Schlagwort-Archive: Fast Fashion

Fernsehabend

Nach drei Presseaussendungen, einer Pressekonferenz und Tagwache um halb sieben statt ansonsten zwischen halb acht und acht plus immer noch beleidigtem Magen häng ich in den Seilen und werde mich heute nicht mehr vom Fernseher/Laptop wegbewegen.

Als erstes schau ich mir in der TV-Thek an, was ich gestern live versäumt habe:

zdfgift

Screenshot ZDF.de

Schau es jetzt gerade live, während ich diesen Beitrag erstelle, und wenn mir nicht eh schon den ganzen Tag wegen der Gastritis schlecht wäre, wäre es das spätestens jetzt. Unbedingt anschauen. Aber Achtung, WIRKLICH grauslich. Sehr drastische Bilder von Kühen, denen lebend die Haut abgezogen wird, und Marderhunden, die einfach schnell mal auf einem Markt erschlagen werden. Neben diesem Grausen hab ich grad so ein richtiges Bobo-schlechtes-Gewissen: Einerseits weiß ich, dass meine Sandalen, meine Boots und meine Taschen beide aus Ökoleder, chromfrei gegerbt und in Europa hergestellt sind. Andererseits: Leder. Und: Ich kanns nicht genau wissen, ich muss mich auf die HerstellerInfos verlassen. Und dann wär da auch noch die Second-Hand erstandene Liebeskind-Tasche. Verdammt, es ist doch so verlogen. Bei den nächsten schönen Lederboots hab ichs doch wieder vergessen. Wie wir alle. Fast alle. Was Leder und Veganismus angeht: Mein Weg dorthin ist ein sehr langsamer, aber ich versuche, ihn zu gehen.

Und danach geb ich mir neugierdshalber mal das Gegenprogramm. Ich bin ja großer Fan von Project Runway, aber was ich da so in den Vorschauen gesehen hab… ich weiß nicht so recht. Großhändler kaufen gleich mal die Kollektionen ab? Fokus auf Massenverkaufbarkeit? Den gibts bei Project Runway nicht (immer). Mal schauen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

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Große graue Dummheit

Es ist doch wirklich unfassbar! Manchmal hab ich echt Aussetzer Richtung Dummheit.

  1. Mein Kleiderschrank ist gut bestückt.
  2. Ich habe heute ein perfekt lässiges Wohlfühloutfit an, meinen riesigen grauen Strickpulli mit Leggings, Boots und Lederjacke. Merke: Riesiger grauer Stickpulli. Drei Jahre alt und heiß geliebt im Winter.
  3. Ich bin wunschlos (und) glücklich gerade und brauche fürs restliche Jahr definitiv nix mehr, bin von meinem Rückfall sowieso noch übersättigt.
  4. Ich befinde mich immer noch im Dilemma zwischen: „In Bangladesch und Co. herrschen Scheißzustände in den Fabriken, ich will das nicht unterstützen“ und „Gewerkschafterinnen aus Bangladesch bitten inständig, weiter diese Sachen zu kaufen, damit sie wenigstens die Möglichkeit eines Jobs haben“ – und rein aus persönlicher Überzeugung heraus fällt es mir momentan jedoch sehr schwer, in solche Fast-Fashion-Stores zu gehen, der Gedanke an „ich will das nicht unterstützen“ überwiegt einfach (naiver Gedanke: weil vielleicht ändern die Unternehmen ja was, wenn sie Umsatzrückgänge haben…).
  5. Ich fahre heut früh in die Arbeit, steige wie immer, wenn ich nicht am Rad unterwegs bin, auf der Mahü (die übrigens fast super ist, so wie sie jetzt ist! So! Da habt ihrs!) von Ubahn in den Bus. Und sehe das da: pulli

Und denke mir: Wie schööööön!!

