Archiv des Autors: nunette

Es kreisläuft…

Ich bin derzeit irgendwie alles andere als fit, kreislauftechnisch – schon seit ein paar Tagen prackts mich regelmäßig zamm, heute blöderweise mitten im Büro. Wirklich gut fühle ich mich eigentlich nur im Halbschlaf am Sofa. Bin heute früher nachhause, ausnahmsweise das Rad schiebend und nicht fahrend. Und beim Fahrradschieben bin ich an ein paar Auslagen vorbeigekommen. Es hatte in Wien heute 37 Grad. In den Auslagen war Mode für den Spätherbst zu sehen. Zugegebenermaßen in wunderschönen Farben, aber trotzdem….wer geht bei solchen Temperaturen Herbstsachen kaufen?! Ein sehr seltsamer Kreislauf…Nukimama und die Konsumrebellin haben sich bereits ihre Gedanken drüber gemacht.

 

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Saulus, Paulus und Bullshit

Weil ich gestern von einer treuen Leserin diesbezüglich angeschrieben wurde, mache ich mir grad ziemliche Gedanken, wie „vorverurteilerisch“ ich eigentlich bin. Mein erster Impuls ist bei so einem Gedanken jedesmal: Ich verurteile nicht, ich mach mir nur so meine Gedanken, öffentlich.

Dann denk ich drei Minuten nach und komm drauf: Bullshit, natürlich verurteile ich. Jeder Mensch verurteilt sein Umfeld auf diese oder jene Art.

Ich verurteile genau die Personen, die Bescheid wissen, herummoralisieren – und drauf pfeifen. Die also wissen, was bei der Produktion von Billigkleidung abgeht, ganz groß mit aufgerissenen Rehaugen einen auf betroffen machen, wenn man drüber redet, das aber ganzganz weit in den Hinterkopf schieben, wenn sie mal wieder ein Zehn-Euro-Kleid-Angebot in die nächste Filiale einer beliebigen Textilkette reinschiebt.

Ich bin mir sicher, dass sich jetzt so einige LeserInnen denken werden: „Na Momeeeeent, da lehnt sie sich aber jetzt sehr weit aus dem Fenster, die Nunu….“ Recht habt ihr. Ich selbst mach da grad wirklich so eine Saulus-zu-Paulus-Transition durch. Ich war genau die Person, die ich da oben beschrieben habe (minus der Rehaugen). Erst seit diesem Jahr – und ich hab doch schon ein paar 29. Geburtstage hinter mir – wandle ich mich. Reichlich spät. Und pfoah, ist das manchmal anstrengend.

 

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Die graue Kirsche

Ich war das Wochenende  bloggingfaul – schlicht, weil ich es in einer wunderschönen alten Mühle im Waldviertel verbracht habe. Eine meiner allerliebsten ehemaligen Arbeitskolleginnen, ich nenne sie jetzt mal liebevoll Kirsche (copyright Daniela), hat mit ihrem Mann und mit drei anderen Familien dort so ziemlich das fantastischste Garten-Wohn-Natur-Paradies, das man nördlich von Krems finden kann.

Und über die Kirsche wollte ich schon lange schreiben. Es gibt nämlich kaum eine Frau, die mich mit ihrem Stil so komplett beeindruckt. Kirsche hat strahlend blaue Augen und trägt immer nur grau, weiß und Jeans. Hin und wieder passiert ihr auch beige, aber das muss dann schon ein mutiger Tag sein…. Außerdem rennt sie meistens in zerfetzten Jeans herum, nie im Rock, hat teilweise löchrige Shirts – und kombiniert sie dann mit tollen, coolen, lässigen Designerteilen. Sie war auch diejenige, die im Winter vor zwei Jahren in einem Sockenpulli ins Büro gekommen ist. Das Tolle – abgesehen davon, dass sie auch in ihrer ganzen Art eine Person ist, die man einfach nur liebhaben kann – ist: Ihr Stil wirkt so komplett entspannt. Einfach lässig mal zwei, drei Teile zusammenwerfen – ist eh alles grau, passt also zusammen.  Und ich bewundere sie jedes Mal aufs Neue dafür.

