Diesmal nicht wir, sondern TopSwap: Es wird wieder getauscht!
Gestern Abend, nach mehrstündigem Kinder-zum-Lachen-und-direkt-ins-eigene-Ohr-kreischen bringen (es gibt nichts besseres für die seelische Gesundheit als die Dreckslache einer gut gelaunten Fünfjährigen), musste ich nochmal den Kopf durchlüften und ein bissl spazieren gehen. Also beschloss ich, meinen Selbsttest vom Jahresanfang zu wiederholen.
Das Ergebnis war fast das Gleiche. Die Kleidung war mir komplett wurscht, egal, ob Textilschwede, C&A, Vero Moda, New Yorker oder oder oder. Stattdessen zwei neue Impulse: Erstens, das von mir favorisierte Wunschoutfit stand exakt wie von mir beschrieben in der Auslage von New Yorker, was meine Lust an dem Outfit wieder ziemlich ordentlich absenkte. Zweitens waren in der Auslage vom Textilschweden ein paar Sachen, die mich dazu inspirierten, sie selbst nachzunähen. Sollte sowas nicht eignetlich andersrum funktionieren? Sich inspirieren lassen, um es dann billiger nachzumachen? Eine Selbstproduktion wird auf alle Fälle teurer als ein einfacher Kauf mein Textilschweden. Is mir aber wuuuhuuurscht. Zu stark ist der Gedanke beim Anblick der Sachen, wer das wohl produziert hat, und wie. Wäh.
Aber eine Ausnahme gab es. Wieder waren es Stiefel, und wieder im selben Geschäft wie damals. Grau, mit Strickstulpe. Ich hab irgendwie den leisen Verdacht, dass das mit dem Schuhekaufen nächstes Jahr sehr streng kontrolliert werden muss. Stiefel sind einfach meine persönlich Archillesferse…
Die meisten, die sich auch nur ein biiiiissslll für DIY//Indie//das Gegenteil von Massenproduktion interessieren, werdens schon kennen: den FESCH’markt.
Ich habe bisher zwei solche feschen Märkte beehrt, einmal wirklich sehr knapp nicht einen sehr leiwanden Pulli gekauft, den man zur Tasche umbauen konnte, und beim zweiten Mal permanent diese wirklich coolen Ohrringe, diese gewissen, einen…. Wahnsinn. Cool waren die. Ich konnte natürlich nicht widerstehen. Und ich garantiere: Es wird jede so ein Teil dort finden, so ein „lässt mich nicht mehr los muss ich haben und zwar jetzt sofort weils nicht nur unglaublich super ausschaut, sondern weil auch die Verkäuferin gleichzeitig die Produzentin ist und boah die ist ja voll nett und wahnsinn, ich mag auch ab jetzt nur noch Ohrringe machen“-Teil. Oder so.
Tja, mal wieder so eine Veranstaltung, bei der ich nicht einkaufen darf, obwohl die persönlichen Einkaufsfaktoren wirklich passen würden – nächstes Jahr halt.
Aber. Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaber. Die sind ja nicht blöd, die vom FESCH’markt. Die haben sich auch was für mich überlegt. Und zwar mein Spezialgebiet: Ein Tauschevent. Samt karitativem Saufen. Perfekte Kombi für mich. Ich zitiere die Spielregeln:
Nachdem wir unser Büro für ein Wochenende in die Brauerei verlagern, ist genug Platz um sich hier die Fetzen um die Ohren zu schlagen…
ALSO:
1) Kleiderschrank: alles von Unten und Hinten wird mitgenommen2) Im FESCH’office abgewogen und gegen einen Kilobon getauscht (Tauschgebühr 5€)3) dann wird richtig gewühlt und der Bon gegen die neuen Schätze eingetauscht4) am Abend bei der FÊTE’FESCH in neuer Robe getanztWer erschöpft von Tauschen ist, gar nicht tauschen will oder Ute Bock unterstützen möchte, holt sich an der Bar einen leckeren PUNSCH.
Der Erlös durch den Punsch und die übrigen Kleidungsstücke werden an den „Flüchtlingsverein Ute Bock“ gespendet und können vor Ort auch direkt gespendet werden.
Die Halloweenparty am Mitwoch war super. Hab ich eh schon geschrieben. Sie war sogar so super, dass die Gastgeberin leidergottes ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr viel davon mitbekam und obendrein sich am nächsten Tag nicht an alles erinnern konnte. Darum gab es gestern für sie ein Reenactment der Party, und ich war eine brave Reenacterin und trank mal wieder brav Gin Tonic – nicht so viel wie am Mittwoch, aber trotzdem genug, um zuhause nicht gleich einschlafen zu können.
