Archiv des Autors: nunette

Mavienna – eine echte Wiener Geschichte

Die Welt ist so klein. Sooooo klein. Also. Ich hatte im Frühjahr so eine kleine, feine Idee eines eigenen Ladens. Trau mich eh nicht drüber, so ohne Geld und buchhalterischer Erfahrung (oder buchhalterischem Talent, genaugenommen). Schreibt mir die Eva, dass es da doch gerade einen Bewerb gibt, die Stadt Wien (?) verschenkt ein Geschäftslokal bzw. schenkt dir am Anfang die Miete und danach ist sie auch nicht sonderlich hoch oder so. Weiß nimmer genau. Mir ging das alles zu schnell, war mir zu steil, hab mich nicht beworben. Außerdem war das Lokal in der Stumpergasse, und zwar ein bissl weiter unten von der Mahü aus, und ich würd wenn dann gern wo in Ubahn-Nähe sein. Egal.

Schnitt.

Ein Typ schreibt mir auf meiner Facebook-Seite, dass sie gerade ein Label entwickeln, und dass er doch total gern mal mit mir was machen würde, Lesung oder so, im Dellago zum Beispiel. Merken für später im Text: Eva. Dellago. Genau die. Die hat mir damals von dem Shopbewerb geschrieben.

Ich schreib ihm eeeewig verspätet zurück, dass Lesung eher nicht so, aber ansonsten doch gern mal was anreißen, ich meld mich, und sorry fürs späte Antworten und so.

Schnitt.

Samstag. Der Gerald, der Mitbewohner und ich schauen zur Weihnachtsfeier im Samstag, ein Kleiderladen, in dem der Gerald sich gern einkleidet. Ich sag: Du, ich hab eine Einladung bekommen für eine Geschäftseröffnung in der Stumpergasse, Concept Store, fair, ja ich glaub sie haben auch Erwachsenensachen. Wir beschließen: Schauma hin. Ich find die Einladung nimmer. Also doch lieber woanders hin. Und als der Gerald sich dann durchgegooglet hatte, wollt ich nachhaus, schlafen, weil aus dem einen Glühwein am Vorabend dann doch sechs Bier im Kommunistenlokal geworden waren.

Schnitt.

Gestern Greenpeace-Aktion auf der Mahü – da geh ich morgen drauf ein. Jedenfalls einen externen Fotografen engagiert, und mich für den Johannes entschieden. Für den entscheid ich mich immer, wenn ich externe Fotografen nehmen darf, weil der Johannes ist einfach super. Macht nicht nur super Fotos, sondern ist auch ein super Mensch. Der gegen Rotwein Fahrräder repariert. Yeah. Der Johannes sagt: Du, ein paar Kumpels von mir aus Steyr haben einen Laden aufgemacht in der Stumpergasse, schau ma da noch schnell hin nachher? Ich so: Ja, klar, wart, genau, das Mavienna, da wollt ich eh am Samstag hin. Er so: Ja genau, das Mavienna!

Schnitt.

Wir gehen hin, und ich komm drauf: Moment, der eine,  das ist ja der, der mir geschrieben hat wegen gemeinsamer Aktion und so! DER hat das Geschäftslokal bei dem Bewerb gewonnen? Der Bewerb, von dem Eva mir erzählt hat? Und er wollt ins Dellago mit mir? Und überhaupt: Faire Mode, Produktion regional, toller Laden, schöne Sachen, fein?

Ich mag es, wenn ein Kreis sich schließt. Und wenn der Johannes dann auch noch mehr oder minder freiwillig (das war eher so ein „Johaaaaaaaaaaaaannneeees? Wenn du schon da bist und deine Kameraausrüstung mit hast…..?“) fotografiert, wirds richtig rund.

