Schlagwort-Archive: WearFair

Ein faires Dilemma

Ich sitze grad im Zug Richtung Linz, um dort die Pressekonferenz für die WearFair zu moderieren. Im Vorfeld mal wieder ein moralisches Dilemma de luxe hingelegt: Unsere Protagonisten – also der Podiumsvertreter von Südwind und unsere wunderbare Kampagnenteamchefin Lisa wurden extra eingekleidet in nachhaltige und tw. upgecycelte Sachen (Lisa darf ein Oberteil von km/a tragen, ich bin ja so neidig….). Schließlich ist es eine PK zur Messe für nachhaltige Mode, da können nicht alle einfach in den Fetzen vom Textilschweden auftauchen.

Ich bin letzten Freitag extra noch mit Lisa ins Muso Koroni, wo sie sich ein Paar fair und ökologisch korrekt produzierter Jeans zulegte. Und mir dämmerte dann: Was soll ich eigentlich anziehen? Weiterlesen

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Immer die Gegenseite anhören

Ich hab ja schon kürzlich geschrieben, wie super ich Sarah von ThisisJaneWayne aufm FashionCamp fand. Auf ihrem Portal steht schon seit einigen Tagen ein Interview mit H&M. Ja, ich habe mir jetzt mal die zweite Seite der Medaille durchgelesen – und es war keine Überraschung dabei. Viel davon ist definitiv Schönrederei, manches mag stimmen.

Nachdems dort viel zu lesen gibt, schreib ich hier jetzt gar nicht viel mehr. Ich hab sowieso Berge an Arbeit. Und Leute: Kommts auf die WearFair, übrigens 😉

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Pläne, Pläne, Pläne…

Ich bin grad schwer motiviert, auch aufgrund eurer so vielen, lieben und positiven Rückmeldungen auf meinen TV-Auftritt! Und obwohl ich weiß, dass im September (WearFair! Hinkommen!) und im Oktober (FH! Nicht hinkommen! 🙂 ) die Zeit doch eher knapp ist, möchte ich unbedingt meine nächsten Projekte angehen.

1) Ich wollte in das Strick-Café. Freiwillige vor, wer kommt mit? Mich persönlich würds ja sehr freuen, wenn ich da mit meiner Kremser Stalkerin hinschauen würde – und natürlich noch mit einigen anderen! Der Pullover ist fällig. Grau soll er werden, und gemütlich.

2) Frau Ena, wann daten wir? Da wartet noch ein Mantel darauf, von uns beiden produziert zu werden 🙂 Ich habe natürlich noch viel Geduld aufgrund der derzeitigen Wohnsituation deinerseits (Ena hat aus einem Kinderzimmer kürzlich drei gemacht).

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Der geringelte Liebste

Der Liebste  ist zwar jetzt nicht unbedingt ein Modemuffel, aber einmal im Jahr einkaufen, neue Grundausstattung mit Jeans und T-Shirts bei Bedarf und feddisch – so läufts bei ihm. Noch trau ich mich nicht so wirklich, ihn einzukleiden. Erstens, weils mich einfach nix angeht, zweitens, weil er eh selbst zahlen müsst und daher ihm die Wahl doch wohl wirklich überlassen werden sollte….da kenn ich nix, da bin ich so richtig gönnerhaft 🙂 🙂  Im Großen und Ganzen mag ich seinen Stil ja auch (groooooooooooße Ausnahme: Diese fürchterliche graue, seltsam geschnittene Jeans. Aber ich bin chancenlos, er liebt sie – schon länger, als er mich liebt.  Sie hat also ältere Rechte.). Was er allerdings nicht so will, ich an Männern aber ganz toll finde, sind Streifenshirts.

Ob ich ihm dieses hier einreden kann? Ist aus GOTS-zertifizierter Baumwolle und überhaupt….gut. Bastle derzeit an einigen Sachen rund um die WearFair herum und bin über dieses Label gestolpert.

Ich wage zu befürchten: Nein. Ich lieb den Liebsten trotzdem. Wenns sein muss, auch mit grauer Jeans….

Na dann: Liebe Männer, tragt mehr Streifenshirts! Optimalerweise aus fairer Produktion….

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WearFair-Content: Es gibt etwas zu gewinnen!