Und was mach ich stattdessen? Ich suche nach Shoppingmöglichkeiten in Amsterdam. Wenn schon Belohnung, denn schon. Und gefunden habe ich das hier:
Amsterdams bekanntester Concept Store in Sachen ökofairer Mode. Ich bin seeeehr gespannt drauf. Zum Beispiel auf Boeji: „Unique, revolutionary and sustainable: that’s what defines Boeji. This fashion label gives discarded materials a second lease on life and by doing so creates products with an interesting story. They produce jackets, shoes and bags using old ship sails. This way you’re guaranteed that each and every garment is totally unique.“
Oder Pants to Poverty: „Using underwear to end poverty? The underwear label Pants to Poverty makes it happen! They produce trendy boxers and briefs using biological cotton and by doing so they support farmers and factory workres in development countries. They also generate “underwearness” for the battle against poverty that is far from over.“
Die Händlerliste bei Nukuhiva hat für mich übrigens abgesehen von einem nur neue Labels gebracht. Man muss nur ein bißchen schauen, schon findet man ökofaire Designs in Hülle und Fülle. Ich freu mich schon sehr auf Amsterdam, tirili! Gar nicht so sehr auf die Möglichkeit, dass ich mir dann wieder Kleidung kaufen kann, sondern einfach auf die Tatsache, dass ich mir die ganzen Labels anschauen werde und mir dabei denken werde: „Hey, ich könnte! Ich habe die Auswahl!“ Und jetzt: Zurück zum Stricken. Die Sucht hat mich wirklich sehr fest im Griff.
Wow, es wird ernst, das Jahr geht ja wirklich glatt bald mal zu Ende! In 75 Tagen „darf“ ich wieder shoppen. Ob ich es umgehend am 16. Jänner auch tun werde, sei mal dahingestellt. Momentan sagt mein Bauchgefühl nein. Erstmal den ganzen Ballast zuhause loswerden und Raum für Neues, aber vor allem für neu Selbergemachtes schaffen. Aber belohnen werde ich mich dennoch für das Jahr, und zwar mit einem Wochenende in Amsterdam mit meiner lieben Aniger.

(c) nunette colour
Die Stadt der Fahrräder, die Stadt am Wasser, die Stadt des Kirschbieres, …… die Stadt, wo es eine Cora-Kemperman-Filiale gibt 😉
Und obwohl ich mir vorgenommen habe, nicht mehr zu fliegen, sofern es sich vermeiden lässt, werden wir hinfliegen. Aaaaber – und das möcht ich euch allen ans Herz legen – ich hab ganz brav meine Ausgleichszahlung bei Atmosfair getätigt. 13 Euro für Amsterdam und zurück – Geld, das für wirklich sinnvolle Klimaprojekte eingesetzt wird.
Hach, ich freu mich. Drei volle Tage mit der Frau, mit der ich bereits sieben Wochen durch Australien gegurkt bin vor viel zu langer Zeit, und die das DIY-Fieber mit mir teilt, in einer der coolsten Städte Europas.

(c) nunette colour
Heute seid mal IHR gefragt: Ich hab ja schon so diverse Ideen, wie ich den Blog nach Ende des shoppingfreien Jahres weiterführe, aber noch hat es sich nicht zu einem schlüssigen Konzept entwickelt. Und alle paar Tage fällt mir wieder eine neue Perspektive ein, die ich am Blog einbauen könnte.
Aber eines interessiert mich auch sehr: Liebe LeserInnen, was würdet ihr denn gerne nächstes Jahr (weiterhin) lesen? Oder wartet ihr nur ungeduldig auf den 16. Jänner, ob ich es auch wirklich geschafft habe, und dann hat sich die Sache?
Liebe Leute, Vorschläge willkommen – soll ich weiterraunzen, weiter Labels vorstellen, das ganze zum DIY-Blog machen, oder habt ihr komplett andere Ideen für mich? Ich bin sehr gespannt drauf, und freu mich auf euer Feedback!
Ich hab letztens mal „Kassasturz“ gemacht und zusammengezählt, was in den vergangenen neuneinhalb Monaten so alles in meinem Kleiderschrank gelandet ist, das da vorher noch nicht war. Und holla, das ist nicht grad wenig – irgendwie wird mir grad klar, warums mir nicht wie Verzicht vorkommt, das Jahr. Vorausschickend: Ich habe nicht um Geschenke gebeten. Bis auf eine Tasche. Geb ich zu.
Aaaaaalter Schwede.
Also erstens: Ende Jänner ist Großausmisttag. Aber sowas von.
Und zweitens: Diese Liste da oben ist ein Bruchteil dessen, was ansonsten so durchschnittlich in einem Jahr neu in meinem Kleiderschrank gelandet ist. Und die Freude über jedes einzelne Teil war 2012 locker viermal so groß wie vorher.
Drittens: Ich hab mich komplett an meine eigenen Regeln gehalten. Trotzdem kommt mir diese Liste da oben echt wie ein Regelbruch vor.