Und nun zum Laden selbst: Sehr sehr sehr sehr fein, dass es solche Initiativen gibt. Faire Mode, kleine Upcyclingproduktionen, Stoffproduktion aus Österreich (!), feine Lampen, und immer wieder mal ein Designerausstellerwechsel geplant, bis das eigene Label dann in den Regalen liegt. Ich freu mich drauf! Mavienna, das übrigens Mavie-nna und nicht Ma-vienna heißt, oder so, schreiben selbst

Es gibt Labels, die haben ein Geschäftslokal aber noch nix zu
verkaufen. Und es gibt Labels mit großartigen Kollektionen aber keinem eigenen Shop.
Wir von Mavienna führen diese beiden Pole zusammen: In unserem Shop in der Stumpergasse 34 im 6. Bezirk arbeiten wir eifrig an unserer ersten Kollektion. Bis zu deren Launch laden wir ab Dezember regelmäßig zu Pop-Up Shops, Workshops und anderen Veranstaltungen.

Alle Fotos: (c) Johannes Hloch. http://hloch.at/

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Warum heute schon Weihnachten war

Längere Pause hier gewesen. Zuerst war ich ordentlich krank, und in den letzten Tagen war mein Kopf überall, nur nicht hier. Zum ersten Mal seit fast drei Jahren hab ich wirklich für ein paar Tage drauf vergessen, zu bloggen. Es passiert im Moment einfach unglaublich viel und gleichzeitig wenig, was blogrelevant wäre. Und nachdem ich ja beschlossen habe, wieder strenger zu sein mit meiner Privatsphäre, war eben Sendepause. Sorry.

Doch, eines ist schon passiert, was hier Platz hat: Für mich war heut schon Weihnachten. Die Mama nämlich, die hat im Vorzimmerkasten fein säuberlich („fein“ und „säuberlich“, zwei Attribute, die sie in Sachen Umgang mit Kleiderschrankinhalten definitiv nicht an mich vererbt hat, seufz) ihre ganzen Taschen aufgereiht. Und rennt eh immer mit den gleichen drei herum. Ich hab mir letztens gedacht: Sie hat doch immer so ganz klassische Lederbeutel gehabt. Wo sind die eigentlich hin?

In dem Kasten waren sie. Ich gebe es offen zu, ich bin ein großer Fan von Ledertaschen. Unkaputtbar, trotzt jedem Wetter, hält was aus, so ist sie, die gute Ledertasche. In den vergangenen zwei Jahren hab ich mir zwei neue Taschen gekauft, beide aus Leder, die eine, weil ich sie mir schon seeehr lange gewünscht hatte, die andere, weil meine graue meier gegangen war.  Ich liebe sie sehr, aber sie ist NICHT grau. Was mich seit eineinhalb Jahren ärgert, dennoch ist die beige Tasche definitiv meine meistgetragene. Beide Taschen liebe ich sehr. Dennoch find ich wenig schöner als alte Ledertaschen. Die schon so richtig knautschig sind, weich vom vielen Tragen, aufgeriebene Stellen.

Also hab ich heut mal ein bissl gestöbert bei der Mama. Sie meinte, dass sie die alten Taschen eh nicht mehr trägt, ich soll ruhig schauen. Und ich wurde fündig. Es lag dort eine feine knautschig alte Tasche neben der anderen, dunkelbraunes Rauhleder aus den Sechzigern, dann die schwarze mittelgroße, die sie gefühlt während meiner gesamten Kindheit und Jugend getragen hat, ein kastiges Achtzigerjahre-Teil. Und dann war dann die eine. Hach. „Die hab ich in Südtirol gekauft, wie du klein warst, da warst du ein paar Tage bei Oma und Opa. Und die war oben geknotet, die hab ich umnähen lassen, weißt noch?“ Ja, ich weiß noch. Ich kann mich nicht an viel erinnern, was diese Tasche angeht, außer an den Träger und wie glücklich Mama war, als er umgenäht war. Und ein paar Bilder blitzen auf von der Tasche auf ihrer Schulter, als sie mich aus der Schule abgeholt hat oder wie sie auf einem Sessel liegt in der Wohnung von Freunden meiner Eltern, und der Hund dran schnupperte.

