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Kleine Monster, große Wirkung

(c) Greenpeace

(c) Greenpeace

Darf ich vorstellen, das sind die kleinen Monster. Kleine Monster, die sich in unserer Kleidung und später, nachm Waschen, auch in unserem Ökosystem tummeln. Das sind perflourierte Chemikalien, das sind Phtalate (in türkis…. das wohl süßeste Monster von allen, sorry, ich weiß, ist böse), das sind NPEs und NPs, und der kleine Racker ganz links ist Cadmium.

Diese Chemikalien werden – wie schon kürzlich geschrieben – bei der industriellen Textilproduktion eingesetzt, bleiben entweder drin oder waschen sich nach und nach raus. Zweiteres ist depperter als man glaubt. Weil „rauswaschen“ kann man zwar gedanklich verbinden mit „Super, dann sinds weg und schaden mir nimmer“, aber leider ist das ein Trugschluss. Die kleinen Monster sind nämlich hartnäckig. Rausgewaschen landen sie in unseren Flüssen und lassen sich dort nicht mehr vertreiben. Keine Kläranlage der Welt kriegt die raus, vor allem die NPs. Und auf die Fische und das gesamte Ökosystem haben sie drastischen Einfluss. Kurz: Grausliche Geschichte, und die kleinen Monster, so herzig sie auf den Illustrationen aussehen, gehören weg. Hier ist nochmal genauer beschrieben, wer sie sind und was sie so tun.

Die kleinen Monster sind übrigens meine erste große Liebe in meinem neuen Job. Spannend, spannend ist es hier!

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Die macht Sachen…

Manchmal, da hab ich mein eigenes Leben wirklich ganz gewaltig lieb. Zum Beispiel, wenn der Verlag bei einer Bloggerin eine Werbeanzeige für mein Buch schaltet. Und diese Bloggerin mir das mitteilt. Und ich mit dieser Bloggerin ins virtuelle Gespräch komme. Und feststelle, dass diese Bloggerin auch ein Buch geschrieben hat. Und diese Bloggerin mir dieses Buch dann gleich mal schickt. Meins hat sie ja schon vom Verlag. Und wir weiter virtuell reden. Und reden. Und irgendwie feststellen: Ja, wir mögen uns. Zumindest mal: Ich mag sie. Sie ist echt lustig, und ich hab das dumpfe Gefühl: Da sitzt eine in Hamburg, die tickt genauso wie ich.

Meine Damen und Herren, das ist Isabel. Isabel Bogdan nämlich.

(c) Stefan Groenveld. Das Foto ist drei Jahre alt, aber sorry Isabel, auf dem Foto find ich nicht nur dich, sondern auch die Perspektive und den Hintergrund so nett. Deutsche Ubahnen, bunt gekachelt.

(c) Stefan Groenveld. Das Foto ist drei Jahre alt und nicht das ganz aktuelle, aber Isabel, auf dem Foto find ich nicht nur dich, sondern auch die Perspektive und den Hintergrund so nett. Deutsche Ubahnstationen, bunt gekachelt.

Wie schon geschrieben, die Isabel hat auch selbiges gemacht, ein Buch geschrieben nämlich (und nebenbei auch noch das eine oder andere Buch übersetzt, das ich schon gelesen hab). Sie hat nämlich Sachen gemacht. Ja, einfach so. Einfach mal Sachen machen.

Sachenmachen

Ich hab das Buch etappenweise gelesen, weil ich nicht zu schnell fertig sein wollte. Es ist einfach so super, Isabel probiert teilweise echt irre Sachen aus (Rhönrad! Na nie im Leben würd ich das machen!), erfindet Worte wie „Fischiküre“ (eines meiner Lieblingskapitel, ich musste selbst beim Lesen laut lachen, weil ihr niederschriebener Lachanfall so ansteckend war), geht „normal“ gekleidet in einen SM-Club (großer Fehler, sehr auffällig), übernachtet in einer Buchhandlung (Uuuuulllaaa???? *zwinkerzwinker*), stehpaddelt, segwayt, friert sich bei St. Pauli einen Finger fast ab, ist auf eine Esoterikmesse und aufs Festival nach Wacken gefahren, hat sich in einem Hammam massieren lassen (so schön, dass ich unbedingt! bald! in! ein! Hammam! möchte!) und macht noch viele andere Sachen mehr. Und bei all den von ihr gemachten Sachen hab ich mir gedacht: Cooool, das sollt ich auch mal machen. Ich hab den schweren Verdacht, dass wir uns auch humortechnisch recht ähnlich sind. Ich mein, eine Frau, die gerade am Fuß operiert wurde, und zu Weihnachten von ihrem Mann den Film „Cinderella“ von Disney bekommt – und vor lauter Lachen fast vom Sofa fällt….die muss man doch mögen, oder?

