorm bleiben!

Wie auch immer. Ihr Schreiben hat mich in keinster Weise überzeugt. Ihr seit die Kolonialherren der Neuzeit. Die globalen Player.
Spielt weiter und erfreut Euch Eurer Margen bei Champagner! Und in der Zeit zwischen dem Öffnen der nächsten Flasche werft  Euren Beschäftigten dort ein paar Krummen zu und kolportiert es Öffentlichkeitswirksam. Das bringt Punkte und Zeit. Aber nicht zu viele Krummen, sonst könnten diese übermütig werden und das verlangen was Ihnen zusteht. Nämlich faire Löhne und Arbeitsbedingungen und kosten schlussendlich so viel wie die Europäer .  Dann müsst Ihr Heuschrecken weiter wandern. Afrika?

Mit Überzeugung werde ich Euch in meiner Ordination thematisieren. In Wort und Bild.

Dr. Herbert Riegler

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Bestseller ohne Angora

Ich mag ja die Skurrilitäten meines Lebens. Zum Beispiel hab ich mal aus Versehen einen LKW geklaut. Ist mir erst aufgefallen, als ich ihn zurückgeben wollte. Lange Geschichte.

Ebenfalls skurril war jener Anblick heut früh:

amazonlebenshilfe3011

und noch skurriler jener hier. Ich und Management. Ja genau.

amazonmanagement3011

Hier ist mal wieder Platz für die Bitte: Wenn ihr das Buch kaufen wollt, dann kauft es bitte in eurer lokalen Buchhandlung. Think global, act regional. Ich habe außer Amazon gerade noch kein Richtmeter, wie das Buch rennt – dennoch freu ich mich umso mehr, wenn es in lokalen Buchhandlungen gut läuft.

Ich bin gerade zurück aus Köln, hundemüde, und damit es auf diesem Blog nicht nur um die Metaebene BuchBuchBuch geht, auch mal wieder was inhaltliches: H & M und C & A listen Produkte mit Angorawolle aus. Ich wundere mich zwar ein bissl, wieso die Leute jetzt so überrascht sind, dass die Kaninchen (Fluchttiere) nicht aus lauter Liebe gestreichelt werden und die herausfallenden Haare dann einzeln sortiert werden. Aber dass diese beiden so großen Unternehmen da jetzt was dagegen machen, finde ich gut, weil es Impact hat.

Nur muss ich auch zugeben, ich bin da gedanklich grad wieder in Richtung Überforderung unterwegs. Ich stricke leidenschaftlich. Beim Stricken umgeht man miese Produktionsbedingungen. Aber die Winterwolle ist eben meistens aus Tierhaar gewonnen. Und industrielle Massengewinnung hat ja jetzt nicht ganz so den besten Ruf. Gelinde gesagt. Ich steh grad wieder an dem Punkt: Wo wirds zuviel? Bis wohin gehe ich in meiner neu entdeckten Konsequenz? Ich träume davon, mir mal selbst was aus Kaschmirwolle zu stricken. Aber den Ziegen gehts wahrscheinlich auch nicht besser als den Angorakaninchen. Verdammte Gewissenskrise.

 

 

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Zwei Welten mitten in Dhaka

Heut nur kurz: Keine neue Geschichte, aber eine neue Perspektive: Ein sehr spannender Artikel auf NEON, geschrieben nach einer Pressereise mit dem Herrn Textilschwedenchef Persson nach Bangladesch. Unglaubliche Paralleluniversen.

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Oha, der Textilschwede will mich verführen

Es ist doch gemein. Die meiste und beste Inspiration hol ich mir an Freundinnen und/oder Frauen, die ich auf der Straße sehe. Und seit ich eine entfernte Bekannte vor einigen Wochen im Wienerwald getroffen hab, geht mir ein überdimensionierter grauer Sweater als Kleid nicht mehr aus dem Kopf. Hab seither immer wieder recherchiert, aber auf der biofairen Ebene nix entdeckt. Immer wieder überlegt, ob ich vielleicht mal ins Caritaslager schau, vielleicht find ich ja irgendeinen riesigen Herrensweater, den ich mir ein bißchen schmäler nähe.

Am Wochenende eine alte Bekannte des Liebsten getroffen. Und auch sie hatte genau so ein Teil an. Ich so: „Maaah, so einen hätt ich so gern, wo ist denn der her?“

Fehler, großer Fehler.

Ich muss lernen: Nicht fragen. Man will die Antwort ja eh nicht hören.

