Dreimal anziehen, weg damit!

Ich darf euch mal wieder ein Buch vorstellen – vor wenigen Tagen ist „Dreimal anziehen, weg damit“ von Heike Holdinghausen erschienen. Wieder ein Buch über die Fetzenthematik, könnt man sich denken, ja wird ja auch nix Neues drin stehen. Weit gefehlt. Weiterlesen

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Stricken für Flüchtlinge – weitere Informationen

So. Der Tag sollte heute etwas anders verlaufen. Die Geschehnisse am Westbahnhof haben meinen Plan etwas durcheinandergewürfelt, heute für Stricken für Flüchtlinge weiter zu organisieren. Allerdings bleibt mir die Zeit, ein paar Punkte weiter aufzuklären. Weiterlesen

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Die humanitäre Katastrophe vor meiner Haustüre

Gestern war ich am Fußballplatz. Mit einer Partie von lauter lustigen und netten Leuten, wir grölten die Sprechgesänge mit, ich bekam ungefragt ein Bier in die Hand, wir lachten, hatten Spaß, die Stimmung war unglaublich gut (wir haben ja auch gwonnen, hehe). Am Heimweg dachte ich mir, wie toll mein Leben gerade ist. Ich kann mir einfach so von Freunden Autos ausborgen, wenn ich eines brauch. Ich fahr damit einfach so nach Italien an den Strand, kann dort gratis bei einer Freundin wohnen, ich kauf einfach so Lebensmittelvorräte und fancy Zeug wie Gojibeeren und Matchatee. Ich hab ein grandioses Wochenende mit Freunden inklusive Baden im Fluss, Lagerfeuer und Kesselgulasch. Ich habe einen wunderschönen Tag mit meinem Pflegehund, stricke vor mich hin, faulenze leidenschaftlich. In meinem Vorzimmerschrank lagert toller Wein mit eigenem „Selection Nunette“-Label, ein Geschenk von Freunden. Ich gehe einfach so zum ersten Mal zu einer Burlesque-Show. Ich übernachte einfach so auf einer alten Burg. Ich entdecke eine ungeahnte Koch-Leidenschaft in mir, probiere neue Rezepte aus. Ich fahre ins Burgenland und koste mich durch locker 20 Paradeisersorten am Schaufeld von Erich Stekovic. Ich kaufe ein Buch direkt im Webstore meines Readers und fange mitten in der Nacht auf meinem gemütlichen Sofa an zu lesen, siedle später in mein genauso gemütliches Bett. Ich lache mit Freunden, mit Familie. Schaue sehnsüchtig mein Fahrrad an, das ich schultertechnisch immer noch nicht fahren kann, rollere aber munter bereits durch die Gegend. Mein Leben ist wunderbar vielseitig, bunt, de facto sorgenfrei. Es ist der pure Luxus in Wahrheit, es ist vielseitig, ich habe die Freiheit und die Möglichkeit, so viele verschiedene Dinge zu erleben, und an erster Stelle: Ich muss mich selbst nicht ernstnehmen. Ich kann einfach machen.

Und weil mich ein Kommentar grad fuchst: Ja, ich finde mein Leben unglaublich toll. Ich bin dankbar und demütig für all die Menschen, die mich begleiten, all die Erlebnisse und Dinge, die mir passieren. Ich will aber nicht damit angeben, sondern aufzeigen, wie absurd es eigentlich ist.

Heute früh ziehe ich los Richtung Supermarkt und kaufe drei Bio-Äpfel und eine Packung frischen Blattspinat. Vier Euro. Ich mag mal Green Smoothies ausprobieren, hab ich nämlich beschlossen. Soll ja so toll und nährstoffreich und lecker sein. Danach noch in den Thai-Shop ums Eck, Klebreis kaufen. Mag ich auch mal ausprobieren. Der Verkäufer gleich ganz besorgt: „Was, nicht mit Wasserdampf? Nur so am Herd? Aber dann wenig Wasser verwenden!“ – und fängt lang und breit an, mir zu erklären, wie man süßen Reis am besten macht, schenkt mir zwei Mangos dazu, die er in einem langwierigen Prozess mit Tasten und Riechen aus einer Kiste voller Mangos zieht – während ich ein schlechtes Gewissen habe wegen Mangos, wo doch gerade die österreichische Ernte so schön bunt und vielseitig ist. Er lässt es sich aber nicht ausreden. Ich soll am Montag berichten kommen, wie mir der Kokosreis mit Mango gelungen ist.

