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Arme Schweden

Jetzt ist die tropische Hitze auch in Stockholm angekommen:

H&M leidet unter heißem August und starker Krone

17.09.2012 | 10:14 |   (DiePresse.com)

Im August ging der Umsatz vier Prozent zurück. Im dritten Quartal stagnierte er auf vergleichbarer Fläche. Die Analysten hatten mehr erwartet.

Der heiße August und die starke schwedische Krone haben das Geschäft des Textilhändlers Hennes & Mauritz (H&M) belastet. Im dritten Geschäftsquartal stagnierte der Umsatz von bereits seit mehr als einem Jahr geöffneten Läden, wie das Unternehmen am Montag in Stockholm mitteilte. Im August sackte der Umsatz auf vergleichbarer Fläche um vier Prozent ab, die Textilkette führte dies auf die große Hitze in Europa zurück.

Dank der Eröffnung von gut 300 neuen Geschäften weltweit seit August 2011 stiegen die Umsätze im Konzern um rund 6 Prozent auf 33,6 Milliarden Kronen (3,95 Milliarden Euro) an. Ohne Mehrwertsteuer gab es einen Zuwachs von 7 Prozent auf 28,7 Milliarden Kronen. Damit verfehlte H&M die Erwartungen von Analysten. Die Aktie gab in den ersten Handelsminuten in Stockholm rund zwei Prozent nach.

Neben der Hitze machte im dritten Quartal die Aufwertung der Krone zum schwächelnden Euro dem Unternehmen zusätzlich zu schaffen. H&M will am 27. September alle Zahlen für die drei Monate bis Ende August vorlegen.

(APA/dpa-AFX)

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Immer die Gegenseite anhören

Ich hab ja schon kürzlich geschrieben, wie super ich Sarah von ThisisJaneWayne aufm FashionCamp fand. Auf ihrem Portal steht schon seit einigen Tagen ein Interview mit H&M. Ja, ich habe mir jetzt mal die zweite Seite der Medaille durchgelesen – und es war keine Überraschung dabei. Viel davon ist definitiv Schönrederei, manches mag stimmen.

Nachdems dort viel zu lesen gibt, schreib ich hier jetzt gar nicht viel mehr. Ich hab sowieso Berge an Arbeit. Und Leute: Kommts auf die WearFair, übrigens 😉

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Selbsttest, mal wieder

Hatte heute früh etwas Zeit, bevor mein Zug gen Westen ging. Darum hab ich mich am Westbahnhof mal wieder einem Selbsttest unterzogen und bin in verschiedenste Fetzengeschäfte rein, hab einzelne Kleidungsstücke angeschaut, den Preis begutachtet, ganz so wie früher.

Nur mit dem Unterschied, dass mich kein einziges Teil angemacht hat, während ich früher fast schon mit dem Gedanken „Ich muss was finden“ derartige Unternehmungen startete.

(c) nunette colour

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Sogar beim bunten Spanier war ich drin. Nicht ein einziges Teil hat mich angemacht.

(c) nunette colour

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Die tabubrechende Hose

Ich muss jetzt was gestehen – diese Jeans ist meine Lieblingsjeans (und dieser See mein Lieblingssee. Und ja neben mir stehen Plastikflipflops. Neue, nicht aus Plastik, gibts nächstes Jahr).

(c) der Freund

(c) der Freund

Diese Hose hat jedoch ein Geheimnis. Ich habe sie mir mal in einem Anfall von Neugierde gekauft. Diese Hose ist eigentlich für Schwangere gedacht und hat überm Bund noch Baumwollstretch. Anfangs wars mir uuuuuurpeinlich. Inzwischen: Ich liebe sie. Niemals kalte Nieren beim Radfahren. Keine Schwimmreifen, wenn man nachspeisentechnisch mal wieder wiederholt über die Stränge geschlagen hat. Ein tief sitzender Bund, der bei optimaler Verdeckung des Baumwollteils aussieht wie die Übersuperhüfthose, etwas, was bei mir sonst immer in Maurerdekoltee (ohne Arschgeweih!) endet.

