Archiv für den Monat Juni 2012

Problem der oberflächlichen Art

Was zieht man eigentlich an, wenn man in der Früh ins Büro muss, von dort zu Mittag schnell nachhause hetzen muss, auf die Geburtstagsfeier der seit gestern sechsjährigen Nichte, um dort ein paar hysterische Kindergartlerinnen im Zaum zu halten, und von dort aber pünktlich abhauen, weil man am Abend aufs Ärztekonzert geht? In dem Zeitplan steht nix drin, dass sich Umziehen ausgeht. Oioioi, da lässt jetzt sogar mein Kleiderschrank aus. Vor allem, weil die bequeme Lieblingsjeans vor ein paar Wochen Adios gesagt hat…

 

 

Getaggt mit ,

Grassroots-Designermäntel

Bin heute in meinem heißgeliebten bunten Desigual-Mantel (nicht dem, den ich aus lauter Panik einen Tag vor Beginn des Projekts gekauft hatte, sondern der, für den ich 300 Euro ausgab, und den es ein Dreivierteljahr später um 80 Euro im Outlet gab…) am Jahresgeneralmeeting aller FoE-Organisationen aufgetaucht. Am Hinweg dachte ich mir noch, ui, das wird nicht gut ankommen. Böse werden die mich anschauen. Wie kann ich nur so ausbeuterische Mode tragen? Und dann noch bei den Grassroot-Ökos so auftauchen?

Nun ja. Es kam anders. Drei Leute erklärten mir, wie gut mir der Mantel passe und/oder wie schön der Mantel ist.

Nicht nur andere haben mir gegenüber also schon ein schlechtes Gewissen, ich habs anscheinend vor mir selbst sogar viel ärger.

Getaggt mit , ,

Coole Schuhe!

Folgende Konversation fand heute bei mir im Büro statt.

Nunu:

Coole Schuhe!

(quietschbunte, knöchelhohe Sneakers).

Schuhträgerin Juli:

Danke! Die gibt es in aaaallen Farben, so geil!

kurzes Zögern, kein Grinsen mehr im Gesicht:

Aber ich hab mich jetzt noch nicht mit den Produktionsverhältnissen auseinandergesetzt….

Leeeute, ihr braucht jetzt nicht in meiner Gegenwart das kollektive schlechte Gewissen aufziehen – ich find es gut, wenn jede/r für sich draufkommt, ob und wo er/sie auf soziale oder ökologische Hintergründe achten will. Ich will doch bitte niemanden missionieren, ich renn ja selbst mangels Alternativen – heute wirklich von oben bis unten – in Sachen vom Textilschweden herum. Und ich kann auch nicht garantieren, dass ich 2013 nicht mehr dorthin shoppen gehen werde (Stichwort Konsequenz und so…). Aber ich kann garantieren, dass ich über neue Teile genauer nachdenken werde – woher, wie und wozu. Nur ist das meine ganze persönliche Entscheidung. Ich sehe ja an mir selbst, dass so ein Umdenkprozess von innen kommen muss. Und dass, sobald dieser Prozess einsetzt, man ganz von selbst eigentlich keine Lust mehr auf Kaufräusche bei Kleiderriesen hat. Aber auch, dass das nicht immer einfach ist, ich sabber ja auch die Stiefel von Steve Madden an, sogar in dem Wissen, dass die einmal um die gesamte Welt reisen, bis sie bei mir sind….

Morgen ist übrigens Blogpause, ich bin auf Dienstreise.

Getaggt mit , ,

OIDA!!!!!!!!!!!!

In Bezug auf mein Posting von gestern über Krach in Bangladesch und meinen Traum: Userin Sammy hat mich auf folgende ORF-Meldung hingewiesen:

Zara-Mutter Inditex steigert Gewinn um 30 Prozent

Der weltgrößte Modeeinzelhändler Inditex hat aufgrund der starken Expansion in Schwellenländern den Gewinn zum Jahresauftakt um 30 Prozent gesteigert.