Lächelnd rollere ich nachhause, sehe, wie ein Nachbar von mir gerade das Fenster zu macht, und bekomme ein wohliges Gefühl im Bauch – ich habe ein so wunderbares Zuhause, funktionierende Nachbarschaft, ich bin so dankbar.

Zuhause angekommen, scrolle ich – Macht der Gewohnheit – Facebook mal durch. Eine Freundin postet, man möge doch bitte Wasser, Essen, Medikamente zum Westbahnhof bringen. Dort kommen gerade 1400 Flüchtlinge aus Ungarn an. Jene Flüchtlinge, die tagelang nicht in den Bahnhof in Budapest gelassen wurden, die von der Regierung verarscht wurden, deren Zug, der sie gen Westen bringen sollte, genau vor einem Aufnahmezentrum hielt, die sich zu Fuß auf der Autobahn auf den Marsch nach Wien machten. Allein das machte mich gestern schon fassungslos. Ich sehe Inas Posting und beschließe spontan, die Schuhe, die ich aussortiert hatte, hinzubringen. Dusche und Smoothie müssen warten. Schnell suche ich noch meinen Medizinschrank durch, sortierte alles aus, was rezeptfrei und fiebersenkend oder schmerzstillend ist (und stelle bei der Gelegenheit fest, dass ich wohl in den nächsten fünf Jahren bei Verkühlungen, Magenproblemen oder leichten Schmerzen definitiv nicht zum Arzt muss, unglaublich, was sich da so ansammelt).

Ich wohne zu Fuß genau zehn Minuten vom Westbahnhof entfernt, Luftlinie sind es wahrscheinlich so um die 900 Meter. Die Gleise, über die jeder Zug in den Westbahnhof einfährt, sind 200 Meter von meinem Wohnzimmerfenster entfernt. Wenn der Wind richtig geht, höre ich manchmal die Ansagen auf den Bahngleisen. Ich gehe runter, komme direkt bei den Gleisen an – und komme mir plötzlich so wahnsinnig armselig vor mit meiner Kiste mit fünf Paar Schuhen und ein paar Medikamenten. Zwei Bahnsteige sind voll mit Flüchtlingen, sie sehen müde aus, abgekämpft, aber glücklich. Ein Mann hält ein Schild in der Hand, auf dem „Danke Österreich“ steht. Ich sehe es und es schießen mir die Tränen in die Augen.

Ich gehe zur Sammelstelle der Caritas und kann die Tränen nicht mehr zurückhalten. Dort hat sich eine lange Schlange gebildet, Menschen bringen Wasser, Hygieneartikel, Brot, Nüsse, Trockenfrüchte, Medikamente, Schuhe – und ich stelle mich mit meiner Kiste dazu. Im Kopf bin ich immer noch am Bahnsteig, bei den Flüchtlingen. Es ist eine humanitäre Katastrophe, die sich da gerade vor meinen Augen abspielt. Sie ist nichtmal im nahen Traiskirchen, was an sich ja schon nahe genug ist, nein, sie ist jetzt quasi direkt vor meiner Haustüre angekommen. Es ist zwar wunderschön, von wie viel Hilfsbereitschaft ich umgeben bin in der Schlange, aber es macht mich auch wahnsinnig traurig, dass es das überhaupt braucht! Verheult rufe ich meine Mutter an, erzähle davon, sie heult gleich mit, erklärt, sie hätte damals, 1989, auch gespendet, Sachen aussortiert. Mein Bruder ist der Nächste, er betont: Ab auf den Ballhausplatz. Demonstrieren wie unter Schwarz-Blau. Weg mit dieser Regierung. (Übrigens: Ich habe am Bahnhof vier Politiker der Grünen erkannt, die einfach mithalfen, Sachen sortierten, sich mit den Flüchtlingen unterhielten. Von anderen Parteien habe ich niemanden gesehen.) Ich denke: Ja, er hat recht, aber es muss auch akut geholfen werden.

