Archiv des Autors: nunette

Und mal wieder nix anzuziehen

Es ist doch wirklich unfassbar. Ich räume meinen Kasten um, gebe wieder ein paar Dinge weg, habe aber immer noch mehr als genug anzuziehen (besonders meine Näh-Aktionen haben die Menge meiner Kleidungsstücke wieder hinaufgejagt).  Ich sortiere alles, mache einen kleinen Wäschestapel. Gebe die Dinge, an denen ich emotional hänge, in eine große Lade, wo sie bleiben dürfen (ich habe beispielsweise noch eine Leggings aus meiner Unterstufenzeit. Beige mit Rosendruck. Fürchterlich. Aber nie im Leben würde ich sie wegtun). Ich hatte gestern jedes einzelne meiner Kleidungsstücke in der Hand, bei vielen war ich erfreut, dass ich sie habe, hab mir überlegt, wie ich die kombiniere. Ich hänge brav meine Kleider auf Kleiderhaken, meine Röcke staple ich ins Regal. Ich freue mich, wieder Überblick zu haben, nachdem ich ein paar Wochen lang Ikeasäcke herumstehen gehabt hab.

Und was ist jetzt? Ich sollt mich anziehen, in einer halben Stunde holt mich Frau Mama zum gemeinsamen Sonntag ab, und? Ich habe keine Ahnung, was ich anziehen soll. Voller Kasten! Nix anzuziehen! Ich dachte echt, über dieses gedankliche Hoppala bin ich drüber. Grmpf. Es gibt wirklich eindeutig einen Zusammenhang zwischen Stimmung und Kleidung. Aber ein Kleiderschrank voller nix anzuziehen, noch dazu so plakativ, das ist mir schon lang nicht mehr passiert. Gut, dass Sonntag ist, und ich gleich kein Internet mehr hab. Jegliche Shopping-Gelüste werden im Keim erstickt. Das geht doch echt gar nicht, bitte. Gut, die „nix anzuziehen“-Laune ist vielleicht noch vertretbar. Aber ich werde SICHER NICHT auf den Einserschmäh reinkippen und mir aus lauter schlechter Laune was bestellen, ooooh nein. Nicht mit mir, liebe Impulse, nicht mit mir!

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Veranstaltung: Nunu detoxt im Auferstanden

Plant ihr auch immer am Sonntag eure Woche? Ich mach das oft, am Abend meinen Kalender durchschauen, Veranstaltungen auf Facebook durchklicken, wo ich hinschaun könnte, und schaun, wie ich meine Abende in der kommenden Woche verbringe.

Falls ihr das auch tut, hab ich einen Termin für Donnerstag, 27. November für euch: Im wunderbaren Auferstanden in der Neubaugasse werde ich ab halb sieben Uhr Abends interessierten BesucherInnen was von der Detox-Kampagne erzählen – und davon, worauf man beim Kleiderkauf achten sollte. Das ganze wird aber nicht langweilig vortragig, sondern gemütlich und hoffentlich lustig. Zumindest schreibt Vroni das in ihrem Text zur Veranstaltung:

Die Wiener Autorin Nunu Kaller („Ich kauf nix“) erzählt im kleinen, feinen Rahmen worauf man/frau beim Kleiderkauf achten sollte (Stichwort Greepeace Detox Kampagne!).

Eintritt ist frei! Wir starten gegen 18.30 und enden wenn der Prosecco/ Bier zur Neige geht! Wir freuen uns auf einen spannenden Abend!!

Übrigens, weil ja grad der ganze Weihnachtsshoppingwahnsinn losgeht: Im auferstanden gibt es jede Menge toller Geschenkideen, die man wirklich mit gutem Gewissen kaufen kann – weil sie alle Upcyclingprodukte sind, neue Produkte, auferstanden aus alten Gebrauchsgegenständen. Ich find ja besonders die Armbänder aus Gabeln oder die Tische aus Verkehrsschildern sehr super! Vorbeischauen lohnt sich also auch für die, die mein Geschwafel schon kennen 🙂

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Der Tag, an dem ich manomama verstand

Am Freitag, da hab ich was kapiert. Es ist nämlich so, ich durfte endlich mal die Frau Trinkwalder persönlich kennenlernen. Nicht, weil ich nach Augsburg getschundert bin (das steht noch bevor, übrigens, Max, ich geh mal davon aus, dass du ein Gästesofa hast… 😉 ), sondern weil sie bei einer  Tagung der Grünen Wirtschaft in Wien geredet hat.

