Schlagwort-Archive: Konsumwahnsinn

Biologische Werbung

Arg, ich find den Textilschweden mit seiner verlogenen Conscious-Collection grade so schlimm, dass sogar die C&A-Werbung sympathisch wirkt. Weil: C&A hat gerade eine Plakatwerbung draußen, in der ein weißes Kleid in Bio-Baumwolle (mit Zertifikat?) beworben wird, während der Textilschwede weiterhin seine Conscious Collection ohne irgendwelche Nachweise bewirbt, und zwar Länge mal Breite.

Grumpf. Ärger schon am Morgen.

Edit, nur zur Erklärung: Ich lehne diese „Bio“/“Nachhaltigkeits“-Aktionen von C&A genauso ab wie die vom Textilschweden, der Inditex-Gruppenmitgleider usw. Solange da nicht klare Aussagen kommen von wegen Living Wages, Fairer Produktion und 100% Bio anstelle des Better-Cotton-Mists, sind sie aus ökologischer und sozialer Sicht einfach nicht ernstzunehmen. Aber im Vergleich wirkt die C&A-Bio-Werbung momentan echt sympathischer, diese depperte Textilschwedenkampagne spielt ihnen voll in die Karten. Das ärgert mich so.

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Ich hätt gern Bio-Früchte

Irgendwann in letzter Zeit bin ich mal über Stylefruits.de gestolpert. Kurz erklärt: Da kann man sich selbst aus den verschiedensten Onlineshops Sachen aussuchen und zu Kollagen zusammenstellen. Und die schauen dann beispielsweise so aus (alle Fotos: (c) Stylefruits.de!)

der-fruehling-kann-kommen

Abgesehen vom Schal: Nettes Outfit. Ich würd das Speiblila weglassen. Aber die Schuhe, hach…

Oder so. Übrigens: Man kann auf der Website in die Bilder hineinklicken und landet in direkt in den jeweiligen Onlinestores. Schlaue Idee, irgendwie.

Nennt sich "Gechillt zur Schule"....

Nennt sich „Gechillt zur Schule“….

Oder aber auch so (ich hab auf die Schnelle drei Outfits aus den „neuesten“ ausgewählt, da sich mir die Website noch nicht so ganz erschließt):

kranker-kitsch

Prinzipiell find ich das eine gute Sache, dass man bereits vor dem Kauf solche Outfits zusammenstellen kann und dann entscheiden kann, ob es zusammen passt oder nicht. Gerade das ist es doch auch, was so vielen Frauen am Kleiderkauf Spaß macht, oder? Aber zwei Sachen fallen auf:

  1. Gut drei Viertel der Outfits schauen stilistisch wirklich gleich oder sehr ähnlich aus, siehe beispielsweise die ersten beiden von mir geposteten. Aber dennoch sind die ausgewählten Artikel alle unterschiedlich! Das ist doch Wahnsinn, dieses Überangebot, bei dem erst recht alles gleich ausschaut, oder? Mich erschlägt das Etwas.
  2. Ich hätt bitte gerne genau dieses Konzept für biofaire Mode. Alle verfügbaren Shops und Designer, die Online versenden, zu einem Netzwerk zusammenhängen, und UserInnen solche Outfits in Fair und Bio zusammenstellen lassen. Klingt nach einem lässigen Projekt, oder? Nur dass ich gefühlt im kommenden Jahrzehnt nicht dazu kommen werde, ein solches Projekt alleine auf die Beine zu stellen. Also, liebe Web2.0-Investoren, liebe Programmierer, liebe Produzenten: Wer macht mit? 🙂

Ps: So. Ich habe es jetzt auch ausprobiert. Ausgehend von dem Kleid, das ich irgendwie lässig finde – ich wollte immer schon mal eine Telefonzelle sein -, und dem Wunsch, den ganzen Nude/Pastelltönen, die mich auf der Startseite von Stylefruits anstarren, bin ich auf diese Kombi gekommen. Und habe mir lustigerweise immer dabei gedacht: So eine Jacke hab ich letztens am Flohmarkt gekauft, einen Schal in der Farbe hab ich auch, die Tasche wär eigentlich auch was, was ich im Caritaslager aufstöbern könnte, Schuhe würden meine mit dem roten Zipp noch besser passen, in die neuen Leggings von Kemperman muss ich einen neuen Gummi einziehen, nicht vergessen, und und und. Fazit: Als Inspiration kann man das Konzept von Stylefruits echt leiwandest verwenden, aber die Kaufverführung dahinter ist böse. Aber die Sachen auf dem Bild sind von Street One, Conleys, Zalando – und denen gegenüber hab ich glücklicherweise eine massive Kaufhemmung entwickelt. Meine Idee von Punkt 2. ist grade noch gefestigter. So eine Spielerei in Biofair, hach, man wird wohl noch träumen dürfen.

