Archiv für den Monat Juli 2012

Wir schmeißen Millionen weg

In Großbritannien ist eine neue Studie herausgekommen, in der es um die Menge der Kleidung geht, die die Briten besitzen – und wieviel da zuviel ist oder nicht.  Kurz zusammengefasst:

  • Der durchschnittliche Haushalt in UK besitzt Kleidung im Wert von 4000 Pfund (= ca. 5000 Euro). Zirka 30% der Kleidung wurde für mindestens ein Jahr nicht getragen.
  • Die Kosten für diese gesamte ungetragenen Kleidung in Großbritannien beläuft sich auf sage und schreibe 30 BILLIONEN PFUND (38 Milliarden Euro).
  • Die Durchschnittstragedauer im Lebenszyklus eines Kleidungsstücks um nur drei Monate zu verlängern, würde zu einer fünf- bis zehnprozentigen Reduktion der jeweiligen ökologischen Fußabdrücke führen.
  • Geschätzte 140 Millionen Pfund (177 Mio Euro) an gebrauchter Kleidung wandern pro Jahr in Großbritannien auf die Müllkippe.

Da besteht doch Potential!

 

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Ich starre…

Heute ein etwas verspäteter erster Eintrag, da ich in der Früh im Regen noch mein Rad hab zum Service bringen müssen. Bin danach zu Fuß und mit Öffis in die Arbeit, und komme mir vor, als wäre mir ein Körperteil amputiert. Musste heute wieder feststellen: Ich hasse die Öffis in der Früh. Nicht nur, dass alle mit in sich gekehrten Gfriesern, auf denen die schlechte Laune aber ganz gewaltig gut abzulesen ist, dasitzen, und es olfaktorisch immer wieder eine Herausforderung ist, nein, ich mach mich in den Öffis auch immer so unbeliebt.

Warum? Weil ich starre. Ganz grundsätzlich. Ich schaue mir die Leute an, fange ich einen Blick auf, lächle ich in drei Viertel der Fälle (was die Leute dann meistens umso mehr befremdet), und vor allem: Ich schau mir an, was die Leute anhaben. Und es zeigt sich immer wieder: Geld und Markenbewusstsein schützt vor schlechtem Geschmack nicht.

Aber hin und wieder seh ich auch ganz tolle Sachen. Zum Beispiel dieser extrem schöne Parka, eigentlich ganz normal, etwas länger, typisch schlammgrün. Aber trotzdem irgendwie anders. Mah, war der toll. Die alte Nunu würde spätestens jetzt im Netz hängen und auf Teufelkommraus genau diesen Parka suchen.

Auf die Tour hab ich mir mal meine knallpinke Puma-Jacke gefunden. Am Flughafengate an einer Frau gesehen – toll kombiniert mit einem violetten Baumwollkleid, violetten Strümpfen und dunklen Stiefeln – klingt jetzt nicht so besonders, hat aber wirklich toll ausgesehen. Gesuchtgesuchtgesuchtgesucht, gefunden, war mir zu teuer, auf den Sale gewartet, 45 Euro, her damit. Ich liebe die Jacke. Auch wenn ich mir inzwischen einen Kauf dreimal überlegen würde…

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Verdammtverdammtverdammt

Seit Beginn der Shoppingdiät habe ich mir sage und schreibe 28 Bücher gekauft, die meisten davon themenbezogen, von grüner Mode über Kauflust über Stilberatung bis hin zu Nähbüchern und Ein-Jahres-Projekten (Ein Jahr ohne made in China, Ein Jahr alles bio, Ein Jahr alles seber machen und und und). Verdammt. Ich weiß, dass ich meine Shoppinglust nur verlagert habe, aber verdammtverdammtverdammt. Verdammt. Jetzt weiß ich auch, wieso das Ersparte nicht ganz so viel ist, wie gedacht.

Aber dafür war das Bügelbrett gratis, die Nähmaschine ebenso, und das Bügeleisen billig secondhand. Macht gut und gern gut 20 der Bücher wieder wett, preislich.