Lange war sie mir sehr sehr peinlich, die Hose. Einmal, in einer Mädchenrunde, gab ich es nach einszweivierzehn Gläsern Prosecco verschämt zu. Die Reaktionen (von Müttern UND Nichtmüttern unter meinen Freundinnen): „So eine hab ich auch!“, „Die sind so bequem!“, „Die hab ich nach der Schwangerschaft weitergetragen!“, „Wie genial, wieso bin ich noch nicht drauf gekommen, mir so eine zu kaufen!“ und „Ich hab drei davon und kein Kind, noch Fragen?“

Tabu Schwangerschaftshosen, quasi. 🙂 Meine ist vom Textilschweden und hat im Ausverkauf genau 12 Euro gekostet. Jetzt frag ich mich grad, wo ich solche in Bio und/oder Fair herbekommen könnte.

Ach ja, und der See ist wirklich cool. Und arschkalt, übrigens.

(c) Der Freund

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Der neue Katalog vom Textilschweden

Auch bei mir ist er im Postkastl gelandet: Der große Herbstkatalog vom Textilschweden. Und ich genieße es grad ungemein, zuhause am Sofa zu lümmeln und ihn durchzuschauen, und in Ruhe den Urlaub ausklingen zu lassen (nur halt erstmals ohne Katzi am Schoß – den ich noch mehr vermisse, seit ich die Katzenwelt von Kroatiens schönster Urlaubsinsel wahrscheinlich kollektiv vorm Verhungern gerettet habe. Ein halbwüchsiges Würschtl hats mir mit einer Kratzwatschn gedankt, undankbares Gfrast. Ok, vielleicht hätt ich sie auch nicht gar so viel frotzeln sollen…).

Nach erster Durchsicht des Katalogs einige Feststellungen:

  • Es gefällt mir so gut wie kein einziges Outfit. Vieles, weil es einfach nicht meinem Stil entspricht. Die Dinge, die zwar stilistisch gut passen würden, schauen mir – hey, Fortschritt, die Denkweise ist wirklich auch in meinem Bauch angekommen – viiiiel zu sehr nach austauschbarer Massenware in schlechter Qualität aus (Bsp: Ich würde liebend gerne mal meinen Dufflecoat aus dem Jahre 1994 gegen einen neueren, etwas taillierten austauschen – aber ich weiß jetzt schon: der da im Katalog ist zwar fesch, aber sicher nur halb so warm und vor allem viermal so schnell hin wie mein aktueller).
  • Ich habe mir den Katalog unter der Prämisse: „Wenn ich was seh, überleg ich, ob ichs nachnähen kann – mit heftiger Unterstützungen von den Freundinnen, die auch wirklich nähen können“ durchgeschaut. Immer noch: Nix.
  • Ein einziger Strickpulli ist nett. Was mich wieder daran erinnert hat: Bis Ende 2012 habe ich mir einen Pullover gestrickt. Darauf freu ich mich. Bin eh schon ganz heiß aufs Stricken, so sehr, dass ich in der Ferienwohnung fünf Nadeln und ein Wollknäuel aus Omas Handarbeitskiste rausgefischt hab und losgelegt habe. Bin leider nicht fertig geworden mit dem Haubi, wird nächstes Jahr beendet 🙂
  • Ein paar Seiten des Kataloges sind jedoch so super, dass ich jeeede Menge Geld dort lassen könnte: Die Home-Abteilung. Hach, so hübsche Sachen. Und ich habs doch so gern stimmig und schön zuhause…. Aber das Zeug kommt wahrscheinlich exakt aus der gleichen Ecke der Welt wie die Kleidung, und ist noch dazu noch viel einfacher nachzunähen. Nur wo krieg ich so coole Stoffe her?!

 

 

 

 

 

 

 

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Der Designschwede

Der Textilschwede hat einen neuen Design-Partner: Maison Martin Margiela (coole Homepage, by the way!). Ehrlich gesagt, ich kannte das Modehaus noch nicht, eine Freundin hat mich belehrt, dass sie zwar das Parfum besitze, die Kleidung ihr aber zu teuer sei.

Nachdem mir meine Zeit heute mehr als davonrennt, muss ich euch auf einen anderen Blog verweisen, wo ausführlich über die Kooperation geschrieben wird: Bitteschön.

