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Hessnatur und Heuschrecken

Hessnatur, einer der größten deutschen Anbieter fairer Öko-Mode, wurde am Freitag verkauft. Ich gebe hier mal meinem lieben Arbeitskollegen Reinhard das Wort (das er auf Facebook grad verbreitet):

Private Equity — so ziemlich das beschissenste, was auf den freien Raubtierkapitalmärkten rumläuft — ich hab’s selbst miterlebt, wie so eine Heuschrecke einen Verlag auseinandergenommen, ausgesaugt und weggeschmissen hat. Falls ihr Kunden von Hess Natur wart, schickt der Heuschrecke eine Boykottdrohung: http://www.dreigliederung.de/news/12060202.html

Da ich das grad ganz schwer in eigenen Worten beschreiben kann, hier Zitate vom Institut für soziale Dreigliederung (siehe Link von Reinhard):

Die Laufzeit einer „Investition“ dieser Gesellschaft beträgt in der Regel 3 bis 5 Jahre, danach wird das Unternehmen weiterverkauft. Bis dahin muss es profitabler gemacht werden, d.h.: die Rendite muss vergrößert, die Lohnkosten gesenkt, Arbeitsplätze müssen verlegt werden, und vieles mehr. Und das will Capvis jetzt mit einem Fair-Trade-Unternehmen machen, d.h., mit einem Unternehmen, dem es gerade umgekehrt um jeden Cent geht, der zusätzlich für das Einkommen der real arbeitenden Menschen ausgegeben werden kann! Das soll mit einem Öko-Unternehmen geschehen, bei dem gerade nicht die Rendite, sondern der Verzicht auf Rendite zugunsten des Mehrwerts der Natur im Vordergrund steht! Das Geschäft von hessnatur und das „Geschäft“ von Capvis schließen sich prinzipiell aus!

Und:

Ein Blick in die Vergangenheit von Capvis reicht, um in diese Zukunft zu sehen: von den 26 Unternehmen, die Capvis in den vergangenen Jahren „in die Zukunft“ führte, hat keines eine Gegenwart mehr, zumindest nicht im Sinne eines eigenständigen Unternehmens, siehe hier. Capvis hat sie ausnahmslos entweder ausgeschlachtet, an der Börse verkauft, oder aufgelöst. Sicher – einige von ihnen werfen jetzt ordentlich Profit für den Konzern ab, in den sie aufgegangen sind. Aber alle haben ihre Existenz als selbsverantwortlich handelndes Unternehmen verloren. Das kann niemals die Zukunft eines Fair-Trade-Unternehmens sein!

Ich halte das Ganze für mehr als bedenklich – wie schaut die Konsequenz aus? Dass wir (also ich derzeit sowieso) ab jetzt hessnatur boykottieren? Das kanns doch auch nicht sein! Das Traurige, mir fällt auch keine andere Konsequenz ein, die Otto NormalverbraucherInnen irgendwie ziehen können.  Kaum glaubt man, man machts richtig, wird der richtige Weg schon wieder unpassierbar gemacht.

Sowas deprimiert, echt jetzt.

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Modeaf-fair-e

Hab eine tolle Seite gefunden: www.modeaffaire.de . Ganz viele Links für ganz viele faire Modeproduzenten. Wer weiß, vielleicht findet Katrin da ja die gewünschte Jeansjacke? Hier der Einkaufsguide für Frauen und hier der für Männer

 

 

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Verführung in der Inbox

Ich habe seit Jahren eine Emailadresse, unter der ich meine ganzen Online-Bestellungen tätige. Und die ich angebe bei Newsletteranmeldungen und sonstigem. Ich schau inzwischen nur noch selten auf die Adresse, und wenn, dann verschaff ich mir kurz einen Überblick, klicke aber bei weitem nicht in alle Mails rein.

Gestern hab ich mir mal einen Überblick verschafft, was ich da alles reinkriege – und war schockiert. Da sind beinahe tägliche Newsletter von

  • Zalando (weil ich mir genau einmal ein paar Stiefel bestellt habe, jetzt erinnern sie mich täglich dran)
  • Zalando Lounge
  • Dawanda
  • Daily Deal (weil ich mir über die mal ein tolles Essen im Dellago verschafft hab)
  • Brands4Friends (aufgrund der Begeisterung einer lieben Freundin, nie was bestellt)
  • Fab (Hinweis einer anderen Freundin und gaaaanz gefährlich, darf ich derzeit nicht anschauen)
  • Amazon (gut. die dürfen. die finanzier ich auch ganz brav…)
  • QypeDeals (ich hab keinen blassen Schimmer, wieso ich das krieg, werd mich auch wohl mal angemeldet haben)
  • La Redoute
  • und noch einige mehr, in denen es nicht um Mode geht…

Wahnsinn, was da schon allein an Traffic entsteht! Vier Tage nicht Nachschauen macht gleich mal 100 neue Mails. Dafür, dass ich mich grad nicht verführen lassen sollte.

