Schlagwort-Archive: GLOBAL 2000

Nunu Nenervös

Leute, Leute, gestern war es schräg. Ich hatte über den Blog wieder eine Medienanfrage. So eine mit Bewegtbildern. Österreichs bekanntester Privatsender (genau, die mit den drei Saufnasen und dem Molti…) bringt ein Porträt über meinen Shoppingboykott.

Witzig, mein täglicher Job ist es, solche Beiträge einzufädeln. Mich darum zu bemühen, dass GLOBAL 2000 möglichst gut, richtig und oft in den Medien respräsentiert ist. Und jeder dieser Beiträge freut mich ungemein. Aber jetzt, so ein Beitrag über mich selbst, mich, die Nunu, mit ihren paar Kilos zuviel und ihren blöden Sprüchen…..ich war un-glaub-lich nervös. Konnte mich nicht hinter dem Fachwissen und der Expertise, die es bei GLOBAL 2000 im Haus gibt, verlassen. Nur ich. Ohne Atomausstiegsforderung, ohne Ressourcenschonungshinweis, ohne Pestizidwarnung. Und habe dementsprechend wahrscheinlich viel zu komplizierten Stuss erzählt. Leute, verzeihts mir bitte bereits im Vorhinein.

Und ja, genau an dieser Stelle sollte jetzt ein Foto von den Aufnahmen zu sehen sein. Aber neeeein, vor lauter Nervosität hab ich dann natürlich drauf vergessen.

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„Was hast du da an? Zieh dich aus!“

Gestern war zwar beruflich erfolgreich und am Abend sehr lustig, aber ansonsten eher Streichergebnis – was vor allem an meiner körperlichen Konstitution und der daraus resultierenden Laune lag.

Doch für heute hege ich große Hoffnungen. Warum? Nicht nur, weil ich einen der besten ehemaligen Arbeitskollegen in der Früh gleich zufällig traf, nein, ein aktueller Arbeitskollege begrüßte mich heute mit den Worten: „Was hast du da an? Zieh dich aus!“ Gemeint war das Ausziehen der Jacke, er wollte das in seinen Augen wunderschöne Kleid bewundern. Wenn das mal keine Bauchpinselei de luxe ist.

Ich liebe dieses Kleid auch ohne Ende, es ist unfassbar gemütlich, es ist türkis, es ist so lang, dass man unrasierte Beine drunter verstecken kann (war ein bissl trawig heut in der Früh…). Und es ist von Forever 21. Einem Laden, zu dem ich nach diesem Jahr sicher nie wieder gehen werde. Nachdem ich das Teil nun aber schon besitze, möchte ich nicht über die Produktionsbedingungen nachdenken, sondern mich freuen, dass ich es habe – und es möglichst lange tragen. Ist ja auch irgendwie nachhaltig, oder?

(c) nunette colour

(c) nunette colour

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Ichkaufnix am Ressourcenschonungsblog

Ich freu mich! Die liebe Steffi hat mich für ein Projekt von GLOBAL 2000 – www.reduse.org – interviewt, und in ihrem grenzenlosen Charme mich als „modeaffine Pressesprecherin“ bezeichnet. Ich fühl mich mal wieder gebauchpinselt und freu mich sehr, dass mein privates Ding wirklich so gut reinpasst bei REdUSE. Außerdem hat sie ein Foto von mir verwendet – Copyright Liebster -, das ich selbst auch ganz selbstbauchpinslerisch echt gelungen finde…

(c) Der Liebste

(c) Der Liebste

 

Nunu Kaller, Bloggerin auf „ich kauf nix – ein Jahr ohne Kleiderkauf“, im spannenden Selbstversuch: Ein Jahr möchte die modeaffine Pressesprecherin von GLOBAL 2000 keine Kleidung kaufen. Ob diese Entscheidung aus ökologischen Gründen, oder um die Geldbörse zu entlasten gefällt wurde, und wie sich ihre Shopping-Diät bedingten Entzugserscheinungen auswirken zeigt folgendes Interview:

Was war die Initialzündung ein Jahr auf Kleiderkauf zu verzichten?

