Archiv für den Monat Mai 2013

Gespannt wie ein Pfitschipfeil

Und nochmal gute Neuigkeiten, die auf dem bitteren Unglück mit über 1100 Toten basieren: Der Textilschwede, C&A und Inditext haben endlich die schon so lange geforderte Unterschrift unter das Brandschutzabkommen gesetzt. Wenn ich das richtig verstanden habe, verpflichten sie sich damit unter anderem, die Fabriken, in denen sie produzieren, finanziell dabei zu unterstützen, dass Brandschutzmaßnahmen und weitere Sicherheitsvorkehrungen eingebaut werden.

Auch das klingt gut, auch das lese ich mit etwas verhaltener Freude. Kann es wirklich sein, dass sich aus Sicht der Kritiker in mittelgroßen (aber schönen!!), für die Konzerne riesigen Schritten was ändert?

The factory safety agreement calls for independent, rigorous factory safety inspections with public reports and mandatory repairs and renovations underwritten by Western retailers. It also calls for retailers to stop doing business with any factory that refuses to make necessary safety improvements, and for workers and their unions to have a substantial voice in factory safety.

Und:

“H&M’s decision to sign the accord is crucial,” said Scott Nova, executive director of the Worker Rights Consortium, a Washington-based factory monitoring group backed by 175 American colleges and universities. “They are the single largest producer of apparel in Bangladesh, ahead even of Wal-Mart. This accord now has tremendous momentum.”

Ich bin gespannt wie ein Pfitschipfeil, wie sich das alles entwickelt!

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Höhere Löhne…

Eine der schon lange formulierten Forderungen scheint einzutreten: Die Regierung von Bangladesch will die Mindestlöhne erhöhen. Schade, das dafür erst so unfassbar viele Menschen sterben mussten.

Die Entwicklung hin zu höheren Löhnen ist zwar positiv, aber ich warte erstmal ab, was die wirklich beschließen. NGOS sprechen von einer Verdopplung der Löhne, damit die ArbeiterInnen menschenwürdig in Bangladesch leben können. Sollte das stattfinden – welches Billiglohnland bleibt den Textilriesen dann, wo sie hinsiedeln können? Und: Soll ich die Zynismuskeule wieder einstecken?

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Heutiges Halswehmotto:

(c) Pinterest.com

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Im Quautschrausch

Nein, ich habe mich beim Titel nicht verschrieben – Christina, hochgeschätzte Pressekollegin einer anderen NGO veranstaltet einmal im Monat bei sich zuhause (in einer traumhaften Wohnung übrigens! Rundumwienblick von einer respektabel großen Dachterrasse – ich als Hochparterrebewohnerin krieg da natürlich Sabberfäden am Kinn vor Neid) ein von ihr getauftes „Quautschen“ – also Quatschen und Tauschen in einem.

Obwohl schon immer wieder zugesagt und nie hin, hab ich mich gestern mit ein paar frisch ausgemusterten Stücken auf den Weg gemacht. Eigentlich wollte ich ja gar nichts Neues haben, aber da lag SO viel auf dem Sofa, es war unglaublich – mitgenommen hab ich einen Rock, ein Kleid, eine Jeansjacke (yey! Meine fällt auseinander, und zwar nicht mehr auf die coole Art!) und eine Kette in ganzganzhelltürkis, andere nennen es mint – mochte ich sonst nie, aber ich hab zufällig einen farbgleichen Nagellack vor kurzem bekommen 🙂

Ich finde das eine wirklich tolle Initiative von Christina, vielen Dank! Ich war nur gestern so richtig in Ausmistlaune und nicht in „was Neues!“-Laune (lustig, dafür hab ich doch einiges abgezogen von dem Stapel). Die meiste Zeit habe ich die Situation aber von außen betrachtet und Christina alle Oliven weggegessen. Die vielen Mädels, die da waren, waren förmlich in einem Tauschrausch, Ausverkaufswühlkiste beim C&A ist nix dagegen! Teilweise war das ein bißchen beängstigend für Außenstehende, aber der Spaß war den Ladies anzusehen. Leider waren die meisten Mädels in etwa die Hälfte von mir….

Und Christina, egal, was du jetzt sagst: Ich finde dieses Foto absolut entzückend! Ich habe dich wirklich noch nie so strahlen gesehen wie gestern – naja, kein Wunder, sonst seh ich dich immer nur entweder in deinem oder meinem Büro 🙂 Und in dem roten Kleid hast du fantastisch ausgesehen!!

(c) Nunu Kaller

(c) Nunu Kaller

Der Liebste hat das neue Kleid – braunes Sommerkleid aus Jersey, recht eng – gleich mal mit „Nicht falsch verstehen, schlank schaust aus“ kommentiert…..

Und übrigens, so rein nachträglich weiß ich jetzt, wieso meine Laune gestern nicht die beste war: Bin heute mal wieder mit Halsschmerzen und buntgefärbtem Husten aufgewacht. Zwei wunderbare Einladungen heute gleich mal abgesagt, nachdem die Apothekerin gemeint hat: „Bett! Sofa nur ausnahmsweise und MIT DECKE!“ Und meine Apothekerin ist ersatzmama-artig streng, pfuh!

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WHAT THE FUCK?!?!?

Ich bin sprachlos – ich selbst sehe niemals die Werbung auf meinem Blog. Anscheinend ist sie für Eingeloggte unsichtbar. Dass Werbung platziert ist, wurde mir schon paarmal von LeserInnen mitgeteilt – aber DIESER Screenshot macht mich wirklich sprachlos.

kik

Ich versuche gerade, den WordPress-Support zu kontaktieren. Kann sein, dass sich die Adresse dieses Blogs ändern wird – Wahnsinn, bin ich grad sauer! Schon klar, wenn gratis Software angeboten wird, muss es wohl durch Werbung finanziert werden. Aber ich wurde darüber niemals informiert, nichtmal im Kleingedruckten, hab grad alles nochmal durchgeschaut. DAS ärgert mich!!