Der Mutterkonzern von Marken wie Zara und Massimo Dutti übertraf mit 432 Millionen Euro deutlich die Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit 383 Mio. gerechnet hatten.

Der Umsatz kletterte im von Februar bis April laufenden ersten Quartal um 15 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro, wie die spanische Firma heute weiter mitteilte. Auch hier lag Inditex weit über den Prognosen.

Der positive Trend habe sich fortgesetzt. Auch der Umsatz von Februar bis zum 10. Juni, also inklusive der ersten sechs Wochen des zweiten Quartals, habe bei konstantem Wechselkurs um 14 Prozent zugelegt. Die Spanier kündigten zudem an, die Marke Zara von September an in China auch über das Internet anbieten zu wollen.

Gut, Inditex produziert weniger im fernen Osten sondern eher in Nordafrika usw., aber abgesehen von der Tatsache, dass da wohl auch nicht unbedingt rasend hohe Gehälter bezahlt werden : Hey. Sorry. An einem Tag von Ausschreitungen wegen NäherInnen, die weit unter der Schmerzgrenze bezahlt werden, schreiben, am nächsten Tag die Gewinnmeldung von Inditex? Schon klar, ein Bericht muss unparteiisch und neutral sein, journalistische Tatsache und gut so. Ich würd mir aber jetzt grad sehr sehr sehr eine/n Redakteur/in bei Presse, Standard oder sonstigen wünschen, die diesen Zusammenhang mal breitenwirksam kommentieren.

Getaggt mit , ,

MÖP!

Ein Tag, der mit einem Patschen am Fahrrad beginnt, kann kein guter Tag sein. Und genau. Die Lieblingsconverse haben nämlich einen riesigen Riss, in der Arbeit warte ich auf wichtige Rückrufe und überhaupt pass ich grad schon wieder in eine meiner Jeans nicht rein – die, die ich gerade anhabe, das macht es ein bissl unpraktisch.

Hab auch nicht wirklich Neuigkeiten, die hier berichtenswert sind… vielleicht bin ich ja heut Nachmittag kreativer!

 

 

Getaggt mit

Krachende Träume

In Bangladesch krachts. Und ich weiß nicht, ob ichs gut oder schlecht finden soll. Ich finde es super, dass die ArbeiterInnen sich auflehnen, dass sie protestieren und dass sie ihre Situation in die Öffentlichkeit tragen. Sie haben wirklich absolut jedes Recht dazu. Dass es zu gewalttätigen Ausschreitungen kommen muss, finde ich schade. Ich kann verstehen, dass da ganz viel Wut in ihnen brodelt, und dass sie eventuell gar kein anderes Ventil mehr haben – aber richtig ist es nicht.Nur: Sie haben wirklich kaum Möglichkeiten mehr, der Streik scheint nicht zu wirken.

Richtig wäre, wenn sich beispielsweise die fünf größten Kleidungsproduzenten (Inditex, der Textilschwede und der ganze Rest) zusammentun würden und einen GEMEINSAMEN Code of Conduct einführen würden. Hui, das würde ganz schön viel Mehrkosten in der Produktion für sie verursachen. Aber erstens: Durch Preissteigerungen ihrer Produkte könnten sie die „Verluste“ gering halten, und wenns bei allen bissl teurer wird, verschiebt sich der Konkurrenzkampf um eine Teuerungsebene, bleibt aber auf dem gleichen Level in Sachen gegeneinander.