Ich bin am Samstag fertig geworden mit dem Buch. Für die letzten Kapitel hab ich mir WIRKLICH viel Zeit gelassen. Ich wollt nicht fertig werden. Kennt ihr das? Dieses Oh-verdammt-nur-noch-50-Seiten-aber-das-ist-doch-so-gut-nein-ich-will-nicht-dass-das-Buch-bald-aus-ist-Trotzgefühl? Hui, das war heftig diesmal!

Sachen machen liest sich einfach so toll! Schnell mal ein Kapitel in der Straßenbahn Richtung Büro, oder eben zwei oder drei in der Badewanne. Was für ein feines Buch. Ja, ich krieg mich grad gar nicht mehr ein vor Lobeshymnen. Ich fänds auch wirklich richtig lustig, wenn wir mal eine gemeinsame Lesung machen. Sie liest Sachen, die sie gemacht hat, und ich les, was ich NICHT gemacht hab. Also, liebe Hamburger BuchhändlerInnen und sonstigen LesungsveranstalterInnen: Es gäb uns dann mal im Doppelpack….

Rhönrad. Echt. Niemals würd ich das.... nie.

Rhönrad. Echt. Niemals würd ich das…. nie.

PS: Ich glaub, sie findet mich auch ganz nett

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Allwetterschal – Yes I can!

Bitteschön! Diesmal pünktlich am 1. Jänner begonnen, und immerhin, noch halte ich durch. Dieses Jahr schaut der Schal etwas anders aus. Etwa halb so breit, und keine doppelten Farbverstrickungen mehr. Und ohne weiß. Also bisher. Wahnsinn, eigentlich. Mitte Jänner und bis auf eine nicht wirklich ernstzunehmende Ausnahme kein Schnee.

2014-01-15 00.21.36

Gscheit fotografieren: No I can´t! 🙂

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Impressionen de la Dellago

Ich nutze grad ein paar Minuten Pause dafür, euch einen kurzen Eindruck zu geben, wie die Lesung gestern war. Kurz: Geil. Echt. Es war sooo super, es waren sehr viele Freunde da, es war lustig, spaßig, toll mit Roli Gratzer (FM4) als Moderator, toll mit den Kleidern von Fabrari, einfach super Stimmung!

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Meine Mädels, aufgefädelt an der Bar und saucool…

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Signieren. Noch dazu für einen Bekannten. Immer noch das seltsamste Gefühl überhaupt.

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Was Baumwolle mit entstellten Frauen zu tun hat

Vor wenigen Tagen lief im TV eine erschreckende Doku über pakistanische Säureopfer – Frauen, die meistens von ihrem Ehemann übergossen werden. Erschreckend, traurig, unfassbar, wie machtlos die Frauen dort sind – beziehungsweise wie langsam sie derzeit an Macht gewinnen (was wiederum doch Hoffnung gibt). Die ganze Sendung lang ging es um entstellte Frauen, den Versuch eines Schönheitschirurgen mit pakistanischen Wurzeln, diese optisch wieder her zu stellen, und das sehr mutige juristische Vorgehen eines Opfers gegen ihren eigenen Ehemann.

In einer sehr kurzen Sequenz wurde dann die Frage beantwortet, woher die Männer so leicht an Säure kommen. Sie kommt bei der Verarbeitung von Rohbaumwolle zum Einsatz.

Es ist so frustrierend, wie unschätzbar viele negative Auswirkungen es im Zuge der textilen Lieferkette gibt. Gut, die Säureeinsätze sind ein Nebeneffekt, der in keine direkten Zusammenhang mit Fast Fashion steht. Dennoch: Strengere und klarere Regelungen in der Baumwollproduktion könnten vielleicht sogar absurderweise Frauen davor schützen, durch Säure entstellt zu werden. Kranke Welt.

