Archiv des Autors: nunette

Brodde lobt

Von Kirsten Brodde gelobt werden (also eigentlich von ihrem Kollegen Lars Wittenbrink, aber auf ihrer Website) – das heißt was! GET CHANGED, dem ehemaligen, von mir bereits mehrfach angepriesenen Netzwerk Faire Mode, ist das passiert.

An die deutschen LeserInnen: „Schon jetzt kann zudem die GET CHANGED Card erworben werden, mit der es einen Rabatt in den beteiligten Partner-Stores gibt. Darunter auch mehrere in der Schweiz. Mit dem Kauf der Card wird zudem der Aufbau der Portale unterstützt.“ 😉 Viel Spaß!

Und wer Kirsten Brodde nicht kennt, sie ist erstens DIE Expertin in Sachen fairer, nachhaltiger Mode, und zweitens Autorin dieses Buches.

 

 

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Ernsthaft?!

(c) nunette colour

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Also wenn mich das Jahr eines gelehrt hat, dann, dass ich auf schreiende Ausverkaufsschilder nicht mehr achte und meinen Einkäufen eine andere Wertigkeit zukommen lasse. Vor einem sich Anstellen und dann mit Massen durch ein Geschäft drängen hat es mir aber wirklich immer schon gegraust.

Gestern Nachmittag, Mariahilferstraße: Der Stiefelkönig macht zu, alles 50 Prozent, und musste einen Security engagieren, der die Leute nur tropfenweise reinlies. Der Rest wartete bei drei Grad im Regen draußen.

Ernsthaft?

Oh du fröhliche…

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Das Danach….

Ideenlosigkeit macht sich breit. Ich bin bei weitem nicht so eine brave DIY-Schenkerin wie weithin angenommen – besonders die Nichten würden mich wohl anschauen, als käme ich vom Mond oder noch weiter dahinter, wenn sie einen selbstgestrickten Pullover auspacken würden. Das dauert noch ein, zwei oder acht Jahre, bis sie das schätzen können…schätze ich.

Dem ganzen Geschenkewahnsinn habe ich mich über weite Strecken entzogen – die familiäre Schenkerei war in einem Schwupp erledigt und feddisch. Allerdings die Nichten machen mir eben noch Sorgen. Weil so gern ich der ganzen Schenkereistresserei entkommen würde, den Job, das einer Fünf- und einer Sechsjährigen zu erklären, dem mach ich mir nicht. Da wär ich bis auf weiteres komplett unten durch bei denen. Bin ja nicht Mama, nur Tante, da gibts ein paar entscheidende Vorteile in den Spielregeln.

Hach bin ich froh, wenn der 24. vorbei ist – so wie jedes Jahr. Fein wird das!

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Negativwerbung

Erstmal, liebe männliche Leser (derer ich einige sehr Überraschende habe, hallo Boot! 🙂 ), ich kann mir vorstellen, dass ich euch mit meinen ewigen Strickbeiträgen langsam langweile, drei in Folge sind schon zaaach anstrengend, alles klar. Aber das muss jetzt sein.

Das ist jetzt echt nicht nett, aber ich hab mich mittlerweile zum ichweißnichtwievielten Mal geärgert und nache hiermit Negativwerbung. Kennt ihr das Wollgeschäft in der Gasse im Siebenten mit dem berühmten Flohmarkt zweimal im Jahr? War die Dame da drin jemals freundlich zu euch? Ich schaffs irgendwie immer nur, ein, zwei freundliche Worte mit ihr zu wechseln, wenn ich wirklich mit der a…freundlichen Schleimspur loslege. Die kann schon nett sein, aber whoa, anscheinend echt nur, wenn sie will. Ich kann mich täuschen, aber meiner Meinung nach gehören solche Menschen nicht in den Verkauf (Ausnahme: Wiener Kaffees. Es ist kein echtes Wiener Kaffee, wenn man nicht unfreundlich und von oben herab vom Kellner behandelt wird. Ich trau ihm ja richtig nach, dem Kellner im Hawelka, der vor ein paar Jahren in Pension gegangen ist..).

Vorgeschichte: Ich hab mich gestern auf der Suche nach der Wolle für die beiden Pullis für Anita und Lady Grey durch halb Wien telefoniert. Sie war die Einzige, die sie noch lagernd hatte. Ich bat sie darum, mir fünf Knäuel für zwei Stunden wegzulegen. Pfuh! „Na oba ganz sicher mach ich das nicht, ich hab an Stress und vor Weihnachten leg ich doch nix weg und wenn ichs verkauf, habens halt Pech. Ich weiß nicht, wieviele ich davon noch hab, und ich werd jetzt sicher nicht nachschauen – ein paar halt, aber wenige.“ Eigentlich ärger ich mich grad darüber, dass ich ihr noch mehr Umsatz verschafft habe.

Und weil mich so viele Freundinnen fragen in letzter Zeit – folgende Wollgeschäfte wurden getestet und für gut befunden:

Und diverse weitere werden noch getestet….