Und der Vorteil: Die Ausrede, man könnte den Fabriken in Bangladesch und den sonstigen Billiglohnländern keine Mindestlöhne, Mindestarbeitsalter und sonstige Gschichten aufzwingen, weil ja eine Fabrik für mehrere Firmen arbeitet und das würd sich logistisch nicht ausgehen, dass ArbeiterInnen für Textilschwedenklamotten höher bezahlt werden als für KiK-Klamotten und das wäre doch unfair (ernsthaft, ich habe DIESES Wort im Interview mit einem CSR-Beauftragten bei Inditex gelesen – nur leider finde ich es nicht mehr. Hatte es am Laptop runtergespeichert. Grumpf.). Das würde bedeuten, dass die Fabriken sich wirklich kollektiv alle an höhere Mindeststandards halten müssten.

 

Man wird doch wohl noch träumen dürfen…

 

Getaggt mit , , ,

Aber zuerst gönn ich mir was!

Nach der ganzen Aufregung der vergangenen Wochen freu ich mich derzeit richtig arg auf die kommenden Tage, die zwar arbeitstechnisch recht voll sind und auch bereits recht verplant sind, was die Freizeit angeht – aber es ist nix wirklich Stressiges dabei. Herrlich. Mein ehemals aufgeräumter Kleiderkasten hat die Halbwertszeit in Richung „Wollt ihr das totale Chaos“ sowieso schon wieder seit einiger Zeit überschritten, und auch die ganzen Winterstiefel, die derzeit zwar noch brav nebeneinander AM Regal stehen, gehören endlich wieder IN die Kisten. Meine Lust auf eine solche Aufräumaktion hält sich in Grenzen…

Doch vorher gönn ich mir noch was! Hab heute endlich Friseurtermin – den ich schon laaang vor mir hergeschoben hab. Immer war was wichtigeres zu tun.

Aber es wird wirklich bereits Zeit….

(c) nunette colour

(c) nunette colour

Getaggt mit , ,

Ich werde shoppen. Bald. Hoffentlich.

Der Einbruch, mal wieder. Die Liste der gestohlenen Gegenstände liegt jetzt mal bei Polizei und Versicherung, die Schadensmeldung ist gemacht, und wir warten darauf, dass sich der Sachverständige der Versicherung meldet. Derzeit habe ich immer noch den Laptop von Alex und Ina – ein feines Teil, aber eben nicht mein Teil. Da kann und will ich nicht schnell mal testweise ein Programm installieren, meine heißgeliebten elektronischen Sticky Notes am Desktop vollkritzeln und große Datenmengen runterladen.

Allerdings will ich mir auch keinen neuen Laptop kaufen, wenn ich noch keine Rückmeldung von der Versicherung hab. Es juckt mich aber schon so sehr in den Fingern, jeden Tag habe ich locker drei bis vier Momente, wo ich mir denke: „Heute. Heut geh ich los, der Cyberport (übrigens seit der Eröffnung am Westbahnhof das Elektronikgeschäft meines Vertrauens, große Empfehlung!) liegt eh quasi fast am Heimweg, und ich will endlich wieder mein eigenes Stück Elektronik haben. Heute mach ichs.“

Und dann wart ich doch wieder auf die Versicherung.

Übrigens, so sehr ich Fan von gebrauchten Sachen bin, Möbel, Spiele, Haushaltsgegenstände, was weiß ich – bei Laptops bin ich eitel. Selbst bei Standcomputern könnte es mir wurschter nicht sein, beim Laptop brauch ich das „neu“-Gefühl. Der gestohlene eine war übrigens baugleich zu dem, den ich in meinem vorletzten Job hatte. War dort so zufrieden damit, dass ich ihn mir privat auch gleich kaufte. War witzig: Ich klappte den privaten Laptop das erste Mal auf – und es stellte sich kein „Neu“-Gefühl ein. Weil ich schon ein halbes Jahr auf exakt dem Gerät gearbeitet hatte. Und auch diesmal wird es das optisch sehr ähnliche Nachfolgemodell werden. Mal schauen, wie das so wird mit dem „Neu-„Gefühl….das fehlt mir nämlich, und das hab ich mir jetzt relativ oft über neue Bücher geholt. Das blöde „Neu“-Gefühl. Das ist sicher mitschuld an meinem Shoppingwahn gewesen.