Kleine Werbeeinschaltung aus Überzeugung (und weils eine ganz schöne Hacken war, die ganzen Fotos zusammenzustellen, zu texten und die Aussendung dazu zu machen..):

Auf der WearFair 2012 gibts jetzt auch Upcycling-AusstellerInnen. Und die nehmen an einer Awardverlosung teil. Während die einen von einem Künstler designten Award gewinnen können, könnt ihr alle was viel Besseres gewinnen. Nämlich Produkte ebenjener AusstellerInnen – in klein (Handytaschen, Kinderhauben,..).

HIER gehts zur Abstimmung – das Foto mit den meisten Likes gewinnt!!!

Und weil das hier keine offizielle WF-Seite ist, sondern ich hier gaaaanz höchstpersönlich herumsenfen kann, hier meine beiden Favoriten:

MILCH

und – ääähm, eh klar, absoluter Favorit:

ḱm/a

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HALBZEIT – die Dankesrede

Wow, ich habs echt geschafft. Übermorgen ist Halbzeit. Ich habe mir sechs Monate lang kein einziges Kleidungsstück gekauft, kein einziges Paar Schuhe, keine Strumpfhosen, keine Leggings, keine Taschen, keine Stiefel. Dass ich als Ersatzhandlung viele Bücher gekauft hab, habe ich eh erst kürzlich berichtet. Sehr süß auch meine Freunde, die meinen Geburtstag dazu nutzten, mich einzukleiden. Es ist unglaublich viel passiert – vom kleinen Detail bis zum großen Ganzen: Das Projekt verändert grad mein Leben.

Nicht nur, dass ich tolle neue Leute kennenlernen darf – ja Katrin, du bist da an erster Stelle gemeint -, dass ich mich wirklich über das ganze Interesse meiner Freunde freue, dass ich mittlerweile mein Projekt bei der Clean Clothes Kampagne vorstellen durfte, dass ich medial vorkomme, und dass ich per Mail wirklich schöne Hinweise und Ezzes bekomme, nein, ich habe auch einfach meinen roten Faden gefunden.

Und damit meine ich nicht nur den für die Nähmaschine (den ich übrigens auch in Evas Nähschachtel gegeben hab, statt ihn bei mir zu behalten), sondern den fürs (Berufs-)Leben. Ich habe mit dem ganzen Thema rund um faire Mode, faire und ökologisch verträgliche Produktion einfach mein Ding gefunden – so sehr, dass ich selbst oft überrascht bin, mit welchem Elan und Interesse ich mich durch trocken geschrieben Studien arbeite, und wie groß mein Wunsch, selbst nach Bangladesch oder Indien zu den Fabriken zu reisen, geworden ist.

Ich freue mich wirklich unglaublich drüber, dass ich meine Fähigkeiten im Job seit kurzem für die WearFair einsetzen darf – nicht nur ein Wink, sondern ein gewaltiges Direkt-vor-dem-Gesicht-wacheln des Schicksals, danke dafür an wen auch immer da oben (ich hab da wen im Verdacht…).

Mein Wunsch, wirklich intensiver an dieser Materie arbeiten zu können, kostet mich ab Oktober übrigens auch sehr viel Geld. Ich habe mich dazu entschlossen, berufsbegleitend eine Ausbildung in Sachen CSR zu machen. Kostet tausende Euro, aber ich hoffe, ist jeden Cent wert. Schließlich – und das hat mir jemand beigebracht, ders wissen muss – sind die einzig wahren Investitionen die in die eigene Gesundheit und die in die eigene Bildung.

Hätte nie gedacht, dass Nichtshoppen sich so derartig auswirken könnte. Der Ursprung meiner Idee war ja die Erkenntnis, dass ich mich durch Shopping betäubt habe, um all die Gemeinheiten und Grauslichkeiten 2011, den Krebs und sonstige schwere Erkrankungen geliebter Familienmitglieder und – schwach im Vergleich, hart in der Realität – die Krankheit des geliebten Katers (ich vermiss dich immer noch, Biff…), die blöden Leut, die keine Grenzen kennenden Chefinnen, alles mögliche kurzfristig zu vergessen. Vieles davon ist nun entweder überstanden oder zumindest halbwegs verarbeitet, logischerweise ging das auch ohne Shopping. Doch dass es mir inzwischen SO derartig gut geht, damit hätt ich nie gerechnet. Ein Ziel zu haben, egal, ob das nun das Erreichen der Jahresfrist oder das Erlangen des nächsten akademischen Grades ist, motiviert ungemein und macht mich in meiner Grundstimmung in letzter Zeit meistens happy wie ein Glücksschweinderl.