Ich habs schon mal geschrieben, es geht mir unglaublich am Arsch, dass die Zivilgesellschaft Troubleshooter für eine völlig versagende Politik spielen muss. Aber es ist andererseits verdammtnochmal gerade unsere Pflicht zu helfen.

Liebe Leute, setzt euch mal hin und überlegt euch so wie ich, was ihr im letzten Monat alles erlebt habt, was gut war, bunt war, schön war. Und dann seid bitte dankbar und bescheiden. Wir haben unfassbares Glück, nichts anderes, einfach nur schicksalstechnisch Sau. Und es ist unsere Aufgabe, auf allen Ebenen, sei es per Demo, um den Regierungen zu zeigen, was wir von deren Vorgehen halten, per Direkthilfe, per Spendenaktion, was auch immer – es ist unsere Aufgabe und Pflicht zu helfen. Jeder so, wie er oder sie kann.

Der Appetit auf mein Bobo-Green-Smoothie-Frühstück ist mir erstmal vergangen.

Stricken für Flüchtlinge!

Eifrige LeserInnen meines Blogs werdens gemerkt haben: Mich berührt die ganze Flüchtlingsgeschichte derzeit ungemein. Ich habe sachgespendet, ich habe geldgespendet, ich zahl beim dm jedesmal fünf Euro mehr, ich erklär meiner Mami und eigentlich jedem gefragt und ungefragt, sie sollen das doch bitte auch alles machen, und trotzdem habe ich das Gefühl, ich tu nicht genug. Ich will mehr machen. Ich will aktiv mithelfen, den Flüchtlingen hier das Ankommen und das zermürbende Warten auf ein Flüchtlingsheim nach Traiskirchen und einen Asylbescheid zu erleichtern. Aber: Ich habe derzeit weder die zeitliche noch die emotionale Kapazität, mich intensiv auf einzelne Flüchtlinge und deren Schicksale einzulassen – alle, die das tun, bewundere ich umso mehr! Trotzdem will ich beitragen, und wenn es nur ein kleines Detail ist. Ich könnts mir nicht verzeihen, nix getan zu haben.

Heute zu Mittag, beim Herumhetzen zwischen zwei Terminen, ist in meinem Kopf dann der Groschen gefallen, um welches Detail ich mich kümmern will: Letztes Jahr gabs ja eine wunderbare Organisation, die Stricken für Obdachlose organisiert hat. Ich hab meine Wollvorräte weggestrickt und acht oder neun Mützen abgeliefert. Aber wenns kälter wird, frieren nicht nur die Obdachlosen, sondern auch die Flüchtlinge – und niemand weiß, was bis dahin mit jenen passiert sein wird, die in Traiskirchen in Zelten und unter freiem Himmel schlafen müssen. Den Kindern, aber nicht nur denen, wünsche ich, dass sie nicht frieren müssen. Alle von uns, die gerne stricken, haben doch sicherlich Wollreste zuhause herumliegen. Andere stricken wahnsinnig gerne, haben aber langsam sich selbst und auch die gesamte Bekannt- und Verwandtschaft stricktechnisch versorgt. Wiederum andere stricken für ein von mir etwas kritisch gesehenes Projekt Mützen für Smoothieflaschen (die sicherlich verkaufsfördernd wirken im Kühlregal, danach genau weggeschmissen werden können, weil nutzlos). Und seien wir Strickabhängige ehrlich: Stricken geht immer, oder? So kann man zuhause vorm Fernseher dann auch auch gleich Gutes tun, während man seiner eigenen Leidenschaft frönt…

Lasst uns gemeinsam Mützen, Schals, Fäustlinge, Socken für Flüchtlinge stricken (wer ganz motiviert ist: Pullover und Westen sind auch nicht verboten)! Ich bin gerade dabei, Annahmestellen in Wien zu organisieren, von denen ich die Sachen dann regelmäßig einsammle. Derzeit ist die Idee, sie ins geplante zentrale Spendensammellager in Traiskirchen zu bringen, aber es gibt sicher weitere Flüchtlings-Unterkünfte, in denen man sich darüber freut!

wollknäuel

Fix zugesagt haben mir bereits das Strickwerk in den Raimundhöfen im 6. Bezirk und die Pingouine in der Alserstraße im 9. Dort kann man Fertiges abgeben, die beiden wunderbaren Shop-Ladies haben bereits vor Ideen gesprüht, was man noch so rundherum anbieten und organisieren könnte.