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Was Böses

Ich hab was Böses getan. Was auch meinen Öko/Fairtrade-Plan widerspricht. Aber: Ich habe ein paar Stiefel, die ich un-fass-bar liebe. Die tonnenweise CO2 an den Sohlen haben. Weil: Die gabs nur in den USA zu bestellen. Einer meiner liebsten Freunde lebt in den USA. Und den war ich vor einem Jahr etwa besuchen. Ich hatte ihn gebeten, mir diese Babies zu bestellen.

(c) SteveMadden.com

(c) SteveMadden.com

Ich meine, gebt euch mal DIESE Rückansicht! Es war Liebe auf den ersten Blick, und es ist Liebe auf ewig. Stolz (und gequält, weil sie beim ersten Tragen noch sehr eng waren) flog ich wieder nach Wien mit ihnen. Um in Wien den Einnäher in den Stiefeln zu sehen: „Made in Romania“. Die sind auch quasi einmal um die Welt gereist. Meinetwegen. Mein schlechtes Gewissen kompensiere ich damit, dass ich sie wirklich andauernd trage, ich habe im vergangenen Winter quasi meine ganze Garderobe auf diese Stiefel abgestimmt (ok, hauptsächlich. Ist ja nicht so, dass ich nicht noch viele andere Paare hätte). Mein Gewissen wurde durch ein einfaches „Die haben sich aber sooowas von ausgezahlt!“ beruhigt. Und abgesehen von den nicht wiedergutmachbaren Schiffs- und Flugmeilen denke ich wirklich so: Diese Stiefel haben sich durch mein häufiges Tragen ein kleines bißchen mehr in Richtung „sinnvoll“ (eine Einbahnstraße, auf der man am Weg in Richtung „nachhaltig“ zwangsweise durchmuss) bewegt.

Aber Achtung, jetzt wirds gleich wieder weniger sinnvoll. Ich wünsch mir noch so ein Paar. Von all meinen viiielen Paar Stiefeln ist dieses Paar einfach nur perfekt! Einfach. nur. perfekt. Und noch gibt es sie. Im Ausverkauf noch dazu. Es gibt sie sogar in hellgrau (seltsamerweise „olive“ genannt. Aber meine schwarzen laufen auch unter „grey“). In meiner Größe. Ich könnt heulen – doppeltes Verbot grad. Sowohl Shoppingboykott als auch knappe 70 Dollar Versandkosten nach Österreich minimum.

Lustig – ich bin komplett überzeugt, dass ichs schaffe, und ich weiß, dass ich dieses Jahr nix kaufen werde. Daran ändern auch diese Stiefel nichts. Was mich nervt, ist das Gefühl, 2013 wirds die nicht mehr zu bestellen geben. Weil dann die neue Kollektion da ist und dieses Design auf Nimmerwiedersehen verschwunden sein wird.

Und drum hab ich was Böses getan. Von dem ich noch gar nicht weiß, ob es funktionieren wird. Ich hab ebenjenen Freund in den USA gefragt, ob er nicht die Schuhe bestellen will und sie mir 2013 „verkaufen“ will. Ich hab überhaupt kein Problem, sie erst in einem Jahr zu haben – aber ich weiß einfach, dass es dieses Paar sein muss. Nicht die Levis-Boots von letztens, nicht die von Februar, nein. Die hier.

Ich weiß nicht, ob ers machen wird.