Und die Frau tat das, was sie schon mehrfach bewiesen hat: Sie redete echt gewaltig charismatisch, lustig, bitter, locker, frei, einfach eine geborene Rampensau, und das mein ich nur positiv. Es gibt Leute, die können das, und es gibt Leute, die können das nicht. Sina kanns. Und wie. 15 Minuten Rede, viele offene Münder. „Pfeffer im Arsch“ war für diesen Auftritt echt nur ein Hilfsausdruck.

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Und sie erklärt nicht nur spannend und lustig, sondern auch so, dass solche wie ich es endlich wirklich kapieren: Sie machts wirklich anders. Nicht nur ein bissl und mit dem Fokus auf das Produkt, sondern echt radikalst anders. Wirtschaft, anders gedacht. Und zwar so anders, dass einigen grünen ZuhörerInnen eben die Lade runterklappte. Es gibt Leute, die verdienen mehr als sie in ihrer eigenen Firma. Einfach, weil sie wichtiger sind fürs Unternehmen. Und das sind jetzt nicht irgendwelche Shareholder, sondern das ist zum Beispiel der Werkzeugholder. Der, der dafür sorgt, dass die Maschinen rennen. Ohne laufende Maschinen gibts nämlich viel schlechte Laune. Oder anderes Beispiel, wie anders es bei manomama zugeht: Das Kollektiv entscheidet, wer wieviel verdient. Es braucht auch keinen Betriebsrat, die Sachen werden gemeinsam und ohne „Umwege“ geklärt (Anführungszeichen deshalb, weil ich Betriebsräte in konventionellen Firmen, aber auch bei meinen Arbeitgebern, für sehr wichtig halte).

Bei Sina darf man sein, wie man ist. Schön fand ich das Beispiel, das sie nannte: Für unser Konsorten ist ein tolles, teures neues Fahrrad ein Statussymbol (sagte sie und grinste Volker Plass von der Grünen Wirtschaft an, der kürzlich stolz ein Foto von der ersten Nacht mit seinem neuen Klapprad im Hotelzimmer bzw. der ersten gemeinsamen Zugfahrt gepostet hatte, hihi! Volltreffer!). Für ihre „Ladies“, wie sie sie nennt, ist ein Symbol der Gesellschaftszugehörigkeit ein Auto, und wenns ein 20 Jahre alter Opel Corsa ist. Und? Soll sein! Find ich gut, dass sie, die so anders und sogar weitgehend radikal in Nachhaltigkeitskriterien denkt, ihren Angestellten nix vorschreiben will. Sicherlich gibts auch Dinge, die sowohl ihre Ladies als auch ich aus unterschiedlichen Perspektiven anders sehen als Sina, oder die sich von ihrer Art überfahren fühlen, aber an ihrem Charisma und ihrer „graden“ Art gibts einfach nichts zu rütteln. Respekt.

Aber was ich meine mit „ich habs endlich kapiert“: Hier geht es nicht um eine Frau, die querdenkt, ein Unternehmen komplett anders aufbaut, und dafür medial Lob und Kritik kassiert. Nein, hier geht es wirklich um das Unternehmen selbst! Bei Manomama rennts anders. Und dass es funktioniert, ist bewiesen. Manomama ist nicht Sina Trinkwalder, Sina Trinkwalder ist ein Teil von Manomama, und sie selbst sieht sich nicht als die Spitze dieses Unternehmens, sondern eben als Teil davon (gut, als ein Teil mit ein bissl mehr Verantwortung, ok). Dass sie rhetorisch was von einer geladenen Kalaschnikov (auch das wieder bitte als Kompliment höchster Stufe zu verstehen, ich mag sie sehr, die verbalen Wunderwuzzis)  hat, schadet in dem Fall aber nicht. Ohne Personalisierung wärs weitaus schwieriger gewesen, das Unternehmen dort zu platzieren, wo es jetzt steht. Aber da, wo bis gestern für mich Sina als Person mit Machergeist und Elan gestanden ist, so rein emotional in mir drin, da steht jetzt manomama als Kollektiv.