Getaggt mit ,

Sie spricht mir aus dem Herzen

Die liebe Katrin hat mir diesen Link in meiner Abwesenheit auf meine Facebook-Wall geklatscht, und ich kann den nicht für mich behalten, ich muss den hier teilen, weil: Ich stimme der interviewten Dame in jedem einzelnen Wort zu. In meinen Augen hat sie so recht! Gut, sie erfindet da grad nicht das Rad neu, viele Feststellungen liegen auf der Hand, sobald man sich auch nur ansatzweise mit Nachhaltigkeit (und zwar nicht als ausgelutschten Lifestyle-LOHAS-Modebegriff, sondern mit der wirklichen Bedeutung des Wortes) beschäftigt. Aber es gibt halt leider immer noch jede Menge Leute, die darüber nicht nachdenken. Na gut, lang genug geschwafelt, die Gute heißt Asmona Logan, hat Greendelicious.de gegründet (noch so eine Bloggerin, die davon leben kann, seufz…), und das hier hat sie zu sagen:

Klick auf: „Viele Firmen betreiben Greenwashing.“

Getaggt mit , , , ,

Dolce vita – und süß wars!

Ich bin wieder da. Und zum ersten Mal, seit ich mich an derartige Kurztrips meinerseits erinnern kann, ohne ein neues Stück im Koffer. Aus Berlin kamen ja die ganzen Flohmarktfunde mit, aus Rom nichtmal das. Es waren zweieinhalb Tage mit etwas Sightseeing, einer gleich am ersten Abend ergangenen Blase am Ballen (grumpf…), bissl viel Alkohol, viel Lachen und Feiern, guter Pasta und sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr lieben Leuten. Fotos werden nachgeliefert, die Kamera ist grad mit dem Holden ins Büro gefahren. Ich sag nur soviel: Ins Pantheon sind wir nochmal. Nur, um jede Menge Fotos zu machen, die so witzig sind, dass diverse Touristen es uns nachmachten.

Nur ein Foto, weil vom Handy, kann ich liefern: Ja, es gab sie immer noch, die tollen Lachsspaghetti. Die Petersilie wars, die sie so leiwand macht!

(c) nunette colour

(c) nunette colour

Nur eine Sache war hart. Elf Frauen, und alle wollten shoppen gehen. Der Holde war unglaublich lieb und beschloss, mit mir Soloprogramm zu machen – die Orte ansehen, die sich beim Sightseeing vor zwei Jahren nicht mehr ausgegangen waren. Aber vorher musste er noch schnell wohin….. Wohin? Ich zitiere aus einer SMS-Konversation mit der „Gastgeberin“:

Nunu:

F. ist grad im Hardrock Cafe und shoppt. Die Welt ist so ungerecht.

K:

Du musst das als Halbjahresprüfung sehen 🙂

Nunu:

Kann ich nicht einfach mit Klausel aufsteigen? 🙂

K:

Neinnein, geht maximal beim Abschlusstest! 🙂

Und übrigens: Sonntags haben alle Geschäfte offen, zumindest bis zum frühen Nachmittag. Und ich habe ein paar unglaublich tolle Schuhgeschäfte NICHT betreten. Nur einem Flohmarkt konnte ich wie immer nicht widerstehen. Dort war ich dann aber die Oberstreberin. Ich entdeckte ein paar Taschen, die per Upcycling aus Plastiksackerln, Telefonbüchern und Fahrradschläuchen hergestellt worden waren. Der Holde meinte sogar, dass er – der bitte wohlgemerkt strenger die Regeln einfordert als die Erfinderin der Regeln selbst – im Falle eines solchen Taschenkaufes nicht raunzen würde, weil ja Upcycling und so. Und ich? Habe sie NICHT gekauft. HA!

Getaggt mit , ,