 

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Nunu allein zuhaus

Drei Tage ist er inzwischen tot, mein kleiner Biff. Er war immer schon ein Patient, oft krank, und vor 14 Monaten wurde ein Loch in seinem Herz festgestellt – man gab ihm noch drei Monate. Der kleine Kämpfer hat aber bis letzten Samstag mit voller Lebensfreude durchgehalten und mich oft vor lauter Liebe, aber auch Sorge oft innerlich übergehen lassen (und hin und wieder auch vor Ärger, wenn er gemeint hat, er muss mir aufs Sofa speiben – dessen Bezüge nicht waschbar sind – oder aus Trotz zielsicher NEBEN das Kistl auf den Parkettboden pinkeln…). Was hat der kleine Furz mich zum Lachen bringen können, besonders spezialisiert war er auf Abstürze aus geringen Höhen aufgrund der Jagd nach seinem eigenen Schwanz und in den letzten Monaten seine Hassliebe zum Schaukelstuhl (Stichwort Schwerpunkt einschätzen). Mir war klar, dass er nicht alt wird, mir war klar, dass der Moment kommt, aber mir war nicht klar, dass es so derartig hart sein wird, zuhause zu sein ohne ihn.

vielfraß und schmusebär, genießer und unglaublicher opportunist

Was das jetzt mit meinem Projekt zu tun hat? AAAAAAAALTER , ICH WILL SHOPPEN GEHN!! Ich will raus aus der Wohnung, auf Richtung Mariahilfer, bei den üblichen Verdächtigen einfallen, Kleider anprobieren, in das Geschäft mit den schönen bunten Taschen schauen, GELD AUSGEBEN. Mich betäuben. Und das ganze dann als „mir etwas Gutes tun“ argumentieren…

Völlig sinnfrei, sowas! Und trösten tuts auch nicht, weil wenn ich dann nachhaus komm, würd er ja trotzdem wieder nicht angelaufen kommen und sich aufführen, als ob ich ihm alle zwei Wochen ausnahmsweise mal was zu Essen geben würde…

Ich gestehe – I am a Crazy Cat Lady.

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Lagerkoller

Ich bin krank. Ein böserböser Darmvirus kettet mich grad ans Schlafzimmer (bzw. ans direkt danebengelegene Bad). Ich sumpfe in Schlabberklamotten herum, kann nix machen, weil nach fünf Minuten „Action“ ist mir erstens schwindlig und zweites düse ich eh schon wieder in Richtung Klo. Sämtliche TV-Theken bin ich langsam durch. Mir ist unglaublich langweilig und ich fühl mich allein und ungeliebt (obwohl Freunde anrufen, wie es mir geht, die Mama mir Cola und Soletti vorbeibringt, und überhaupt).

Ein leidiges Thema kommt mal wieder auf: Onlineshopping. Ich weiß, ich bin inzwischen komplett schizophren – einerseits schimpfe ich über die Produktionsverhältnisse großer Textilanbieter, andererseits: Das Kleid hier mit meinem schwarzen Blazer und noch nicht gekauften nudefarbenen Schuhen wäre doch ideal für die Hochzeit, auf die ich in zwei Wochen eingeladen bin, oder?

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Season – Nachhaltig ohne Hintergrund

Ich gestehe – ich bin Nachrichtenjunkie und Zeitschriftenliebhaberin. Gestern in der Trafik fiel mir sofort ein neues Frauenmagazin auf: SEASON.

Zum einen muss ich sagen: Endlich mal ein paar spannendere Artikel als etwa solche über die meist-nachoperierten Gesichtspartien von Stars oder über die Frage, ob ein „Single-Gen“ Liebesglück verhindert. Einige Artikel gehen in die grüne, nachhaltige Richtung, ohne belehrend zu sein. Noch dazu ist Susanne Klingner, Autorin von „Das hab ich selbst gemacht“ und „Wir Alphamädchen„, Redakteurin von Season. Auch das Papier, angenehm matt, scheinbar recycled und nicht so auf Hochglanz gedrillt wie der Rest der Magazine.

Nette Hinweise auf Selbermachen, Energiesparen und ähnliche Themen. Der USP reichlich praktisch, aber auch reichlich konsumistisch: Alles, was im Magazin abgedruckt ist, kann man im zugehörigen Onlineshop gleich kaufen.

Was ich aber einfach nicht kapiere: Wieso schießen sie sich selbst ins Knie, indem sie Mode präsentieren, die die Durchschnittsfrau sich ihr Lebtag nicht leisten kann, will und wahrscheinlich auch wird? Hosen um 800 Euro, Seidentops um günstige 500. Um mal auf dieser Liga zu bleiben: Nie und nimmer würd ich 2000+ Euro für ein Kleid ausgeben (nein, nichtmal zu ohnedies in der Lebensplanung nicht vorkommenden Hochzeit)! Ich könnt mich jedesmal deppert ärgern, wenn eine Louis Vuitton Tasche um läppische 1300 Euro als nettes Frühlingsaccessoire präsentiert wird, das so manches Outfit aufmotzt – und zwar nicht aus Neid, sondern aufgrund der unsäglichen Arroganz der HerausgeberInnen.