Die Idee ist wenige Stunden alt, und ich mache mich in den kommenden Tagen daran, weiteres zu organisieren. Was kommen wird: Ein Flyer zum Ausdrucken, den man bei Vereinen, in Pfarrcafes und sonst wo aufhängen kann (ich denke, die strickwütige ältere Generation erreicht man eher nicht über Facebook, danke liebe G. für die Idee!), und sicherlich noch weitere Läden, die als Annahmestellen fungieren werden 🙂

Ich kann die Organisation mangels Auto und Zeit nur für Wien übernehmen, freue mich aber, wenn die Idee in den Bundesländern Anklang findet – lasst uns vernetzt und koordiniert arbeiten! Kontakt gerne willkommen über die eigens organisierte Facebookseite oder ichkaufnixx ät gmail dot com!

Also, ran an die Nadeln, der Winter kommt sicher, und wenn der so kalt wird wie der Sommer heiß war, kann es gar nicht genug warme Schals und Mützen geben!

sonja3

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Sie macht einfach.

Viele reden drüber, meine Cousine MACHT. Ich mag Macher, das hab ich eh schon öfter gesagt, oder? Und wenn die dann aus meiner eigenen Familie kommen, find ich das überhaupt super, es sind nämlich garantiert nicht alle so.

Demo statt Auszeit!

Wiedermal tagelang ruhig gewesen – ich denk mir derzeit nämlich: Da draußen dersaufen Kinder im Meer, da ersticken Syrer auf der A4, was interessieren mich die Fetzen? Allerdings ist mir die ganze Flüchtlingsthematik zuviel geworden – ich hab das Wochenende komplett nachrichtenfrei gemacht (wer mich kennt, wird wissen, dass das SEHR ungewöhnlich ist, normalerweise fängt mein Tag noch im Bett mit orf.at an), stattdessen munter mein kleines, persönliches Biedermeier gefeiert: Mitm Pflegehund durch die Gegend gegurkt und ausgiebige Schmusestunden genossen, in der Wohnung herumgeräumt, bissl gestrickt, stundenlang Rezepte auf Pinterest gesucht, mitm Bruderherz eine Nacht lang geblödelt und gelacht, ein mit Spannung und auch ein bissl Bauchweh erwartetes Buch begonnen zu lesen. Auszeit vom Tagesgeschehen, vom Politgeschehen, Schlussauspause.

Aber heute gehts weiter. Dort nämlich. Liebe WienerInnen: Be there. Lasst uns ein Zeichen setzen. Ich hoffe auf viele, viele, viele Teilnehmer!

Das hab ich am Wochenende auch gemacht: Packen für mirno more.

Das hab ich am Wochenende auch gemacht: Packen für mirno more. Foto (c) die wunderbare Amelie Chapalain! 

Warum es manchmal gut ist, Uraltes aufzuheben

Gestern hat die Schulter mir wieder Probleme gemacht. Eigentlich schon ziemlich wiederhergestellt, bin ich anscheinend gestern blöd gesessen oder gelegen oder was auch immer, jedenfalls aua. Also heute in der Früh statt Tasche, die ich immer quer übern Körper trage, mitm Henkel genau auf dem operierten Schlüsselbein, meinen einzigen Rucksack rausgekramt.

Mein Schulrucksack. Hab ich mir mir geschätzt 1996 in Griechenland gekauft. Ich am Handeln an dem Stand, ganz so wie ichs von Mama gelernt hab, mit Pokerface das Geldbörsl aufgemacht und gezeigt: Schau, ich hab nicht mehr als so und so viel mit! Eine Klassenkollegin ganz aufgeregt: „Aber ich kann dir was borgen!“ 😀 Weiterlesen

Es tut sich was im Schuhbereich!