Für viele wird da sicher noch weiterhin „nur“ Sina als Person und nicht das Kollektiv stehen. Die werden nicht dran denken, ah ja, diese Taschen, die sind ja von so einem tollen Sozialprojekt, nein, die denken weiterhin: Die sind von dieser goscherten Unternehmerin. Nachdem Menschen aber andere Menschen zur Identifikation lieber hernehmen,  find ich das auch nicht schlimm, hab ich bei mir ja auch festgestellt: Dass made-in-Bangladesch scheiße ist, dass auf unserer Kleidung viel Gift drauf ist, war mir schon lang klar, zweiteres plus das ganze Ressourcenthema hab ich selbst als Pressesprecherin ja sogar vorher schon kommuniziert. Aber erst, als ichs an meiner eigenen Person getestet habe, dieser neue Umgang mit Kleidung, erst dann wurde meine Geschichte zum Erfolg. Und das Schöne daran ist: Auf höchst unterschiedlichen Ebenen und mit noch unterschiedlicherer Reichweite haben wir beide vielleicht dazu beigetragen, dass mehr Menschen bewusster konsumieren. Muss wohl an der Brille liegen.

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Warum es nicht reicht, Primark scheiße zu finden

Dafür, dass mein Leben grad sehr stressig ist, find ichs lustig: Ich liefere meinen dritten Beitrag heute ab. Aber der liegt mir echt am Herzen und muss jetzt raus, während ich meine Suppe löffle und noch ein paar Arbeitsmails beantworte…

Liebe Leute, ihr werdet langsam wirklich vorhersehbar. Ich poste tolle Erfolge von Greenpeace, und joah, so sechs, sieben Leute finden das gut. Dabei ist das ein toller Wandel! PFCs sind richtig scheiße, vor allem die langkettigen. Oder mein Aufruf, Flüchtlinge bitte nicht frieren zu lassen – kommt doch gut an, aber bei weitem nicht an die Reichweite, die ich für einen solchen Beitrag gern hätte.

Aber ich bin nicht beleidigt. Ich finds nur lustig: Wenn ich irgendwo das kleine Wörtchen „Primark“ einfließen lass… wui, dann gehts ab! Ich hatte noch NIEMALS so viele Klicks am Blog wie an dem Tag, an dem ich diese Geschichte postete.  Oder gestern, so völlig nebenbei postete ich auf Facebook ein Bild, das es mir in die Timeline gespült hatte. Badaaaaammm –  binnen weniger als 24 Stunden über 220 Likes. Oder mein Lokalaugenschein letztens, der kam auch sehr gut an.

Ich finds ja gut, wenn kritische Geschichten über einen Fast Fashion Retailer gleich mal für so großen Aufruhr sorgen. Und dass die Erfolgsschine für Primark nicht weiterzugehen scheint – oder zumindest letztens bei der Eröffnung in Dresden einen gehörigen Dämpfer bekommen hat. Eigentlich total lustig, stell dir vor, Primark eröffnet. Sorgt für Absperrungen, Sicherheitszäune, Securitypersonal (ich wollt jetzt nicht zweimal Sicherheits- schreiben) mit Knöpfen in den Ohren voll auf wichtig …. und dann geht keiner hin! So passiert in Dresden. Ja, da lachen sich die Fast-Fashion-Gegner ins Fäustchen. Is ja auch lustig, keine Frage!