Luxus in der Mode muss sich endlich neu definieren. Weil wo H&M den Schnitt eines Prada-Kleids schamlos kopiert und sofort massenproduziert, kennt die unterbezahlte Schneiderin den Schnitt wahrscheinlich bereits – das Pradakleid hat sie sehr wahrscheinlich auch genäht. Wo es mir ein Rätsel ist, wieso von den 14,90 für ein Kleid bei H&M (und zugegeben, derer hab ich so einige im Schrank) genau gar nix bei denen landet, die es produziert haben, stellt sich mir die Frage bei dem oft hundertfachen Preis gleich hundertmal stärker.

Fazit an Season: Wenn schon grün und nachhaltig, dann bitte ehrlich. Auch das ist möglich, ohne sofort in die Bio-Öko-Stofftaschen-Schublade gestopft zu werden.

Ja, ich bin grad ein bisschen wütend und ja, ich entdecke an mir eine Gewissensänderung. Bin schon gespannt, wie sich das 2013 auswirkt (a.k.a. wie gut werd ich verdrängen können, wenn ich wieder das Fünfeuroshirt verschämt im Plastiksackerl nachhausetrag 🙂 )

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Saufen und Shoppen

Ich amüsiere mich grad und kann meine Forderung nach Öffnungszeiten für Onlineshops nur wiederholen: Eine Studie der Universität Oxford (erschienen Ende 2011) hat ergeben, dass online am meisten in der Zeit zwischen 18 und 24h eingekauft wird – und dass viele Käufer betrunken sind. Der Standard erklärts schön:

In einem Geschäft werden offensichtlich betrunkene Personen gebeten zu gehen – schließlich wünscht kein Inhaber eventuelle Schäden durch eine torkelnde Kundschaft. Im Online-Shop hingegen können Schnapsnasen nichts ruinieren, abgesehen von ihrer finanziellen Situation.

Hier gehts zum NY-Times-Artikel. Jetzt kapier ich auch, wieso in dem einen feinen kleinen Modeschmuckgeschäft auf der Mariahilferstraße echt oft ein Glas Sekt angeboten wird…

Und wie es mir geht? Danke der Nachfrage! Ich hab mein zwischenzeitliches Gnaaa wieder abgelegt und wohne inzwischen in meiner zerlöcherten Lieblingsjeans (Boyfriend-Cut, musste ich letztes Jahr uuunbedingt haben. Ist allerdings sogar mir so weit, dass mein Boyfriend locker zweimal reinpassen würde…), die aufgrund der Löcher im Winter nicht tragbar ist…

Sollte die Löcher mal unternähen...(c) nunette colour

Sollte die Löcher mal unternähen...(c) nunette colour

Ach ja, und willkommen auf meinem Sofa – dies ist der Platz, an dem die meisten meiner Blogeinträge entstehen.

 

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Brigitte, die dumme Kuh

Es ist doch wirklich eine Sauerei. Einmal im Jahr kauf ich mir eine Brigitte, weil mich die angegebenen Artikel auf der Titelseite ansprechen. Und dann DAS:

 

 

Ich hätt sie am liebsten in beiden Farben. Obwohl in mir gleich eine ganze Latte an Moralbedenken losgeht, von Leder über Produktionsbedingungen bis zum Gift beim Färben. Manchmal ist das Habenwollen stärker. Aber: 319 Tage bleib ich noch stark. Länger. Hab mit einem Arbeitskollegen gewettet, allerdings hat er gemeint, bis 24. Februar („Heut in einem Jahr“). Uff. Lass ich mir für 50 Euro einen ganzen Winterausverkauf entgehen?

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Sonntags, immer wieder sonntags…

Früher mal, als Kind, da war sonntags einfach Sendepause. Keine Geschäfte offen, man musste so arge Dinge tun wie Ausflüge machen, Bücher lesen, Zeit haben! Zugegeben, früher wars für mich auch um einiges schlimmer, dass das Zuckerlgeschäft ums Eck zu hatte, die Fetzenläden waren mir piepegal.

Heute gibts Onlineshops aller großen Ketten, zalando, dawanda und wie sie alle heißen. Sehr gefährlich, und von mir schon sehr oft gerade sonntags genutzt. Da hat man dann ja Zeit….

Böser Härtefall grad.

Ich bin für Öffnungszeiten für Onlineshops.

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