To keep you updated: Die Vorarlberger haben geantwortet. Und richtig vermutet, sie produzieren auch außerhalb von Europa. Nehme meine Presse-Schimpferei wieder zurück, immerhin HABEN sie reagiert. Bin schon gespannt auf weitere Infos von ihnen…
To keep you updated: Die Vorarlberger haben geantwortet. Und richtig vermutet, sie produzieren auch außerhalb von Europa. Nehme meine Presse-Schimpferei wieder zurück, immerhin HABEN sie reagiert. Bin schon gespannt auf weitere Infos von ihnen…
Das hier ist ein blogrelevanter Blogbeitrag, nix für die, die nur wissen wollen, ob ich denn endlich shoppen war und somit nicht durchgehalten hab (ein Gefallen, den ich euch übrigens nicht tun werde, ätschbätsch!).
Mein Bruder. 11 Jahre älter – und seit ich mich erinnern kann, ist es ihm hinreissend wurscht, „in“ oder „cool“ zu sein. Er ist einfach, wie er ist. Was neu, in, cool, anders ist – wird erstmal belächelt. Bins schon gewohnt. Nach einigem Zögern hab ich ihm Mitte Februar von meinem Projekt und dem Blog erzählt. Bloggen, noch dazu über nix Technisches, keine Software-Tests oder so – nix für ihn. Nicht seine Welt. (Und alle, die wissen von wem ich rede: Mode auch nicht so unbedingt, hihi!). Und was diesbezüglich also nicht seine Welt ist, wird erstmal verarscht. Oft auch, weils von dem kleinen Schwesterlein kommt. Einfach zuerst mal draufhauen, dann überlegen. Und gelobt wird überhaupt nur zögerlich, wenn man eigentlich in Blödellaune ist. Auch das bin ich schon gewohnt. Ist nicht tragisch und weit weniger schlimm, als das jetzt klingt. Wirklich, ich hab ihn ehrlich lieb, und seine Sprüche sind oft mal auch wirklich lustig. Ich weiß, dass er oft stolz auf mich ist und gut findet, was ich mach – meistens. Nur sagt ers halt nicht oft.
Ebenjener Bruder hat mir kürzlich eine Mail geschickt, in der einfach nur ein Link zu einer App, mit der man mobil wordpress-bloggen kann, drin war.
He approves.
Yeah.
Liebe PR-Leute. Ich bin vom Fach. Und ich kann mich nur wiederholen: Presse-Seiten auf Firmenhomepages mit Registrierungspflicht nerven und sind kontraproduktiv.
Zwei Beispiele.
1) Vorarlberger Unterwäsche. Über eine Kollegin erfuhr der Holde, dass der Unterwäschehersteller in Österreich produziert. „Na dat guck ick mir ma an“, dachte sich Nunu, in Vorfreude auf den baldigen Berlinaufenthalt. Googelte die Homepage, fand den Pressebereich, mit Anmeldung. Grumpf. Na gut, hab mich angemeldet, ganz brav Firmenname, Email, Adresse und Handynummer angegeben. Auf die Bestätigungsmail zur Registrierung warte ich immer noch. Gar nicht gut, liebe Gsis. Macht keinen schlanken Fuß.
2) Einen Fuß in der Größe von Monty Pythons berühmten „Ein Fuß trampelt das Bild nieder“-Sketchen haben inzwischen die bunten Spanier bei mir. Nach komplettem Scheitern bei der Online-Anmeldung für den Pressebereich in einem Shop in Wien telefonisch nachgefragt, und zu meiner großen Überraschung sogar die Emailadresse einer Marketingmitarbeiterin in Barcelona bekommen. Ihr eine Mail geschrieben, bei der ich ihr einerseits in den Allerwertesten krieche („so tolle Sachen, liebe meine Mäntel, blablabla“), ihr mit selbigem eigenen allerdings auch ins Gesicht fahre („Position zu Kinderarbeit? zu Bio-Baumwolle? Produktionsbedingungen? usw“). Es hieß telefonisch, am Montag würde sie antworten. Es ist Mittwoch. Und ich bin kein sehr geduldiger Mensch….