Merke: Gegen den Kaufwunschimpuls ist man (wenn man früher Shopaholic war und sich noch dazu auf der Mahü herumtreibt, zugegeben) anscheinend nie gewappnet, aber es hilft ungemein, an sich herunter zu schauen und kurz mal zu überlegen: Brauch ich wirklich einen riesigen grauen Strickpulli? 🙂

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Ernsting hat mir geschrieben

Wow, nach meinen zahllosen Versuchen bei Desigual und Co. wurde ich heute wirklich positiv überrascht: Ich habe bei meiner Kurzrecherche zu Ernstings Family denen auch direkt mal geschrieben. Gestern Abend. Heute früh hatte ich bereits Antwort. Und zwar folgende (ich bin sehr gespannt auf deren Nachhaltigkeitsbericht, finde einige Ansätze gut, viele gehen mir jedoch nicht weit genug, aber das dürfte eh bekannt sein, wie ich beispielsweise zu SA 8000 stehe). In sozialer Hinsicht scheinen sie – übrigens auch wie der Textilschwede, irgendwohin müssen die ihr Millionenbudget im CSR-Breich ja hintun – auf einem Weg zu sein, der zumindest mal nicht komplett in die falsche Richtung geht (und sie sollten diesen Weg dringend intensiv weitergehen). Was die ökologische Komponente angeht, werd ich wohl nochmal nachfragen, aber – Fairness muss sein – danach habe ich in meiner Nachricht an sie auch nicht gefragt. Die fetten Markierungen sind von mir, das sind die Teile, die mir besonders aufgefallen sind – manche, weil ich finde, dass es eine Selbstverständlichkeit sein sollte, andere, weil sie das scheinbar wirklich abhebt. Lest selbst:

Hallo liebe Nunu,

wir haben Deine facebook-Nachricht an Ernsting’s family erhalten.

Zunächst einmal vielen Dank für Dein Interesse, über das wir uns sehr freuen.

Noch in diesem Jahr werden wir eine ausführliche Nachhaltigkeitsbroschüre veröffentlichen, die u.a. unsere Produktionsbedingungen erklärt und reflektiert. Diese wird auf unserer Website zum Download zur Verfügung stehen.

Zunächst hoffen wir, Dir mit folgenden Informationen weiterzuhelfen:

Das Unternehmen Ernsting´s family bezieht, wie der Großteil der Textilbranche, seine Waren aus China, Indien, Vietnam, der Türkei, Bangladesch, aber auch aus Ost- und Südeuropa. Die Beschaffungsentscheidungen werden sorgfältig überdacht und nach folgenden Kriterien getroffen: lange Textiltradition (wie z.B. Indien), Qualitätsniveau, Zuverlässigkeit, ethische und ökologische Unbedenklichkeit, Arbeitskosten, Rohstoffpreise, Flexibilität, Know-how der Mitarbeiter, Innovationsfähigkeit, Spezialisierung des Marktes, Kosteneffizienz, CO2-Bilanz usw.

Weil die Überwachung weltweiter Produktionsstätten nicht einfach ist und gleichzeitig eine nur durch das Unternehmen betriebene Überprüfung häufig bei den Menschen nicht auf das nötige Vertrauen stößt, gehen wir noch einen Schritt weiter und haben ein engmaschiges Kontrollsystem entwickelt, das auf mehreren Säulen basiert. Zum einen werden Budgets bereitgestellt, damit unsere Einkäufer und Geschäftsleitung mehrmals im Jahr spontan und unangemeldet bei den Zulieferfirmen vor Ort sein können.

Gleichzeitig sind wir aber auch dem BSCI (business social compliance initiative) beigetreten, denn Ernsting´s family will sich der Verantwortung stellen und sieht lieber hin als weg, um mögliche Missstände abzubauen.

Mit der Teilnahme in der BSCI verpflichtet sich jedes Mitglied binnen 3 Jahren 2/3 seines Einkaufsvolumens oder seiner Lieferanten aus Risikoländern von unabhängigen und akkreditierten Prüfinstituten überprüfen zu lassen. Nach 5 Jahren müssen dann 2/3 des Weiterlesen

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Ernsting bei mir

Gerade am Heimweg habe ich festgestellt: In die dm-Filiale bei mir ums Eck, die leider ein paar Blocks weiter gezogen ist (und jetzt genau diese paar Blocks „vom Schuss“ liegt), kommt ein „Ernstings Family“ rein. Also ganz ehrlich, von denen habe ich wirklich noch nie etwas gehört vorher.

Frau Nununeugierig hat natürlich zuhause gleich nachschauen müssen, was sie da so erwartet. Der Blick auf die Homepage ergab: Breites Angebot, Billig, die Preise schauen nach Bangladesch aus. Sie zeigen eine Outfitkombination, bei denen ich allein für vergleichbare Schuhe kürzlich mehr bezahlt habe.