Sorry, Leute, ich muss mir das grad irgendwie schönreden. Was absolutes Nichtshoppen angeht (was ich mir aber sowieso nicht vorgenommen hatte, zu meiner Verteidigung), bin ich eine absolute Niete. Ich sollte die Bücher über Konsumwahn nochmal lesen…..

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Vorfreude…

Jaa, ich weiß, ein Buch. Gnaangngaaa…

Ist heut an gekommen und ich wetze in den Startlöchern 🙂

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Huch, schon wieder!

Ich hab ein neues Spiel mit meiner Nähmaschine erfunden: Mach mit so wenig Nähten wie möglich ein Kleidungsstück.

Voila: Eine Naht am Kleid, drei Nähte pro Träger. Die Länge wird noch überarbeitet.

Noch bin ich nicht sicher, ob es ein Kleid oder doch ein Nachthemd ist. Aber Spaß machts und die Berührungsangst mit der Nähmaschine sinkt..

(c) nunette colour

(c) nunette colour

Eingeständnis: Abgelichtet wird das Teil derzeit nur an Adele, meiner kopflosen Schaufensterpuppe. Es passt mir zwar, aber schaut einfach besser aus an ihr…

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Schuhbidu…

Heute in diversen Nachrichten:

Schuhhandel tritt 2011 leiser

Stets falsches Wetter zur falschen Zeit hat der Branche nach einem Rekordjahr im Vorjahr zu schaffen gemacht

Wien – Nach dem Rekordjahr 2010 setzte der heimische Schuhhandel 2011 nominell um 1,5 Prozent weniger um, real (inflationsbereinigt) war das Minus noch viel größer. In Summe erwirtschaftete der Schuheinzelhandel 1,26 Mrd. Euro. Für 2012 geht die Chefin des Standortberaters RegioPlan, Hanna Bomba-Wilhelmi, von einer Stagnation der Umsätze aus.

Im stationären Handel werden pro Jahr etwa 30 Millionen Paar Schuhe verkauft. Angeblich gibt jeder Österreicher jährlich 200 Euro für Schuhe aus.

Der Markt wird zu 70 Prozent von fünf Unternehmen dominiert. Nummer 1 ist Leder & Schuh mit den Vertriebslinien Humanic, Jello, Shoe4you, Corti und Dominici. Seit Mitte 2011 gehört auch Stiefelkönig zum Reich der steirischen Schuhhandelsgruppe. Zweiter am Markt ist Deichmann, dahinter folgen ANWR Garant, Ringschuh und Salamander.

Bomba-Wilhelmi sieht dennoch Platz für neue Konzepte. Vor kurzem hat die kanadische Marke Aldo den ersten Österreich-Standort im Wiener Donauzentrum eröffnet. Im Herbst soll ein zweites Geschäft in der Mariahilfer Straße folgen. Mittelfristig sollen es 15 werden. Leder & Schuh hat inzwischen auch die ersten Shops der neuen Marke OMG Oh my God eröffnet.

Und wieder was gelernt:  Humanic, Jello, Shoe4you, Corti und Dominici sowie Stiefelkönig gehören zusammen. Ist also egal, wo man kauft, ist auch im Schuhbereich alles eins…

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DIY – DURCHBRUCH!!!!!

Ich habe endlich herausgefunden, was mich von der Näherei als Bestes aller Hobbies abhält: Man muss genau sein. Man muss sich durch Schnittmuster quälen, genau abstecken, Kanten genau abbügeln, messen (am eigenen Körper! Iiieh!), wasweißichnochalles. Der Gedanke an die vielen einzelnen Schritte, die man da bis zum fertigen Teil abarbeiten muss, haben mich genervt. War immer schon so, ich bin viel, aber definitiv nicht gründlich, nicht konsequent, aber dafür ziemlich gewaltig ordentlich schlampert. Und genau so wollt ich auch nähen.