Ich wollte immer schon mal eine Telefonzelle sein

Ich wollte immer schon mal eine Telefonzelle sein

Edit 2:

Na toll, komplett drauf reingekippt. Immer noch wirklich bestellungsresistent und der Meinung, ich habe wirklich genug im Kleiderschrank – diese Zusammenstellerei macht irre Spaß. Bin doch auch in das Pastellige reingekippt…

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Facebook kapierts nicht

Facebook ist ja schlau. Die zeigen dir rechts nur die Anzeigen, die auf deine Daten zugeschnitten sind. Also „weiblich, verlinkt oft Modesachen, ist auf Zalando gesurft“ – tschakka.

Aber so ganz kapiert Facebook nicht, welche Modelinks ich mir da so anschaue. Sonst würde meine rechte Spalte nicht so ausschauen 🙂

Screenshot (c) Facebook.com

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Ländliche Entspannung

Revolutionärer Gedanke: Auf Land sollt man ziehen. Und zwar wirklich dorthin, wo ich vom Auto abhängig bin und mir jede Fahrt dreimal überlege. Weil so verführungstechnisch ist das so mitten in der Stadt (noch dazu meine Lage – fünf Minuten von der Haustür zur Mariahilferstraße) eigentlich nicht ohne. Ob ich dann permanent onlineshoppen würde? Ich müsst mir einen Ort suchen, wo die Post auch weit weg ist. Im Südburgenland zum Beispiel, da gibts wunderschöne Fuchs-und-Hase-Ecken. Ich mein das jetzt nicht städtisch-herabwürdigend-arrogant, ich seh das grad wirklich als Option für mehr Enspannung. Da kommt Shopping als permanentes Hobby einfach nicht in Frage, zumindest wird es einem nicht so leicht in den Schoß gelegt.

Ja, ich gebs zu, ich bin durch und durch gelernte und gewachsene Wienerin. Früher sogar so sehr, dass für mich der Gürtel die Begrenzung war, bei dem die Autos von der Scheibe fielen. Ich hab also keinen blassen Schimmer, wovon ich da grad schreib. Aber so eine Hütte zwischen Bäumen, wo der nächste Nachbar nichtmal mit einem Megaphon in Hörweite ist, der Gedanke ist gerade mehr als nur verführerisch.

 

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Der Frustimpuls

Es ist doch unglaulich mit diesen Impulsen. Es gibt derzeit einen kleinen Teil meines Lebens, der mich streckenweise gewaltig frustriert. Das Problem ist ein sehr eingeschränkter bis kaum existenter Handlungsspielraum. Sowas vertrag ich gar nicht. Und nach halbstündigen mich-aufregen-und-nur-noch-alle-anknurren kommt in mir der Wunsch hoch: Ich mag jetzt Geld ausgeben und mir etwas kaufen, mit dem ich mich belohne und ablenke. Gegen diesen Impuls kommt anscheinend selbst ein Jahr Shoppingabstinenz nicht an. Oidaaaaa.

Aber ich habe dem Impuls nicht nachgegeben. Stattdessen bin ich schnell nachhause – und habe grad das Gefühl, die ganzen bösen Einkaufsverführungen in der weiten Welt da draußen (also auf der Mariahilfer und Umgebung, genauer gesagt), die sind jetzt weit weg. Und ich bin „in Sicherheit“.

Ich hoff nur, dass der Frust bald aufhört. Blöde Impulse.

PS: Und wehe, es fängt jetzt jemand an, mich aufs Onlineshopping hinzuweisen.