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Apropos Auftragsstrickerei

Das mit der „Ich nehme mir vor, Kleidung selbst zu produzieren“-Regel, das funktioniert langsam echt gut – auch für andere. In den letzten Tagen ist ein Pulli entstanden, in den ich vor über 28 Jahren wahrscheinlich das letzte Mal hineingepasst hätte – für die Kleine einer Freundin.

Und obwohl meine biologische Uhr verdammt leise tickt – beim Stricken dachte ich mir permanent, wie süß das nicht ist, so klein! Ich hoffe echt sehr, dass die kleine Maus reinpasst….ist nämlich mal wieder so ein Freestyle-Teil geworden. Meine Fresse, tun mir die Kinder in meiner Umgebung jetzt schon leid, die werden unter der Stricktante Nunu noch leiden müssen….

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Die Designerin in meinem (schrägen) Design

Ich weiß gar nicht, wie ich diesen Beitrag jetzt anfangen soll. Es ist so schräg, was passiert ist. Also. Ich war ja gestern beim Flohmarkt im Glanz und Gloria. Erstens mal, weil ich unbedingt Lady Grey wiedersehen wollte, zweitens, weil ich – ehrlich! – schauen wollte, ob ich für den Liebsten ein paar LPs abstauben kann, und drittens – zugegeben – weil der Gedanke an Steinwidder-Teile zu Flohmarktpreisen schon verdammt verführerisch war. Anita ist ja auch die Designerin meines heißgeliebten Sockenpullis. Und überhaupt hat sie so derartig coole Sachen, so ein unfassbarer lässiger Style, das Ganze aus alten Socken, Shirts oder ähnlichem.

Und dann geschah eben was ganzganzganz Schräges: Ich komm dort rein, probiere ein paar Sachen an (ich wollte halt mal die Gelegenheit haben, diese feinen Sachen anzuhaben – war eh eine blöde Idee, als ob ichs nicht voher gewusst hätte), und hatte fast schon den Deal mit Anita, dass sie mir zwei Stücke bis Jänner zurücklegt.

Das war noch nicht das Schräge. Ich zog mich wieder an – und ich hatte meinen selbstgestrickten Pulli an. Plötzlich waren alle um mich schwerstens begeistert, auch Anita Steinwidder.  Es war so unglaublich seltsam – mitten in einem Geschäft, in dem kaum ein Teil zu einem zweistelligen Preis zu kaufen ist, reißen sich alle um ein Teil, das ich gemacht habe. Lady Grey wollte einen haben, zwei andere Ladies im Raum waren ebenfalls hin und weg, auf der Straße vor dem Geschäft wurde der Pulli von einer mir Unbekannten abfotografiert, da sie ihn ihre Mami nachstricken lassen will, und Anita selbst probierte ihn auch an.

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Jetzt steht der Deal: Ich stricke Anita genau so einen Pulli (was relativ spannend wird, da ich mich mehr so Pi mal Daumen an der Anleitung orientiert hab, aber versuchen kann ichs ja), und dafür bekomme ich die zwei Teile, die ich mir ausgesucht hatte…

Ich find das unfassbar, nochmal: Da steh ich da, umgeben von unglaublich tollen Oberteilen und Röcken, die um hunderte Euro verkauft werden, und alle reißen sich um meinen Pulli. Noch besser kann man mich echt nicht bauchpinseln….

Und wenn ich dann den Kinderpulli fürs Freundinnenzwergerl, die Haube für den Arbeitskollegen und den Pulli für Anita fertiggestrickt habe, widme ich vielleicht doch wieder einem eigenen Pulli, für den ich die Wolle schon zuhause liegen habe. Oder … vielleicht kriegt doch die graue Kirsche auch so einen? 😉

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Also doch!

Ich bin genervt. Liebe Leute, vor allem liebe Männer: Für dieses Projekt habe ich mir die Regeln selbst gemacht – und auch eingehalten. Keine neue Kleidung, keine neuen Schuhe, keine neuen Taschen, keine neuen Accessoires. Material zur Selbstproduktion ist erlaubt.

Ich weiß nicht, wie oft ich in den vergangenen Monaten folgendes Gespräch führte:

er (ganz egal wer, es war nicht nur einer): „Du hast wirklich nix gekauft? Nichtmal irgendein Shirt?“

ich: „Nein.“

er: „Und auch keine Schuhe? Geh bitte, Frauen schaffen das doch nie!“

ich: „Nein, auch keine Schuhe.“

er: „Was ist denn das für ein Armband bitte? Das schaut echt neu aus!“

ich: „Das ist auch neu, das hab ich selbst gemacht!“

er: „Ah, selbst machen ist also erlaubt? Na dann kaufst ja auch Wolle und Stoffe und so.“