Ich bin ja manchmal echt in Versuchung…. wenn am Blog die Leserzahl so bissl dahindümpelt, hm, soll ich mal was über Primark schreiben? Irgendwas geht ja immer, und manchmal ist man dann doch in Versuchung, sich selbst anhand von Leserzahlen wieder mal bissl was zu beweisen. Bisher hab ich dieser Versuchung immer widerstanden, aus dem einfachen Grund, dass ich eh am liebsten schreib, was mir grad in den Sinn kommt 🙂 Nur eins würd ich jetzt mal wirklich gern anmerken:

Liebe Leute: Primark ist nicht der alleinige Böse, die Ausgeburt der Hölle und der Inbegriff alles Schlechten. Da gibts erstens noch viele andere Schlechte, zweitens – leider bin ich davon überzeugt – noch viel Bösere, und drittens gibts auch sowas wie Eigenverantwortung. Das, was da in Dresden passiert ist, das muss sich durchsetzen! Dann wär zumindest mal einem der vielen Fast-Fashion-Retailer kalt.

Aber es gibt noch sooooooooooooooooooooooooo viele andere, die sind um keinen Deut besser! Marken, die – tschulligung – als nicht ganz so modisch gelten, sind riiiiiesengroß, größer als Primark hier bei uns, zum Beispiel KiK oder NKD. Natürlich steht Primark für eine besonders aggressive Preispolitik, und hat dann doch wieder recht moderne Schnitte im Angebot. Aber echt, es ist nicht Primark alleine. Es nutzt nix, Primark zu verteufeln und nicht an all die anderen zu denken. Auch diese kleineren Läden in migrantisch besetzten Vierteln, wo sogenannte Pashima-Schals wahrscheinlich explodieren, wenn man mitm Feuerzeug in die Nähe kommt (ich hab so einen Laden um die Ecke, mit „wohlriechenden“ Winterstiefeln um 15 Euro…). Und auch wenn ich manchmal gesagt hab, hey, der Textilschwede, der tut schon viel, die haben schon ganz gute Projekte: Vergiss es! War mein Fehler! Der ist genauso …. kritisierenswert …..  wie die anderen, weil er einfach per se, vom Konzept her, gar nicht wirklich gut sein kann….

Was ich damit sagen will: Ich finds extrem super, wie emotional auf Primark reagiert wird. Und dass kritische Menschen es anscheinend wirklich geschafft haben, zumindest in einige fremde Köpfe Primark als Symbol des bösen, kapitalistischen Konsumismus einzuimpfen. Aber bittebittebittebittebitte vergessts nie: Es ist nicht nur Primark. Es reicht nicht, wenn wir jetzt alle kollektiv auf Primark verzichten, wenn dafür stattdessen alle wieder zum Textilschweden rennen…

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Das ist das einzige, was Primark für mich doch ein bisschen schlimmer macht als die anderen: Dass die Leute dazu erzogen werden, dass man bei Primark Massen in den Einkaufswagen legen kann. Schnell, nebenbei, und zuhause wirds schon passen. Wäh.

 

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Puma wird 100 Prozent PFC-frei!

Wie gesagt, weniger als keine Zeit, aber in Sachen Detox tut sich grad wieder was. Was sehr Gutes. Puma hat sein Committment nachgebessert. Ich hab grad keine Zeit für einen eigenen Text, daher schmeiß ich euch hier auch den Pressetext rein, den wir in Kürze auch auf der Greenpeace-Homepage stehen haben werden.

Puma wird Textilproduktion entgiften

Auf Druck von Greenpeace veröffentlicht der Sportartikelhersteller detaillierten Fahrplan

Wien, 21. 11. 2014 – Puma veröffentlicht heute einen glaubwürdigen Fahrplan, nach dem die Firma bis zum Jahr 2020 ihre Textilproduktion entgiften will. Die Firma reagiert damit auf die Detox-Kampagne von Greenpeace. Bis Ende 2017 sollen alle Puma-Produkte komplett frei von per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) sein. PFC machen Kleidung und Schuhe schmutz- und wasserabweisend, können aber das Immunsystem und die Fortpflanzung schädigen. „Puma nimmt die Verpflichtung zu sauberer Textilherstellung ernst. Das ist ein großer Schritt in Richtung einer giftfreien Zukunft, vor allen für die asiatischen Ländern, in denen Trinkwasserverschmutzung durch industrielle Produktion ein veritables Problem ist“, sagt Nunu Kaller, Konsumentensprecherin von Greenpeace.