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Die Kauf-(nix)-Regeln

Obwohl ich eigentlich ganz was anderes tun sollte, bin ich bei einer Recherche grad über etwas gestolpert, das ich unbedingt bloggen möchte: Eine mir unbekannte Sally gibt auf der Website der Great American Apparel Diet ihre Shoppingregeln zum Besten. Ich find die wirklich gut, und weil ich grad gut drauf bin und das andere, was ich tun sollt, vor mir herschiebe (Prokrastinieren oleole), übersetz ich sie mal schnell:

  1. Kauf nix, nur weils im Ausverkauf ist. Kaufe es vor allem nicht, wenn du es nicht auch zum vollen Preis gekauft hättest.
  2. Kauf nix, was du nicht vorher anprobierst (jaaa, das hätt ich mir bei einem meiner letzten Käufe auch einreden sollen. Damals im Vorbeigehen eine Hose um 15 Euro im Sale – siehe Regel 1, also alles falsch gemacht – ohne Anprobieren mitgenommen. Im Dezember 2011. Seither genau einmal angehabt.)
  3. Kauf nix, was dir nicht in genau dem Moment, in dem du es kaufst, passt. Nix mit „eine Hose zum Hineinschrumpfen“.
  4. Der Regel stimme ich nicht hundertpro zu: Keine Impulskäufe. Ja, im Grunde schon. Aber mir haben Impulskäufe schon ein paar richtig richtig leiwande Teile beschert. Nur sollte man die Impulse halt quantitativ im Griff haben.
  5. Kauf nix, wenn du nicht mindestens zwei Teile zuhause hast, die dazu passen. Find ich gut.
  6. Kauf nix, in dem du dich nicht sofort wohl fühlst.
  7. Kauf nix, was grad in ist, nur weils grad in ist. Kaufs, weils – und das lasse ich jetzt unübersetzt – „magical“ ist.
  8. Wenns geht: Kauf regional.

Das warat ja im Grunde alles net so schwer, und wenn ich mir das heute so durchlese, denke ich mir: Jaaahaaa, eh klar, Hausverstand, hallo! Aber ich weiß auch: Vor über einem Jahr wäre ich sehr schnell an den Regeln 1,2,3,4,6, 7 und 8 gescheitert. Regel 5 war echt easy, bei meinen Bergen an Kleidung war immer was dabei. Arg.

Keine Ahnung, um meine LeserInnen was damit anfangen können – ich werd beim nächsten Shoppen genau drei Fragen stellen: „Brauch ich das wirklich?“, „Gefällt mir das wirklich?“ und „Passt mir das wirklich?“ Hat weniger Verbote und „nicht“ und „nix“ drin….

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Haarige Wahrheit

Wie Yvonne treffend festgestellt hat: „haariges kurzzeitgedächtnis: wie man es halt gerade braucht… schade!“

Traurig, wenn man feststellen muss, dass es auch beim grauslichsten, weil wirklich sinnlosesten aller Tierqualthemen denen, die Opinion Leader sein könnten, nicht um die Überzeugung, sondern um die Kohle geht:

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6 Items – Tu ichs für den Style oder für den bösen Hintergrund?

Erstmal danke an Nicole von der Sicherheitsnadel, dass sie mich wieder an diese Thematik erinnert hat! Und jetzt:

Geständnis im Anrollen: Ich wollte ja eigentlich unbedingt ein Monat lang das „Six Items or less“ von Heidi Hackemer und ihrer Kollegin durchziehen (Klicktipp: Video anschauen!). Und Katrin wollte mitmachen. Aber dann haben wir immer wieder Ausreden gefunden, wieso wir das jetzt nicht machen können – wichtige Auftritte im Job, überhaupt ein neuer Job und und und… Eh blöd, ich weiß. Und vor allem von meiner Seite war einfach nur der Hintergrund: Ich wusste, dass meine große Auswahl an Fetzen mich durch das shoppingfreie Jahr trägt. Ich glaubte, Gefahr zu laufen, nach Ablauf dieses Projekts einfach nur riesige Shoppinglust zu haben.

Zur Erklärung: Du ziehst ein Monat lang nur sechs Teile aus deinem Kleiderschrank an. Damit das ganze nicht unhygienisch wird, gilt das ganze nur für Oberbekleidung, also zB. Kleider, Röcke, Hosen, T-Shirts. Sonderregel: Wenn du zwei gleiche glatte schwarze Shirts hast, gelten die als eines. Zumindest war das der Hintergrund von Heidi und ihrer Kollegin. Warum ich Heidi so erwähne: Weil sie mir einen kontinentübergreifenden „Hey, die kenn ich über ein Eck“-Moment beschert hat. Mein liebster Stiefellieferant kennt die nämlich recht gut.