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Heute! Lesung! Dellago! Gurkengesöff!

Tataaaa! Ich werd heut Abend mal wieder meinen Fahrradrock ausführen!

Warum? Deshalb!

dellagolesung

So kommet und feiert mit mir! Es wird bunt, es wird lustig, es wird hoffentlich recht voll, es wird eine Signierstunde geben  (Alteeeer, immer noch so absurd!!), es gibt Gurkengesöff und auf der Speisekarte sehr leckeres Essen! Auf einen feinen Abend!

 

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Gestern heute leben

Gestern einen ORF-Liveauftritt gehabt. Während der Sendung hab ich dauernd gedacht, ich muss das noch und das noch und das noch unterbringen – und dementsprechend geplappert wie ein Maschinengewehr. Aber im Endeffekt – ist doch lustig geworden! Direkt vor der Sendung war ich hinterm Studio auf Katzenjagd, hab den Kleinen, der einfach plötzlich durchs Studio spaziert ist und den Moderator um was zu Essen angemaunzt hat, aber leider nicht erwischen können – süßer Fratz!

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Vom Habenwollen

Ach ja, das Habenwollen ist ein Hund! Vor der offiziellen Buchpräsentation war ich gemeinsam mit Vea Kaiser, die dankenswerterweise ja moderiert hat, auf fairer Shoppingtour durch Neubau. Also sie hat geshoppt, ich hab nur Läden hergezeigt. Nur in einem Laden, einem meiner neuerkorenen Lieblingsläden, hab ich geschwächelt und ein Kleid anprobiert. Genialer Schnitt, auf drei Arten tragbar, genäht aus alten Herrenhemden. Grandios, das Ding. Aber nein, ich brauchs nicht, ich habs mir nicht gekauft.

Doch es hat mich nicht losgelassen, das Ding. Gedanklich. Vorgestern hingefahren, und mir gedacht: Ich kauf mir das jetzt. Ich brech meine eigenen Regeln. Ich tue es. Echt jetzt. Voll ehrlich. Vollgas.

Dort gewesen: Verkauft wars.

Und ich? Nicht die Bohne enttäuscht! Sondern erleichtert! Ich habe geschwächelt, doch wurde am Schwachwerden gehindert, weil mir eine Frau mit gutem Geschmack das Ding vor der Nase weggekauft hat 🙂

Warum ich das schreib? Erstens: Immer authentisch und ehrlich bleiben, Nunu! Ist hier am Blog mein Anspruch Nr.1. Zweitens: Diese Episode hat mich – absurderweise – in meinen eigenen Regeln nochmal bestätigt. Ich war knapp davor, aber so sehr wie vorgestern in dem Laden sind mir die Schuppen echt schon lang nicht mehr von den Augen gefallen: Es gibt sooooooooooo viel Verführung, auch im ökofairen Bereich. Und ich könnte locker einfach umschwenken und mein Shoppingverhalten von früher halt auf faire Produkte umlegen. Nur das wär in etwa so sinnvoll wie ein Loch im Knie. Die Verführung hört nicht auf, und ich bin nicht von Saulus zu Paulus in Sachen Konsumentsagen geworden. Aber früher hätt ich mich extremst geärgert, dass das Kleid weg ist. Heute nimmer. Erleichterung auf allen Ebenen.

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Kleine Chemie-Monster im Kleiderschrank

gp kleine monster

Screenshot GP-Bericht, Klick aufs Bild –> Ab zum Bericht!

Ladies and Gentlemen: Gestern bei Greenpeace gestartet (beim Nachhausefahren kaum noch aus den Augen schauen können, so fertig war ich vor lauter Infoinfoinfoinfoinfo :D), und gleich heute die erste Presseaussendung, weil neuer Report rauskommt. So schnell kanns gehen – und ja, es ist SEHR skurril, nicht diejenige zu sein, die die Presseaussendung schreibt und  vom Campaigner korrigieren und freigeben lässt, sondern diejenige, die korrigiert und freigibt. Anyway: Greenpeace hat 12 verschiedene Marken, die Kinderkleidung anbieten, auf gefährliche Chemikalien getestet. Aber bevor ich das jetzt selbst zusammenfass, darf ich euch – nicht unstolz – meine (und Christines!!) erste Presseaussendung für Greenpeace präsentieren:

14. Jänner 2014
Presseaussendung
Greenpeace/Umwelt/Wirtschaft/Chemie/Textil

Greenpeace-Report: „Kleine Chemie-Monster“ in Kinderbekleidung
Bedenkliche Chemikalien in Produkten von Primark, Burberry, Adidas und Co.