Sie folgt keinem Trend, sondern einem Stil. Und ich bin fast ein bißchen neidig im positiven Sinne (geht das?!), dass sie ihr Ding gefunden hat. Mir passiert dann doch immer wieder so die Stilhampelei, das Trend-hinterherrennen. Stil statt Trend – wenn das mal nicht nachhaltig ist….

PS: Ich war das gesamte Wochenende so tiefenentspannt, dass mein Handy irgendwo herumgelegen ist, und ich komplett drauf vergessen hab, ein Foto von ihr zu machen. Wobei, nein, ich hab schon manchmal dran gedacht – war dann aber zu faul, das Gedachte auch auszuführen. Ihr müsst sie euch jetzt einfach vorstellen – und dann stellt euch ein schallendes, lautes Lachen dazu vor. Das ist die Kirsche. Ich mag sie…

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Die Gegenbloggerinnen

Ich habs ja noch nie verstanden – Frauen, die täglich posten, was sie anhaben. Täglich super abfotografiert. Erstens: Woher haben die die Zeit, zweitens: Hä? Aber andererseits: Ich kann mich völlig verlieren in solchen Blogs und mir die Outfits anschauen. Gut, ich glaub, ich verstehs doch 🙂

Gestern habe ich mein persönliches Gegenteil gefunden. Abgesehen von ihrem Aussehen – klein und dunkelhaarig -, ihrer eindeutigen Liebe zu Goldschmuck, und ihrem Fable für leicht Pastelliges zeigt die Dame uns täglich, was sie anhat – und wie günstig es war. Ihr ganzer Blog heißt „I am Chic on the Cheap – never sacrifice style for savings„. (Den zweiten Teil des Titels finde ich dann doch eher ein bissl bedenklich…)

Hin und wieder schreibt sie, dass sie etwas ausm Secondhand-Laden oder selbstgemacht hat, aber  das meiste stammt von den üblichen (Textilriesen-)Verdächtigen. Halt, doch, eine Gemeinsamkeit habe ich doch noch mit ihr. Sie schreibt: „I can’t say no to great sale or clearance tag… even when it means going over budget!“ Jupp, das ist mir auch manchmal passiert….

Ich habe echt einige Seiten runterscrollen müssen, aber ein paar nette Outfits hat sie. Schade, dass sie so gar nicht nachdenkt, wieso ihr Gewand so billig sein kann…. ich will da jetzt gar nicht laut moralisieren, ich renn schließlich selbst im Textilschweden herum, aber so gar nix drauf geben, sich aber täglich exzessiv mit dem eigenen Outfit beschäftigen….das find ich schade…und ein bissl oberflächlich. Aber wie gesagt: Ich wär gern dämlich. 🙂

Übrigens: Uff, wo die herkommts, gibts noch ganz viele! Lauter Modemäuse!

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Vom Hemd zum Kleid

Ha, ich bin also nicht die erste, die feststellt, dass sich da in ihrer Wohnung ja noch ein zweiter Kleiderschrank befindet. Hat der Liebste mich grad nicht so lieb, werde ich von ihm als „gemeine Sockendiebin“ bezeichnet….und er könnte recht haben damit 😉

Ich bräuchte zwar einen übergewichtigen Zweimeter-Hünen zum Freund, um sein Hemd für mich so umzubauen (ok, gar so schlimm ist es jetzt auch wieder nicht…), und keinen, dem meine Jeans zu weit sind. Dennoch: Hammeridee und wunderschön gemachtes Video!

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„Was hast du da an? Zieh dich aus!“

Gestern war zwar beruflich erfolgreich und am Abend sehr lustig, aber ansonsten eher Streichergebnis – was vor allem an meiner körperlichen Konstitution und der daraus resultierenden Laune lag.

Doch für heute hege ich große Hoffnungen. Warum? Nicht nur, weil ich einen der besten ehemaligen Arbeitskollegen in der Früh gleich zufällig traf, nein, ein aktueller Arbeitskollege begrüßte mich heute mit den Worten: „Was hast du da an? Zieh dich aus!“ Gemeint war das Ausziehen der Jacke, er wollte das in seinen Augen wunderschöne Kleid bewundern. Wenn das mal keine Bauchpinselei de luxe ist.