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Screenshot ernstings-family.at

Und schon gehts wieder los in mir, dieser unauflösbare Widerspruch. Einerseits: Nein, ich werfe Menschen, die sich Schuhe und Kleidung nur in billig(st)er Form leisten können, dieses nicht vor. Und insofern ist Ernstings Family gar nicht blöd mit seiner Filialauswahl, ich wohne jetzt nicht unbedingt in einer Top-Snob-Gegend. Aber das ganze zieht ja auch andere KundInnen an, die, die einfach hobbymäßig shoppen, zuhause einen Kleiderschrank haben, der überquillt, und sich definitiv keine neue Winterjacke kaufen, weil sie eine neue Winterjacke „brauchen“. Konsequent zu Ende gedacht, lege ich hier ein Zweiklassendenken an den Tag, vor dem mir selbst graust. Den einen werfe ich es nicht vor, den anderen schon. Nein, ich kann es niemandem vorschreiben, wie er/sie kaufen soll. Ich wünsch mir nur manchmal, dass es nicht so wahnsinnig viele verschiedene Ketten gibt, die im Grunde genau das Gleiche mit anderem Label drin anbieten – und die gegeneinander konkurrieren (was weiteres Preisdumping nach sich zieht).

Eine kurze Recherche ergab zumindest einen (sehr schwach flimmernden Hoffnungsschimmer):

Die Zeit schreibt über Recherchen der Stiftung Warentest:

Die Konzerne Ernsting’s Family und Peek&Cloppenburg lassen in Bangladesch in anständiger Weise produzieren und zahlen neben den kargen Mindestlöhnen zumindest extra Boni.

Und das klingt auch nicht so schlecht, was der bereits verstorbene Gründer der Textilkette mal sagte:

Im Gegensatz zu manchem Wettbewerber bemühte Ernsting sich stets um einen fairen Umgang mit Beschäftigten und Lieferanten. Zum Beispiel gab er seinen Managern vor, so viel fair gehandelte Baumwolle wie möglich einzukaufen. „Billig kann jeder“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ 2009. Sein Unternehmen meide teure Lagen in den Innenstädten und setze auf Standorte am Stadtrand und in kleinen und mittleren Städten.

Da hätt ich gern genauere Infos drüber. Weiß da jemand mehr?

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Wirds zuviel?

Letztens war ja wieder mal eine Reportage über Bangladesch, diesmal im Weltjournal+ auf ORF. Und langsam, aber sicher kam ich ins Wigelwagel. Keine Frage, die Reportage war super, deckte auf, welche Labels in welchen heruntergekommenden Fabriken eingenäht wurden, deckte auf, dass Kinderarbeit nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist, und dass große Firmen wie Inditex über das alles bestens Bescheid wissen. Oder dieser Artikel, extrem informativ…

Und so sehr mich das Thema bewegt: Mich hat keine Sekunde der Doku überrascht. Schlicht, weil für mich nichts Neues dabei war. Das soll nicht heißen, dass ich abgestumpft bin, die Bilder sind und bleiben einfach nicht in Ordnung. Es gab nur einfach in den vergangenen Jahren wirklich viel Berichterstattung dazu.

Nur ein Gedanke ist mir nach der letzten Doku dann doch zum ersten Mal gekommen: Langsam muss es doch so weit sein. Langsam müssen doch wirklich alle Bescheid wissen. Es wird so breit getreten, von einer Titelseite in der New York Times nach dem Zusammenbruch von Rana Plaza bis hin zu regelmäßigen Skandalmeldungen in der Bildzeitung für ….. andere Bildungsschichten als die der New York Times. Dieses: Ok, was könnte jetzt eigentlich folgen, wenn jetzt alle Bescheid wissen, das beschäftigte mich einige Tage. Und abgesehen von der Frage, was wirklich folgen könnte, wenn die Unternehmen wenigstens ihren Worten Taten folgen lassen würden (was nicht geschieht, frustrierend bis dorthinaus, was da gerade – nicht – passiert), bin ich leider auch auf zwei Antworten gekommen, die mich sehr frustrieren:

