Schlagwort-Archive: DIY

Eine kleine Webschau

Nachdem das Wochenende etwas durchwachsen und anstrengend war, gibts heute mal einen kurzen Link-Überblick.

  1. In Köln fand die größte Messe für Handarbeit statt – dazu ein Artikel über Schnellstrickerinnen und strickende Männer
  2. Von einer Leserin geschickt bekommen: Der VfL Wolfsburg lässt seine alten Sportdressen upcyclen. Coole Idee.
  3. Der Frühling bricht aus. Plötzlich gefallen mir blumengemusterte Beine. Nachdem ich aber weiß, dass das eine saisonale Geschmacksverirrung sein kann, bin ich grad froh, dass es solche Blumenstoffe derzeit weder in Bio noch beim Müller gibt. Und mein Kleiderschrank is eh grad so schön rund und fertig und geschmacksverirrungsfrei.
  4. Was mich im Büro gerade sehr beschäftigt – blöde Konzerne, blödes Freihandelsabkommen.
  5. Was werde ich in den kommenden Monaten meine Nähmaschine vermissen. Der Rock ist so cool, und ließe sich eigentlich watscheneinfach aus einem bestehenden schwarzen Rock von mir schneidern. Ja, ich habs mit bunten Zippverschlüssen.
  6. Interessantes Interview über Dreieuroshirts und Arbeitsbedingungen.
  7. Auch andere Menschen können nicht ohne ihre alte Jeansjacke. So schöne Inspiration für Kombis aus meinem fertigen Kleiderschrank.
  8. Ich hab einen alten Wollpulli, der leider vor ein paar Jahren schon ein paar Motten ganz gut geschmeckt hat. Jetzt weiß ich, was ich mit ihm machen werde.
  9. Am ersten April ist wieder Strickfilm! Der erste, der ohne mich stattfinden wird 😦
  10. Modepalast ist auch wieder. Ob ichs dorthin schaff, ist auch dahingestellt.
  11. Pharrell Williams macht nicht nur ohrwurmige Musik.
  12. Offtopic, aber mir sehr wichtig. Samstagabend erfahren und seither eigentlich durchgehend sehr traurig und betroffen: Mein Lieblingsprofessor auf der Uni ist ganz plötzlich gestorben. Er war einer von den wirklich Guten, sowohl fachlich als auch menschlich, viel zu jung und einer der wenigen, bei dem ich sagen kann: Ich hab in seinen Vorlesungen zwar nix für meine späteren beruflichen Tätigkeiten gelernt, aber ich HABE gelernt bei ihm. Und ich hatte die lustigste Diplomprüfung überhaupt bei ihm. Bei einer kompletten Basic-Erstsemester-Frage hats mich aufgeschmissen, worauf er grinsend meinte: „Frau Kollegin, gemeinsam schaffen wir das“, mir dann so lange Stichwörter zugeworfen hat, bis bei mir der Knoten aufging und ich losplappern konnte, und das ganze mit einen „Sehen Sie, sie wissen es ja doch! Ich geb ihnen ein Sehr gut für diese Prüfung. Und mir übrigens auch.“ quittierte. Sehr sehr sehr sehr traurig und betroffen.
rock

Soooooo cool! (c) Fashioning Change

 

Getaggt mit , , , , , , , , , ,

Bekehrt von butterweichem Biobambus

Ich bin bekehrt. Bisher war mein Strickgeschmack klar ausgeprägt: Möglichst dicke Wolle und dicke Stricknadeln, und keine Sommergarne, im Sommer Gestricktes trages, nööö. Nicht cool. Doch ein Biogarn ausm Strickwerk hat mich eines Besseren belehrt: Butterweicher Biobambus, gestrickt mit Dreiernadeln, also drei Millimeter, also echt nicht dick.

2014-03-19 17.53.59

Schön Ton in Ton mit der Kuscheldecke (die ist auf so vielen DIY-Fotos, dass sie bald ihren eigenen Tag in der Tagcloud verdient..). Einfach mit der Rundstricknadel rauf. Gemessen an einem einzigen Knäuel (!) hätt sie sogar noch locker fünf Zentimeter länger werden können. Das Ergebnis:

2014-03-19 19.45.14

Sommerslouchie! Fühlt sich herrlich seidig an, das Material, einfach ideal für Bad Hair Days!

Sonja vom Strickwerk hat mir übrigens was verraten, was meine deutschen LeserInnen freuen wird: Es könnte unter Umständen, vielleicht, eventuell und möglicherweise in ein paar Monaten einen Onlinestore geben!