Ich gelobe Besserung – das, was mir aus dem Bauch heraus jetzt ganz schnell einfällt, ist die Frage, welchen Hintergrund MMM wohl hat und ob der Textilschwede sein Ziel von nur noch Bio- oder Better Cotton bis 2020 auch bei den Designkollektionen beachtet wird. Nur jetzt muss ich düsen, sonst ist die Nichte sauer….

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Krachende Träume

In Bangladesch krachts. Und ich weiß nicht, ob ichs gut oder schlecht finden soll. Ich finde es super, dass die ArbeiterInnen sich auflehnen, dass sie protestieren und dass sie ihre Situation in die Öffentlichkeit tragen. Sie haben wirklich absolut jedes Recht dazu. Dass es zu gewalttätigen Ausschreitungen kommen muss, finde ich schade. Ich kann verstehen, dass da ganz viel Wut in ihnen brodelt, und dass sie eventuell gar kein anderes Ventil mehr haben – aber richtig ist es nicht.Nur: Sie haben wirklich kaum Möglichkeiten mehr, der Streik scheint nicht zu wirken.

Richtig wäre, wenn sich beispielsweise die fünf größten Kleidungsproduzenten (Inditex, der Textilschwede und der ganze Rest) zusammentun würden und einen GEMEINSAMEN Code of Conduct einführen würden. Hui, das würde ganz schön viel Mehrkosten in der Produktion für sie verursachen. Aber erstens: Durch Preissteigerungen ihrer Produkte könnten sie die „Verluste“ gering halten, und wenns bei allen bissl teurer wird, verschiebt sich der Konkurrenzkampf um eine Teuerungsebene, bleibt aber auf dem gleichen Level in Sachen gegeneinander.

Und der Vorteil: Die Ausrede, man könnte den Fabriken in Bangladesch und den sonstigen Billiglohnländern keine Mindestlöhne, Mindestarbeitsalter und sonstige Gschichten aufzwingen, weil ja eine Fabrik für mehrere Firmen arbeitet und das würd sich logistisch nicht ausgehen, dass ArbeiterInnen für Textilschwedenklamotten höher bezahlt werden als für KiK-Klamotten und das wäre doch unfair (ernsthaft, ich habe DIESES Wort im Interview mit einem CSR-Beauftragten bei Inditex gelesen – nur leider finde ich es nicht mehr. Hatte es am Laptop runtergespeichert. Grumpf.). Das würde bedeuten, dass die Fabriken sich wirklich kollektiv alle an höhere Mindeststandards halten müssten.

 

Man wird doch wohl noch träumen dürfen…

 

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mindestrekord

kurzes Update vom Flughafen, ich hab heute glaube ich einen Mindestrekord aufgestellt: schal vier Euro, Shirt fünf Euro, Rock fünf Euro, Leggings geschenkt, Unterhose Fuenferpack 15. ich schäme mich.. aber immerhin, nix davon mit löchern, alles noch heil ….

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Streik am Sofa

Die Online-Zeitung ecouterre.com berichtet:

More than 5,000 Cambodian garment workers failed to reach an agreement with their employers on Tuesday after 11 days of striking. Negotiations between the Coalition of Cambodia Apparel Workers Democratic Union and Singapore-owned SL Garment Processing broke down after workers rejected offers they regarded as less than satisfactory. Employees at the facility receive a base pay of $61 a month, which requires them to toil eight hours a day, six days a week. Workers are demanding a $5 pay rise, plus another $25 per month to cover transportation and housing costs. “We will not stop our strike until our problems are solved,” said Teng Ry, one of thousands picketing on the outskirts of Phnom Penh, told the Associated Press. Employees, he said, are regularly denied sick leave and ordered to work up to 16-hour shifts, including on days off. Although long shifts are compensated with overtime pay, SL Garment Processing was breaking Cambodian labor laws by forcing employees to work against their will, he added. The factory is still operating, albeit with a skeleton staff. According to its website, the garment factory supplies clothing to more than two dozen international brands, including J.Crew, Old Navy, Gap, Banana Republic, H&M, and Levi’s.