Der Hintergrund von Six Items or Less war jedoch kein weltverbesserischer, sondern einfach nur eine Sache von „Hey, ich lebe in New York, arbeite in der Agenturszene, wo alle nur aufs Äußere schauen – wollen wir mal testen, ob irgendeiner Sau überhaupt auffällt, dass ich immer das gleiche anhabe.“

Spannenderweise hat dieses Projekt jetzt anscheinend einen neuen Drall (heißt das so?) bekommen: Die Six Items Challenge ruft alle Interessierten dazu auf, eben dieses Projekt durchzuziehen, um gegen die Welt der Fast Fashion zu protestieren („Could you do a fashion fast to oppose fast fashion?“). Im ersten Moment find ich das etwas befremdlich, weil: Den meisten Leuten wird nicht auffallen, dass man ein Monat lang das selbe Gewand, nur anders kombiniert trägt. Also wo ist die Signalwirkung? Doch die Six Items Challenge stellt einen weiteren Auftrag an die TeilnehmerInnen: Redets drüber! Und spendets an Labour behind the Label.

Das find ich gut. Ob mit oder ohne sechs Teile.

Und übrigens, was mir immer deutlicher bewusst wird: Diese NGO-Sprache – aufrütteln, erschüttern, fordern, den Zeigefinger erheben und auf Ungerechtigkeiten in der Welt zeigen -, die ist wichtig und gut. Ohne die NGOs ginge in diesen Bereichen nix weiter. Ohne die NGOs würden die Schattenseiten der Globalisierung wohl im Dunklen bleiben. No na net schreib ich das, ich arbeite bei einer NGO, und darauf bin ich auch ziemlich stolz. Aber ganz ehrlich: Projekte und Aktionen, die den modeinteressierten DurchschnittskonsumentInnen klarmachen, dass nicht alles eitel Sonnenschein ist in der Textilindustrie, und das ganze ohne eben diese fordernde und erschütternde Sprache im Vordergrund, sondern einfach nur mit einer gehörigen Portion Spaß und einer Prise „Traust dich nie!“, die finde ich sehr sehr sehr sehr sehr sinnvoll. Und so gesehen find ich die Six Items Challenge wirklich leiwand.

Nur selber mag ichs immer noch nicht durchziehen …. was ist, wenn ich nur graue und rote Sachen aussuch und dann mitten im Monat Lust auf türkis hab?! Wobei, das wär mal wieder eine echte Herausforderung. So mit Shoppingerlaubnis finde ichs ja fast schon fad derzeit 🙂

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Fast Fashion für Dummies

Bin auf der Suche nach einer kurzen und bündigen Definition von Fast Fashion gestern über ein hochinteressantes PDF gestolpert: McKinsey erklären Unternehmen, wie und wann sich schnelle Kollektionswechsel lohnen. Mit so interessanten Hinweisen wie:

Sie können jedoch kostengünstig auf Trends und Bestseller reagieren, indem sie den Einkauf fremdentwickelter Designs bei möglichst wenigen Produzenten in Niedriglohnländern bündeln.

Das steht da völlig unkommentiert!

Sorry, ich bin da wohl inzwischen ein bissl zu weit weg von der Realität der konventionellen Produktion, aber: Leute? Gehts noch?

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Verdammte Stiefel

Na super. Kaufrausch, sogar Kauflust bei Kleidung bei weniger als null. Aber Schuhe, ich sags euch, aiaiaiaiaiai. Ich hab schon wieder welche entdeckt, die mir traumhaft erscheinen. Seit zwei Tagen (krank hat man ja blöderweise auch viel Zeit dazu) überleg ich hin und her und kämpfe gegen dieses Habenwollengefühl.

Dabei ist es so einfach:

  • Ich habe schwarze Stiefel, die ich nur reparieren lassen müsste, weil sie zu „reden“ begonnen haben
  • Ich brauche keine neuen Stiefel, ich habe ja grad neue gekauft und liebe sie heiß und innig.
  • Ich will nicht bei Zalando kaufen.
  • Ich habe genug Stiefel
  • Ich habe genug Stiefel
  • Ich habe genug Stiefel

Jetzt hat sichs ganz einfach erledigt, das Thema. Wie das geht? Man geht Wolle für Geschenke einkaufen (ich geh jetzt mit der Hausbatschenproduktion in Serie, geht so unglaublich schnell und sie sind perfekt warm), und kauft auch nochmal ein paar Knäuel Haubenwolle, weil eine Kollegin von einer von mir gestrickten Haube Nachschub verlangt, und schon gibt man mehr als die Hälfte des Stiefelpreises aus. Immerhin, sind Geschenke, ist sinnvolle Beschäftigung, und irgendwie werdens ja auch Schuhe …

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