Wien – Ein heute von Greenpeace im Rahmen der Detox-Kampagne veröffentlichter Report zeigt, dass Kinderkleidung und Kinderschuhe gefährliche Chemikalien enthalten. Bei jeder der zwölf getesteten Modemarken wurden bedenkliche Stoffe wie Weichmacher, Nonylphenolethoxylate (NPE) oder per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) gefunden. Einige dieser Stoffe sind hormonell wirksam oder krebserregend. Sie kontaminieren Flüsse und Trinkwasser in den Produktionsländern. „Das ist ein Albtraum für alle Eltern. Diese ‚kleinen chemischen Monster‘ finden sich überall – in exklusiven, luxuriösen Designerstücken wie etwa von Burberry ebenso wie bei Kleidung von Textildiskontern á la Primark“, so Nunu Kaller, Konsumentensprecherin bei Greenpeace.

Für den aktuellen Greenpeace-Report „Kleine Monster im Kleiderschrank“ wurden 82 Kinderbekleidungsstücke zwölf internationaler Modefirmen auf bedenkliche Chemikalien untersucht. Ein T-Shirt der Modekette Primark enthielt 11 Prozent Weichmacher (Phthalate), in einem Baby-Body der Firma American Apparel waren 0,6 Prozent Weichmacher enthalten. Beide Werte wären unter EU-Recht für Kinderspielzeug verboten, diese Regelungen greifen jedoch nicht für Kinderkleidung. Weichmacher fanden sich insgesamt in 33 von 35 getesteten Kleidungsstücken mit Plastisol-Aufdrucken.

Die getesteten Produkte von Adidas waren vor allem mit PFC belastet, unter anderem mit der als krebserregend geltenden Perfluoroctansäure (PFOA) oder Substanzen, die zu PFOA abgebaut werden können. Ein Badeanzug enthielt 15 Mikrogramm PFOA pro Quadratmeter. Dieser Badeanzug überschreitet damit die von Adidas selbst gesetzte Höchstmarke für PFOA um das Fünfzehnfache. Einige PFC können das Immunsystem und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und zu Schilddrüsenerkrankungen führen. PFC sind extrem langlebig und reichern sich in der Umwelt und im Körper an. Ein Shirt der Luxusmarke Burberry war stark Nonyphenolethoxylaten (NPE) belastet (780 Milligramm pro Kilogramm). Insgesamt kam NPE in 50 von 82 getesteten Artikeln vor. NPE wird in der Umwelt zu Nonylphenol abgebaut, das hormonell wirksam und besonders für Wasserorganismen schädlich ist.

Die Greenpeace Detox-Kampagne fordert von Modekonzernen auf die Verwendung gefährlicher Chemikalien bis 2020 zu verzichten. Darüber hinaus sollen deren Zulieferbetriebe Daten zur Freisetzung giftiger Chemikalien in ihren Produktionsstätten veröffentlichen. Dank des öffentlichen Drucks haben sich bereits 18 große Marken zum „Entgiften“ verpflichtet. „Kinderkleidung ist genauso belastet wie Mode für Erwachsene – nur können diese Chemikalien Kindern viel mehr schaden. Diese ‚kleinen Chemie-Monster‘ müssen unbedingt aus der Kleidung für unsere Kinder verbannt werden“, fordert Kaller abschließend.

Den gesamten Report finden Sie unter folgendem Link www.greenpeace.org/austria/Global/austria/dokumente/Reports/umweltgifte_detox2014_little_monsters_jan14.pdf

Gleich mal mit Detox starten. Könnt schlimmer sein! 😉

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Mount McWäscheberg – bebildert

Der Liebste hat mir das letzten Freitag geschickt. Ich hab Tränen gelacht. Das ist schon verdammt nah dran an den Mount McWäschebergen in meinem Leben….

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