Was mich grad auch wahnsinnig motiviert, ist der Gedanke an die kommenden zwei Wochen. Weil da bin ich im Urlaub (liebe Einbrecher: Es erwarten euch Sicherheitsvorrichtungen, sensibilisierte Nachbarn, überraschende Anwesenheiten in der Wohnung und wer weiß, vielleicht hab ich mir in der Zwischenzeit ja ein paar freilaufende Giftschlangen zugelegt?). Und so sehr ich normalerweise das Gefühl habe, ohne Internet bin ich verloren und im Alltag nicht lebensfähig: Urlaub bedeutet bei mir auch Urlaub vom Internet.

Auszeit. Auch am Blog.

Ich wünsch euch was! Bleibts mir gewogen bis Anfang August! Und: DANKE an jede/n Einzelne/n von euch, der/die mich schon mal in Glaubenskrisen motiviert, in starken Phasen bestärkt, und für meine Frei-Schnauze-Schreiberei am Blog gelobt hat. Ihr seids super!

Übrigens – weils grad so schön zu meinem Glück passt – ich hab vor kurzem alte Fotos durchgeschaut, die ich kistenweise ganz oben am Regal verstaut hatte. Und bin über die Fotos der besten Zeit meines Lebens gestolpert – die leider schon ganze zehn Jahre her ist. Ich war damals drei Monate mit Rucksack durch Europa unterwegs. In Norwegen war ich ein paar Tage mit zwei Bayern unterwegs, Susi und Toby. Gemeinsam waren wir am Prekkestolen, einem 600 m hohen Felsen, der senkrecht aus dem Meer herausragt. Auf dem Foto baumle ich mit den Füßen, unter mir viel Luft und ganz unten das Meer (ein hübscher Norweger hatte kurz vorher gemeint, dass ich mich das nie trauen würde, pfah, challenge accepted). Toby hat damals meinen Glücksgrinser fotografiert. Es war der beste Tag der besten Reise meines Lebens…. auch wenn da noch ein paar verdammt gute Reisen danach auch waren… und irgendwie befinde ich mich auch mit dem Projekt auf einer ziemlich coolen Reise…

(c) Toby Volke

(c) Toby Volke

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More Testosterone needed

Ich war ja gestern auf der FairFair. Für mich persönlich war es so etwas wie der Vorhof zur Hölle – soooo viele tolle Kleidung! Ich hatte die Ehre, direkt mit Katha von km/a reden zu können (und jaaa, es gibt die Mäntel noch, auch nächstes Jahr, tirili!),

screenshot kmamode.com

screenshot kmamode.com

diskutierte mit Frau Fröhlich über den Textil Müller,

froehlichewelt.at

froehlichewelt.at

machte einen grooooßen Bogen um die Stände von Anukoo und Maronski (weil so superschöne Farben!!),

Screenshot Maronski.at

Screenshot Maronski.at

bewunderte sicherheitshalber aus der Ferne die Stände von Milch

Screenshot Milch.mur.at

Screenshot Milch.mur.at

und Anzüglich,

screenshot anzueglich.at

screenshot anzueglich.at

und hatte grundsätzlich viel Spaß dabei, gleich mal die WearFair zu bewerben.

Sehr fein wars mit Laura von ebenBERG, einem sehr feinen Concept-Store.

Screenshot ebenberg.at

Screenshot ebenberg.at

In unserem kurzen Gespräch über mein persönliches Kaufverhalten empfahl sie mir eine Testosteronspritzenkur. Männer haben schlicht ein anderes Kaufverhalten. Die kaufen was nach, wenn was kaputt ist – genau das muss ich wieder lernen. Aber ich solle aufpassen, meinte sie: „Weil dann kaufst dir alles doppelt.“

Kenn ich gut. Männer kaufen sich das gleiche Shirt dreimal und tragens jahrelang, Frauen kommen in der gleichen Zeit auf zwanzig verschiedene.

Und nein, ich habe nichts gekauft. Wohl auch, weil Micky, Mr. FairFair-Organisator himself, permanent meine Taschen filzen wollte, und den Gefallen, darin was zu finden, wollt ich ihm dann doch nicht tun. Aber hart wars.