Leute, es geht! Man nehme: zerknitterten, frischgefärbten Stoff, den Lieblings-Ballonrock, malt sich irgendwie grob die Maße ab, näht zwei Stoffteile in grooooßem Bogen zusammen, dreht den Stoff halbert um und näht mit viel Spannung oben einen Stretchstoff an. Vier Nähte, 20 Stecknadeln, Dauer: Knappe Stunde von gar nix zu yey, Rock!

Die Nähte vom Stretchteil sollte man sich nicht genauer anschauen, und es ist wirklich ir-gend-wie genäht, aber genau das gefällt mir. Ich bin grad richtig wirklich stolz auf mich. Ist ja doch nicht so schwer wie ich dachte!

Das Foto ist MEGAschlecht, mein Handy, so sehr ich es mag, spinnt. Total.

(c) nunette colour

(c) nunette colour

(c) nunette colour

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Übrigens hab ich mich erstens in der Länge so vertan und das Band dafür so eng angenäht, dass es auch als trägerloses Kleid herhalten kann (hier abgebildet mit Trägertop drunter, aber bis auf die Träger ist alles, was ihr seht, Kleid).

(c) nunette colour

(c) nunette colour

Ich weiß, das klingt jetzt blöd, aber ich bin unglaublich beeindruckt von mir selbst. Ich kanns ja doch – auf meine Art… der Knoten ist jetzt geplatzt, überlege schon seit gestern Abend, wie ich die Stoffreste, die eine Arbeitskollegin mir mal geschenkt hat, verarbeite…

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Was Nunu wirklich wirklich wirklich wütend macht

…wenn ich erfahre, dass eine Firma, die per Upcycling tolle Produkte produziert, und die sich damit brüstet, alles nur in einer westeuropäischen Stadt selbst herzustellen, Teile ihrer Produktion anscheinend doch nach Nordafrika und Indonesien ausgelagert hat. Nachdem ich das nur von Insidern der Fashion Industrie erfahren habe und keine schriftlichen Beweise habe, werde ich hier keine Namen in den virtuellen Raum stellen. Aber nur soviel: Ich bin mal wieder brutal enttäuscht und sauer, dass man es selbst, wenn man glaubt, es richtig zu machen, es falsch macht. Anscheinend kann man es gar nicht mehr richtig machen.

 

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Upcycling anno 1939

Die werte Babsie hat mir letztens etwas zukommen lassen, wovon ich momentan grad restlos begeistert bin: Ein Nähbuch von 1939 namens „aus alt mach neu“. Habe mir erlaubt, das PDF ein paarmal screenzushotten, viel Spaß! Die gesamten 24 Seiten gibt es auf Anfrage unter ichkaufnixx@wordpress.com weitergeleitet…. – sie hat es übrigens per Newsletter von dem Knauserer erhalten, um der Quellenangabe hier auch mal gerecht zu werden.

Screenshot (c) nunette colour

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Die Liste für danach…

Immer wieder fragen mich die Leute, was ich denn mache, wenn mir was kaputtgeht. Da kann ich nur sagen: Pfft. Selbst wenn das so ist, ich hab genug restliches Zeugs, mit dem ich locker durchkomme. Habe gestern beim Waschen aber einen genaueren Blick auf den Bestand einiger „Grundkleidungsstücke“ geworfen und muss sagen: Durch komm ich, aber einiges wird nach dem Jahr so grauslich verwaschen sein, dass ich mir einen neuen Grundstock besorgen muss.

Ansonsten hab ich noch nicht viel auf der „Liste“ für Käufe 2013. Den Sockenpulli hab ich ja schon, das mit der Ina-Kent-Tasche überlege ich mir grad angesichts meiner Taschenmassen wieder, nur meine Stiefelmanie wieder ausleben zu können, heissa, wird das fein.

Dann wär da noch dieser Mantel, genäht aus Decken fürs Gefängnis – find ich toll, ist sicher warm und ist doch mal ein lässiges Statement als frustrierte Steuerzahlerin, oder? So in Kombi mit engen Jeans, Boots und dem Sockenpulli drunter….mir gefällts!

 

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