Brauchen tu ich sie nicht. Ich hab genug Taschen. Mama braucht sie auch nicht. Sie trägt sie nicht mehr. Also war für mich heut Weihnachten. Knautschig, aufgerieben, weich, und verbunden mit Kindheitserinnerungen. Besser kann eine Tasche eigentlich nicht sein, selbst wenn man sie nicht braucht. Sie war mal dunkelblau, die Farbe ist inzwischen undefinierbar und geht – yippieyayyeah – ins Graue. Hin und wieder ist es halt doch schön, Dinge zu haben, die man de facto nicht braucht.

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Warum das am Blog landet? Weils gleichzeitig ein Tipp ist: Ladies, schaut mal in die Schränke eurer Mütter. Da liegen Schätze drin. Die sie euch gerne geben werden. Und die für euch unbezahlbar wertvoll sein werden, weil sie nicht nur gute Qualität und echt Vintage sind, sondern, weil da ganz viel persönliche Familiengeschichte dran hängt. Ich bin zumindest ein riesiger Fan davon. Und von dieser Tasche. Tausendmal besser als neugekauft.

 

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10 Tipps gegen Konsumrausch für Wienerinnen und andere

Ich mag sie ja, die Wienerin. Ich mag sie sehr. Auch wenn es eine klassische Frauenzeitschrift ist, in ders in einer Ausgabe ums Abnehmen und in der nächsten ums „Lieb dich so wie du bist“ geht – hin und wieder haben sie wahre Perlen des Frauenprintmagazinhochglanzjournalimus. So zum Beispiel in der aktuellen eine Geschichte zu Dopamin und Konsumrausch.

Dopamin ist das Hormon, das in uns ausgeschüttet wird, wenn wir Glück empfinden. Und Konsum-Sucht ist de facto eine Sucht nach dem Ausstoß von Dopamin in unserem Körper. Der Kick, wenn man shoppen war, eben. Der kann aber auch echt was (übrigens, persönlich Erfahrung: Der kann noch viel mehr, wenn man ihn sich selten gibt…). Der Haken am Dopamin: Wenn man sich den Kick einmal gegeben hat, muss er beim nächsten mal heftiger sein. Beim ersten Mal reicht eine Kleinigkeit in der Einkaufstasche, beim nächsten Mal muss es dann doch schon ein Markenprodukt sein, damit das Dopamin ordentlich durch die Adern fetzt.

Der Artikel (Seite 166!) beschreibt auch gut, was ich „drüber schlafen“ nenne. Nicht sofort den Gelüsten nachgeben, die sich einem in den Weg werfen, sondern erst mal Zeit vergehen lassen und überlegen, ob man das Teil wirklich will. Und braucht! Ich finds sehr spannend, dass diese Gelüste und Konsumverhalten im Allgemeinen echt auch durch klassische Biochemie erklärt werden kann.

Ich erlaube mir jetzt, auch direkt aus der Wienerin zu zitieren – es werden 10 Tipps gegen Konsumrausch aufgeführt, die gerade jetzt im Advent (shoppen für andere) und umgehend danach (Geschenke umtauschen, Ausverkauf, kaufen für sich selbst) sicherlich ganz praktisch sind. Im Grunde sind einige davon wirklich No-Na, aber die Auflistung find ich hübsch. Nur: Wenn ich schon so frech bin und abschreibe, müssts ihr bitte eine Sache schon kaufen: Die neue Wienerin. Damit die nicht böse auf mich sind, weil ich „klaue“. 🙂

Also.

