Archiv der Kategorie: ichkaufnix

Sweatshop mitten in New York

Diese Geschichte zeigts mal wieder: Design, kleinere Stückzahlen und höhere Preise haben NICHTS mit Qualität, Transparenz und gerechter Produktion zu tun. Sehr traurig.

Übrigens: Ecouterre.com – sehr nette Page!

Getaggt mit

Projekt März verschoben

Die Pulloverstrickerei ist jetzt erstmal verschoben – Wollgeschäfte haben saisonales Angebot und momentan nur noch „Sommerwolle“ in den Regalen. Nachdem ich aber einen schönen Winterpulli haben möchte, noch dazu unbedingt in grau, muss ich eben warten….

Ab August/September hab ich dann keine Ausrede mehr – das Ding muss noch 2012 fertig werden.

Getaggt mit ,

Mütterliche Liebe

Die Mama. Die ist ja eine ganz, ganz liebe. Nur manchmal ein bißchen eine Vergessliche. Folgendes Telefonat heute vormittag:

Mama: „Du, ich bin grad bei Falke, da gibts Leggings im Angebot um fünf Euro.“

ich: „Ja, also schenken darfst du mir solche – ich darf sie mir ja nicht selbst kaufen.“

Mama: „Ah ja genau, hab ich vergessen. Na dann, Pech!“

ich: „Aber… aber …. vielleicht magst mir ja welche schenken? Möglichst groß, die schneiden immer so klein.“

Mama: „Ich schau mal, aber ich glaub… nein… du…. da liegt nix Passendes, tschüss!“

Ok, ich bin grad streng zu mir, aber müssen das andere auch sein? Meine Mama?!?  Ist so ein bißchen mütterliche Liebe und Fürsorglichkeit zuviel verlangt?! Gemein, sowas!

Getaggt mit ,

Kleider abspecken?

Habe gestern abend „Die Kleiderdiät“ von Linda Deslauriers durchgelesen – eine ihrer Hauptaussagen ist: Reduzieren, reduzieren, reduzieren. In einem durchschnittlichen Kleiderkasten eine Frau sind etwa 20% wirklich gut, passend, tragbar – und werden auch getragen, die restlichen 80 % sind alt, Fehlkäufe, nur noch aus emotionalen Gründen da und Hosen, die irgendwann mal wieder passen werden.

Ich habe von allem sehr viel. Gute zehn Jahre Shopping als größtes Hobby äußern sich eben so. Frau Deslauriers würde ihre helle Freude haben: Was sie alles bei mir weggeben könnte!

Das Problem ist nur: Ich will nix weggeben. OK, kaum was. Aber von meinen 30 Jacken trage ich auch locker 20 regelmäßig und übers Jahr verteilt, die 20% davon sind schon allein die unverzichtbaren Lieblingsstücke (die Jeansjacke, die senfgelbe Lederjacke, der grüne Winterparka, der alte Dufflecoat, die schwarze Jacke mit dem seitlichen Zipp und die türkise Jacke von H&M – ha, auf der Stelle 20% als unverzichtbar nennen können)!

Ich liebe meinen Kleiderkasten! Sicher, ich hab auch so manche Fehlkäufe da drin (und drumherum, aber das ist eine andere Geschichte), aber ich liebe das Gefühl, die Auswahl zu haben – eine Kleiderdiät oder der Kleiderkasten der lieben Freundin wär also für mich keine Alternative. Dann lieber nix neues kaufen.

Getaggt mit ,

Bücherwurm Nunu

Manche Menschen, die machen einfach. Einfach drauflos. Normalerweise gehöre ich zu dieser Sparte. Allerdings gehöre ich auch zu der Sparte, die dann aus Interessensverlust ganz schnell wieder aufhört. Hin und wieder habe ich eine Aufmerksamkeitsspanne eines kleinen Vogels mit Alzheimer. In diesem Punkt ähnle ich meiner Katze manchmal wirklich frappierend, wir sind beide ungeduldig und vergesslich.

Aber dann gibt es Menschen, die sich erstmal in alles einlesen. Vorbereiten. Vergleichen. Sich die Theorie aneignen. Und OK, lesen, das tu ich ja wirklich gern. Und ich würde sagen: In dem ganzen Shoppingboykott habe ich wirklich meinen persönlichen roten Faden gefunden. Anders kann ich mir das hier nicht erklären (und es war unmöglich, ein Foto ohne meinem haarigen Patienten drauf zu machen – wir teilen nämlich noch eine Eigenschaft: unglaubliche Neugierde):

(c) nunette colour

(c) nunette colour

Beim Anblick der Bücher wird mir übrigens klar, warum spartechnisch noch nicht wirklich Ergebnisse auf meinem Konto zu sehen sind. Hier liegen knapp 70 Euro, plus hab ich drei neue Wohnbücher. Jupp, die böseböse Ersatzshopperei…

wobei, eigentlich ist er der Neugierige, der überall dabei sein muss.