Puma will auch die Produktionsbedingungen transparenter machen. Damit die Menschen in den Herstellungsländern erfahren können, aus welchen Fabriken welche Schadstoffe in die Gewässer gelangen, wird Puma bis Ende 2014 die Abwasserdaten von 80 Prozent aller Lieferanten weltweit veröffentlichen.

Greenpeace fordert vollständig transparente Produktionsbedingungen bis 2020. China, eines der wichtigsten Produktionsländer weltweit, ringt mit einer gewaltigen Wasserverschmutzung. Daran ist auch die Textilindustrie schuld: Zwei Drittel der Gewässer sind mit umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien verunreinigt.

Puma war im Jahr 2011 die erste Firma, die auf die Detox-Kampagne von Greenpeace reagierte und sich auf eine saubere Textilproduktion verpflichtete. Auch Adidas und Nike versprachen kurz darauf, bis 2020 zu entgiften. Da aber auf diese Worte kaum Taten folgten, erhöhte Greenpeace dieses Jahr den Druck auf alle drei Sportartikelhersteller. Ein Test der WM-Kollektionen von Adidas, Puma und Nike brachte im Sommer ans Licht, dass die Produkte noch immer zu viele Schadstoffe enthalten. Adidas veröffentlichte kurz darauf einen detaillierten Fahrplan, nach dem die Firma ihre Produkte bis 2020 entgiften will. Nun zieht Puma mit einem noch ehrgeizigeren Plan nach. „Auch Nike muss sich jetzt verbessern, um sich gegenüber der Konkurrenz nicht zu blamieren“, sagt Kaller.

Inzwischen haben sich 27 global operierende Marken wie H&M, Zara oder Levi’s verpflichtet, giftfrei zu produzieren. Greenpeace schaut auch bei diesen Herstellern genau hin, ob sie ihre Versprechen umsetzen. Die Ergebnisse wird die Umweltschutzorganisation in Kürze veröffentlichen.

Die Puma-Verpflichtung: http://about.puma.com/de/nachhaltigkeit/umwelt/zdhc.

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O tempora, O mores

Derzeit weniger als keine Zeit zu bloggen, obwohls einiges zu berichten gäbe. Sorry. Stress. Aber ein Bild, das ich bei der wunderbaren steirischen Initiative Re-Dress gefunden habe, will ich euch nicht vorbehalten. Ich habs auf Facebook geteilt und binnen kürzester Zeit über 170 Likes bekommen, daher mag ichs euch auch hier zeigen. Ich erzähl immer wieder die Geschichte von meiner 20-jährigen Freundin, die mal ein Top mit großen Flecken drauf wegschmiss. Als ich sie fragte, wieso sie das nicht einfach wäscht, geht doch sicher eh raus, meinte sie nur trocken: Der Cocktail im Lokal gestern war teurer. Waschen zahlt sich nicht aus.

O tempora, o mores.

primarkstarbucks

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Verdammt. Shopping macht doch glücklich.

Böse Erkenntnis vom letzten Sonntag: Shopping macht Spaß. Festgestellt am Feschmarkt – möööörder überlaufen, aber tolle Auswahl an AusstellerInnen. Und ich beschloss: Heut wird nicht nachgedacht. Gekauft hab ich – was ich im Vorfeld auch bereits beschlossen hatte – hauptsächlich wandbehübschendes für meine Wohnung (das ich aus Gründen hier nicht alles herzeigen werde) und –  ok, das war nicht ganz so beschlossen – ein Shirt von einem tschechischen Label, Name vergessen, faire Produktion, bissl oarger Spruch drauf, drum kein Foto. Nur für mich, zuhause.