Anfangs war der Grund psychischer Natur: Erstens wusste ich, dass ich mehr shoppe als andere und da Einsparungspotential besteht – natürlich auch ökonomischer Natur. Allerdings bin ich auch nicht unbedingt für meine Konsequenz bekannt – mich selbst zu testen, und zwar an meiner schwächsten Stelle, war irgendwie verführerisch. Die ökologische Komponente gesellte sich erst kurz danach dazu. Nachdem ich seit drei Jahren im NGO-Bereich arbeite, konnte ich es vor mir selbst auch nicht mehr verantworten, dass ich gedankenlos zum Textilschweden gehe und fünf Euro für ein Shirt ausgebe…

Dazu war mir schon länger klar, dass ich wirklich leidenschaftlich shoppte und schon lang nicht mehr einkaufte, weil ich etwas brauchte – sondern nur, um mich zu trösten, mich abzulenken, und um einfach meinem Hobby „Mode“ zu frönen. Mein schlechtes Gewissen beim Nachhausekommen war in den letzten Monaten des Jahres 2011 immer größer geworden, wenn ich zuvor mal wieder ein paar Euro beim Textilschweden gelassen hatte. Die eigentliche Initialzündung war dann ein ganz kurzer Artikel einer Moderedakteurin, die sich dasselbe vorgenommen hatte. Ich las darüber und dachte mir sofort: „Cooool, das hört sich super an!“. Ich beschloss jedoch, dieses Jahr auch dazu zu nutzen, mich über die Herkunft meiner Kleidung zu informieren.

Wie war dein Shoppingmuster vor dem Abstinenzjahr? Weiterlesen

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Fachwissen: Bestanden, Outfit: Durchgefallen

Ich bin der Meinung, kleidertechnisch für alle Eventualitäten in meinem Alltag ausgerüstet zu sein. Allerdings schaffe ich  es hin und wieder, in meiner Kleiderauswahl etwas daneben zu liegen. Und so auch heute. Aber ich kann ehrlich nix dafür. Es war etwa drei Uhr und wir waren mitten in einem stundenlangen Meeting, als der hochgeschätzte Kollege R. mich fragte, ob ich ihn spontan um fünf zu einem Termin mit Mitarbeitern eines Ministerbüros begleiten würde. Weil die einen neuen Pressesprecher haben und ich soll doch kennenlernen und so. Na klar würde ich da mitkommen!…war meine erste Reaktion.

Dann schaute ich an mir herab. Nun ja, in meinem Outfit festigte ich das Öko-Birkenstock-Image von Umwelt-NGOs. Ich hatte ebensolche an (zu meiner Ehrenrettung: Es sind die Birkenstock-Zehenschlapfen, die coolen, nicht die mit den zwei Schnallen), dazu ausgeleierte Leggings und ein altes übergroßes Jeanshemd-Tunika-Ding, getoppt von meiner im Urlaub häufig und seither nicht gewaschenen schwarzen Weste. Warum dieses Outfit überhaupt zustande kam? Leute….erster Arbeitstag nach zwei Wochen Urlaub. 500 ungelesene Mails und dann noch zwei interne Marathonsitzungen. Da war mir wirklich von der Früh weg an nach gemütlich, bequem, pfeifdrauf.

Nun ja. Nicht nur, dass es etwas für sich hatte, dass ich in ebenjenem Outfit (für das ich mich mächtig genierte) neben dem neuen Pressesprecher saß, der sich aus seinem Anzugsakko schälte, bevor er sich setzte, auch seine Kollegin war aus dem Ei gepellt fesch. Sie kannte mein Projekt bereits, als ich ihr beim Gehen davon erzählte. Ich hoffe, sie denkt jetzt nicht: „Nix kaufen, und nix zum anziehen. Na prack.“ Aber immerhin konnte ich feststellen: Ich hab in drei Jahren NGO-Arbeit doch so einiges an Fachwissen angesammelt. Und mir angewöhnt, neue Leute grundsätzlich mit „Du“ anzureden. Die Birkenstocks wandern trotzdem ab sofort wieder ins Regal.

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Der Gute Style – die Siegerin und meine persönlichen Favoritinnen

Bitte, ich war ja Jurymitglied beim guten Style, und die Kollegas haben mir erlaubt, zeitgleich mit der offiziellen Veröffentlichung die Siegerin auch hier zu präsentieren. Nochmal zur Erklärung die Regeln des Bewerbs: Zeig uns Outfits, die aus nichts Neugekauftem bestehen. Alt, ausm Kasten von der Oma, selbst umgenäht, umgestylt, alles erlaubt. Nur nix neues. Passt ja ganz gut zu meinem Projekt, so rein inspirationstechnisch!