Und ein anderes Erfolgserlebnis: Ich hab das tussigste Selfie der Geschichte hinbekommen. Ich! Samt halbem Duckface und dem sonstigen Pipapo, nur ohne Makeup und mit viel „Yeah, Mütze passt!“ im Gesicht! Gnihihihi, bin ich jetzt auch „in“?

2014-03-19 19.52.02

Getaggt mit , ,

Warum ich mich mich immer mehr in meine Omaschine verliebe

Sie heißt im heimischen Sprachgebrauch schon lange nicht mehr Nähmaschine. Sie heißt Omaschine. Und langsam, aber sicher stelle ich fest: Zwei Monate ohne diese Maschine wird hart. Die Liebe ist ausgebrochen. Es ist irgendwie ein Mittelding aus Tausendmal Berührt und Crazy in Love. Zwar hab ich schon länger nix neuproduziert, aber es häufen sich die Fünfminuten-Einsätze.

Letztens in der Früh beim Anziehen festgestellt: Oh verdammt, ein Shirt ist kaputt. Pst, Geheimnis, ich liebe nämlich diese Shirts mit eingebautem Gummizug. Hab die Shirts 2008 in New York gekauft und hier nie wieder solche gefunden (zumindest solche, die qualitativ auch wirklich mehr als zwei Waschgänge aushalten). Und nun hatte das schönste all dieser Shirts einen kaputten Gummizug. Vor einiger Zeit wär das das Wachkomaurteil gewesen. Das Shirt wäre in einer Lade gelandet und da wahrscheinlich ein bis fünf Jahre dahinvegetiert. Diesmal wars eine Sache von fünf Minuten, einer weniger schönen Naht, die aber effektiv ist (und die eh keiner sieht. Allerdings ist die Naht so hässlich, dass ich sie nicht posten will 🙂

Davon angestachelt hab ich mich dann ein paar Tage später meiner seit eineinhalb Jahren in ebendiesem Wachkoma liegenden Jeans gewidmet. Boyfriendcut mit Löchern drin,  bereits als ich sie gekauft hab. Diese Jeans mit exakt diesen Löchern an exakt diesen Stellen hab ich in den letzten Jahren permanent auf Wiens Straßen gesehen. Muss ein Bestseller beim Textilschweden gewesen sein. Und obwohl sie recht weit ist, beim Radfahren hat das Loch am Oberschenkel mal RATSCH gemacht und war definitiv zu groß.

Aber jetzt:

2014-03-19 09.11.05

Aus lauter Motivation gleich mal das zweite Bein auch „gesichert“:

2014-03-19 09.11.20

Die Naht: Erstens sieht man sie in freier Natur kaum, zweitens passt dieses Geflickte eh ganz wunderbar zum Stil der Hose. Hach, herrlich.

Getaggt mit ,

Im DIY-Modus: Recyclinghäkelkorb und Biobambushaube.

Es wird eindeutig mal wieder Zeit für einen DIY-Post. Nachdem ich noch so einiges an Zpagetti herumliegen hab und obendrein an einem schwarzweißgrau-gemusterten Knäuel im Strickwerk mal nicht vorbeigehen konnte, hab ich mich gestern Abend mal an die Arbeit gemacht. Das Ergebnis: Ein Korb. Ob für Schmutzwäsche oder doch aktuelle Wollwerke, bin ich mir noch nicht ganz sicher. Kommt auf die Sofaposition im Sommer an, aber das ist eine lange, komplizierte Geschichte, ob der Korb dann an die eine bestimmte Stelle passt und …. egal. Korb. Im Internet kurz angeschaut, wie man eine flache Scheibe häkelt, und dann einfach mal drauflos. Jetzt gerade fertig geworden, also Nettoarbeitszeit eineinhalb Abende. Und ich muss sagen: Ich find ihn gelungen!

2014-03-18 20.01.38 2014-03-18 20.01.52

Und da drin, da liegt schon mein nächstes Projekt: Eine Haube aus unfassbar weichem Biobambus ausm Strickwerk. Hach, Strickwerk. Die haben grad eine neue Auswahl, wenn ich nicht wegfahren würd, ich würd schwach werden. Echt jetzt. Garne aus Milch (!), aus Jeans in vielen neuen Farben, die Saris gibts auch noch, aus Biobaumwolle, aus Maisfaser (auch sehr fein weich, und das coolste ist der Name der Wolle: Popcorn! Logisch, oder?), viele tolle Farben….hach. Schön. Schönschönschön. Und ich durfte mir eine Farbe aussuchen von dem herrlichen Bambus…. so. Muss aufhören zu bloggen. Muss. jetzt. stricken.

2014-03-18 20.02.21

Getaggt mit , , , ,

Mein Kleiderschrank ist fertig.