Und die Feststellung: Hey, das macht ja wirklich ziemlich happy, wenn man sich mal wirklich ein paar Dinge kauft, die eben glücklich machen. Allerdings darfs definitiv nicht zu oft passieren, denn sonst wäscht sich dieser Effekt ja wieder sehr aus. Das mit dem Ablenken-Trösten-Belohnen-Shopping, das ich dachte, durchschaut zu haben …. naja, das heißt nicht, dass ichs nicht auch mal genießen kann. Das Einzige, was ich halt immer noch kacke find: Es wird uns inzwischen echt anscheinend von klein auf beigebracht, dass das so ist. In Sitcoms trafen sich früher die coolen Kids im Shopping Center, ganze Ladenketten nennen sich „kauf dich glücklich“ und sind rasend erfolgreich damit, und diese „weil ich es mir wert bin“-Philosophie hat inzwischen echt schon die gesamte Werbewelt fest im Griff. Was halt trotzdem wiederum nichts daran ändert, dass Happy Konsum anscheinend wirklich auch eine hormonelle Tatsache sein kann. Ich wills halt nicht von der Industrie ausgenutzt wissen, sondern bewusst einsetzen, dieses Tool. Weil dann machts echt Spaß – drei Tage später und ich stehe immer noch happy vor den Bildern. Weils auch ein schöner Tag mit einer lieben Kollegin war.

Einzige Herzeigausnahme: Dieser Print musste sein und behübscht jetzt eine meiner Wände. Danke an Kolleginneneva fürs Foto machen! Wir waren halt wirklich die …. lassen wir das 🙂

gekst

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Aufruf: Flüchtlinge nicht frieren lassen

Ich hab den Sonntagnachmittag damit verbracht, einen meiner Kleiderschränke leerzuräumen. Im Endeffekt war da gar nicht so viel an Kleidung drin (dafür hab ich zwei Flaschen meines liebsten Rotweins entdeckt, die ich mal anscheinend so gut versteckt hab, dass ich selbst drauf vergessen hab), aber mir hats schon wieder gereicht. Ich hatte ja mal über 30 Jacken und Mäntel. Viele davon sind schon weg, einige immer noch da. Und jetzt werdens nochmal drei weniger. Und ein paar Pullis, die ich seit 2012 nicht mehr getragen hab, kommen auch weg.

Nur: Ich hab keine Lust auf Tauschparty. Ich hab auch keine Lust auf Kleiderkreisel, ich hab da grad einfach weder Zeit noch Hirn dazu. Und: Es gibt Menschen, die diese warmen Sachen sehr wahrscheinlich brauchen. Und zwar nicht im Sinne von „Jöö, eine schwarze Daunenjacke, ich brauch so eine, jetzt sofort!“, sondern mehr in Sinne von „Ich hab nicht mal Geld, mir und meinen Kindern morgen ein Abendessen zu kaufen. Ich kann mir keine warme Jacke leisten.“ Und die kriegen die jetzt. Ich werde an ein Flüchtlingsbetreuungsprojekt spenden.

Es wird derzeit kalt. Sowohl temperaturtechnisch als auch politisch, finde ich. Der Umgang mit Flüchtlingen in diesem Land ist so unglaublich zynisch. Da kommen Menschen, die in ihrem Land oft eine sehr gute Ausbildung genossen haben, die einen guten Job haben, und hier bekommen sie nichtmal die Arbeitserlaubnis, um putzen zu gehen oder Schnee zu schaufeln. Ich stell mir da immer vor, wie wär das, wenn hier Krieg ausbrechen würde und ich weg müsste? In ein Land, in dem die Menschen definitiv anders aussehen als ich, in meinem sommersprossigen Fall wäre das dann zum Beispiel Somalia oder Uganda, aber auch in der Türkei wär ich schon recht auffällig. Ich bin hier Frau Geisteswissenschaften-Magistra mit postgradualem CSR-Management-Abschluss. Im Fluchtfall wär ich …. aufgeschmissen, weil meine beruflichen Kenntnisse in Wahrheit ziemlich verzichtbar sind.

Und wenn man dann hört, dass es in Syrien zugeht, wie man es in seinen ärgsten Alpträumen nicht erleben will, dass ein kleines Land wie Libanon inzwischen über eine Million syrische Flüchtlinge aufgenommen hat, dann schluckt man. Und dass ein reiches Land wie Österreich sich brüstet, 500 SyrerInnen aufzunehmen, das ist doch zynisch!!

Was mich daran richtig stört: Wir können nix ändern. Wir können den Menschen hier keine Arbeit geben, weil sie als AsylwerberInnen keine Arbeitserlaubnis haben. Wir können nicht woanders für Frieden sorgen, einfach so. Aber was wir können, ist schauen, dass wir den Flüchtlingen hier mit Menschlichkeit begegnen. Und das heißt auch, sich darum zu kümmern, dass sie warme Sachen haben.