  1. Tun Sie Dinge, die Sie lieben. (…) Die Liebe und Leidenschaft zu täglichen Aufgaben steigern Wohlbefinden und Befriedigung.
  2. Selbstwertgefühl. Tun Sie alles (außer shoppen!), was nötig ist, um sich selbst mehr zu mögen: Tanzkurs, Klavierstunden, …
  3. Sport: Wissenschaftler der Universität von Exeter vermuten, dass körperliche Aktivität Botenstoffe im Gehirn dazu veranlasst, Süchte und Gelüste einzudämmen.
  4. Spontanität: Kleine Fluchten aus dem Alltag machen glücklich. (…) Spontan Ausflüge unternehmen, Rucksack packen und los!
  5. Spazieren gehen. Am besten in der Natur! Natur erdet, ordnet die Gedanken und macht glücklich.
  6. Stress in Grenzen halten. Manchen Stresssituationen kann man bewusst aus dem Weg gehen. Stress sorgt bekanntlich für Frust und dieser fordert Kompensationen.
  7. Ausreichend schlafen. Wer zu wenig schläft, greift schneller nach Süßem und nimmt schneller zu. Der Energiemangel und das Bedürfnis, das auszugleichen, steigert das Verlangen nach Zucker (Anmund ergo nach Kaufrausch im Supermarkt).
  8. Hand- und Gartenarbeit. Nähen, Stricken, Gartenarbeit und jedes andere Handwerk wirken nicht nur beruhigend aufs Gemüt. Das sichtbare und greifbare Ergebnis sorgt für innere Befriedigung und Zufriedenheit.
  9. Entschleunigung. Weniger ist mehr. Je langsamer wir werden, desto aufmerksamer (…).
  10. Sex: Dass man beim Sex jede Menge Glückshormone ausschüttet, ist bekannt. Aber auch schon Berührungen und Umarmungen sorgen für Stabilität und Zufriedenheit bei der Bewältigung des Alltags.

 

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Mein Wort zum Samstag. Und Sonntag. Und überhaupt.

In der vergangenen Zeit frag ich mich immer öfter: Leb ich eigentlich richtig? Gut, zugegeben, das hat jetzt viel mit einigen Umbrüchen bei mir zu tun (und wahrscheinlich auch mit meinem permanenten Schlafmangel und der grad ausbrechenden Halsentzündung. Vor allem bei zuwenig Schlaf hab ich meine Emotionen nicht im Griff. Da ist dann alles Weltuntergang und die kleinsten Kleinigkeiten blasen mich auf Stunden/Tage um. Da versteh ich nicht nur, wenn Schwangere bei der Merci-Werbung heulen, da heul ich gleich mit.), aber auch mit dem einen oder anderen Gespräch in letzter Zeit, das in mir nachwirkt.

Also.

Ich leb nicht öko. Ich leb unabsichtlich ein bissl ökologischer als früher, weil sämtliche Räder, die ich unter meinen Füßen hab, nur noch von selbigen betrieben werden können, so ganz ohne motorische Unterstützung. Und ich geb zu – es nervt mich. Ich bin auch im Alltag nicht 100 Prozent öko. Manchmal stopf ich mir einen Keks in den Mund, der aus einer Packung aus dem Supermarkt kommt, und ich weiß schon währenddessen: Hmpf. Käfigeier. Aber ich tus dann halt trotzdem, weil die Dinger vor meiner Nase stehen. Immerhin, selbst kaufen tu ich sie nicht. Weil ich sie eigentlich gar nicht so gut find. Aber so vor meiner Nase eben….. blöde Nase. 🙂 Anderes Beispiel: In meiner Wohnung stehen auch Teile vom Möbelschweden. Seit ein paar Wochen auch ein neuer Teppich. Ich hab vorher nach „fairen“ Teppichen geschaut, und kann sie mir nicht leisten, und auf willhaben gab nichts nach meinen Vorstellungen (wobei willhaben mich da wirklich selten im Stich lässt). Aber einen Teppich hab ich gebraucht.