Ich liebe dieses Kleid auch ohne Ende, es ist unfassbar gemütlich, es ist türkis, es ist so lang, dass man unrasierte Beine drunter verstecken kann (war ein bissl trawig heut in der Früh…). Und es ist von Forever 21. Einem Laden, zu dem ich nach diesem Jahr sicher nie wieder gehen werde. Nachdem ich das Teil nun aber schon besitze, möchte ich nicht über die Produktionsbedingungen nachdenken, sondern mich freuen, dass ich es habe – und es möglichst lange tragen. Ist ja auch irgendwie nachhaltig, oder?

(c) nunette colour

(c) nunette colour

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Peep!

Ich war vorhin im Kino – Ice Age 4. Und da war eine Schlüsselszene. Von diesen beiden kleinen Stinkern kann man echt noch was lernen. Ich zumindest.

 

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Inspirationsloses Fragen…

Leute, ich bin heute themenlos. Hab im Job so viel zu tun – was genau, werdet ihr hoffentlich morgen in vielen Zeitungen lesen – dass mir einfach nix einfällt. Vielleicht ereilt mich ja noch die Inspiration.

In der Zwischenzeit nur so ein Gedanke: Wie kann es sein, dass Wohnungen im exakt gleichen Häuserblock, in dem ich wohne, nur einen knappen Hunderter weniger kosten als meine – alles zusammen – und aber weniger als halb so groß sind? Dieser Anstieg der Mieten in den vergangenen vier Jahren (so lange wohne ich in meinem Domizil) ist derartig absurd….kann mir das mal wer erklären? Und vor allem, wie sich Leute mit „normalem“ Gehalt eine gscheite Wohnung leisten sollen? Da wird Shopping dann sowieso obsolet…

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Jeans. Ihgitt.

Die Doku ist zwar nicht so neu, wie jetzt getan wird, aber es ist ja nicht schlecht, wenn einem immer wieder aufs neue die Kleidung vergällt wird…. das mit den Jeans ist echt deppert. Ich liebe sie nämlich.

Hier gehts zur Doku

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Kleidung aus Drogen?

Ich bin ja erst am Anfang vom Schwarzbuch Baumwolle. Und bereits auf den ersten Seiten hab ich mich schon wieder blöd geärgert. Hanf war früher als Stofffaser weit verbreitet, die Baumwolle gibts erst seit bissl über 200 Jahren in Europa und den USA. Und kurz, nachdem die Baumwolle als Stofffaser sich durchsetzte, wurden nicht nur die Baumwollbauern in den USA subventioniert, dass es ärger nimmer ginge, nein: Hanfanbau wurde verboten. Wie sie das durchbekamen? In dem sie Hysterie produzierten in Sachen Drogenpolitik. Dabei gibt es erstens sehr sehr sehr sehr viele THC-arme Sorten, deren THC-Gehalt nichtmal für den Rausch eines Marienkäfers reicht.

Aber was mich aus Umweltsicht am meisten ärgert: Hanf braucht in Anbau weder Unkrautbekämpfung noch Pflanzenschutz, wächst schnell wie ein Einser. Außerdem lockern die langen Wurzeln die Böden auf, in Sachen Fruchtfolge ist Hanf auch recht easy und kann mit vielen anderen Anbaupflanzen kombiniert werden. Aber nein, grad in den USA saßen ein paar Leute, die sich mit Baumwolle dumm und dämlich verdienten, am richtigen Hebel, um das beste Konkurrenzprodukt einfach auszuschalten und sich somit noch dümmer und noch dämlicher zu verdienen. In Europa ist der Anbau inzwischen fast überall wieder erlaubt, in den USA immer noch verboten.

In den Jahrzehnten der Anbaupause ging natürlich viel an Wissen über die Pflanze verloren. Langsam, aber sicher erlebt Hanf eine Renaissance. Wenn sie jetzt noch aufhören würden, sich selbst ins Drogen-Assoziations-Eck zu stellen (oder sorry, wer denkt bei diesem Logo nicht ans Kiffen?), könnte das ja richtig was werden als Alternative nächstes Jahr. Das Lookbook von der oben verlinkten Firma find ich schon mal recht hübsch, was Basics angeht….

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