Erstens: Es ist noch nicht bei den KundInnen angekommen. Die KonsumentInnen wissen zwar vielleicht alle irgendwie Bescheid (oder auch nicht – als Nachrichtenjunkie fällt es mir schwer zu glauben, dass es sehr viel mehr Nachrichtenresistenzler als Nachrichtenjunkies gibt, aber anscheinend ist es so), aber an ihrem Konsumverhalten ändert das nichts. Weiterhin haben FastFashion-Unternehmen Rekordumsätze. Nochmal: Ja, ich weiß, schwierig. Würde dort niemand mehr shoppen gehen, gäbe es für die Frauen in Bangladesch nur noch die Wahl zwischen Heirat oder Strich. Und jenen hier, die es sich nicht anders leisten können, werde ich Besuche beim Textilschweden nie vorwerfen. Aber jenen, die es sich sehr wohl leisten können, durch Umdenken und kritischen Konsum ein Zeichen zu setzen, und es nicht tun, auf die bin ich dann doch ein bissl angfressen. Wobei: Dazu hab ich auch kein Recht, jeder Mensch entscheidet für sich. Auch ich habe zwei Hosen im vergangenen Dreivierteljahr konventionell gekauft – zwar bei keinem dieser Massen-Fast-Fashion-Ketten, sondern in einem kleinen Concept Store und von kleinen Labels, aber dennoch. Dieses hirnlose „jö, das nehm ich auch noch mit, das ist ja schön“-Shopping und Shopping als Hobby anstatt von Shopping aufgrund von „das brauch ich“, das ist doch das eigentliche Problem – und das wird von FastFashion per Werbung gepusht wie blöd. Diese „Ich-hab-nix-zu-tun-gehmma-shoppen“-Einstellung. Und das sollte ja das erste sein, das einem bei diesen Bildern aus Bangladesch vergeht, oder?

Zweitens: Es überrascht sogar immer noch die kritischsten Menschen. Habe letztens mit einer sehr guten Freundin, die wirklich sehr bedacht, sehr kritisch mit einem Grundgedanken von Fairness für und Solidarität mit allen an sämtliche Themen im politischen Regenbogen herangeht, über genau jene Weltjournal-Reportage geredet. Und ich traute kurzfristig meine Ohren kaum, als sie mir komplett überrascht erzählte, wie sehr es sie schockierte, dass zwischen Textilschweden- und Diesel-Jeans wahrscheinlich außer dem Preis kein Unterschied besteht. Ich traute meinen Ohren deshalb kaum, weil ich dachte, sie müsste darüber doch eigentlich schon Bescheid wissen. Auch ihr ist im Grunde kein Vorwurf zu machen, niemand erwartet von ihr, dass sie von jetzt auf gleich zur Textil-Gerechtigkeitsfanatikerin wird. Muss sie ja auch gar nicht! Nur finde ich es einfach sehr überraschend, dass gerade dieses medial schon so breit getretene Thema sich auch in kritischen Köpfen anscheinend noch nicht gefestigt hat.

Fazit: Nein, es kann gar nicht zuviel berichtet werden. Immer noch nicht.

LIebe Medien, bitte macht weiter damit.

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Kinder für Kinder

Immer wieder hört man Geschichten, dass das mit der Kinderarbeit sich schon verändert habe und viel weniger Kinder in Textilfabriken arbeiten, und es da Kontrolle gibt (ja eeeh) und wenn, dann findet man ein oder zwei, und die schickt man dann als Vorzeigeprojekt in die Schweiz ins Internat und blablablabladibla und das alles ist eh schon zum Haareraufen.

Aber wenn man dann ein Video sieht, in dem NUR Kinder arbeiten, in dem 12-Jährige Mode machen, die für Gleichaltrige in den USA bestimmt ist, dann kommt einem das Kotzen. Eigentlich ein Wunder, dass Al Jazeera America diese Bilder hat drehen dürfen.

aljazeera

Klick aufs Bild –> ab zum Video, lässt sich leider nicht einbetten, nur verlinken!

Und ich freu mich in meinem letzten Beitrag grad drüber, dass ich bald „nur“ noch einen 40h-Job haben. Also acht Stunden am Tag. Und empfinde meine Zusatzaufgaben, die für die ich mich FREIWILLIG entschieden habe, und die meine Tage gerade zu 12h-Tagen machen, als Belastung. Die Kleine im Bild arbeitet manchmal bis zu 14h am Tag. Ich raunze herum, weil mein NGO-Gehalt mich am Ende des Monats nicht wirklich zu Freudensprüngen veranlasst – und die Kleine kriegt pro Monat weniger, als ich für Wolle für einen halben Pullover ausgebe. Und: Rechnerisch geht es sich aus, die Kleine kann meine Tochter sein.