Ich könnt die Liste lang fortsetzen. Ich bin sicher keine, die autark leben will, ihre Energie selbst erzeugen will, ausschließlich bio isst und ihren Fußabdruck auf ein Minimum reduziert hat.  Ich denk mir auch oft: So richtig komplett öko und fair leben, wo kein Mensch für dich in menschenunwürdigen Zuständen schuften musste, kein einziges Nutztier leiden musste (ok, der Punkt wär möglich, aber beim Leder komma halt wieder zur Glaubensfrage Erdöl oder Tier), du der Natur mehr zurückgibst, als du nimmst… das ist heutzutage fast unmöglich. Schon allein dieser Beitrag würde gerade nicht entstehen, auf meinem Laptop, auf meinem alten Sofa (und bei beidem weiß ich nicht: wer hat daran gearbeitet? Chemikalieneinsatz in der Produktion?), in meiner heiztechnisch ziemlich ungünstigen, aber wunderschönen Wohnung.

Allein schon wenn man anfängt, sich zu informieren, ist man schnell überfordert, ist mir allein im Textilbereich ja auch immer wieder so gegangen. Ich war während meines Shoppingboykotts oft an dem Punkt, wo ich einfach nicht wusste: Ja was kann ich denn bitte noch richtig machen, wenn ich wieder einkaufen darf? Einfach nie wieder einkaufen und meine Dinge tragen, bis sie mir in Fetzen vom Körper hängen? Nur noch selbst produzieren? Aber wie kann ich sichergehen, dass der Stoff auf den Stoffballen fair produziert wurde? Nur noch tauschen? Naja, ich hab ja auch ein bissl einen Wunsch, mich modisch zu „äußern“, nicht so einfach also. Keine Lederschuhe mehr? Das hieße dann: erdölbasierte Teile. Grmpf!

Klar macht einen das fertig! Das ist auch wieder diese Luxusproblemdiskussion: Wir verzichten oder kaufen anders, weil wirs uns leisten können. Weiter über den Tellerrand denken wird leider immer ein Elitending sein – weils meiner Meinung nach erst dann einsetzt, wenn die Grundbedürfnisse nicht frieren, nicht hungern, am Ende mehr Geld als Monat zu haben und nicht umgekehrt, trotz Wohnkosten usw. gedeckt sind. Was ja auch logisch ist.

Doch auch diese „Eliten“ kommen manchmal zu dem Schluss: „Naja, und? Wenn ich jetzt die Bio-Milch kauf und den fair gehandelten Kaffee, dann fällt in China ein Sack Reis um. Also was soll ich mich noch damit auseinandersetzen? Wieso soll ich mir antun, über den ganzen Scheiß Bescheid zu wissen, und mein eigenes Gewissen sauber kaufen, wenn die Welt sowieso vor die Hunde geht? Na dann geh ich doch bitte auch zum Textilschweden, fesches, günstiges Zeug gibts dort und ich bin immer trendy.“

Und genau DAS ist die Reaktion, die mir so wiederstrebt. Ja, ich weiß, dass ich nicht alles richtig machen kann, und ich stelle den Anspruch auch gar nicht. Ich finde trotzdem, dass man nicht vor lauter Riesenproblemen, die Kapitalismus, Globalisierung und schlicht und einfach menschliche Gier ausgelöst haben, nicht den Kopf in den Sand stecken sollte. Jede/r kann beitragen. Und sei es durch den „richtigen“ Konsum – weil man dadurch ein Zeichen setzt, das auch die großen Bösen, die unsere Welt vor die Hunde bringen, verstehen. Ich hab jetzt weder die romantische Vorstellung, dass der/die Einzelne die Welt verändern und retten kann, noch ist meine Hoffnung allzugroß ausgeprägt, dass irgendwann mal die Menge der kritischen KonsumentInnen überwiegen wird.

Aber deshalb gleich komplett drauf scheißen, das geht einfach nicht. Sorry. Wissen, Handlungsmöglichkeiten haben (und damit mein ich nicht nur den elitären Bereich!) und nix tun, das ist einfach feig.