(c) nunette colour

Zwei sind ausgeborgt, der Rest Amazon (jaja, das böse Ersatzshopping).

1. Reihe vlnr:

Ines de la Fressange – Pariser Chic. Noch nicht gelesen, von Freundin ausgeborgt.

Stefanie Schütte – Die 101 wichtigsten Fragen Mode, Fashion, Haute Cotoure. Fand ich jetzt nicht so spannend. Hätte mir mehr Modegeschichte erwartet.

Brenda Kinsel – Neues aus der Umkleidekabine. Ganz, ganz grottenschlecht. Liest sich wie so eine US-Bühnen-Motivationsshow. Adressiert an Frauen, die den Kampf um ihre Taille aufgegeben haben.

Susanne Klinger – Hab ich selbst gemacht. Ganz ganz ganz toll! Super geschrieben, man fühlt bei ihren ersten Gärtner-, Back- und Strickversuchen mit und bekommt sogar ihre Lieblingsrezepte mitgeliefert (daher bereits einige Fett- und sonstige Küchenflecken im Buchinneren…)

Pietra Rivali – Reisebericht eines T-Shirts: Hab ich heut erst geliefert bekommen.

2. Reihe vlnr:

Eva Tenzer – Go Shopping! Bin grad am Anfang, sehr spannend – es beleuchtet die Hintergründe, warum wir eigentlich so deppert aufs Shoppen sind, sei es Sportwagen, Juwelenkette oder das 30. weiße Tshirt.

Judith Levine – No Shopping! Lege ich allen sonstigen Abstinenzlerinnen ans Herz, diese Frau ist uns meilenweit voraus. Sie hat ein Jahr lang komplett auf alle Luxusprodukte verzichtet, und schreibt wahnsinnig mitreißend darüber. Sie ist nur zweimal schwach geworden, einmal davon bei Kleidung, hihi!

Nina Garcia – Der perfekte Kleiderschrank. Ebenfalls ausgeborgt. Ich mag Project Runway. Ich mag Nina Garcias Meinung über die Entwürfe der Jungdesigner. Aber ich habe festgestellt: Ich mag es nicht, wenn mir eine Frau, die einen komplett anderen Stil hat als ich, erklärt, was in meinem Kleiderschrank sein muss, damit ich gut gekleidet bin. Abgesehen von der Unbezahlbarkeit einiger dieser Unverzichtbarkeiten teilweise unpackbar gräßliche Beispiele drin. Aber nette Illustrationen!

Linda Deslauriers – Die Kleiderdiät: Heute angekommen, habe schon reingeschnuppert, und muss sagen – ähnlich wie Tenzer, nur weniger trocken, wird mir da erklärt, warum ich so shoppingblöd bin, wie ich bin. Wobei ich die Stilberatung und Typbestimmung überspringen werde – ich mag meinen Stil, und ich hab ganz viel davon im Kleiderschrank. Ich mag nur wissen, warum ich so viel da drin hab.

Weitere Buchtipps sind herzlich willkommen – Selbstversuche, Hintergründe, die bei Shoppen so abgehen, ungewöhnliche Modeprojekte: JA. Stylingtipps, Farb- und Typberatungen: NEIN. Danke, nein.

Getaggt mit , ,

Keine Dauerlösung, aber…

… auch eine Möglichkeit, nicht einzukaufen: Um acht in der Früh ins Büro, um acht am Abend wieder raus – da bleibt keine Zeit. Und weil am Abend von zuhause aus weitergearbeitet werden muss, auch keine Zeit, sich in Onlinestores umzuschauen. Kein Hirn und keine Muße fürs Shoppen zu haben, ist sicherlich auch eine Methode – wenn auch nicht die gesündeste, so allgemein.

 

 

 

Getaggt mit

Damit ihr mitleidet

so. schön. und ich solls schaffen, in Brüssel nicht dorthinzuschauen??

(c) cora kemperman

(c) cora kemperman

(c) cora kemperman

(c) cora kemperman

(c) cora kemperman

(c) cora kemperman

(c) cora kemperman

(c) cora kemperman

GRUMPF.

Getaggt mit

Ganz viel wenig

Ich habe eineinhalb Meter Pax Kleiderschrank in richtig hoch, zwei Laden in einer Kommode, einen halben alten Eichenkasten und – mein ganzer Stolz – einen Flugzeugtrolley für Unterwäsche und Strumpfhosen (ein Wort, das inzwischen nur noch mit einem Seufzer ausgesprochen werden kann). Und hab immer wieder Zeug, das in die Kästen nicht reinpasst. Ah ja, ein großes Schuhregal hab ich auch noch.

