Ich habe endlich herausgefunden, was mich von der Näherei als Bestes aller Hobbies abhält: Man muss genau sein. Man muss sich durch Schnittmuster quälen, genau abstecken, Kanten genau abbügeln, messen (am eigenen Körper! Iiieh!), wasweißichnochalles. Der Gedanke an die vielen einzelnen Schritte, die man da bis zum fertigen Teil abarbeiten muss, haben mich genervt. War immer schon so, ich bin viel, aber definitiv nicht gründlich, nicht konsequent, aber dafür ziemlich gewaltig ordentlich schlampert. Und genau so wollt ich auch nähen.
Leute, es geht! Man nehme: zerknitterten, frischgefärbten Stoff, den Lieblings-Ballonrock, malt sich irgendwie grob die Maße ab, näht zwei Stoffteile in grooooßem Bogen zusammen, dreht den Stoff halbert um und näht mit viel Spannung oben einen Stretchstoff an. Vier Nähte, 20 Stecknadeln, Dauer: Knappe Stunde von gar nix zu yey, Rock!
Die Nähte vom Stretchteil sollte man sich nicht genauer anschauen, und es ist wirklich ir-gend-wie genäht, aber genau das gefällt mir. Ich bin grad richtig wirklich stolz auf mich. Ist ja doch nicht so schwer wie ich dachte!
Das Foto ist MEGAschlecht, mein Handy, so sehr ich es mag, spinnt. Total.

(c) nunette colour

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Übrigens hab ich mich erstens in der Länge so vertan und das Band dafür so eng angenäht, dass es auch als trägerloses Kleid herhalten kann (hier abgebildet mit Trägertop drunter, aber bis auf die Träger ist alles, was ihr seht, Kleid).

(c) nunette colour
Ich weiß, das klingt jetzt blöd, aber ich bin unglaublich beeindruckt von mir selbst. Ich kanns ja doch – auf meine Art… der Knoten ist jetzt geplatzt, überlege schon seit gestern Abend, wie ich die Stoffreste, die eine Arbeitskollegin mir mal geschenkt hat, verarbeite…