Was dann noch gefährlich ist, ist, auf das Greenwashing von Unternehmen reinzufallen – weil die wiederum genau wissen, dass die KonsumentInnen immer mehr nach bio und fair und sozial und überhaupt verlangen. Aber darauf geh ich ein anderes Mal ein. Einfach ist das jedenfalls nicht, das Leben, wenn man drüber nachdenkt.

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Jeans gesucht – ich brauch euren Rat

Sooo, jetzt brauch ich mal euren Rat. Ich suche was, und ich stell mich auf eine lange Suche ein. Es ist nämlich so – zu Studientagen hatte ich zwei Paar Jeans, die ich heiß geliebt habe. Die waren uuuuurlang, was bei meiner Größe was sehr lässiges war, glockig und stretchig. Ich habe sie geliebt. Und ich habe sie anscheinend schon vor Jahren weggegeben. Und ich könnt mich in den Hintern beißen deshalb, da die Jeans aufgrund des Stretchanteils wahrscheinlich auch trotz leichter Vergrößerung jenes hineinzubeißenden Hinterns doch jetzt noch passen würden.

Stattdessen habe ich mir vor knapp sechs Jahren eine neue Bell Bottom Jeans gekauft – die zwar super ist, aber nur, wenn ich gewichtstechnisch grad die kritischen drei Kilo unten hab und nicht oben. Diese kritischen drei Kilo sind aber immer wieder mal gern bei mir und dann doch wieder nicht und dann doch. Mir wars egal, dann halt dicken Gürtel drüber und Knopf offen. Aber irgendwie war die Hose auch so ums Äutzerl, so ein Zentimeter oder so, zu kurz. Da bin ich pingelig, bei Glockenhosen will ich quasi draufsteigen können, so lang müssen die sein.

Und jetzt, nach sechs Jahren, gibt diese unstretchige Jeans leider grad auf, so richtig schön hauchdünngeschabt an eher blöder Stelle – gerade jetzt, wo ich beschlossen habe, wieder häufiger diesem elendigen Skinny-Jeans-Trend zu trotzen. Ich find sie einfach cool, die Glockenjeans, und außerdem machen sie eine schönere Figur als die Knackpellen, die zwar gerade viele Frauen gut tragen, die aber eigentlich, „sammas uns eahrlich“, nur wirklich schlanken Menschen stehen.

Ich hab nicht vor, mir jetzt, sofort und gleich eine neue Jeans zu bestellen, ich bin da jetzt viel mehr auf eine lange Suche eingestellt. Eine sehr lange, weil meine ersten Impulse haben mich leider ein bissl enttäuscht.

Ausschauen soll die Hose so, die Fotos sind von Pinterest, ich habe jeweils das Pinterestbild verlinkt, damit man über diesen Umweg auch gleich zum Ursprung kommt…. oder so 🙂

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Und jetzt seid ihr gefragt, wisst ihr im FairFashionBereich mehr als ich? Ich suche eine laaaaaaaaange Glockenjeans, nicht zu extrem glockig, aber es sollt schon der ganze Fuß sich drunter verstecken können, und ganz wichtig: stretchig. Ich find unstretchige Jeans so unbequem.

Das Depperte: Ich weiß. Jeansproduktion. Scheiße. Nur die fairen Jeans, die ich kenn, sind alle stretchfrei. 😦

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Freitag Wahnsinn – Samstag Kaufnix – Sonntag Fair Fashion

Ich bin jetzt ein bissl in der Bredoullie (oder wie auch immer man das schreibt): Am Wochenende ist ein ziemlich lässiger Markt, wo ich auch hinschauen möchte. Im Falkensteiner Hotel am Margaretengürtel – ich fahr täglich vorbei und denk mir immer wieder: spaciges Teil, das Gebäude, aber schön?! – findet der b.dressed fair fashion sale statt:

Wir von b.dressed laden Designer ein, ihre Lager zu räumen. Für Euch präsentieren wir die schönsten Teile ihrer Kollektionen aus den vergangenen Saisonen in einem gemeinsamen Sale. Zu attraktiven Preisen mit bis zu 70% Rabatt.