Heißer Tipp: Alle paar Tage mal im Internet nach neuen Geschichten aus den Zuständen in den Textilfabriken suchen. Keine Sorge, man findet verlässlich jedes Mal neue Stories, bei denen es einem den Magen umdreht. Bei mir persönlich hält es nicht nur die Motivation, mich für bessere Zustände in der Bekleidungsindustrie einzusetzen, am Leben, sondern es lehrt einfach wirklich Demut. Klingt jetzt ordentlich pathetisch und gschissn, aber verdammtnochmal, alles, was mich hier umgibt, ist Luxus.

 

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Dreiste erste Straße

Beim Recherchieren von Blogs im Textilbereich bin ich auf die Corporate-Seite von Street One gestoßen. Lese den Einleitungstext.

Unsere Marke

Eine Vision von aktueller und schneller Fashion

Die Unternehmensgründer der Marke Street One hatten 1983 eine Vision. Sie wollten aktuelle Fashion kurzfristig und schnell liefern können. Das haben sie geschafft und diese Aufgabe wird heute noch jeden Tag und immer wieder aufs Neue vom gesamten Street One Team gemeistert. Mit einem Gespür für Fashion und einem kompletten Fashion-Sortiment.

Mit viel Disziplin und bestens durchorganisierten Prozessen. Denn nur so können 12 Kollektionen im Jahr an über 4.000 Verkaufspunkten in ganz Deutschland und Europa so schnell geliefert werden.

Überall dorthin, wo die Marke Street One für hohe Aktualität und Kombinierbarkeit von Fashion steht, gepaart mit hervorragenden Passformen und Qualitäten sowie einem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Denn bei Street One stehen die Wünsche und die Bedürfnisse der Kundinnen immer im Mittelpunkt allen Handelns. Das ist die von allen konsequent gelebte Markenphilosophie. Die Marke lebt und liebt die Marktnähe.

Deshalb ist Street One auch so attraktiv für ihre Handelspartner und Kundinnen. Für die einen wegen der abverkaufsstarken Produkte, des hohen Lagerumschlags und des kontinuierlichen Wachstums. Für die anderen wegen der modischen, abwechslungsreichen und aktuellen tollen Outfits. Das alles macht Street One heute zu einer der führenden und erfolgreichsten Young-Fashion-Marken für Frauen.

Bisher dachte ich, dass Textil-Unternehmen die paar kleinen grünen Schritte, die sie tun, sehr laut kommunizieren, aber den ganzen Rest, der – sagen wir mal – sehr ungrün ist, einfach verschweigen. Dass ein Unternehmen auch noch so stolz erklärt, dass sie mit 12 Kollektionen im Jahr Mitglieder der mörderischen Fast-Fashion-Bewegung sind, und stolz sind auf abverkaufsstarke Produkte (ist ein Unterschied zwischen abverkaufsstark und verkaufsstark oder kapier ichs nur einfach nicht?) und mit keinem einzigen Wort auf Verantwortung, Nachhaltigkeit oder wenigstens irgendein Scheiß Ökotex 100-Siegel-Gedöns eingehen, das find ich schon heftig.

Oh. Sorry. Hab grad weitergeklickt. Da steht dann doch was von Verantwortung. Und als ob ichs gerochen hätte: Weiterlesen
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Bessere Baumwolle – und mich ärgerts schon wieder

Langsam wirds wirklich eng. Ich sollte bereits einige Seiten meiner Abschlussarbeit für die FH geschrieben haben – und? Noch fast nix hab ich. Darum bunkere ich mich in den kommenden Tagen zuhause ein und hoffe, dass ich was weiter bringe.