Biobaumwolle hin, supernachhaltige Jeans her, DAS unterstützen wir trotzdem durch unsere regelmäßigen Einkäufe, weil wir glauben, nix anzuziehen zu haben – sagte sie und saß in ihrer 30-Euro Jeans und ihrer (immerhin) Biobaumwoll-Textilschweden-Strickweste am Sofa, dessen Überzug wohl auch von NäherInnen aus diesen Ländern stammt…. – das Sofa kostete übrigens als billigstes mit Bettfunktion vom Möbelschweden fast zehn volle Monatslöhne der kambodschanischen Arbeiter (wobei, ich habs Second Hand um die Hälfte gekauft, aber darum gehts grad nicht).

Mir ist schon klar, ich vergleiche Äpfel mit Birnen und man muss ja auch die  lokale Wirtschaft berücksichtigen und nur weil ichs entsetzlich find, heißts ja nicht, dass ihr hier zum Asket werden muss und 61 Euro sind dort viel Geld und blaaaaahhh. Trotzdem. 61 Euro im Monat im Vergleich mit einem wirklich günstigen Sofa zum hin und wieder drauf herumlungern, das fetzt halt doch irgendwie kurzfristig in die Magengegend.

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Braune Verschwörungstheorie

Hui, ich hab schon wieder einen bösen Verdacht. Der Textilschwede hat es vor ein paar Tagen mal wieder in die Medien geschafft: Das Model auf der neuen Bikini-Plakatkampagne ist wirklich schon eher knusprig well-done als medium – und in etwa so dünn wie ein Hühnerfilet anstelle eines ganzen Hendls…

Hier gehts zum Artikel auf derstandard.at.

Ausgelöst wurde die Kritik durch eine Bloggerin, die die es knallhart auf den Punkt bringt: „H&M: Fick dich„. Zu viel Photoshop, und eine derartige Bräune, dass sich die Onkologen über mehr Geschäft freuen werden:

„Und um sich diesen Sommer von all den anderen zu unterscheiden, hat H&M den Bronzepinsel ausgepackt: Mallorcabraun ist in. Ich schaudere bei dem Gedanken wieviele Teenager dieses Jahr ihre Haut ruinieren werden bei dem Versuch, dem H&Mschen Schönheitsideal zu entsprechen. Das Irrwitzige dabei ist, dass man uns das Aussehen der Modells als natürlich und gesund verkaufen möchte. Entschuldigung, aber soll ich lachen oder weinen? Bei solchen Ärmchen zeichnen sich normalerweise die Rippen zählbar ab. Bei solchen Bäuchen könnte kein Model 500m Laufen.“

H&M hat sich entschuldigt. Für die Bräune. Immerhin. Dass sie die Kritik der Bloggerin an den unnatürlichen und ungesunden Figuren außen vor lassen, überrascht mich ehrlich gesagt nicht. Wozu auch – sie werden eh damit weitermachen, so traurig das auch ist.

An sich aus Blogger-Sicht eine feine Geschichte: Bloggerin regt sich auf, hat breite Leserschaft, und bäm, ein Konzern wie der Textilschwede ist gezwungen zu reagieren. Nur habe ich das dumpfe Gefühl im Bauch, dass die Bloggerin da instrumentalisiert wurde. Dass der Textilschwede sich der zu tiefen Bräune bewusst war, die Kampagne trotzdem gebracht hat, mit der Kritik gerechnet und darauf vorbereitet war, und dann, als wie erwartet sich jemand breitenwirksam aufregte, sofort mit der Entschuldigung da war. Alles nach Plan – jetzt reden locker fünfmal so viele Leute über die Bikiniwerbungen wie ohne diesen Skandal (inklusive ich). Weil die Entschuldigung glaubhaft ist sowie ernsthaft und schnell rübergebracht wurde, macht sich der Textilschwede gleich wieder beliebt. Nur so ein Verdacht. Von dem ich hoffe, dass das nur eine Verschwörungstheorie in meinem Schädel ist. Auf alle Fälle dennoch: Thumbs up für die Bloggerin.

Ich hab übrigens grad echt das Gefühl, dass einige der LeserInnen sich jetzt denken werden: „Na wui, die hält sich grad wieder für schlau. Weiß doch jedes Kind, dass es so läuft!“ Bin also entweder naiv oder verschwörerisch veranlagt. Super Auswahl 🙂

P.S.: Danke an Martin für den Hinweis auf den Artikel!

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