Gewonnen hat Julia, die aus einem alten Rock und einem kaputten Tuch ein neues Kleid gezaubert hat (das mittlere ist unser Siegeroutfit).

Ich musste ja die Kategorie DIY bewerten, und bei mir waren diese hier auch noch ganz hoch im Rennen:

Das Häkelkleid ist selbstgemacht aus einer uralten Tischdecke von der Oma. Gewagt, aber sehr hübsch, finde ich. Übrigens, dass lauter Gartenfotos in die Endauswahl kamen, war Zufall…

Dieses Outfit könnte mirnixdirnix in einer aktuellen Modezeitschrift abgebildet sein, oder? Meinte zumindest auch Julia Wagner, Chefredakteurin der MISS. Der Rock ist aus einem alten Leintuch umgenäht, das Oberteil aus einem Kleid der Frau Mama. Brave Frau Mama, so schöne Teile aufzuheben…

Auch recht hübsch fand ich dieses hier – wahrscheinlich, weil mir das elfenhafte fehlt, das es braucht, solche Blümchenkleider zu tragen. Ich selbst hab seit gut zehn Jahren mir selbst ein Blümchenkleiderverbot auferlegt. Ich schau einfach scheiße drin aus, Punkt. Das Kleid ist übrigens selbstgenäht, Respekt, schöner Schnitt!

Und nicht vergessen darf man natürlich auf den besten aller Ex-Zivis, der einen Gürtel, den ich im Flugzeugflohmarkt besorgt habe,  präsentiert…. und der sich jetzt sicher ärgert, dass das Foto nochmal poste, hehehe…

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Nunu in einer Fachjury

Meine Damen und Herren, ich bin schon wieder gebauchpinselt. GLOBAL 2000 hat nämlich diesen wunderbaren Bewerb namens „Der gute Style“ ins Leben gerufen. Und wär ich nicht bald elfundzwanzig, sondern ein paar Jahre jünger, dann hätt ich da auch teilnehmen dürfen. Der gute Style ist ein Fotobewerb, bei dem es um Outfits geht. Einzige Bedingung: Die Outfits dürfen nicht neugekauft sein – harrharr, Jackpot! Dafür alt, ausm Kasten von der Oma, neugestylt, oder überhaupt selbergemacht.

Meine nette Kollegin hat mich nun in die Fachjury berufen (ok, zugegeben, ich wollt da auch mitmachen 🙂 ). Und meine Aufgabe in dieser Fachjury: Die DIY-Outfits bewerten. Hey, im Bewerten anderer Outfits bin ich hundertpro besser als im selber Selbermachen!

Hier jedenfalls der Link zu meinen lieben Kolleginnen in der Jury, ich freu mich schon auf die Auswahl der Outfits – da waren in den letzten Wochen echt ein paar Knaller dabei…

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Kreativer Leo und masochistische Nunu

Einen gewissen Hang zum Masochismus kann man mir anscheinend nicht absprechen. Ich hab selbst bei der von mir beworbenen Vernissage von Nählehrer Leo vorbeigeschaut. Was soll ich sagen: Da hingen zwei Kleider und vor allem ein Oberteil, das ich gerne anprobiert hätte. Und zumindest das Oberteil hätte ich mir sehr sehr hoher Wahrscheinlichkeit gekauft. Nicht nur GOTS-zertifizierte Baumwolle und ganz sicher nicht von armen kleinen Kindern aus Bangladesh genäht, sondern auch einfach nur su-per-schön. Genau meins. Einfarbig, aber im Schnitt hochkreativ.

leo (c) nunette colour

leo (c) nunette colour

Leo und ich sind aber draufgekommen, dass wir rein beruflich in nächster Zeit mindestens einmal, aber hoffentlich zweimal miteinander zu tun haben werden. Ich freue mich sehr drauf!

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Guruuu, guruuu, Gift ist im Schuh!

Flipflops aus Plastik – ich hab Unmengen davon. Gabs mal bei Old Navy in New York um zwei Dollar das Paar. Das besondere: Sie sind einfärbig. Keine Muster, Blümchen, gar nix drauf. Herrlich. Ich besitze sie in schwarz, braun, pink, weiß, grün. Hab mir schon länger gedacht, dass sie nicht gut sein können – vor allem, wenn ich drin schwitze. Dennoch trag ich seit locker 10 Jahren gerne Plastikflipflops. Sie sind im Zweifels (=36Grad)-Fall einfach superbequem und zum Badengehen auch genial.