„Vom Haundemm!“

„Aber sicher schon älter, oder?“ Das war sowas wie der Versuch eines Abwehrmanövers im letzten Moment. Aber leider nicht erfolgreich:

„Na, vor einer Woche gekauft. Cool, oder?“

Verdammt. Das erste Mal seit Monaten (Jahren!) auf die Website in den Webshop geschaut. Und da ist er. Und gleich noch ein ähnlicher, auch saucool. Der eine fünfzehn, der andere 20 Euro. Und ich denk mir: „Nein. Neinneinnein. Fuck. Genau so. Nein. Neinneinnein.“

Aber ich bin immer noch von der WearFair und den vorhergehenden Einkäufen gesättigt. Ich brauch ihn nicht. Und die Feststellung, dass ich immer noch nicht immun bin gegen den Textilschweden, ärgert mich grad massiv. Aber mei, wenigstens weiß ich: Ich werd jetzt ein paar Tage raunzen und mir den Pulli wünschen und mit mir kämpfen, aber ich werd ihn mir nicht kaufen.

Caritaslager am Samstag anyone? 🙂

Screenshot

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Screenshot

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Und das Perverse – neulich haben mir sogar Schuhe von Nike (!) plötzlich uuuurgut gefallen. Nike! Das sind die hier, best of Böse! Und was lernen wir daraus? Die Verführungen werden niemals weniger – aber die Konsequenz ist immer noch da. Ich kauf doch den Nikes keine Schuhe mehr ab, pfft, soweit kommts noch 🙂

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Böse Produzenten und bunte Wolle

Bin heute mal wieder mit dem 13A durch die Gegend gegurkt, und habe gesehen, dass Ecke Neubaugasse/Richtergasse wohl bald ein COS aufmacht, diese etwas teurere Marke vom Textilschweden. Erster Impuls: Na die schau ich mir an, die sind sicher gschissen, und dann schreib ich drüber, die gschissen die sind, und dass die Mehrkosten sicher nicht bei der Produktion landen, sondern nur im Marketing.

Aber ehrlich gesagt: Irgendwie nervt mich das grad. Nonanet wird eine Textilschwedenmarke jetzt nicht superpipibiofairfein sein.

Nein, ich werde nicht müde, böse Produktion anzuprangern. Aber ein COS-kritischer Beitrag, weil COS grad in Wien aufmacht, wär einfach zu aufglegt. So aufm Silbertablett mag ichs auch nicht…

Stattdessen was Positives: I did it! Ich habe heute mein Lieblingswollgeschäft betreten, um zwei zuviel gekaufte Knäuel zurückzugeben, und habe es geschafft, keine weitere Wolle zu kaufen. Obwohl ich die da schon wunderschön find. So ein bunter Schal zu einem schwarzen Outfit und der grauen Lederjacke…..das könnt was! Neinneinnein, ich hab einen so einen bunten Schal und bin jetzt eh mal damit beschäftigt, meine von Danis Mama und meiner Oma geschenkte Wolle „abzustricken“. Die von der Oma ist in D-Mark-Preisen angeschrieben, keine Ahnung, warum sie die Wolle in Deutschland gekauft hat. Aber sie war runtergesetzt…. immerhin.

ragazzaleicolor

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Mir ist schlecht

Wahnsinn, macht es mir der Textilschwede inzwischen leicht, ihn nicht zu mögen. Heute früh musste ich feststellen: Zwei meiner vier Trägertops, die ich seit vier Jahren Sommer wie Winter trage, sind nur wenige Fäden vom w.o. geben entfernt. Na gut, dachte ich mir, das sind Basics, die fallen in die Kategorie „brauch ich“. Und nachdem es in Bälde in den Urlaub geht (liebe Einbrecher, vergesst es. Wir haben Aufpasser. Ätsch.), bin ich heute los, erstmal zu Maronski. Die haben schöne Sachen, unter anderem ein Kleid, das mir seehr gut gefällt, aber das leider immer noch nicht günstiger geworden ist und auch nicht in die „brauch ich“-Kategorie fällt. Aber ich dachte: Vielleicht haben sie ja Basics. Haben sie nicht. Bei Laura im Ebenberg hab ich gestern schon geschaut, da ist mich auch nix angesprungen. Schade.

Also kämpfte ich einige Minuten mit meinem Gewissen, stellte fest: Zum Bestellen bei Maas Natur ist es zu spät,  und schaute – zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren – beim Textilschweden rein. Weiterlesen

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Frühstück, angezogen.