Vor einigen Tagen hat meine liebste Freundin und Nachbarin, die seit kurzem allein wohnt, mir ihren Kleiderbesitz gezeigt: Sie hat ihren ein Meter breiten Pax aufgemacht. Und der war halb leer. Einige Jacken und Schuhe befinden sich noch in einem weiteren Kasten im Vorzimmer. Fertig. Ich hab wahrscheinlich dreingeschaut wie eine Katze vorm Aquarium. Boah.

Fazit: Ich hab ein schlechtes Gewissen. Mit vollen Hosen ist leicht stinken, mit vollen Kleiderkästen ist leicht nicht zu shoppen.

Fazit 2: Ich kann nichts wegschmeissen. Eine andere Freundin ist da beinhart, alles, was sie seit einem Jahr nicht angehabt hat, fliegt. Das könnte ich nie und nimmer. Eine Winterjacke, bekommen mit 14 (damals so groß wie zwei Zelte, gefühlt, jetzt grad passend), sicher 10 Jahre lang nicht angehabt – seit zwei Wintern wieder eins meiner Lieblingsstücke. Einmal hab ich zwei dicke Pullis weggegeben – denen heule ich heute noch nach.

Fazit 3: Es ist mir ein absolutes Rätsel, wie man mit so wenig Gewand immer so gut angezogen sein kann wie sie.

Getaggt mit , ,

Gewissensbisse

In weniger als zwei Wochen bin ich bei Cora Kemperman. Sorry, ich meine natürlich, in zwei Wochen bin ich auf einer Konferenz in Brüssel und dort gibt es eine Filiale von Cora Kemperman. Und wie bereits schon früher mal beschrieben: In einer der wenigen Städte in Belgien oder den Niederlanden zu sein und NICHT zu Cora Kemperman zu gehen – das übersteigt meine Kräfte und meine Kraft zur Konsequenz. Um das Shoppingverbot nicht komplett zu brechen, habe ich mit meiner werten Frau Mama, die meine Kempermanschen Käufe immer wieder lobt, folgenden Deal vereinbart: Ich habe 100 Euro Budget, kaufe ein, gebe ihr unmittelbar nach meiner Rückkehr die Sachen, und bekomme sie erst zu meinem Geburtstag Ende Juni wieder überreicht. Damit spiele ich etwa in der Liga von Kerstin Weng und ihrem Seidenkleid (Auflösung: sie bekams zu Weihnachten von ihrem Freund geschenkt).

Mein Freund, der da anscheinend ganz anders gestrickt ist als der von Kerstin Weng, bekam davon Wind und schon ging die Diskussion los. Dass ich damit doch eigentlich den Boykott breche, dass er doch so stolz auf mich ist, weil ich so toll durchhalte, dass ich mir doch meine Sucht nach dem Shoppingerlebnis selbst abgewöhnen will und nicht die Produkte selbst (Point taken, da hat er absolut recht), und dass er angesichts der Mount McWäscheberge und den vollen Kästen zuhause nicht ganz versteht, wieso ich un-be-dingt bei Cora Kemperman shoppen muss. Meine Argumente von wegen, bei Kemperman bestehe kein schlechtes Gewissen wegen Bio und Fairtrade, und der Tatsache, dass ichs einfach nicht packe, endlich mal in einer der Städte mit Filialen von ihr zu sein und NICHT hinzugehen, hätte ich mir auch in ein Sackerl reden können. Wobei ich sein Argument von wegen: „Wennst das Jahr dann geschafft hast, kannst ja ein Wochenende zum Shoppen hinfahren oder -fliegen“, das lass ich nicht gelten. NUR zu Shoppen in genau EINEM Shop extra nach Amsterdam oder Brüssel zu fliegen halte ich bei aller Shoppingliebe für die Krönung der Absurdität.

Nun brauch ich euch – macht mich ruhig moralisch fertig, aber bitte bedenkt: Ich müsst nicht extra streng sein, schließlich dürft ihr ja jederzeit shoppen. Keine Moralkeule auspacken, die einen selbst auch erschlagen würde, und mir bitte Feedback geben. Soll ich? Darf ich? Wie schlimm ist es? Ich bin wirklich hin- und hergerissen.

Getaggt mit , ,

Brigitte, die dumme Kuh

Es ist doch wirklich eine Sauerei. Einmal im Jahr kauf ich mir eine Brigitte, weil mich die angegebenen Artikel auf der Titelseite ansprechen. Und dann DAS:

 

 

Ich hätt sie am liebsten in beiden Farben. Obwohl in mir gleich eine ganze Latte an Moralbedenken losgeht, von Leder über Produktionsbedingungen bis zum Gift beim Färben. Manchmal ist das Habenwollen stärker. Aber: 319 Tage bleib ich noch stark. Länger. Hab mit einem Arbeitskollegen gewettet, allerdings hat er gemeint, bis 24. Februar („Heut in einem Jahr“). Uff. Lass ich mir für 50 Euro einen ganzen Winterausverkauf entgehen?

Getaggt mit , ,