Vor lauter Beschäftigung mit dem Thema hat mich letztens ein Gedanke überrollt: Ich war zu Schulzeiten die klassische Außenseiterin. Größer als alle Burschen in der Klasse, Mädls sowieso, mit 15kg weniger als heute bei den anderen die „fette Sau“, habe andere Musik gehört als die meisten (Für Insider: Die anderen waren der U4-Dienstag, ich war der U4-Freitag und -Sonntag), habe einen anderen Schmäh gehabt, und mit einem guten Buch am Bett war mir lange wichtiger als mit einem schlechten Küsser im Bett (ist übrigens heute noch so – nur dass ich inzwischen weiß, was einen guten Kuss ausmacht).
Meistens war das auch in Ordnung, ich hatte immer schon gute Freunde, mit denen ich zusammenhielt, die Nachbarin, der Volksschulfreund und später die Tanzschulpartie. Aber ich könnte nicht behaupten, dass mir mein Außenseitertum immer rotzegal war. Im Gegenteil, es gab Zeiten, da wollte ich unbedingt zur Mädchenclique meiner Klasse dazugehören. Und das definierte ich über Kleidung. Wenn ich nur diese Schuhe/eine Markenjeans/jenen Pulli hätte, dann würde TheresaAndreaValerieLucieIsabel mich gut finden. Was muss ich meiner Mama auf die Nerven gegangen sein damals….
Dann begann die Uni, ich zog in eine WG – und alles wurde anders. Mein Freundes- und Bekanntenkreis explodierte, ich verbrachte meine Wochenenden mit einem Hintern auf fünf Parties, und ich wurde mutiger, optisch gesehen. Zog das an, was mir gefiel. Und fand es toll, dass ich mir dank gegebener Nachhilfestunden immer wieder neue Sachen leisten konnte, ohne durch den Filter „Mama zahlt, Mama urteilt“ gehen zu müssen.
Mein Verdacht: Es besteht ein Kausalzusammenhang zwischen meinem früheren Außenseitertum und meinem Drang, mich über Kleidung zu definieren – und das tue ich. Ich weiß, dass ich viel mehr bin als meine Hülle – ich bin stark, positiv, lache gerne und als deppert würd ich mich jetzt auch nur hin und wieder bezeichnen – aber: Es ist mir wichtig. Kleidung gibt mir Sicherheit.
Im Zuge dieser „Erleuchtung“, wo diese Gefühle herkommen, ist mir noch etwas aufgefallen: In meinem Freundeskreis befindet sich keine, die mich an TheresaAndreaValerieLucieIsabel erinnert.
Beim wöchentlichen Stöbern durch die Online-Buchhandlung meines Vertrauens über „What I Wore“ gestoßen:
Ein Satz in der Produktbeschreibung machte mich neugierig: „A cookbook for your closet“. Das klang zwar nach Stilratgeber (die ich ja nicht so toll finde, meinen Stil hab ich), aber es klang witzig. Die Dame mit dem herzigen Nachnamen bloggt seit Mai 2007, was sie anhat, wie sie es kombiniert, und gibt Tipps.
Ich muss sagen: Die vorgestellten Kombis und allgemein Kleidungsbasics sind wirklich durch die Bank schön und recht nahe an meinem Stil (vielleicht noch ein bißchen zu klassisch). Auch ihre Tipps sind teilweise gar nicht so blöd – zB: Leute, investierts mehr in Einfärbiges, das lässt sich besser kombinieren als Gemustertes. Oder: Kauf nix, nur weils im Ausverkauf war (ich bin echt schon neugierig, wie ich mir 2013 mit dieser Tatsache tun werde, bin klassische Ausverkaufsshopperin). Nur diese Checklisten, was ich un-be-dingt als Basic brauche, die halt ich gar nicht aus.
Übrigens war im Vorwort des Buchs noch so ein Satz, der mich nicht mehr loslässt: „Then I started my blog – What I Wore – and eventually left my design job to pursue blogging fulltime.“ Hach, Bloggen in Vollzeit, das wärs (man darf ja noch träumen… sehr unrealistisch hier in Österreich). Mir macht die Bloggerei wahnsinnigen Spaß. Ich hoffe, das auch die LeserInnen ihre Freude damit haben.