In letzter Zeit werd ich manchmal vorwurfsvoll angeschaut, wenn ich Sachen vom Textilschweden anhabe, weil ich ihn ja so kritisiere.

Jo eh.

Allerdings: Alles, was ich vom Textilschweden habe, ist entweder ein ganzes Randl älter als eineinhalb Jahre – oder getauscht. Natürlich würde ich gerne nur faire Mode tragen, es gibt einfach so ein unglaublich tolles Angebot (und alter Schwede, bei der AusstellerInnenliste auf der WearFair fang ich echt jetzt schon mal zu sparen an). Aber einfach alles weggeben, was unfair produziert wurde, wär ja der größte Schwachsinn überhaupt! Schon klar, die Dinge, die ich definitiv nicht mehr anziehe, die sind verschwunden aus meinem Kleiderschrank. Aber die Teile, die ich gerne anziehe, weil sie mir stehen, gemütlich sind und mir gefallen? Wozu denn, jetzt ist es schon mal produziert, und jetzt trage ich es, bis es mir vom Leib fällt (was angesichts der Qualität einiger Textilschwedenteile in nicht allzu ferner Zukunft liegt..). Nur neues nachkaufen, das passiert so gut wie möglich nur bei fairen und ökologisch korrekten Anbietern. So zumindest der Plan 🙂

Nur heute, da fällts mir selbst auch auf, heute ist ein Tiefpunkt, jetzt aus fairer Sicht. Weiterlesen

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Der Textilschwede: Zu schön, um wahr zu sein

Karl-Johan Persson hat viel Geld. Sehr viel. Er ist nämlich der Chef des Textilschweden. Und auf kritische Fragen reagiert er gar nicht gern. Wenn er jedoch selbst die Message steuern kann, wird er mutig. Jetzt meint er nämlich, er wolle ein eigenes H&M-Fairtrade-Label schaffen. Er würd halt so gern. Aha. Er sagt:

„Nur wer sich an definierte Standards bei Löhnen, Umwelt und sozialen Aspekten hält, soll es an seine Textilien hängen dürfen.“

Klingt super, oder? Klingt aber irgendwie nach GOTS, oder? Und GOTS gibts ja schon, oder? Und wieso macht man als Marke sein eigenes Zertifikat? Damit man seine eigenen Regeln machen kann!

Was mich an dem Interview jedoch viel mehr beschäftigt: Weiterlesen

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Der Schwede berichtet

Na toll, ich habs komplett verschlafen: Der Textilschwede hat seinen CSR-Bericht rausgebracht (für meine werten FH-Kollegen: Nach GRI3.1).

Ich habe ihn bis zur Hälfte durchgearbeitet, und so sehr ich die Schweden manchmal verabscheue (also nur die Textilschweden), einige Dinge sind dabei, wo man sagen kann: Ok, guter Weg, wenigstens passiert was. Was mich überrascht, ist, dass sie immer noch mehr Biobaumwolle als Baumwolle aus der Better Cotton Initiative verwenden, aber ich denk mal, bei ihrem Ziel einer hundertprozentigen Umstellung bis 2020 wird sich das noch umdrehen.

Gut, der Textilschwede macht in Sachen Nachhaltigkeit so einiges. Leider so derartig in our face, dass es unfassbar nervt – so toll, wie sie sich darstellen, sind die nie und nimmer. Beim Lesen enstanden in mir immer wieder Fragen:

  •  Wieso schreiben sie nur von zehn Prozent Pestiziden weltweit auf Baumwolle?
  • Wieso fordern sie keine Living Wages in ihrem Bericht?
  • Wieso bettelt der CEO bei der Ministerpräsidentin von Bangladesch um höhere gesetzliche Mindestlöhne – und produziert trotzdem munter weiter, obwohl sich da politisch nix tut?
  • Sollte die Erklärung, dass KundInnen die Sachen nicht zu heiß und nicht zu oft waschen und trocknen sollen, weil das soooo viel CO2 ausstößt, nicht am Ende ihrer Unternehmungen stehen? Wie wäre es mit sich zuerst selbst an der Nase nehmen?

Auf mich wirkts irgendwie wie nicht Fisch nicht Fleisch, und das ganze überlagert von massiv unsympathisch viel Werbung und entsprechendem Werbebudget. Ich kann mich nur wiederholen: Weniger Werbung, mehr Kohle in effektive Projekte. GOTS-Siegel zum Beispiel. Hach, das wärs.

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