Wir legen Wert darauf, dass die teilnehmenden Labels in ihrer Produktion auf die Umwelt und auf die Menschen achten. Das gilt sowohl für die Produktion in Österreich als auch für die in Europa.

b.dressed: fair produzierte Mode, die Du mit reinstem Gewissen kaufen darfst.

Zeit:
Samstag, 29. November 2014, 9 – 22 Uhr
Sonntag, 30. November 2014 9 – 20 Uhr
Ort:
Falkensteiner Hotel Wien Margareten
1050 Wien, Margareten Gürtel 142

Teilnehmende Labels aus Österreich:
amateur fashion, art point, Anja Lauermann, Draskovits, Fröhlich, [kaRja], km/a, Lothar Daniel Bechtold, LILA, Maido Fashion, mangelware, MILK, modus vivendi, Petra Gilgenbach, pitour, Urban Tool, UlliKo, …

Und aus dem benachbarten Ausland:
Artista, Charlotte Wooning, Etna Maar, IN-Q, Jungle Field, La lic a, Michaela Kraft, Winschu, …

Eintritt frei!

Aber. Aaaaber. Und das is jetzt blöd, weil ich die Idee zu dem Sale so nett find, und das jetzt wirklich nicht bashen will: Am Samstag ist Kaufnix-Tag! Und der ist, weil am Freitag  davor immer „Black Friday“ in den USA ist. Das ist der Tag, wo alle konsumistisch komplett auszucken. An dem Tag (ein Tag nach Thanksgiving) haben viele AmerikanerInnen frei, und der Handel lockt mit Killerangeboten. Vööööllige Hysterie.

Spannendes Wochenende. Freitag Konsumismuswahnsinn, zumindest in Teilen der Welt (ich bin ja gespannt, wie lang das braucht, bis das a la Halloween auch bei uns ankommt), Samstag Kaufnix-Tag, Sonntag Fairfashion-Sale. Oder so. 🙂

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Outfit in biofairupcyclingdiysecondhandalt

Verschlafen. Gestern Abendtermin, heute Abendtermin. Im Halbschlaf angezogen. Unterwegs bemerkt: Hey, ist gut! Hab eine gute Mischung erwischt: Schuhe Kleiderkreisel (die einzigen 7cm Hacken in denen ich gehen kann), Socken uralt, Strumpfhose Geschenk, Rock und Top bio und fair, Pulli steinalt und Lieblingsteil, Mantel Upcycling von km/a, Tasche selbst upgecyclet. Alles dabei 🙂

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Nur am Gesicht muss ich noch üben. Das geht sonst bald nicht mal mehr als Vintage durch 🙂

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Göttliche Investitionen

So. Wie oft hab ich das schon gehört. „Gäbs gute Firmen, ich würd investieren!“ – „Mein Geld ist Macht, das will ich auch bewusst einsetzen, damit will ich ein Zeichen setzen!“ – „Crowdfunding ist so ein tolles Konzept!“ Immer wieder habe ich Gespräche, in denen diese Sätze fallen. Wenn es über die Mode hinausgeht, hin zu allgemeinem nachhaltigen Lifestyle. Und wieviele tuns dann wirklich? Sich umschauen, wo sie ihr Geld anlegen können? Wenn sie denn eines haben? Ich weiß, es ist nicht selbstverständlich, mind. 2000 Euro am Konto zu haben – aber es gibt solche Leute. Und die sollen sich hier jetzt bitte angesprochen fühlen.

Jetzt gibts eine Gelegenheit – man kann in die Göttin des Glücks investieren (ich nicht, ich hab nämlich grad nix zum investieren 🙂 ). Bitteschön, hier der Text, den sie ausgeschickt haben.