Aaaaaaaaaaber viertens: Auf die Tour kann ich locker noch ein paar Monate länger weitermachen. Wäre da nicht das mit Aniger geplante Amsterdamwochenende 🙂

(c) nunette colour
Wenn man neue Hobbies entdeckt, dann entdeckt man da plötzlich einen ganz eigenen Markt. Da entstehen gleich ganz neue Konsumwünsche, mein lieber Schwede! Ich kann mich noch gut erinnern, als eine liebe Freundin, die seit Jahren leidenschaftlich strickt, zum Geburtstag quasi den Ford Mustang Baujahr 1968 in der Stricknadelliga geschenkt bekam:
.Damals hab ich nicht ganz verstanden, wieso nicht nur ihr vor Freude, sondern auch einigen ihrer Freundinnen vor Neid quasi der Sabber geronnen ist. Tja, so ändern sich die Zeiten: JETZT versteh ichs. Das Teil und dazu noch solche Anstecknadeln in den Größen 10, 12 und 15….dann bräucht ich wohl nie wieder neue Nadeln. Hach.
Nein, ich bin stark. Ich werd mir die nicht zulegen. Das Auto vom Service, die Gasrechnung, das Parkpickel und noch so einige andere Argumente sprechen da dagegen…
Also erstens Mal: Kanarienvögel sind natürlich nicht dumm. Aber ich habe die menschliche, weibliche Version eines Kanarienvogels getroffen, der man dieses Attribut doch recht bald anheften mochte. Aber ich bin ganz allein selbst schuld dran, dass ich dieses Vögelchen getroffen habe: Ich war nämlich bei der Barbara Karlich Show. Keine Ahnung, was mir da eingefallen ist, als ich da zusagte. Aufnahme war schon Ende Juni, gestern wurde gesendet. Und ich habe es absichtlich nicht angekündigt – einfach, weil ich mich bei den Aufnahmen erstens ziemlich fremdgeschämt habe, und zweitens, weil es mir währenddessen eigentlich dann auch ein bisschen peinlich war, dass ich zugesagt hatte. Es war einfach die pure Neugierde gewesen, obs dort wirklich so absurd zugeht wie von Bekannten berichtet. Ja, tut es. Das Wort Sozialporno triffts ganz gut…
Die natürlich unglaublich toll vorbereitete Moderatorin erklärte, dass ich mir ein Jahr keine Kleidung kaufe, weil ich mal Tiertransporte gesehen hatte …. what the f…? Mein Projekt wurde nicht erklärt. Die Diskussion war unglaublich platt. Wer es sich antun will, bitteschön – ein Klick aufs Bild führt in die TV-Thek. Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.
Was ich wirklich amüsant fand: Die haben ein paar Monate später nochmal angerufen, wollten mich als Gast haben – und wussten nicht, dass ich schon dort war. Sorry, die genier mich nicht nochmal. Ich will da jetzt gar nicht tiefstapeln oder angeben oder in welche Richtung man auch immer das auslegen mag: Ich war dort, hatte vorher meine Zweifel, die Zweifel haben sich bestätigt, ich bereue es nicht, aber schreib halt auch, dass es eher auf der nicht soooo besonderen Seite war. Gar nicht. Buuuaah.
Aber eines war es absolut wert: Meine saucoole Mama – die allerbeste Mama der Welt, die man haben kann -, im Fernsehen ….

Screenshot tvthek.orf.at
Nein, keine Umschulung am Wochenende hinter mich gebracht (das wär sich neben der Putzerei eh net ausgangen), sondern: Morgen in der Morningshow und in Connected auf FM4 gibts eine neue Serie : Labor Leben – Eine Versuchsreihe. Und ich habe die Ehre, mit diesem meinen Blogprojekt eine der (die?) Erste(n) zu sein, über die berichtet wird.
Labor Leben – Eine Versuchsreihe
Ein Jahr lang keine Kleidung kaufen? In einem gottverlassenen Landstrich Kulturprogramm aufstellen? Oder sich die Beine nicht mehr rasieren? FM4 will sie kennenlernen, die Projekte und Versuche, mit denen Menschen ihr Leben verändern.
Jeden Dienstag porträtieren wir Menschen, die sich eine Zeit lang gewissen Aufgaben stellen. Die Gründe dafür sind so unterschiedlich wie die Projekte selbst: mehr Bewusstsein für die Dinge um sich herum zu entwickeln, der Umwelt oder anderen Menschen Gutes zu tun, die eigenen Grenzen auszutesten oder sich weiterzuentwickeln.
Labor Leben – Eine Versuchsreihe. Ab 23. Oktober jeden Dienstag in der FM4 Morning Show und in FM4 Connected.Zu hören in Connected (15-19) mit Claudia Unterweger
Ich bin schon gespannt, was sie aus meinem Kauderwelsch an Antworten zusammengeschnitten haben! Tirili, FM4, wie cool!