Pfuh. Erster freier Tag seit zwei Wochen, und der hat sich ganz schön anstrengend gestaltet. Wohl auch, weil über uns gerade die Wohnung renoviert wird und der Handwerker um SIEBEN in der Früh (Samstag!) begonnen hat, am Balkon schräg über unserem Schlafzimmer etwas zu sägen. Das wars dann mit Ausschlafen.

So, fertig mit Raunzen. Der Tag wurde nämlich besser.

Zunächst mal, weil ich auf Hinweis von der Frau Fröhlich zu diesem Flohmarkt hin bin. Und es war fantastisch. Ich war noch nichtmal richtig drinnen, fand ich schon eine semitransparente dunkelblaue Bluse um heiße fünf Euro – eine ähnliche in Schwarz war mir vor ein paar Wochen mal in einem Shop ins Auge gestochen, aber neunzig Euro waren mir für ein Teil, das ich nicht brauche, aber stylingtechnisch gerne hätte, dann doch zu viel. Passte sie mir? Ja. Wollte ich sie? Ja. Brauchte ich sie? Dehnbares Ja, ich hab kein einziges vergleichbares Teil im Schrank, finde den Stil aber sehr schön. Und fünf Euro, und das auch noch Second Hand, das war dann schwer ok. Dunkelblau passt super!

Dann die Frau Fröhlich aufgesucht – die verkaufte an ihrem Stand nämlich nicht nur eigenes Altes, Getragenes, sondern auch Dinge aus ihren früheren Kollektionen, fröhliche Reststücke, so quasi. Und dann hing es da, das Teil, das mir vor eineinhalb Jahren schon auf der Edelstoff so gut gefiel, als ich sie an ihrem Stand besuchte. Weiterlesen

Getaggt mit , , , , , , ,

Eine afrikanische Bildergeschichte

Am Donnerstag war ich nach elf durchgearbeiteten Tagen am Abend schon sehr im Eck. Doch eines wollte ich mir nicht entgehen lassen, und wenns nur für eine knappe halbe Stunde war: Die Eröffnung des Mande Masa. Der Laden mit westafrikanischen Stoffen, Kleidern und Schmuck samt angeschlossenem Friseurladen ist nämlich ein Projekt einer lieben Bekannten, Anna.

Alle Fotos übrigens (c) Andrea Zehetner!

web-mande.masa_00006_Anna

Das ist Anna. Anna kenn ich über Andrea, die Fotografin. Und Anna ist so eine, die mag man gleich vom ersten Moment an. Andrea übrigens auch 😉

Also eigentlich hat ihr Mann das Mande Masa aufgemacht. Mit Youssouf war sie schon zusammen, als er noch in Mali lebte und sie hier in Wien. Inzwischen lebt er hier. Und das Ergebnis hält er im Arm. 🙂

web-mande.masa_00096_LeoundPapa

Links im Bild: Eine kleine Knutschkugel.

Hach, afrikanische Stoffe. Weiterlesen

Getaggt mit , ,

The manly art of knitting

Es gibt sie doch! Ich hab bisher ein einziges dieser Exemplare getroffen, der an einem unfassbar …. rosafarbenen Westerl für seine Freundin arbeitete (und der als Person zwar sehr nett war, sein Geschmack war in meinen Augen jedoch bedenklich). Doch es gibt auch männliche Stricker, die sogar bloggen! Bin über diesen Artikel drübergestolpert, und hab mir den Mann mal genauer angeschaut. Besser gesagt, seinen Blog – und ich bin begeistert! Endlich ein Mann, der Stricken als stinknormales Hobby betrachtet, und geschlechtsunabhängig einfach mal was für seine kleine Nichte produziert. Sehr sympathisch!

maleknitting

Ich bin ja schon lang der Meinung, dass Stricken und Nähen diesen Frauenhobby-Ruf endlich loswerden sollte. Ein paar der tollsten Designer sind Männer, und ein Mann ist auch eine Hälfte hinter we are knitters. Jeder zweite ist im vergangenen Winter mit coolen Strickschals oder -hauben herumgelaufen.. und es ist einfach möglich:

manlyknitting

Wenn es je ein Buchcover gab, das mich zum Instant-Kauf sogar ohne Buchklappen-Inhaltsangabenlesen verführt, dann dieses. Und ich habe Glück, es wird anscheinend wieder aufgelegt! Oder ist ganz neu? Keine Ahnung, aber .. hach. Habenwollen. Ganz arg. Ich weiß, nixkaufen und so. Aber dieses Cover, DIESES COVER!!