Beteiligungsmodell der Göttin des Glücks GmbH.

Wir laden Sie ein, in unsere Arbeit durch die Gewährung eines Darlehens zu investieren. Ihr Geld liegt in dem Fall nicht auf einer Bank, sondern in unserem Unternehmen, das höchste soziale und ökologische Werte lebt und schafft.

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(qualifiziertes Nachrangdarlehen)

> im Minimum EUR 2.000,00
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so ist das eine wunderbare Synergie!

Alle näheren Details entnehmen Sie bitte unserer Broschüre, die SieUNTENSTEHEND downloaden können. Den Vertrag senden wir Ihnen bei Interesse gerne persönlich zu.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Lisa Muhr (Geschäftsführung)
lisa.muhr@goettindesgluecks.at
T: +43-1-9411141

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Jedes Kleidungsstück um fünf Pfund. JEDES.

Es geht noch. Man kann mich noch wirklich schockieren. Es geht NOCH billiger. Was bedeutet, NOCH mieser produziert, sozial und ökologisch gesehen.

Ich bin sprachlos. Jedes Produkt in diesem Shop kostet fünf Pfund, bissl über sechs Euro. JEDES von der Hose übers Kleid bis zur Jacke. Und ihr müssts schon selbst googlen, ich verlink das sicher nicht, ich zeige nur Screenshots mit dem (c) Everything 5 Pounds.

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Simplify und „schon sehr schmutzig“

So, ich bin einen Beitrag schuldig. Die Helplings, die haben mich nämlich geknackt. Nachdem sie zweimal erfolglos bei mir anfragten von wegen Blogbeitrag übers Putzen, erwischten sie mich beim dritten Mal genau richtig. Meine Wohnung ein einziges Chaos, umgeräumt, seit Wochen nicht geputzt, und dann: Helpling. Putzkräfte, die hier angemeldet sind. Und das find ich gut, auch wenns mich mehr kostet. Auch wenn wirs nicht gern lesen, fair heißt halt auch „nicht schwarz“. Deppert, weil wir mehr zahlen müssen, weil da Steuern abgeführt werden müssen, aber gut, weil die Putzenden sozial- und krankenversichert sind. Das sollte es eigentlich wert sein.

Auch die Anmeldung lief entgegen anderer Berichte eigentlich recht einfach. Adresse angeben, Stundenzahl schätzen, eventuelle Zusatzwünsche, und los gehts. Was ich noch nicht gesehen hab: Ob man Dauertermine buchen kann, und ob da dann immer wer anderer kommt. Das fänd ich nämlich doof, einmal erklären muss doch reichen. Wobei, meinem persönlichen Helpling musste ich im Endeffekt gar nicht viel erklären. Bäder (ja, Plural) putzen, Böden waschen. Bissl peinlich wars allerdings schon, als er mitten im von mir seit Mitte August ungenutzten Bad stand und meinte: „Ist schon sehr schmutzig hier.“

Was das jetzt hier mitm Blog zu tun hat? Eine Erkenntnis: Nicht nur eine halbwegs aufgeräumte und ausgemistete Wohnung fühlt sich gut an, auch eine saubere. Nur dass es bei mir schon wieder verdreckt ist, weil ich aus lauter Motivation die hinterletzten Kastenecken jetzt auch bearbeitet hab und ausgemistet und entstaubt – Staub, der dann jedoch wiederum am Boden gelandet sein könnte. 🙂 Dennoch, dieser simplify und cleanup-your-life-Gedanke, der hat was. Für mich fühlt sich das grad irgendwie nach logischer Fortsetzung meines Projekts an. Nur runter auf 100 Dinge besitzen komm ich garantiert nicht…..aber spannend wärs schon, oder?

ps: Quasi sponsored Content, aber bezahlungsfrei. Sorry, das Angebot war zu verlockend 🙂 

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