ich: „Ja, aber das ist auch erlaubt, das ist meine Regel. Kein fertigproduziertes neues Zeug. Ich wollt mir ja anschauen, wie lang es dauert, solche Dinge selbst zu nähen oder stricken.“

er: „Aber geh bitte, irgendwas hast du dir sicher gekauft. Nagellack!“

ich: „Ja, habe ich. Ist aber erlaubt.“

er: „Ahaaaaa!!! Du hast also doch was gekauft!“

An dem Punkt hab ich meistens aufgegeben. Aber ich versteh schon, sehr viel Attraktion an diesem Blog besteht auch in dem voyeuristischen Wunsch, mich scheitern zu sehen. Aber Leute, diesen Gefallen werd ich euch nicht mehr tun, nicht auf der Zielgeraden. Obwohl, in ein paar Minuten brech ich auf zum Flohmarkt von Anita Steinwidder. Ich hoff, dass ich nicht wie eine Slalomläuferin bei den letzten Toren doch noch einfädel. Obwohl: Nah. Keine Chance. Den Gefallen tu ich all denen, die das obige Gespräch mit mir geführt haben, nicht. 🙂

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Mode ganz persönlich

Ich bin ja die klassische Web 2.0-Person. Nicht nur, dass ich täglich auf Facebook, mehrmals die Woche auf Twitter und Pinterest und auch dauernd auf verschiedensten Blogs Zeit verplempere (wenn man das verplempern nennen kann), schaue ich wirklich alles nach. Von Kinderpullovergrößen über Hotelpreise, Kochrezepte, Wetterlagen bis hin zu historischen Namen und Gegebenheiten, über die ich mich im Wiki informiere, lebe ich mit dem Internet. Sehr gern suche ich mir Strick-, Näh- und Basteltechniken.

Für letzteres habe ich jetzt jedoch ein Buch entdeckt:

Da sind verdammt viele Techniken dargestellt, mit denen man Kleidungsstücke persönlich verändern kann – also Drucken, Reißen, Bemalen, Blingbling draufnähen usw. Stilistisch ist mir letzteres echt ziemlich wurscht, aber dass sie ganz genau und anhand von Fotos zeigen, wie man sich per Photoshop Illustrationen erzeugt oder siebdruckt, das find ich schon sehr sehr cool. Nix mehr herumgooglen, sondern alle Anleitungen in einem Buch. Klingt jetzt wie eine Werbetext, ist aber wirklich so gemeint. In dieses Buch werd ich maximal ein oder zweimal im Jahr hineinschauen, aber dann wird es sich als verdammt praktisch erweisen, soviel ist sicher.

 

 

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Zeitreise?

Das allerwichtigste, das ich mir für die Feiertage wünsche, ist viel viel viel Ruhe. Erstens bin ich ausgelaugt wie ein nasses Handtuch, zweitens weiß ich, dass 2013 wahnsinnig tolle Dinge, die aber wahnsinnig arbeitsintensiv sind, auf mich warten, und drittens hab ich einen Berg an Büchern zu lesen – einige davon auch versprochen, hier am Blog zu rezensieren.

Aber jetzt zurück zu dem Buch, das ich grad lese. Bin mal wieder über eine nette Stelle gestolpert. Leicht abgeändert zitiere ich hiermit:

Während also die (einen) Fabriken auf Armenkinder und landlose Arbieter zurückgriffen, waren es in (…) „Fabriksmädchen“ aus dem ländlichen Raum – auch hier oft Kinder – und später Immigranten, die die Spindeln in Bewegung hielten. In beiden Fällen war das Wachstum der Textilindustrie abhängig von einer Vielzahl armer Menschen, die nicht viele Alternativen hatten, und in beiden Fällen war die „ideale“ Arbeitskraft robust, fügsam und beschwerte sich nicht. Arbeit in den Textilfabriken setzte weder Kreativität noch Intelligenz voraus, sondern physische Belastbarkeit und mentale Stärke im Angesicht der monotonen Plackerei.

Bangladesch in den Neunziger Jahren? Pakistan vor ein paar Monaten? Die Türkei in den Achtzigern? Falsch. Die Autorin schreibt hier über die ersten Textilfabriken in den USA Anfang und Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein klarer Fall von History Repeating. Und wie wird es weitergehen?

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Gefahr im Verzug

Das neue Jahr wird einen unerhofften und für meine Verhältnisse ziemlich fetten Geldsegen bringen. Ich bin zwar sonst eh auch (zumindest ansatzweise) sparsam unterwegs und werd wohl viel davon aufs Konto legen, aber ein Gedanke lässt mich seit der Neuigkeit (gestern) nicht mehr los: Ich darf wieder shoppen und ich bekomm vielviel Geld. Gleichzeitig. Hui. Gefäääährlich.

Aber offen gestanden: Momentan äußert sich die Vorfreude aufs Geld eigentlich nur in der Tatsache, dass ich mich drauf freu, beim Wollekaufen ein, zweimal nicht auf die Kohle schauen zu müssen….

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