Hach, so schön, endlich wieder traumhaftes Sommerwetter, das Thermometer klettert täglich rauf auf bis zu 30 Grad – und noch dazu verlängertes Wochenende 🙂
Vergangenen Sommer meinte eine Arbeitskollegin:
„Wahnsinn, du hast echt jeden Tag ein neues Kleid an!“
Meine Reaktion?
„Challenge accepted!“
Musste heute an diese Challenge denken, als ich meinen Kleiderschrank mal wieder ausräumte, auf der Suche nach dem einen, schönen, schwarzen CoraKemperman-Kleid, mein absoluter Sommerlieblingsfetzen… Bin gespannt, was länger hält: Das schöne Wetter oder meine Möglichkeit dazu, täglich ein neues Kleid anziehen zu können.

(c) nunette colour
Das ist übrigens das andere (nicht das heutige) schwarze Superkleid von Cora Kemperman. Plus das ist Vorfreude auf Juni, wo mich Rom für ein Wochenende wieder haben wird. Das letzte Mal Rom war am ersten meiner vielen 29. Geburtstage – und ich in jedem Schuhgeschäft. Kurz vor der Abfahrt dann die tollen roten Sandalen entdeckt, was war ich erleichtert. Ich glaube, diesmal wird Rom entspannter. Trastevere, Bars am Tiber, Espressi, Vespas und Aperolspritzer, ich komme! Gefeiert wird der 30er meiner ehemaligen Mitbewohnerin. Und damit sie sich nicht rausreden kann, hier auch nochmal ihre Ankündigung:
„..als eines der Highlights werde ich zum Beispiel meine Geburt auf der Piazza di Spagna mit einheimischen Komparsen nachzustellen versuchen.“
Im Dirndl bitte.
Und wieder mal so eine kleine Anekdote, die mich das Shopping bei den bekannten Modeketten überdenken lässt: Eine liebe Freundin hat mal bei einer solchen Modekette gearbeitet – der gleichen, über die ich auch diese Geschichte gehört habe. Es war ein einziger Satz, der mir die Kinnlade Richtung Knie beförderte:
„Wenn neue Lieferungen kamen, mussten wir beim Auspacken der Kartons einen Mundschutz tragen.“
Und nein, da gings nicht darum, dass doch bitte die Verkaufsmädels die neue Ware nicht anspucken und -trenzen. Ich weiß ja nicht wie es euch geht – mir grausts. Wieder so eine Tatsache, die einem bei etwas Nachdenken dann doch logisch vorkommt – und trotzdem unglaublich ist.
Ich bin ja grad nicht so ganz gesund. Und war vorgestern zuhause. Pfuh, hat man da viel Zeit. Und man vermisst den Katzinger ganz heftig. Und man lenkt sich ab. Und schaut fern. Und stolpert über Shopping Queen. Ich hab das erstmal kapieren müssen. Da bekommt jede Frau 500 Eier in die Hand gedrückt und muss sich einem Motto entsprechend einkleiden? In „nur“ vier Stunden?
Das ist mal wieder eine Sendung wie ein Autounfall: Grauslich, aber man kann nicht wegschauen. Die Frauen hauen Geld raus für Kleidung, die sie wahrscheinlich genau nie wieder tragen (oder was macht eine Endvierzigerin mit einer Vorliebe für Lila mit einem Femme Fatale – Kleid mit Ausschnitt bis zum Bauchnabel nochmal?). Natürlich, tief in mir drin: Boah. Neid. Mag auch shoppen…
Ich glaub aber, ich würde das eiskalt ausnutzen, mir nur Zeug kaufen, das mir gefällt, zB. Sockenpulli und graue Bikerboots 🙂 , und dann in Kauf nehmen, das ich am Thema vorbei bin. Ätsch. Bin ich halt eine Femme Fatale im Fetzenlook…
Lustig auf alle Fälle, eine Sendung, die sich nur mit Shopping auseinandersetzt, ohne auch nur irgendwie im Entferntesten zu reflektieren. Fällt mir, die grad hauptsächlich mit Reflektieren über Shopping beschäftigt ist, grad besonders auf… und zwar nicht gerade positiv. Nicht Shopping als Belohnung, sondern Belohnung für „das beste“ Shopping obendrein. Fast schon ein bissl pervers.