Mit Schuhen ist es ja so eine Sache. Hier wirklich schöne, ökologische und/oder faire Alternativen zu finden, ist um einiges schwieriger als im Textilbereich. Ich hab mich schon paarmal bissl drüber mokiert.

Ich habe meinen Schuhbestand kürzlich massiv dezimiert – da es überall heißt, dass man nach Schuhen Größe 40-43 in Traiskirchen sucht, und ich 41er hab, war mir das Ansporn, mal auszumisten. Die wenigsten meiner Schuhe sind zerlatscht (weil die, die zerlatscht sind, lieb ich so heiß, dass ich sie eh nicht hergeb), und alles, was Männer auch anziehen können, also Sneakers und Schlapfen, landet am Freitag bei der Caritas. 10 Paar sind weg. Schuhe hab ich ja nie ausgemistet bisher, in über drei Jahren nicht. Das ist so eine emotionale Gschicht bei mir.

Ich hab ja Problemfüße. Weiterlesen

Ein Kleiderlabel, das null Müll produziert. Nix. Nada.

Hach, leiwand. Ich liebe Recherche auf Pinterest. Eigentlich hatte ich greenpeacetechnisch zu tun, doch dann stolperte ich über sehr lässige Ecofashion-Projekte. Ich schick mir dann immer gleich den entsprechenden Link an meine Privatadresse – da sind schon Tonnen an Mails mit einfach nur einem Link drin.

Sehr beeindruckt hat mich tonlé. Weiterlesen

Film über Rana Plaza verboten

Ich weiß nicht, ob ich leicht verzweifelt lachen soll oder nicht. Gestern auf orf.at gelesen:

Gericht verbietet Film über Fabrikunglück in Bangladesch

Ein Gericht in Bangladesch hat gestern die Ausstrahlung des Films „Rana Plaza“ im In- und Ausland für sechs Monate untersagt. Der Film thematisiert den Einsturz des gleichnamigen Fabrikkomplexes in der Hauptstadt Dhaka 2013 und damit eine der schwersten industriellen Katastrophen der Welt.

Nach Ansicht der beiden zuständigen Richter zeigt der Film die Bekleidungsindustrie, die dem Land durch Exporte jedes Jahr 25 Milliarden Dollar einbringt, in einem zu negativen Licht. Außerdem zeige er verstörende Bilder des Einsturzes und verstoße damit gegen eine ältere Entscheidung des Gerichts. Bei dem Unglück starben im April 2013 mehr als 1.100 Menschen, mehr als 1.500 wurden verletzt. In dem neunstöckigen Gebäude hatten über 5.000 Menschen gearbeitet.

„Geht um Liebesgeschichte“

Der rund zwei Stunden lange Film sollte ab dem 4. September in mehr als hundert Kinos in Bangladesch laufen, die zuständige Zensurbehörde hatte grünes Licht gegeben. Er erzählt die Geschichte der 19 Jahre alten Näherin Reshma Akhter, die 17 Tage nach dem Einsturz aus der Ruine des Rana Plaza gerettet wurde. Bilder der jungen Frau gingen um die Welt, in Bangladesch wurde sie zur Heldin.

„Es geht auch um Reshmas Liebesgeschichte und um das Leben der Millionen Textilarbeiterinnen hierzulande“, sagte Regisseur Nazrul Islam Khan und kündigte Berufung an. Er verstehe die Beweggründe des Gerichts nicht, schließlich habe er die von der Zensuranstalt als zu brutal angesehenen Szenen bereits herausgeschnitten.

(Quelle: Orf.at)

Anstatt zu sagen: Ui, die Textilproduktion ist unser größter Exportfaktor, da müssen wir was an den Zuständen ändern, wenn schon die halbe Welt seit Rana Plaza hinschaut – sagen sie: Nein, den Film drüber darf man nicht sehen. Zu brutal.

Seltsame Rechtsauslegung. Und ein Eigentor der Richter. Warum? Weiterlesen