Sogar jetzt, wenn ich das schreibe, fühlt sich das sehr charity-mäßig an. Von wegen „ich geb dir meine alten Klamotten, die ich eh nimmer anziehen würde“. Aber ich weiß: Viele von uns finden die Flüchtlingssituation ganz furchtbar, tun aber einfach nix. Aus Bequemlichkeit, oder weil sie sich mit dem Thema nicht befassen wollen. Ich denk mir da dann einfach: Das ist das Mindeste, was wir tun können. Und es tut uns nicht weh.

Darum, bitte, wo auch immer ihr wohnt: Ihr findet in eurer Stadt sicherlich Adressen, wo ihr nicht mehr gebrauchte warme Kleidung abgeben könnt.

Danke.

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Oh Baby….

In meinem engsten Freundeskreis gibt es derzeit ein paar Schwangere, auf deren Nachwuchs ich mich sehr freue. Ich frag mich nur grad, ob sie diese Mützen fürs Baby lustig finden würden … ich glaub, ich sprech hier mal eine kleine Drohung aus und sag: so, ich üb die jetzt. Irgendeine wird den kleinen Zwucks dann schon passen 🙂

(c) jezebel.com

(c) jezebel.com

PS: Lachanfall!!! Die erste „over my dead cold body #babymütze“ Reaktion per SMS kam etwa zwanzig Sekunden nach Veröffentlichung dieses Beitrags. 😀 😀 😀 😀

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Textilschwede, do you really „care“?

Der Textilschwede gibt mehrere Millionen aus, um 100.000 Frauen zu helfen und zu bestärken. Das ganze rennt über die Hilfsorganisation Care. Es geht darum, Frauen in armen Gegenden Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, damit sie selbst was auf die Beine stellen können. Wow. Coole Sache, denkt man sich.

Und dann checkt man: Sie helfen Frauen, was ja wirklich gut ist, Millionenbeträge in Frauenhilfe investieren, ist geil. Keine Frage. Aber: Sie helfen ihnen NICHT in den Produktionsländern. Nicht in Kambodscha, nicht in Bangladesch, nicht in der Türkei, nicht in Indien.

Und das versteh ich nicht. Oder finds schade. Damit wird effektive Nachhaltigkeitshilfe zu Charity. Als Textilunternehmen, das ja immer wieder in der Kritik steht, in Billiglohnländern produzieren zu lassen (und dort keine Steuern zu zahlen, und das auch noch stolz in die Kamera zu sagen), sollte man genau dort vor Ort helfen. Das Argument, dass sie dort eh schon viel machen, lass ich nicht gelten. Die Frauen von Bangladesch können locker weitere (ichweißdieZahl,habsieabernirgendsoffiziellgefunden,drumschreibichsnicht) Millionen vertragen, es ist nicht so, dass grad alle Welt Charity für Textilarbeiterinnen betreibt.

Einen Feigenblattvorwurf will ich hier nicht sofort aussprechen, schon gar nicht an Care, Care setzt einfach nur um und freut sich über die Finanzierung (wobei ich mir als alter NGO-Hase sicher bin, dass es da innerhalb der Organisation auch Diskussionen gab, das ist quasi systemimmanent). Es ist ein Projekt, das ok ist, und es ist gut, dass es solche Projekte in solchem Ausmaß überhaupt gibt, aber es hat halt einen wirklich miesen Beigeschmack. Ich find halt, der Textilschwede tut da das „falsche Gute“. Es is halt schon wieder so eine Image-Geschichte (wenn auch eine, die vielen Frauen in Burundi was bringen wird). Gnaaa. Ich würd der Frau Helmersson, CSR-Managerin beim Textilschweden, gern per Post-it „Charity ersetzt nicht Verantwortung“ aufs Hirn, auf all ihre elektronischen Kommunikationsgeräte, auf ihre Zimmerpflanze, auf ihre Bürotür, einfach überall hin picken…..

(c) care.at

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