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Von Studien und Wahlkabinen

Südwind hat 2010 eine Studie herausgebracht, in der über 1000 Leute in Deutschland und Österreich zu nachhaltiger Mode befragt wurden. Die Ergebnisse finde ich hochinteressant:

Zuerst wurde gefragt, was einem beim Kleiderkauf wichtig ist. An erster Stelle: Qualität, gefolgt von Preis und Trend. Und dann kommts: „Umweltfreundliche Produktion“ und „Produktion unter fairen Arbeitsbedingungen“ liegt noch vor „Marke“. Ok, und wieso verkauft sich das ganze Markenzeugs im Outlet Parndorf wie warme Semmeln und ist vor allem viel bekannter als nachhaltig und ökologisch richtig produzierte Mode. Ich hab da so ein bißchen den Verdacht, dass die Befragten da die berühmte Wahlkabinenantwort gegeben haben – nach außen sympathisiert man mit der Partei, die sozial wohl am ehesten akzeptiert ist und im Trend liegt (in Österreich haben erfahrungsgemäß die Grünen sehr hohe Umfragewerte), aber wenn man dann das Hakerl in der Wahlkabine macht, wo keiner es mitkriegt, schaut die Sache gleich ganz anders aus (Die FPÖ ist dafür sehr oft im Wahlergebnis besser als in den Umfragen).

Sollte es allerdings stimmen, dass den Leuten wirklich die Marke weniger wichtig ist als faire Produktion – dann freu ich mir erstens einen Haxen aus, weil ich nicht alleine bin, und zweitens ist das eine unglaublich tolle Grundlage für die WearFair.

Kurz: Das Fazit der gesamten Studie – hier nachzulesen – ist, dass die Leute nachhaltige und faire Mode kennen, auch bereit sind, mehr zu zahlen, aber ganzganz schlecht informiert sind drüber. Hui, jetzt hat mein Blog auch noch einen Bildungsauftrag!

 

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Kreativer Leo und masochistische Nunu

Einen gewissen Hang zum Masochismus kann man mir anscheinend nicht absprechen. Ich hab selbst bei der von mir beworbenen Vernissage von Nählehrer Leo vorbeigeschaut. Was soll ich sagen: Da hingen zwei Kleider und vor allem ein Oberteil, das ich gerne anprobiert hätte. Und zumindest das Oberteil hätte ich mir sehr sehr hoher Wahrscheinlichkeit gekauft. Nicht nur GOTS-zertifizierte Baumwolle und ganz sicher nicht von armen kleinen Kindern aus Bangladesh genäht, sondern auch einfach nur su-per-schön. Genau meins. Einfarbig, aber im Schnitt hochkreativ.

leo (c) nunette colour

leo (c) nunette colour

Leo und ich sind aber draufgekommen, dass wir rein beruflich in nächster Zeit mindestens einmal, aber hoffentlich zweimal miteinander zu tun haben werden. Ich freue mich sehr drauf!

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Breaking News: Nixkaufen und das Schicksal

Ich hab ja schon ein, zweimal über die Wear Fair geschrieben. Die Messe für nachhaltige Mode in Linz. Ende September. Und heute schreib ich euch, warum ich die so anpreise. Aber dafür muss ich ein bissl ausholen.

Ende April, es war kackheiß, war ich bei der lieben Ina im Garten. Dort anwesend auch ihre Mama Claudia. Die meinte, sie würde gerne lesen, was ich so vor mich hin blogge – allerdings stelle sie sich immer wieder die Frage: Was kommt danach? Was passiert, wenn das Jahr um ist? Wird es ein effektives, operatives Ergebnis geben, irgendwas Greifbares? Mit diesen Fragen rannte sie bei mir offene Türen ein, auch ich überlegte in den letzten Wochen, wie es wohl weitergehen würde, welche Entwicklung das ganze Projekt noch nehmen würde. Mir wurde nämlich mehr und mehr klar, dass ich das Thema Fair Fashion, Realsituation der Kleiderproduktion und Umweltbelange gerne beruflich umsetzen würde.

Szenenwechsel, zwei Tage später. Ich sitze bei uns (also GLOBAL 2000) im Büro und vertrete einen Kollegen in einem Meeting mit Südwind. Südwind hatte uns eine Kooperation in Sachen Wear Fair angeboten. Nur zwei Tage waren seit dem Gespräch mit Inas Mama verganen, und schon winkte das Schicksal nicht nur mitm Zaunpfahl, sondern gleich mit dem ganzen Garten… Was soll ich sagen: Wir gehen die Kooperation ein. Und ich habe die Ehre, von nun an die Organisatoren bei der PR für die Wear Fair zu unterstützen.

Also wenn das kein effektives, operatives Ergebnis ist, dann weiß ich auch nicht. Und ja, ich freu mich echt deppert über diesen Wink des Schicksals!

wearfair.at

wearfair.at

Und ja, ich finds immer noch hart, dass ich dort auch nix kaufen werde, aber Plan ist Plan!

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