Und was mach ich? Richtig. Ich surfe. Und ärgere mich schon wieder. Der Möbelschwede, der hat ja nicht wenige Baumwollprodukte im Angebot. Und der ist Gründungsmitglied der Better Cotton Initiative. Eine Initiative, der ich gelinde gesagt kritisch gegenüberstehe – einfach, weils eine halbe Sache ist. Das ist keine Biobaumwolle, sondern – wie der Name schon sagt – etwas bessere Baumwolle. Weniger Wasser, weniger Pestizide, Ausbildungen für Bauern. Aber: Anscheinend kaum überprüfbar, offen für gentechnisch verändertes Saatgut (und damit Tür und Tor sperrangelweit offen für Monsanto und Co.), und vor allem: Das gilt nur bis zu den Ballen, die Verarbeitung, Stoffspinnerei und Färbung steht schon wieder auf einem anderen Blatt.

Folgendes schreibt die Christliche Initiative Romero e.V., die in dem Bereich sehr aktiv sind:

Die BCI wurde 2009 von großen Markenfirmen wie Adidas, Gap, H&M, Ikea, u.a. gemeinsam mit NROs wie WWF, PAN u.a. gegründet.

Soziale Kriterien

  • ILO-Kernarbeitsnormen
  • Aus- und Weiterbildung für Management und ArbeiterInnen findet nicht statt.
  • Es findet kein internes Monitoring durch die BaumwollproduzentInnen statt. Es gibt keine unabhängige lokale Beschwerdestelle für ArbeiterInnen.
  • Es gibt keine unabhängigen Kontrollen der Management-Audit-Systeme der jeweiligen Mitgliedsunternehmen durch BCI.

Ökologische Kriterien

  • Fokus auf konventionellen Baumwollanbau.
  • Genmanipuliertes Saatgut erlaubt.
  • Nachhaltiger Umgang mit Wasser und Böden.
  • Reduktion von Agrarchemikalien.
  • BaumwollproduzentInnen evaluieren ihre Produktion nach den BCI Standards. Die Selbsteinschätzung wird durch die BCI-Arbeitsgruppe überprüft. Stichprobenartige Verifizierung durch BCI-PrüferInnen.

Transparenz

  • Die sozialen und ökologischen Kriterien sowie deren jeweiligen Überprüfungsverfahren und Ergebnisse werden nicht öffentlich in einer verständlichen Form publiziert.
  • BCI verfolgt den Prozess der Umsetzung der Kriterien bis zur Entstehung der Baumwoll-Ballen, die mit einem Code versehen werden.
  • Es gibt ein Siegel auf den Kleidungsstücken mit entsprechender Baumwolle.

Kommentar CIR:

Die Baumwollproduktion gemäß den BCI-Standards stellt eine Verbesserung zum konventionellen Anbau dar. Es handelt sich jedoch nicht um Bio-Landbau, genmanipuliertes Saatgut ist erlaubt. Es werden keine Preisaufschläge für die BCI-Baumwolle gezahlt.

Und dem IKEA gratulierens jetzt, dass er bis 2015 komplett auf better cotton umgestellt haben will. Hallo, der ist Gründungsmitglied der BCI, die werden das wohl schon 2009 in ihrer Planung gehabt haben?!

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Mir ist schlecht

Wahnsinn, macht es mir der Textilschwede inzwischen leicht, ihn nicht zu mögen. Heute früh musste ich feststellen: Zwei meiner vier Trägertops, die ich seit vier Jahren Sommer wie Winter trage, sind nur wenige Fäden vom w.o. geben entfernt. Na gut, dachte ich mir, das sind Basics, die fallen in die Kategorie „brauch ich“. Und nachdem es in Bälde in den Urlaub geht (liebe Einbrecher, vergesst es. Wir haben Aufpasser. Ätsch.), bin ich heute los, erstmal zu Maronski. Die haben schöne Sachen, unter anderem ein Kleid, das mir seehr gut gefällt, aber das leider immer noch nicht günstiger geworden ist und auch nicht in die „brauch ich“-Kategorie fällt. Aber ich dachte: Vielleicht haben sie ja Basics. Haben sie nicht. Bei Laura im Ebenberg hab ich gestern schon geschaut, da ist mich auch nix angesprungen. Schade.

Also kämpfte ich einige Minuten mit meinem Gewissen, stellte fest: Zum Bestellen bei Maas Natur ist es zu spät,  und schaute – zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren – beim Textilschweden rein. Weiterlesen

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How your T-Shirt Can Make a Difference

Keine bahnbrechenden Neuigkeiten, aber graphisch sehr schön aufbereitet! WWF und National Geographic zum weltweiten Verbrauch von Baumwolle:

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