 

Getaggt mit , ,

Von der Zeichnung zum Kleid

So, und jetzt mal in aller Öffentlichkeit: Danke, liebe Frau Alltagsschön, dass du meinen Alltag verschönerst. Nämlich damit:

img_8068-e1393242896109 img_8070-e1393242933770

So in der Art hatte ich mir das nämlich vorgestellt, damals, als mir das Kleid in der Zeitschrift so gut gefiel. Getragen hab ichs auch schon, aber ihr wisst ja, ich bin mies in Sachen Tragefotos…

Ich finds toll, wie aus so was

Das soll ein roter Zipp sein, am Rücken, von oben bis unten.

Das soll ein roter Zipp sein, am Rücken, von oben bis unten.

… ein Kleid auch wirklich entsteht. Und was für eins! 🙂

Bin übrigens selbst massiv auch im Nähfieber. Demnächst versuche ich mich an selbstgenähten Leggings. Ja, wirklich. Ich bin gespannt, wie es ausgeht, aber ich halt euch am Laufenden…

Getaggt mit ,

Die Nunu und der Müller

Ich habe ein verdammt unvorteilhaftes Foto von mir gemacht, so richtig peinlich mit Hausbatschen und Bauch raus und das Gsicht hab ich sicherheitshalber gleich abgeschnitten. Da ist noch der Mascara von gestern drauf.

Aber egal. Hier mal wieder ein Bildbeweis, wie sehr mich das Jahr 2012 verändert hat. Abgesehen von den Socken und dem Shirt untendrunter, das man aber eh kaum sieht, ist alles, was ich anhabe, selbstgemacht (oder selbstverändert). Und das ist nicht absichtlich zusammengestellt, das war Zufall heute vormittag, als es schnell gehen musste, weil ich katastrophal verschlafen hatte (in der Nacht in Regen und Nebel von Linz nach Wien im Auto ist gscheit anstrengend, hab ich feststellen dürfen, vor allem, wenn man so selten autofährt wie ich). Der Pullover ist derzeit meine ultimative Zuhause-und-Wochenend-Uniform. Herrlich.

2014-02-22 19.57.47

Das hätt ich mir vor zwei Jahren echt nicht vorstellen können (aber auch nicht, mal ein Foto von mir im Schlafzimmer ins Netz zu stellen. …).

War übrigens heute beim Müller im zweiten, und hab den Herren mal drauf angeredet, wo sie ihre Stoffe herbekommen. Er meinte, sie kaufen nur Restbestände. Nie irgendwas aus neuen Kollektionen, nie werden extra Farben oder so bestellt, es werden nur Reste gekauft. Auf meine Frage, ob sie auch Bio-Stoffe dabei haben, meinte er nur: „Ja, haben wir manchmal, aber sehr selten – und wenn, sind die sofort weg.“ Ja, es ist nicht bio, und ich versuche, so oft wie möglich mit Biostoffen zu arbeiten (bastel grad an einem Rock aus Biojersey ausm Stoffsalon), aber für meine Anfängerversuche – auch nach zwei Jahren fühl ich mich nähtechnisch immer noch wie eine Anfängerin – sind mir dann Müllerstoffe, die schlicht und einfach Bestandsware sind, die ansonsten quasi industriell weggeschmissen würden, doch lieber. Klingt das jetzt nach Ausrede? Ich mag nur ehrlich sein….

 

Getaggt mit ,

Mein erstes Mal….Refashionista sein!

Die Omaschine ist also serviciert und schnurrt wieder (vorher erinnerte sie mehr an eine schnarchende französische Bulldogge). Doch ich verbrachte die Tage letzte Woche eher komplett erledigt am Sofa oder im Bett, mich hats echt ordentlich erwischt, verkühlungstechnisch. Nachdem ich wieder halbwegs fit war, wurde es Zeit, das schnurrende Baby einzuweihen. Der Plan: Frei nach meinen absoluten Lieblingsbloggerinnen Refashionista und New Dress a Day etwas Bestehendes umnähen.

Das Bestehende waren Jeans, die ich mir 2005 in Zürich beim Textilschweden zugelegt hatte. Neun Jahre – und passt noch, yeah, ist an den Oberschenkeln sogar recht gut geschnitten – nur unten taugte sie mir nicht mehr. So sehr ich Bootcut mag – die hier war um ein bis zwei Zentimeter zu kurz, um cool zu sein. Bei meiner Größe Hosen zu finden, auf die ich hinten draufsteig (und das mag ich sehr!)…. kaum machbar. Daher war das so ein bissl ein Kompromisskauf.

2014-02-18 17.23.25

Die Schuhe sind auch cool, oder? Hab ich in einem Ausmistanfall gefunden – sie passen nicht immer, aber ich bin begeistert, dass ich die noch habe!

Und der Kompromisskauf wurde nun zu einer Skinny. Weiterlesen

Getaggt mit ,