Und jetzt bin ich gewaltig gestresst, weil ich bei Wiki über einen einzelnen Absatz gestolpert bin:

Flipflops werden aus Kunststoffen (PVC/PVDC/chlorierten Kunststoffen) hergestellt. Um diese normalerweise harten und spröden Materialien weich und biegsam zu machen, werden ihnen Weichmacher zugesetzt. Wie die Zeitschrift Öko-Test feststellte, können bestimmte Weichmacher durch Schweiß gelöst werden, durch die Haut in den Körper gelangen und dort die Leber, die Nieren sowie das Hormon- und Immunsystem schädigen.

Das bedeutet, ich sollte dieses Plastikzeugs nie wieder anziehen. Aber im Sommer halt ich es in was anderem als Flipflops oft nicht aus – und ich habe noch nie ein Paar Lederflipflops oder Stoffflipflops gefunden, die mir gefallen UND gepasst hätten (Stichwort Quadratlatschen mit hohem Rist…)

Was mach ich jetzt im Sommer?! Meine alten Sandalen zerfallen, die Espandrillos sind schon zerrissen, die Birkenstocks sind für mein Fußbett kontraproduktiv, in den Ballerinas schwitz ich wie Sau (ach ja, DAS war das Problem an den schwarzen Ballerinas…), und den ganzen Sommer über Converse pack ich nicht.

Watt nun?

 

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Grassroots-Designermäntel

Bin heute in meinem heißgeliebten bunten Desigual-Mantel (nicht dem, den ich aus lauter Panik einen Tag vor Beginn des Projekts gekauft hatte, sondern der, für den ich 300 Euro ausgab, und den es ein Dreivierteljahr später um 80 Euro im Outlet gab…) am Jahresgeneralmeeting aller FoE-Organisationen aufgetaucht. Am Hinweg dachte ich mir noch, ui, das wird nicht gut ankommen. Böse werden die mich anschauen. Wie kann ich nur so ausbeuterische Mode tragen? Und dann noch bei den Grassroot-Ökos so auftauchen?

Nun ja. Es kam anders. Drei Leute erklärten mir, wie gut mir der Mantel passe und/oder wie schön der Mantel ist.

Nicht nur andere haben mir gegenüber also schon ein schlechtes Gewissen, ich habs anscheinend vor mir selbst sogar viel ärger.

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Breaking News: Nixkaufen und das Schicksal

Ich hab ja schon ein, zweimal über die Wear Fair geschrieben. Die Messe für nachhaltige Mode in Linz. Ende September. Und heute schreib ich euch, warum ich die so anpreise. Aber dafür muss ich ein bissl ausholen.

Ende April, es war kackheiß, war ich bei der lieben Ina im Garten. Dort anwesend auch ihre Mama Claudia. Die meinte, sie würde gerne lesen, was ich so vor mich hin blogge – allerdings stelle sie sich immer wieder die Frage: Was kommt danach? Was passiert, wenn das Jahr um ist? Wird es ein effektives, operatives Ergebnis geben, irgendwas Greifbares? Mit diesen Fragen rannte sie bei mir offene Türen ein, auch ich überlegte in den letzten Wochen, wie es wohl weitergehen würde, welche Entwicklung das ganze Projekt noch nehmen würde. Mir wurde nämlich mehr und mehr klar, dass ich das Thema Fair Fashion, Realsituation der Kleiderproduktion und Umweltbelange gerne beruflich umsetzen würde.

Szenenwechsel, zwei Tage später. Ich sitze bei uns (also GLOBAL 2000) im Büro und vertrete einen Kollegen in einem Meeting mit Südwind. Südwind hatte uns eine Kooperation in Sachen Wear Fair angeboten. Nur zwei Tage waren seit dem Gespräch mit Inas Mama verganen, und schon winkte das Schicksal nicht nur mitm Zaunpfahl, sondern gleich mit dem ganzen Garten… Was soll ich sagen: Wir gehen die Kooperation ein. Und ich habe die Ehre, von nun an die Organisatoren bei der PR für die Wear Fair zu unterstützen.

Also wenn das kein effektives, operatives Ergebnis ist, dann weiß ich auch nicht. Und ja, ich freu mich echt deppert über diesen Wink des Schicksals!

wearfair.at

wearfair.at

Und ja, ich finds immer noch hart, dass ich dort auch nix kaufen werde, aber Plan ist Plan!

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