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Ebbe

Irgendwie fallen mir gerade unzählige Blogthemen ein. Zum Beispiel die verhaltensoriginelle Firmenpolitik von Abercrombie, the Bitch…, die Tatsache, dass es bereits über (nicht fast) 1000 Tote bei Rana Plaza sind, dass 18 Fabriken geschlossen wurden, dass die bestellte schwarze Hose nicht passt (yey, Geld gespart!), dass ich wieder einen Haufen ausgemistet habe, und dass das ein angenehmes Gefühl ist, dass ich eine Schneiderin suche, die mir aus grünem Leinenstoff eine Hose nach bereits bestehendem Vorbild näht (Ena wars doch zu kompliziert, seh ich komplett ein).

Aber irgendwie hab ich für nichts grad einen Kopf. Ich hab auf der FH gerade verdammt viel zu tun – bitte um Entschuldigung! Wahrscheinlich küsst mich in wenigen Minuten sowieso wieder die Muse, aber derzeit…. Ebbe. Sorry.

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Smile!

Neben Volker Plass und meinem werten Geburtstagskollegen und FM4-Helden Roli Gratzer ist George Takei wohl die beste Quelle für Lacher auf Facebook (ja, die Reihenfolge ist absichtlich, um Roli mal  zu zeigen, wie fein ich seine täglichen Blödeleien, auch oft gestohlen von George Takei, finde…). So auch vorhin:

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Ich bin fesches Mascherl!

Das Fesche Mascherl in Form der Feschen Madeline hat mich interviewt – netterweise in meinem heißgeliebten Dellago, und noch nettererweise hat sie das sogar erwähnt 🙂 Der Hund ist übrigens – LEIDER – nur ein fürs Foto ausgeborgter gewesen. Aber irgendwann krieg ich ihn, den Orden, dass ich jeden Hund von Wien gestreichelt habe…

http://feschesmascherl.blogspot.co.at/2013/05/ich-kauf-nix-ein-jahr-ohne-kleiderkauf.html

Klick aufs Bild – Ab zum gesamten Artikel!

Das Fesche Mascherl ist der eco-fashion-Blog von oikos Vienna, übrigens.

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Unterschriften, die wirken

Auf meine Überlegungen letztens, wie wir als KonsumentInnen hier uns wirkungsvoll für die NäherInnen in Bangladesch und Co. einsetzen können – Boykott oder nicht und wenn nicht, was dann – hat mich lobenswerterweise eine Leserin auf die Macht des Internets und seinen Petitionen hingewiesen. Schöner Bauchfleck für mich 🙂

Ich stehe solchen reinen Unterschriftensammlungen ob ihrer Schlagkräftigkeit eigentlich eher kritisch entgegen (obwohl ich selbst immer wieder brav unterzeichne), doch seit wir im Büro diese Kampagne gelauncht haben, denke ich anders. Unglaublich, was sich auf Facebook und Twitter und in den Medien abspielt – mit über 200.000 Unterschriften (and counting) hätten wir nie gerechnet.

Was ich als linke Zecke im Herzen jedoch echt nett finde, sind Shitstorms – die im Optimalfall sogar ganze Server lahmlegen. Ich weiß, wenn unser Mister IT das liest, wird er böse mit dem Zeigefinger wacheln, weils für Leute wie ihn einen A… voll Arbeit bedeutet, aber sorry: Ich finde das wirkungsvoll. Damit ärgert man sie wenigstens ein bißchen, „die da oben“.

Doch zurück zum Kernthema: Bangladesch und die dortigen Arbeitsbedingungen: Die international agierende Clean Clothes Kampagne setzt gerade beide Tools ein.

Zu den Fabriksbränden von letztem November gibt es eine Mailing-Aktion, zur aktuellen Katastrophe (es werden jeden Tag mehr Tote gefunden, inzwischen ist man bei über 600 angelangt) eine Petition. Beides habe ich unterzeichnet. Ihr auch?

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Typisch ich

Typisch ich. Dieser Slogan gehört eigentlich einer bekannten Wiener Zeitschrift, heute aber ist er meiner.

Ich weiß, hab ich schon öfter geschrieben, und ich komm von dieser Gewohnheit nicht weg, aber es ärgert mich jedes Mal mehr…

Typisch ich: Nach eher untypischem Frühsport und dem traditionellen Jeder-zweiter-Sonntag-Mittagessen beim Schillinger samt anschließendem „Nein-Danke-wir-haben-keinen-Hunger-wir-haben-grad-gegessen“ bei der Schwiegermama habe ich den Tag schlafend am Sofa verbracht. War wohl eine Mischung aus zu langer Woche und Food-Coma.

Eigentlich hätte ich heute ja was zu tun. Und dafür brauche ich meinen Laptop.

Und was mach ich?

Während ich saublöde VOX-Serien streame, spiele ich Tetris oder schaue mich mal wieder im Internet nach netten Produkten um. Ich warte aber immer noch so sehnsüchtig auf die Hose, dass ich nix neue bestellen werde und will. Aber allein schon, dass wieder dieses klassische Verhalten von mir losgeht – prokrastinieren + online = shoppen (oder halt „nur mal schauen“) – erschreckt mich. Es ist so typisch ich. Schade. Es war zwar nur verführerisch, und ich bin nicht schwach geworden, aber allein schon, dass ich dieses Muster wieder auspacke, ärgert mich.

Während dem Tatort wird jetzt doch wieder gestrickt. Ist sicherer.

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