Ich hab was Böses getan. Was auch meinen Öko/Fairtrade-Plan widerspricht. Aber: Ich habe ein paar Stiefel, die ich un-fass-bar liebe. Die tonnenweise CO2 an den Sohlen haben. Weil: Die gabs nur in den USA zu bestellen. Einer meiner liebsten Freunde lebt in den USA. Und den war ich vor einem Jahr etwa besuchen. Ich hatte ihn gebeten, mir diese Babies zu bestellen.
Ich meine, gebt euch mal DIESE Rückansicht! Es war Liebe auf den ersten Blick, und es ist Liebe auf ewig. Stolz (und gequält, weil sie beim ersten Tragen noch sehr eng waren) flog ich wieder nach Wien mit ihnen. Um in Wien den Einnäher in den Stiefeln zu sehen: „Made in Romania“. Die sind auch quasi einmal um die Welt gereist. Meinetwegen. Mein schlechtes Gewissen kompensiere ich damit, dass ich sie wirklich andauernd trage, ich habe im vergangenen Winter quasi meine ganze Garderobe auf diese Stiefel abgestimmt (ok, hauptsächlich. Ist ja nicht so, dass ich nicht noch viele andere Paare hätte). Mein Gewissen wurde durch ein einfaches „Die haben sich aber sooowas von ausgezahlt!“ beruhigt. Und abgesehen von den nicht wiedergutmachbaren Schiffs- und Flugmeilen denke ich wirklich so: Diese Stiefel haben sich durch mein häufiges Tragen ein kleines bißchen mehr in Richtung „sinnvoll“ (eine Einbahnstraße, auf der man am Weg in Richtung „nachhaltig“ zwangsweise durchmuss) bewegt.
Aber Achtung, jetzt wirds gleich wieder weniger sinnvoll. Ich wünsch mir noch so ein Paar. Von all meinen viiielen Paar Stiefeln ist dieses Paar einfach nur perfekt! Einfach. nur. perfekt. Und noch gibt es sie. Im Ausverkauf noch dazu. Es gibt sie sogar in hellgrau (seltsamerweise „olive“ genannt. Aber meine schwarzen laufen auch unter „grey“). In meiner Größe. Ich könnt heulen – doppeltes Verbot grad. Sowohl Shoppingboykott als auch knappe 70 Dollar Versandkosten nach Österreich minimum.
Lustig – ich bin komplett überzeugt, dass ichs schaffe, und ich weiß, dass ich dieses Jahr nix kaufen werde. Daran ändern auch diese Stiefel nichts. Was mich nervt, ist das Gefühl, 2013 wirds die nicht mehr zu bestellen geben. Weil dann die neue Kollektion da ist und dieses Design auf Nimmerwiedersehen verschwunden sein wird.
Und drum hab ich was Böses getan. Von dem ich noch gar nicht weiß, ob es funktionieren wird. Ich hab ebenjenen Freund in den USA gefragt, ob er nicht die Schuhe bestellen will und sie mir 2013 „verkaufen“ will. Ich hab überhaupt kein Problem, sie erst in einem Jahr zu haben – aber ich weiß einfach, dass es dieses Paar sein muss. Nicht die Levis-Boots von letztens, nicht die von Februar, nein. Die hier.
Ich weiß nicht, ob ers machen wird.
Ich war ja jetzt ein paarmal im Stoffsalon – die haben wirklich, WIRKLICH schöne Stoffe, und etwa ein Drittel davon sind sogar in Bio-Qualität. Und weil ich hier (und sonst noch wo, aber das verrat ich, wenns soweit ist) ja relativ ungeniert Werbung mach für sie, hat mir die liebe Besitzerin Alex einen Meter Stoff geschenkt. Ein Stoff, der mir schon seit dem ersten Mal im Stoffsalon ins Auge gestochen ist:

Stoff von Naomi Ito (c) Nunette Colour
Werd mir das Stück Stoff gut aufheben – denn Ende Mai mach ich einen weiteren Nähkurs, diesmal wird ein Rock genäht. Genau, ein getupfter.